Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob die Antibabypille den Frauen ab den 60er Jahren in Westdeutschland mehr Selbstbestimmung verschaffte. Zu Beginn wird die Lage in den 60er und 70er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland dargestellt, um dann zur Forschungs- und Entstehungsgeschichte der Pille überzugehen. Hier wird aufgezeigt, welche Schattenseiten die Forschungsexperimente hatten. Anschließend werden die gesellschaftlichen und kirchlichen Aspekte, die die Pille hatte, skizziert. Abschließend wird resümiert und die zu Beginn gestellte Frage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. West-Deutschland in den 60ern und 70ern
2.1 Die 60er Jahre
2.2 Die 70er Jahre
3. Die Pille
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Gesellschaftliche Aspekte
3.3 Kirchliche Aspekte
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Einführung der Anti-Baby-Pille ab den 1960er Jahren in West-Deutschland zu einer gesteigerten Selbstbestimmung der Frau beigetragen hat und welche gesellschaftlichen sowie kirchlichen Veränderungen damit einhergingen.
- Die sozio-politische Lage von Frauen in den 60er und 70er Jahren
- Entstehungsgeschichte und Einführung der Anti-Baby-Pille
- Gesellschaftlicher Wandel in Bezug auf Sexualität und Rollenbilder
- Kirchliche Reaktionen und moralische Debatten der Zeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehungsgeschichte
Die Empfängnisverhütung war schon lange ein Thema bei ledigen, jungen Menschen, aber auch bei Eheleuten. Verschiedene Praktiken und Methoden wurden verwendet, um einer ungewollten Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen. Forschungen zu den hormonellen Sterilisations- und Verhütungsmitteln wurden bereits in den 30er und 40er Jahren betrieben.
Vor allem die deutsche Nazimedizin interessierte sich sehr für die Wirkung von Östrogenen und Gestagenen auf den Eisprung der Frau. Hierzu wurden Frauen, die in Konzentrationslagern untergebracht waren und gefangen gehalten wurden, für Experimente missbraucht.
Auch in den folgenden Experimenten der amerikanischen Forscher wurden die Körper von Frauen ausgenutzt, die in ärmeren Vierteln Amerikas, Puerto Ricos und Haitis lebten. Trotz dieser Ausbeutung gelten Gregory Pincus und John Rock als die „Väter der Pillenrevolution“, da sie im Jahre 1960 das oraleinzunehmende hormonelle Verhütungsmittel auf den amerikanischen Markt brachten. Die Anti-Baby-Pille trug den Namen Enovid und wurde 1962 bereits von zwei Millionen Frauen in den USA eingenommen. Ohne zu wissen, welche Langzeitfolgen die Einnahme des Präparats auf den weiblichen Körper hätte, verschrieben die Ärzte die Pille, die problemlos an Apotheken gekauft werden konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische Relevanz und die gesellschaftliche Ausgangslage vor Einführung des oralen Kontrazeptivums sowie die zentrale Forschungsfrage nach der gewonnenen Selbstbestimmung der Frau.
2. West-Deutschland in den 60ern und 70ern: Dieses Kapitel skizziert die traditionellen Familienbilder der Nachkriegszeit und den schrittweisen Wandel hin zu mehr Autonomie und Berufstätigkeit von Frauen in den folgenden Jahrzehnten.
3. Die Pille: Hier werden die kontroverse Entstehung des Medikaments, die daraus resultierenden neuen gesellschaftlichen Freiheiten für Frauen sowie die ablehnende Haltung kirchlicher Institutionen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Pille Frauen einen wesentlichen Baustein zur Emanzipation und zur aktiven Gestaltung ihrer Lebensplanung sowie Sexualität lieferte.
Schlüsselwörter
Anti-Baby-Pille, Selbstbestimmung, West-Deutschland, Sexualität, Familienpolitik, Emanzipation, Verhütung, 1960er Jahre, 1970er Jahre, Frauenbewegung, Homormonelle Verhütung, Gesellschaftswandel, Kirche, Geschlechterrolle, Geburtenrückgang.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Einführung der hormonellen Verhütung („Anti-Baby-Pille“) in West-Deutschland in den 1960er Jahren und deren Einfluss auf die weibliche Selbstbestimmung.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die soziokulturelle Lage von Frauen in den 60er und 70er Jahren, die medizinische Entstehungsgeschichte der Pille und die gesellschaftlich-kirchlichen Reaktionen auf die sexuelle Liberalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie die Pille die Spielräume für Frauen zur persönlichen Lebensgestaltung und beruflichen Verwirklichung in der BRD erweitert hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Sachverhaltsanalyse auf Basis von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und wissenschaftlichen Diskursen zum Thema Sexualgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesellschaftspolitischen Entwicklung der 60er und 70er Jahre sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Pille, ihrer Entstehungsgeschichte sowie ihren gesellschaftlichen und kirchlichen Folgen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Anti-Baby-Pille, Selbstbestimmung, Frauenemanzipation, sexuelle Liberalisierung und familienpolitischer Wandel.
Inwiefern spielte die Pharmaindustrie bei der Entwicklung der Pille eine Rolle?
Die Arbeit erwähnt kritisch die Verbindung zu frühen, teils unethischen Versuchen und Experimenten, bevor das Medikament in den 1960er Jahren offiziell auf den Markt gebracht wurde.
Wie reagierte die Kirche auf die Verfügbarkeit der Pille?
Die katholische Kirche lehnte die Pille konsequent ab, da sie eine sexuelle Liberalisierung und eine Gefährdung der traditionellen Moralvorstellungen fürchtete.
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- Melisa Akcinar (Author), 2022, Weibliche Verhütung durch die Antibabypille ab den 1960er Jahren in Westdeutschland. Mehr Selbstbestimmung für die Frau?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1378370