Diese Hausarbeit wird sich in Ansätzen mit dem Phänomen "Poetry Slam" inhaltlich, analytisch und vor allem interpretativ auseinandersetzen. Konzentrieren wird sich diese Arbeit auf die Geschichte des Poetry Slams, auf Interaktion in den Veranstaltungen, sowie auf die Ästhetik der Literatur, die in der Regel auf der Bühne nicht nur vorgetragen, sondern „performt“ und damit „gelebt“ wird. Dabei wird sich diese Arbeit auf Boris Preckwitz berufen, der sich als Germanist mit dem Phänomen „Poetry Slam“ theoretisch und praktisch beschäftigt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Poetry Slam und Slam Poetry: Eine Einführung
3 Die Geschichte des Poetry Slams
4 Interaktion im Poetry Slam
5 Die Ästhetik der Slam Poetry
6 Fazit
7 Literatur
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen „Poetry Slam“ inhaltlich, analytisch und interpretativ mit einem besonderen Fokus auf die Interaktionsästhetik zwischen Autor und Publikum sowie die spezifischen ästhetischen Merkmale der vorgetragenen „Slam Poetry“.
- Historische Entwicklung des Poetry Slams von Chicago bis in den deutschsprachigen Raum.
- Analyse der Interaktionsprozesse und der Reziprozität bei Slam-Veranstaltungen.
- Untersuchung der ästhetischen Gestaltungsmittel der Slam Poetry.
- Abgrenzung und Definition von Slam Poetry im Kontext der zeitgenössischen Literatur.
- Bedeutung von Oralität, Performance und Authentizität für den Erfolg eines Slammers.
Auszug aus dem Buch
Die Geschichte des Poetry Slams
Geschichte zu kennzeichnen ist ein Wagnis, vor allem in der Literaturwissenschaft. Wo findet ein Phänomen seinen Anfang, wenn dieser Anfang nicht gar wiederum einen Anfang provoziert? Ist Literatur nicht immer Rezeption von vorangegangener Literatur? Gab es „Entsprechungen“ zu Poetry Slam. Bevor der Poetry Slam entstand? Wenn etwas beginnt, woraus ist es entstanden, wo hatte es „Wurzeln“?
Wie ich bereits erwähnte, gibt es Dichterwettbewerbe seit es Dichter gibt. Preckwitz betont, es gab Literaturwettstreitigkeiten bereits 700 v. Chr. in Griechenland und verweist dabei auf den antiken musischen „Agon“, wobei kritisch anzumerken ist, dass hier die Musik neben der Dichtkunst eine Rolle spielte, daher ist der Agon wohl eher als Vorläufer für Musikwettbewerbe zu betrachten. Preckwitz verweist weiterhin auf die pythischen Spiele in Delphi, aber auch dort wurden Hymnen an die Gottheit gesungen, nicht nur gedichtet. Die panathenäischen Spiele, zu denen Preckwitz kommt, als Entsprechungen für ein Poetry Slam zu sehen, wie Preckwitz es tut, geht, denke ich, auch ein wenig zu weit, denn in denen ging es weniger um Poesie, sie enthielten eine Vielfalt weiterer kultureller Darbietungen, wie Tanz, Musik etc… Trotzdem hat Preckwitz Recht, wenn hier Wurzeln zu finden sind, insofern man den Poetry Slam als Kulturwettkampf verstehen mag.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Thematik anhand eines Beispiels und Darlegung des Forschungsanliegens.
Poetry Slam und Slam Poetry: Eine Einführung: Definition und Abgrenzung der Begriffe unter besonderer Berücksichtigung der Performance-Aspekte.
Die Geschichte des Poetry Slams: Nachzeichnung der Entwicklung von den antiken Vorläufern bis zur Gründung des modernen Formats durch Marc Smith in Chicago.
Interaktion im Poetry Slam: Untersuchung der wechselseitigen Kommunikation und Feedback-Mechanismen zwischen Slammern, Publikum und Moderatoren.
Die Ästhetik der Slam Poetry: Analyse der künstlerischen Gestaltungsmittel, der Rolle der Oralität und der performativen Aspekte der vorgetragenen Texte.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Rolle des Poetry Slams als freie Offkultur und Ausblick auf dessen Bedeutung.
Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur.
Schlüsselwörter
Poetry Slam, Slam Poetry, Interaktionsästhetik, Performance, Oralität, Reziprozität, Offkultur, Literaturwettstreit, Zeitgenössische Literatur, Marc Smith, Boris Preckwitz, Authentizität, Kommunikation, Slammer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Poetry Slam, wobei insbesondere die interaktiven Elemente zwischen Künstler und Publikum sowie die ästhetischen Besonderheiten des Vortrags untersucht werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Poetry Slams, die Dynamik der Interaktion in Veranstaltungen sowie die Definition und Charakterisierung von Slam Poetry als performative Kunstform.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Poetry Slam nicht nur als Wettbewerb zu verstehen, sondern als eine spezifische „Interaktionsästhetik“, die Literatur durch mündlichen Vortrag und unmittelbare Publikumsreaktion lebendig macht.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und greift maßgeblich auf die theoretischen Arbeiten von Boris Preckwitz zurück, um das Phänomen in den literaturwissenschaftlichen Kontext einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung des Formats, eine detaillierte Analyse der Interaktionsprozesse bei Slam-Auftritten sowie eine Untersuchung der rhetorischen und performativen Mittel, die Slam Poetry ausmachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Poetry Slam, Interaktionsästhetik, Performance, Oralität und Reziprozität beschreiben.
Wie wichtig ist der „Slam spirit“ für das Verständnis des Formats?
Der „Slam spirit“ beschreibt das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der „slam family“, welches trotz des Wettbewerbscharakters für die gegenseitige Unterstützung und die authentische Atmosphäre des Formats entscheidend ist.
Warum ist die „Mündlichkeit“ (Oralität) so essenziell für die Slam Poetry?
Da Slam Poetry primär für den Vortrag vor Publikum verfasst wird, verliert sie in der reinen Schriftform oft ihre Wirkung, da erst durch Prosodie, Mimik und Gestik die vollständige Bedeutung und Ästhetik des Textes entfaltet wird.
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- Udo Lihs (Author), 2008, „...lebe in einer Welt, in der ich mal können und mal nicht können darf .“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138007