Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von moderner Kinder- und Jugendliteratur, insbesondere dem Bilderbuch "Als das Umarmen verboten war", als pädagogisches Werkzeug zur Bewältigung von Krisenzeiten durch Kinder. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Inszenierung der Gefühlswelt des Hauptprotagonisten, Dodo, und der didaktischen Funktion des Bilderbuches im Unterricht und im Alltag. Darüber hinaus wird die mögliche Integration des Buches in den Grundschulunterricht durch Anschlusskommunikation betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Bilderbuches „Als das Umarmen verboten war“
2.1 Bibliographie
2.2 Analyse
3. Das psychologische Kinderroman der moderner Kinder- und Jugendliteratur
4. Anschlusskommunikation
4. 1 Definition
4. 2 Praktische Anregungen für den Unterricht
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische und bildliche Inszenierung von Krisenzeiten am Beispiel des Bilderbuchs „Als das Umarmen verboten war“ und erörtert, wie Anschlusskommunikation als didaktisches Mittel im Grundschulunterricht zur Bewältigung persönlicher Konflikte und Krisenerfahrungen bei Kindern beitragen kann.
- Analyse der narrativen und bildästhetischen Gestaltung von Krisen im Kinderbuch.
- Untersuchung des Konzepts des psychologischen Kinderromans bzw. Bilderbuchs.
- Theoretische Fundierung des Begriffs der Anschlusskommunikation.
- Entwicklung praktischer Unterrichtsansätze zur Begleitung von Kindern in Krisenzeiten.
Auszug aus dem Buch
2.2 Analyse
Direkt zu Beginn des Buches wird der Konflikt bzw. die Krise eigeführt. Dadurch handelt sich bei dem literarischen Anfang um einen Beginn ab ovo (vgl. Gansel 2016). So wird zum Einstieg beschrieben, dass sich das Wasserschwein Dodo friedlich schlafend in seinem Zuhause befindet. Es wird ausgeführt, dass sich währenddessen ein kleines Virus ausbreitet und großen Schaden verursacht. Die Antithese, dass das winziges, fast unsichtbares Virus großen Schaden anrichtet, hebt die Unberechenbarkeit und Gefährlichkeit des Virus, aber auch die Ironie bzw. die Skurrilität der Situation hervor.
Auf der bildlichen Ebene sieht man passend dazu Dodo in seinen dunklen Kinderzimmer, zwischen Spielsachen, Kuscheltiere und Büchern, in liegender Position. Über seinem Kopf schwebend erkennt man spiralförmig angeordnete weiße Flecken und Planeten. Diese sollen vermutlich Dodo`s Traumwelt darstellen. Anschließend wird erläutert, dass alle Tiere auf Grund des Virus zuhause bleiben sollen, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken. Parallel dazu sieht man ein Haus von Bäumen umringt im Wald stehen, bei dem es sich vermutlich um Dodo`s Haus handeln soll. Dieses fungiert in Geschichte als Anschauungsraum und Schauplatz der Geschehnisse. Dodo`s Mutter muss ihm nach dem Aufwachen erklären, warum er sich nicht mit seinen Freuden treffen darf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Krisenbewältigung in der Kinderliteratur ein und formuliert das Ziel, die didaktische Einsetzbarkeit des Bilderbuchs „Als das Umarmen verboten war“ zu untersuchen.
2. Analyse des Bilderbuches „Als das Umarmen verboten war“: Dieses Kapitel liefert bibliographische Daten zum Werk und eine detaillierte narratologische sowie bildästhetische Analyse des Krisenverlaufs und der Figurenkonzeption.
3. Das psychologische Kinderroman der moderner Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird der Gattungsbegriff des psychologischen Kinderromans definiert und dessen Fokus auf die Innenwelten kindlicher Protagonisten als Methode zur Reflexion existentieller Probleme dargelegt.
4. Anschlusskommunikation: Das Kapitel definiert Anschlusskommunikation als Austausch über literarische Texte in sozialen Gruppen und verortet sie im Mehrebenenmodell der Lesekompetenz sowie im schulischen Kontext.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung des Bilderbuchs als Medium, das Kindern einen altersgemäßen Zugang zur Welt und zur Bewältigung persönlicher Konflikte ermöglicht.
Schlüsselwörter
Kinderliteratur, Bilderbuch, Krisenzeiten, Anschlusskommunikation, Grundschule, Leseförderung, psychologischer Kinderroman, Pandemie, Identifikation, narrative Analyse, Bildästhetik, Bewältigungsstrategien, didaktische Funktion, kindliche Psyche, soziale Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit thematisiert die literarische Darstellung von Krisen in modernen Bilderbüchern und wie Lehrkräfte diese nutzen können, um mit Grundschulkindern über belastende Situationen ins Gespräch zu kommen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Kinderbuch als Medium der Krisenverarbeitung, die didaktische Methode der Anschlusskommunikation und die Analyse kindlicher Emotionalität in schwierigen Zeiten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert des Bilderbuchs „Als das Umarmen verboten war“ für den Unterricht aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie SuS durch Kommunikation ihre eigenen Erfahrungen in der Krise reflektieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine formale narratoästhetische Bilderbuchanalyse, bezieht sich auf das Mehrebenenmodell der Lesekompetenz nach Rosebrock und Nix und leitet daraus didaktische Anregungen ab.
Welche Inhalte werden besonders im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die formale Gestaltung und die Figurenkonstellation des Bilderbuchs, ordnet das Werk der psychologischen Kinderliteratur zu und erläutert die Bedeutung der Anschlusskommunikation theoretisch und praktisch.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Krisenbewältigung, literarische Sozialisation, Anschlusskommunikation, kindzentrierte Didaktik und die Analyse von Text-Bild-Relationen.
Warum wird im Buch das Wort "Coronavirus" nicht explizit genannt?
Die Arbeit diskutiert dies als bewusste Entscheidung der Autorin, um das Thema universell und altersgerecht zu halten, wobei der explizite Grund zur Diskussion mit den Schülern angeregt wird.
Welche Rolle spielt die Mutterfigur im analysierten Bilderbuch?
Die Mutter fungiert als statische Identifikations- und Bezugsperson, die dem Protagonisten Dodo dabei hilft, die Situation kognitiv zu erfassen und soziale Lösungswege aufzuzeigen.
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- Anonym (Author), 2021, Kinder- und Jugendliteratur als Werkzeug zur Krisenbewältigung. Eine Analyse des Bilderbuches "Als das Umarmen verboten war", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1378292