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Die Malaria-Bekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches. Eine globalgeschichtliche Perspektive

Title: Die Malaria-Bekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches. Eine globalgeschichtliche Perspektive

Essay , 2023 , 10 Pages

Autor:in: Iva Ilic (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Das vorliegende Essay beschäftigt sich mit den Fragen: Welche Antwort bietet die globalgeschichtliche Perspektive in der Auseinandersetzung mit den Malariabekämpfungsprogrammen im 19. und 20. Jahrhundert zwischen kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches? Welche Bestrebungen sind in der Durchsetzung dieser Gesundheitsprojekte tatsächlich erreicht worden?

Im 19. Jahrhundert war die Malariaerkrankung ein globales Phänomen – auch in weiten Teilen des Deutschen Kaiserreiches. Dies bot medizinischen Akteuren die Gelegenheit, durch Bekämpfungsprogramme gegen diese Krankheit vorzugehen. Anhand der globalgeschichtlichen Perspektive wird bei Betrachtung dieser Malariabekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches deutlich, dass nicht das Ziel der Vernichtung der Krankheit erreicht wurde, sondern vielmehr eine soziale und rassistische Abgrenzung durch Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, die in eine Abhängigkeitssituation gedrängt wurden, erreicht wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ausgangslage: Malaria als globales Phänomen

3. Strategien der Malariabekämpfung: Reise, Aufklärung und Vermittlung

3.1 Die Bedeutung der ärztlichen Reise

3.2 Ziele und Motive der Aufklärung

4. Die Implementierung der Leitlinien in den Zielräumen

4.1 Das Beispiel Duala: segregierende Stadtplanung

4.2 Das Beispiel Emden: Stigmatisierung und Ausgrenzung

5. Vergleich der metropolitären und kolonialen Räume

6. Fazit: Globalgeschichtliche Einordnung und strukturelle Folgen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Malariabekämpfungsprogramme des Deutschen Kaiserreichs im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert und analysiert kritisch die Verflechtungen sowie Unterschiede in der Umsetzung zwischen kolonialen und metropolitären Räumen wie Kamerun/Deutsch-Ostafrika und Ostfriesland.

  • Analyse der gesundheitspolitischen Strategien und Leitlinien des Kaiserreichs.
  • Untersuchung der raumplanerischen und stigmatisierenden Folgen der Malariabekämpfung.
  • Kontrastierung von kolonialer Gewalt und metropolitärer sozialer Ausgrenzung.
  • Reflektion über die Kontinuität rassistischer Denkmuster in heutigen Gesellschaften.

Auszug aus dem Buch

Die Malariabekämpfungsprogramme im 19. und 20. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war die Malariaerkrankung ein globales Phänomen – auch in weiten Teilen des Deutschen Kaiserreichs. Dies bot medizinischen Akteuren die Gelegenheit, durch Bekämpfungsprogramme gegen diese Krankheit vorzugehen. Anhand der globalgeschichtlichen Perspektive wird bei Betrachtung dieser Malariabekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitären Räumen des Deutschen Kaiserreichs deutlich, dass nicht das Ziel der Vernichtung der Krankheit erreicht wurde, sondern vielmehr eine soziale und rassistische Abgrenzung durch Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, die in eine Abhängigkeitssituation gedrängt wurden, erreicht wurde.

Für die globalgeschichtliche Perspektive wurden hier spezifisch Ostfriesland im metropolitären Raum und im kolonialen Raum Kamerun sowie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, betrachtet.

Nachdem den Gesundheitsbehörden in Berlin die stetig wachsenden Malariaerkrankungen im ostfriesischen Raum aufgefallen waren, beschloss das Institut für Infektionskrankheiten unter Leitung Robert Kochs bestimmte Leitlinien für die Malariabekämpfung umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Malariabekämpfung im 19. Jahrhundert und die globalgeschichtliche Fragestellung der Arbeit.

2. Die Ausgangslage: Malaria als globales Phänomen: Darstellung der Ausgangssituation und der gesundheitspolitischen Relevanz von Malariabekämpfungsprogrammen im Deutschen Kaiserreich.

3. Strategien der Malariabekämpfung: Reise, Aufklärung und Vermittlung: Analyse der methodischen Vorgehensweise von Medizinern und Wissenschaftlern, um Strukturen in Zielgebieten aufzubauen.

4. Die Implementierung der Leitlinien in den Zielräumen: Konkrete Untersuchung der Durchführung gesundheitspolitischer Schutzmaßnahmen in Duala und Emden anhand stadtplanerischer und sozialer Veränderungen.

5. Vergleich der metropolitären und kolonialen Räume: Synoptische Gegenüberstellung, wie die gesundheitspolitischen Vorgehensweisen in verschiedenen geografischen Kontexten umgesetzt wurden.

6. Fazit: Globalgeschichtliche Einordnung und strukturelle Folgen: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Reflexion über die langfristigen Auswirkungen der im Kaiserreich etablierten rassistischen Denkmuster.

Schlüsselwörter

Malariabekämpfung, Deutsches Kaiserreich, Globalgeschichte, Duala, Ostfriesland, Rassismus, Stigmatisierung, Segregation, Kolonialismus, Gesundheitspolitik, Robert Koch, Ausgrenzung, Medizin, Infektionskrankheiten, Stadtplanung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der grundlegende Gegenstand dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Malariabekämpfungsprogramme des Deutschen Kaiserreichs und hinterfragt die gesundheitspolitischen Maßnahmen im kolonialen und metropolitären Kontext des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Zentrale Themen sind die gesundheitspolitischen Strategien von Medizinern, die stadtplanerische Segregation zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten sowie die sozio-rassistischen Auswirkungen auf die betroffenen Bevölkerungen.

Welches Forschungsziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, unter globalgeschichtlicher Perspektive aufzuzeigen, dass die Malariabekämpfung primär als Instrument zur Etablierung sozialer und rassistischer Abgrenzungen genutzt wurde und weniger der objektiven Krankheitsbekämpfung diente.

Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine globalgeschichtliche und vergleichende Perspektive, um die Parallelen in der Vorgehensweise deutscher Gesundheitsbehörden im In- und Ausland aufzuzeigen.

Was steht im Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Vorgehensweisen der Ärzte (wie das Konzept der „hygienischen Neuordnung“), die Fallbeispiele Duala und Emden sowie die Reaktionen der Bevölkerung.

Welche Rolle spielen die gewählten Schlüsselwörter für das Verständnis der Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Segregation, Stigmatisierung und Kolonialismus verdeutlichen, dass die gesundheitspolitischen Maßnahmen eng mit den Machtansprüchen und dem sozialen Ausschluss bestimmter Gruppen verknüpft waren.

Warum wurde neben den Kolonien auch Ostfriesland als Fallbeispiel gewählt?

Ostfriesland dient als metropolitäres Vergleichsbeispiel, um zu demonstrieren, dass stigmatisierende Muster und „hygienische“ Kontrollen nicht auf die Kolonien beschränkt waren, sondern auch innerhalb des Kaiserreiches angewendet wurden.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Gegenwart?

Der Autor warnt davor, dass rassistische Denkmuster und die einseitige europäische Perspektive, die im Kaiserreich verfestigt wurden, auch heute noch die Art und Weise beeinflussen können, wie Gesellschaften mit globalen Herausforderungen umgehen.

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Details

Title
Die Malaria-Bekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches. Eine globalgeschichtliche Perspektive
College
University of Bonn
Author
Iva Ilic (Author)
Publication Year
2023
Pages
10
Catalog Number
V1378362
ISBN (PDF)
9783346915252
Language
German
Tags
malaria-bekämpfungsprogramme räumen deutschen kaiserreiches eine perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Iva Ilic (Author), 2023, Die Malaria-Bekämpfungsprogramme in den kolonialen und metropolitanen Räumen des Deutschen Kaiserreiches. Eine globalgeschichtliche Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1378362
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