Das Selbst ist in der heutigen Zeit in aller Munde. Themen, wie Selbstliebe, Selbstbeherrschung oder Selbstmanagement gewinnen immer mehr an Bedeutung. Bereits Wilhelm von Humboldt (1847) sagte einmal "Man muss auf nichts so wenig vertrauen und an nichts so unablässig arbeiten, als an seiner Seelenstärke und seiner Selbstbeherrschung, die beide einzigen sicheren Grundlagen des irdischen Glücks sind". Die klinische Praxis scheint das ähnlich zu sehen. So wurden etliche psychotherapeutische Verfahren, mit dem Einschnitt der kognitiven Wende, durch Ansätze des Selbstmanagements ergänzt. Dazu gehört auch die Selbstmanagement-Therapie nach Frederick Kanfer, um die es in der vorliegenden Arbeit gehen soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Kurze Entwicklungsgeschichte
1.2 Theorie im Überblick
1.3 Definition und Leitbild der Selbstmanagement-Therapie
2 Hauptteil
2.1 Inhaltlicher Aufbau des Verfahrens- allgemeine Grundregeln
2.2 Das 7 Phasen-Model nach Kanfer
2.3 Voraussetzungen, Indikation, Kontraindikation, Grenzen
2.4 Ablauf des Verfahrens anhand eines Beispiels
3 Diskussion
3.1 Wirksamkeit (Studienlage)
3.2 Alternativen zur Methode
3.3 Resümee (Vor- und Nachteile, Anwendung, Limitierung)
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Darstellung der Selbstmanagement-Therapie nach Kanfer als ressourcenorientiertes Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie, um die therapierelevanten Phasen und die Wirksamkeit bei der Verhaltensmodifikation bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.
- Grundlagen und theoretische Einordnung der Selbstmanagement-Therapie
- Strukturierter Ablauf des 7-Phasen-Modells im klinischen Kontext
- Diagnostische Instrumente und Interventionsstrategien im Kindes- und Jugendalter
- Analyse der Wirksamkeit basierend auf aktueller Studienlage
- Vergleichende Darstellung alternativer kognitiver Behandlungsmethoden
Auszug aus dem Buch
Phase 1: Beziehungsaufbau
In der ersten Phase geht es im Kern darum, eine vertrauensvolle Therapeutische Beziehung zu etablieren und wesentliche Informationen für den Therapieprozess zu sammeln. Zu Beginn der Therapie wird der Therapeut mit einer Fülle von Informationen aller Beteiligten überflutet. Wichtig hierbei ist es ausschließlich relevante Informationen herauszufiltern, wie die Entstehung der Problematik, eingespielte Umgangsweisen damit sowie Ihre aufrechterhaltenden Bedingungen. Ein weiterer Bestandteil dieser Phase ist, dass gegenseitige Wünsche und Erwartungen an die Therapie besprochen werden, wobei deren Umsetzung realistisch betrachtet werden sollte. Zudem ist es wichtig, dass verbindliche Regelungen festgelegt werden, z.B. in Bezug auf das Ausfallhonorar oder den Umgang mit Verspätungen. Der Therapeut bzw. die Therapeutin klärt den Patienten bzw. die Patientin auch über erforderliche Bedingungen für den Therapieerfolg, wie Engagement und Zusammenarbeit sowie Zuverlässigkeit im Hinblick auf gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf. Eine weitere wichtige Strategie in dieser Phase ist ein problemzentriertes und hypothesengeleitetes Vorgehen. Es findet eine gemeinsame Auswahl der wichtigsten zu bearbeitenden Kernkonflikte statt, wobei zwischen lösbaren und unlösbaren Problemen sowie realistischen und unrealistischen Zielen differenziert werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext der kognitiven Wende und führt in die theoretischen Grundlagen sowie das Leitbild der Selbstmanagement-Therapie ein.
2 Hauptteil: Hier werden die allgemeinen Grundregeln und das 7-Phasen-Modell beschrieben sowie die Anwendbarkeit anhand eines Fallbeispiels illustriert.
3 Diskussion: Dieses Kapitel bewertet die Wirksamkeit des Verfahrens anhand der Studienlage, stellt methodische Alternativen vor und resümiert die Stärken und Limitierungen.
Schlüsselwörter
Selbstmanagement-Therapie, Kanfer, kognitive Verhaltenstherapie, 7-Phasen-Modell, Verhaltensmodifikation, Selbstregulation, Selbstbeobachtung, Diagnostik, Interventionsstrategien, therapeutische Beziehung, Resilienz, Patientenmotivation, SORCK-Schema, kognitive Umstrukturierung, Kindes- und Jugendpsychotherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Selbstmanagement-Therapie nach Kanfer, einem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansatz, der darauf abzielt, Patienten zu selbstständigem Handeln und verbesserter Selbstregulation anzuleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung, der phasenbasierte Ablauf des therapeutischen Prozesses, diagnostische Anforderungen sowie die evidenzbasierte Wirksamkeit des Modells.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die detaillierte Darstellung, wie Selbstmanagement-Verfahren die Verhaltensmodifikation unterstützen und welche methodischen Schritte für einen erfolgreichen Therapieprozess wesentlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende Modelle, klinische Leitlinien und eine Metaanalyse sowie Studien zur Wirksamkeit von KVT-Interventionen systematisch aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des 7-Phasen-Modells inklusive Erstkontakt, Diagnostik und Intervention sowie eine praktische Veranschaulichung an einem 14-jährigen Fallbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstregulation, kognitive Verhaltenstherapie, phasenorientierte Intervention, Prozessdiagnostik und Therapiemotivation charakterisiert.
Warum ist das 7-Phasen-Modell für Therapeuten relevant?
Das Modell bietet eine strukturierte Orientierungshilfe, um den therapeutischen Prozess planbar zu gestalten und sowohl diagnostische als auch interventive Schritte individuell auf den Patienten zuzuschneiden.
Welche Rolle spielt die Familie im behandelten Fallbeispiel?
Das Beispiel zeigt, dass die Familie als System entscheidend für den Therapieerfolg ist, weshalb die Eltern aktiv in die Psychoedukation und Verhaltensänderung einbezogen werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Liana Akhiev (Autor:in), 2023, Selbstmanagement-Therapie nach Frederick Kanfer. Voraussetzungen, Indikation, Kontraindikation, Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1379659