Diese Hausarbeit thematisiert im ersten Teil Hinwendungsprozesse und Bewegungsgründe Jugendlicher zum Rechtsextremismus und beantwortet die Frage, welche Möglichkeiten das Unterrichtsfach LER in Brandenburg bietet, diesen bestmöglich entgegenzuwirken.
Hanau, Halle, Kassel – Städte, mit denen die meisten von uns vermutlich rechtsextreme Taten assoziieren. Schon seit Längerem sieht der Verfassungsschutz im Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland. Doch was bewegt Jugendliche sich der rechtsextremen Szene anzuschließen? Und wie kann die Institution Schule präventiv dagegen vorgehen? Grundsätzlich kann Prävention in der Schule auf mehreren Ebenen stattfinden. Die Schule kann sich dem bundesweiten Schulnetzwerk "Schule ohne Rassismus" anschließen und somit aktiv gegen Diskriminierung vorgehen; Experten von außerhalb kommen lassen, die Aufklärung leisten oder aber auch über Unterrichtsfächer Prävention leisten. Da ich angehende LER-Lehrerin bin, soll sich diese Arbeit mit dem Präventionspotential des Faches LER beschäftigen. Da es dieses Fach ausschließlich in Brandenburg gibt, wird sich auf dieses Bundesland bezogen.
Die konkrete Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: "Welches Potential hat das Fach LER um Hinwendungsprozessen zum Rechtsextremismus unter Jugendlichen vorzubeugen?" Dabei ist es noch wichtig zu erwähnen, dass es dabei alleinig um Inhalte des Faches gehen wird und nicht um das Handeln und Agieren der Lehrkraft im Unterricht. Gegliedert ist die Arbeit, wie folgt: Zuerst wird erläutert, was unter dem Begriff Rechtsextremismus zu verstehen ist; danach wird das Jugendalter mit seinen besonderen Herausforderungen charakterisiert; anschließend wird begründet, weshalb die Schule überhaupt ein Ort der Prävention von Rechtsextremismus ist; darauf folgen mögliche Hinwendungsmotive von Jugendlichen; eine kurze Vorstellung des Faches LER sowie dessen Möglichkeiten inhaltlich gegen Hinwendungsprozesse vorzugehen. Zum Schluss folgt das Fazit, in welchem die Forschungsfrage beantwortet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung ‚Rechtsextremismus‘
3. Jugendalter
4. Prävention von Rechtsextremismus als Aufgabe von Schule
5. Mögliche Ursachen für Hinwendungsprozesse
5. 1 Muster für den Einstieg in die Skinheadszene
5. 2 individuelle und gesellschaftlichen Risikofaktoren
5. 3 Nicht-ideologische und politisch-ideologischen Motive
6. Fächerübergreifende präventive Forderungen
6. 1 Das Fach LER: Gegenstand und Ziele
6.2 Stärkung der Identitätsentwicklung
6.3 Förderung der Demokratiekompetenzen
6.4 Förderung der interkulturellen Kompetenz
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potential des in Brandenburg unterrichteten Schulfaches LER (Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde), präventiv gegen Hinwendungsprozesse von Jugendlichen zum Rechtsextremismus zu wirken, wobei der Fokus auf den fachspezifischen Inhalten liegt.
- Identitätsentwicklung im Jugendalter als Schutzfaktor
- Prävention von Rechtsextremismus als Bildungsauftrag der Schule
- Analyse der Ursachen für die Hinwendung zur rechtsextremen Szene
- Förderung von Demokratie- und interkulturellen Kompetenzen im LER-Unterricht
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Hanau, Halle, Kassel – Städte, mit denen die meisten von uns vermutlich rechtsextreme Taten assoziieren. Schon seit Längerem sieht der Verfassungsschutz im Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland (Fiedler, 2020; Jansen, 2020). Laut des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits-und Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam ist „die Anfälligkeit brandenburgischer Jugendlicher für entsprechende Einstellungen ist –nach einer stetigen Abnahme bis zum Jahr 2010 –im Jahr 2017 wieder leicht gestiegen“ ( o.V, 2017, S. 15). Doch was bewegt Jugendliche sich der rechtsextremen Szene anzuschließen? Und wie kann die Institution Schule präventiv dagegen vorgehen? Grundsätzlich kann Prävention in der Schule auf mehreren Ebenen stattfinden.
Die Schule kann sich dem bundesweiten Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus“ anschließen und somit aktiv gegen Diskriminierung vorgehen; Experten von außerhalb kommen lassen, die Aufklärung leisten oder aber auch über Unterrichtsfächer Prävention leisten. Da ich angehende LER-Lehrerin bin, soll sich diese Arbeit mit dem Präventionspotential des Faches LER beschäftigen. Da es dieses Fach ausschließlich in Brandenburg gibt, wird sich auf dieses Bundesland bezogen. Die konkrete Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: „Welches Potential hat das Fach LER um Hinwendungsprozessen zum Rechtsextremismus unter Jugendlichen vorzubeugen? Dabei ist es noch wichtig zu erwähnen, dass es dabei alleinig um Inhalte des Faches gehen wird und nicht um das Handeln und Agieren der Lehrkraft im Unterricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz des Rechtsextremismus als Bedrohung und definiert das Ziel der Arbeit, das Präventionspotential des Brandenburger Schulfaches LER zu untersuchen.
2. Begriffsklärung ‚Rechtsextremismus‘: Dieses Kapitel erläutert den Rechtsextremismus als komplexen Sammelbegriff und stellt sozialwissenschaftliche Definitionen sowie wesentliche Merkmale wie Menschenfeindlichkeit und Antidemokratismus dar.
3. Jugendalter: Der Abschnitt charakterisiert das Jugendalter als eine von Entwicklungsaufgaben geprägte, sensible Phase, in der die Identitätsfindung im Zentrum steht.
4. Prävention von Rechtsextremismus als Aufgabe von Schule: Hier wird die Schule als zentraler Ort der Demokratiebildung begründet und der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag zur aktiven Bekämpfung rechtsextremer Ideologien hervorgehoben.
5. Mögliche Ursachen für Hinwendungsprozesse: Dieses Kapitel analysiert individuelle und gesellschaftliche Risikofaktoren sowie ideologische und nicht-ideologische Motive, die Jugendliche für rechtsextreme Strukturen empfänglich machen.
6. Fächerübergreifende präventive Forderungen: Dieses Hauptkapitel untersucht, wie durch die Vermittlung von Identitätsbildung, Demokratiekompetenz und interkultureller Kompetenz im LER-Unterricht präventiv gegen Radikalisierung gewirkt werden kann.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Fach LER durch die Verankerung relevanter Kompetenzen im Rahmenlehrplan ein signifikantes Potential für die Prävention bietet, sofern dieses inhaltlich durch die Lehrkräfte aktiv genutzt wird.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Schule, LER, Prävention, Jugendalter, Identitätsentwicklung, Demokratiebildung, interkulturelle Kompetenz, Hinwendungsprozesse, Radikalisierung, Partizipationskompetenz, Wertebildung, politische Bildung, Sozialisation, Brandenburg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht das präventive Potential des Schulfaches LER (Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde) im Bundesland Brandenburg hinsichtlich der Vorbeugung von rechtsextremen Hinwendungsprozessen bei Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Rechtsextremismus, die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, die Rolle der Schule bei der Demokratieerziehung sowie die Vermittlung von Identitäts-, Demokratie- und interkultureller Kompetenz.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Leitfrage lautet: Welches Potential hat das Fach LER, um Hinwendungsprozessen zum Rechtsextremismus unter Jugendlichen vorzubeugen?
Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse, Rahmenlehrpläne und sozialwissenschaftliche Konzepte zur Prävention und zum Fach LER zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse für Radikalisierungsprozesse und eine Untersuchung spezifischer Fächerkompetenzen (Identität, Demokratie, Interkulturalität), die im LER-Unterricht gefördert werden können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Rechtsextremismusprävention, Identitätsentwicklung, LER-Unterricht, Demokratiebildung und Jugendsozialisation beschreiben.
Warum wird in dieser Arbeit speziell das Fach LER in Brandenburg betrachtet?
Das Fach LER existiert in dieser Zusammensetzung ausschließlich in Brandenburg. Da die Autorin selbst angehende LER-Lehrkraft ist, wird das Potential dieses spezifischen Lehrplans für das entsprechende Bundesland untersucht.
Welche Bedeutung kommt der Identitätsarbeit im Zusammenhang mit der Prävention zu?
Die Festigung der eigenen Identität ist laut Arbeit elementar, da Jugendliche mit einem gefestigten Selbstwertgefühl und hoher Selbstreflexion dem Gruppendruck rechtsextremer Peers besser widerstehen können.
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- Anonym (Author), 2021, Möglichkeiten der Prävention von Rechtsextremismus in Unterrichtsfächern. Welches Potential hat das Fach LER Hinwendungsprozessen zum Rechtsextremismus unter Jugendlichen vorzubeugen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1378016