Die SuS sollen beurteilen, ob oder inwieweit alle vier Ziele des Stabilitäts- und
Wachstumsgesetzes (StWG) von 1967 realisierbar sind, indem sie anhand von
Gruppenplakaten mögliche Zielkonkurrenzen erarbeiten und den Zielkonflikt
zwischen Stabilität und Wachstum unter Zuhilfenahme des
Jahreswirtschaftsberichtes auf die derzeitigen wirtschaftspolitischen Prioritäten
der Bundesregierung begründet einschätzen.
Inhaltsverzeichnis der Unterrichtsreihe
1. Wie misst und vergleicht man Wirtschaftskraft?! – Eine „Fishbowl“ zur Sammlung und Bewertung von Indikatoren zur wohlfahrtsökonomischen Gesamtbilanzierung
2./3. Das BIP – (K)ein gesamtgesellschaftlicher Wohlstandsindikator?! – Zum qualitativen und quantitativen Verhältnis von Berechnung, Verwendung und Verteilung des BIP`s
4. Reales vs. nominales Bruttoinlandsprodukt – Welchen Einfluss hat die Preisentwicklung auf den gesamtgesellschaftlichen Wohlstand? – Eine soziologische Betrachtung der Entwicklung der Realeinkommen in der BRD
5./6. Der Konjunkturverlauf – Willkürliches Zick-Zack oder regelmäßiges Auf und Ab?! – Erarbeitung des Konjunkturzyklus anhand der prozentualen Entwicklung des BIP`s
7. Die Entwicklung von Wachstum und Konjunktur – Welche Ursachen führen zu Konjunkturschwankungen?!
8./9. Dynamik und Krise – Ein unüberwindbarer Gegensatz der Marktwirtschaft?!
10. „Berechnen“ oder „prophezeien“ Ökonomen die wirtschaftliche Zukunft?! – Erarbeitung und Beurteilung von Frühindikatoren für Konjunkturprognosen anhand eines Planspiels
11./12. Welche Ziele soll sich die staatliche Wirtschaftspolitik setzen – und welche nicht?! – Eine Lernspirale zu wirtschaftspolitischen Aufgaben der Regierung
13. Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft – Wie verpflichtend sind qualitative Zielformulierungen?!
14. Stabilität und Wachstum oder Stabilität oder Wachstum? – (K)Ein „magisches Viereck“?! – Erarbeitung und Beurteilung von Zielkonkurrenzen sowie der derzeitigen (wirtschafts-)politischen Prioritätensetzung
15. Vom magischen Viereck zum magischen Vieleck – Eine Pro-Contra-Debatte über den Sinn und Zweck der Aufnahme des Ziels einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen in das StWG
16. Mit Ökonomie zur Ökologie?! – Zum Verhältnis von Wachstumspolitik und Umweltschutz
17./18. Angebots- und/oder nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik?! – Ein unlösbares Dilemma?! – Ein Ökonomie-Entscheidungsspiel zu Leistungen oder Fehlleistungen staatlicher Interventionen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Unterrichtssequenz ist die kritische Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Zielen des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes von 1967. Dabei steht die Analyse möglicher Zielkonflikte sowie die Bewertung aktueller wirtschaftspolitischer Prioritäten der Bundesregierung im Zentrum der Untersuchung.
- Empirische Fundierung wirtschaftspolitischer Analysen
- Analyse des "magischen Vierecks" und seiner Zielkonflikte
- Anwendung des Jahreswirtschaftsberichtes als Prognose-Instrument
- Wissenschaftspropädeutische Erarbeitung von Zielbeziehungen
- Diskursive Urteilsbildung zu wirtschaftspolitischen Prioritäten
Auszug aus dem Buch
Didaktisch-methodischer Schwerpunkt
Die Unterrichtsreihe „Dem Auf und Ab der Wirtschaft auf der Spur – Wie entwickelte und entwickelt sich die Wirtschaft der BRD und welche Aufgaben, Ziele und Maßnahmen der Beeinflussung stehen der Wirtschaftspolitik zur Verfügung?“ wurde entsprechend dem obligatorischen Fachinhalt des schulinternen Curriculums für das Fach Sozialwissenschaften mit einem Umfang von insgesamt 18 Stunden konzipiert. Im ersten Quartal der Jahrgangsstufe 12 ist dabei im Grundkurs das Inhaltsfeld IV „Wirtschaftspolitik“ des Lehrplanes Sozialwissenschaften als Gegenstand des Unterrichtes vorgesehen.
Bei der Erarbeitung der Zielsetzungen und Inhalte auf wissenschaftspropädeutischem Niveau sind unter diesem Inhaltsfeld spezifische fachwissenschaftliche Zugriffsweisen und Methoden zu berücksichtigen. Dazu zählen laut Lehrplan (vgl. S. 23) u.a. die Analyse von Zielbeziehungen sowie die Modellbildung. Das „magische Viereck“, welches in der unmittelbar vorangegangenen Stunde mit Hilfe von Plakaten vereinfacht als Puzzle erarbeitet und aufgehängt wurde, eignet sich in diesem Kontext geradezu idealtypisch, um Zielbeziehungen bzw. -konflikte zwischen den vier Zielen des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes von 1967 zu analysieren.
Zusammenfassung der Kapitel
14. Stabilität und Wachstum oder Stabilität oder Wachstum? – (K)Ein „magisches Viereck“?! – Erarbeitung und Beurteilung von Zielkonkurrenzen sowie der derzeitigen (wirtschafts-)politischen Prioritätensetzung: In dieser Stunde analysieren die Lernenden die Zielkonflikte des magischen Vierecks und bewerten anhand des Jahreswirtschaftsberichtes die Prioritätensetzung der aktuellen Bundesregierung.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, Stabilitätsgesetz, Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, Magisches Viereck, Zielkonflikt, Zielkonkurrenz, Wirtschaftswachstum, Preisstabilität, Jahreswirtschaftsbericht, Konjunktur, Sozialwissenschaften, Wirtschaftskraft, Wohlstandsindikator, Bundesregierung, Wirtschaftspolitische Prioritäten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundlegend?
Die Arbeit skizziert einen Unterrichtsentwurf für den Grundkurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 12, der sich mit der Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Analyse des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes von 1967, die Erarbeitung von Zielkonflikten im magischen Viereck sowie die Beurteilung aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Unterrichtsstunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen beurteilen, ob die vier Ziele des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes gleichzeitig realisierbar sind und welche Prioritäten die aktuelle Bundesregierung setzt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine wissenschaftspropädeutische Herangehensweise gewählt, die auf der Analyse von Zielbeziehungen, Modellbildung und der Auswertung aktueller Regierungsberichte basiert.
Was wird im Hauptteil der Unterrichtsreihe thematisiert?
Der Hauptteil befasst sich mit der Messung von Wirtschaftskraft, der Konjunkturentwicklung, den Prognoseinstrumenten der Ökonomie sowie der Debatte um Angebots- und Nachfrageorientierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das magische Viereck, Zielkonkurrenz, Wirtschaftswachstum, Preisstabilität und der Jahreswirtschaftsbericht.
Warum wird eine Karikatur zum Einstieg verwendet?
Die Karikatur dient als problematisierender Impuls, um einen Widerspruch zwischen den idealisierten Zielplakaten der Schüler und der wirtschaftspolitischen Realität aufzuzeigen.
Welche Rolle spielt der aktuelle Jahreswirtschaftsbericht?
Er dient als empirisches Prognose-Instrument, um die theoretischen Modelle auf die aktuelle wirtschaftliche Lage anzuwenden und die Prioritäten der Bundesregierung kritisch zu hinterfragen.
- Quote paper
- Wolfgang Holste (Author), 2007, Unterrichtsstunde: Stabilität und Wachstum oder Stabilität oder Wachstum – (K)Ein „magisches Viereck“?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137893