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Frauenfiguren in Karamzins "Bednaja Liza" und Richardsons "Clarissa, or, the History of a Young Lady"

Titel: Frauenfiguren in Karamzins "Bednaja Liza" und Richardsons "Clarissa, or, the History of a Young Lady"

Seminararbeit , 2023 , 25 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Asena Aydin (Autor:in)

Russistik / Slavistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus der vorliegenden Hausarbeit liegt auf den geschlechtsspezifischen Rollen und Konflikten der Frauen in der Literatur des 18. Jahrhunderts. Es werden die Werke „Bednaja Liza“ (1792), verfasst von Nikolaj Karamzin und „Clarissa, or, the History of a Young Lady“ (1747-8), verfasst von Samuel Richardson, untersucht. Diese beiden Werke erfuhren einen großen Einfluss ihrerzeit und sind bedeutend für die literarische Epoche der Empfindsamkeit, beziehungsweise für den Sentimentalismus.
Zunächst werden die literarischen Epochen, in welcher die Werke entstanden sind, definiert. Dies wird bei der Analyse ermöglichen typische Eigenschaften der Figuren, welche epochentragend waren, zu erkennen. Zudem erlaubt es eine Einordung der Werke in die literarischen Epochen. Als Grundlage für den russischen Sentimentalismus wird Reinhard Lauers „Kleine Geschichte der russischen Literatur“ verwendet. Für die Definition der Empfindsamkeit wird Jochen Barkhausens „Die Vernunft des Sentimentalismus“ und John Mullans „Sentiment and Sociability“ benutzt, da diese Werke umfangreiche Untersuchungen zur Entstehung der Empfindsamkeit in England liefern.

Im nächsten Schritt werden dann die geschlechtstypischen Rollen der Frauen im 18. Jahrhundert herausgearbeitet, um diese in der Analyse in beiden Werken zu vergleichen. Dieser Schritt wird dabei helfen zu untersuchen, ob die beiden weiblichen Protagonisten den typischen Geschlechterrollen gerecht werden. Darauf folgt der Analyseteil, in dem zuerst die Entwicklung Lizas betrachtet wird. In den folgenden Punkten werden weitere Aspekte, wie ihre Familienverhältnisse, ihre inneren Konflikte sowie der Punkt Ehe und Tod analysiert. Eben diese Punkte werden dann anhand der Figur Clarissas herausgearbeitet, um schließlich beide Frauen und deren Situationen und Konflikte zu vergleichen.

Ziel der Arbeit ist es festzustellen, inwiefern sich die beiden Protagonisten unterscheiden, oder auch ähneln. Dabei werden die Bereiche der Familienverhältnisse, der inneren Konflikte der Protagonisten und der Ehe und des Todes. Außerdem soll festgestellt werden, welche Aspekte der Persönlichkeit Merkmale der literarischen Epoche sind.

Im Schlusswort werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und die vorausgegangenen Fragen dementsprechend beantwortet. Es wird auch ein Anhaltspunkt für weitere Untersuchungen der Werke genannt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sentimentalismus und Empfindsamkeit

3. Frauen und Familienwerte im 18. Jahrhundert

4. Entwicklung von Liza

4.1 Familienverhältnisse

4.2 Innere Konflikte

4.3 Ehe und Tod

5. Entwicklung von Clarissa

5.1 Familienverhältnisse

5.2 Innere Konflikte

5.3 Ehe und Tod

6. Vergleich

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Rollen und die daraus resultierenden Konflikte der weiblichen Protagonistinnen in Nikolaj Karamzins „Bednaja Liza“ und Samuel Richardsons „Clarissa, or The History of a Young Woman“. Ziel ist es, die Darstellungen von Frauen im 18. Jahrhundert im Kontext des Sentimentalismus und der Empfindsamkeit zu vergleichen sowie zu analysieren, wie beide Figuren mit familiären Erwartungen, gesellschaftlichen Zwängen und ihrem eigenen moralischen Urteilsvermögen umgehen.

  • Vergleichende Analyse der literarischen Epoche des Sentimentalismus in Russland und England.
  • Untersuchung der Familienverhältnisse und deren Einfluss auf die weibliche Autonomie.
  • Analyse der inneren Konflikte zwischen persönlichem Begehren und überlieferten Rollenbildern.
  • Betrachtung der Bedeutung von Ehe und Tod als Konsequenz tragischer Lebensumstände.
  • Gegenüberstellung der moralischen Konstitution von Liza und Clarissa.

Auszug aus dem Buch

4.2 Innere Konflikte

Liza trägt einen inneren Konflikt über die Beziehung zu Erast in sich. Dieser ist an erster Stelle durch die unterschiedlichen Stände der beiden Liebenden bedingt. Als Folge dessen kann deren unterschiedliche Auffassung von Liebe betrachtet werden, denn „Erast steht für die materialistische Vorstellung, wie diese für Männer und für eine vom Luxus verwöhnte Oberschicht kennzeichnend ist“. Diese „materialistische Liebesauffassung“ von Erast zeigt seine Neigung zu „verächtlicher Wollust“, welche im Gegensatz zu Lizas „platonischer Liebe“ steht. Liza ist sich bewusst, dass es diese Differenz zwischen ihr und Erast gibt, weil er eben adeliger Abstammung ist und sie eine einfache Bäuerin. Trotzdem verspürt sie eine Anziehung Erast gegenüber, wobei diese Anziehung mit einem inneren Konflikt einhergeht. Als Erast Liza und ihre Mutter zuhause besucht, äußert die Mutter, dass Erast ein toller Mann sei und sie sich wünsche, dass Lizas Bräutigam auch so sei. Lizas Antwort fasst ihren Konflikt zusammen: „Все Лизино сердце затрепетало. «Матушка! Матушка! Как этому статься? Он барин, а между крестьянами…» Лиза не договорила речи своей.“

Liza führt ihren Gedanken zwar nicht vollständig aus, allerdings gibt der Erzähler an dieser Stelle zusätzliche Information zu der Persönlichkeit und dem Charakter von Erast, was Lizas Zweifel bestätigt. Durch diesen Einschub des Erzählers wird seine materialistische Natur deutlich: „Эраст был довольно богатый дворянин, с изрядным разумом и добрым сердцем, добрым от природы, но слабым и ветреным. Он вёл рассеянную жизнь, думал только о своём удовольствии, искал его в светских забавах, но часто не находил: скучал и жаловался на судьбу свою.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die weiblichen Rollen und Konflikte in Karamzins und Richardsons Werken vor dem Hintergrund des literarischen Sentimentalismus zu untersuchen.

2. Sentimentalismus und Empfindsamkeit: Dieses Kapitel erläutert die ideengeschichtliche Wende im 18. Jahrhundert in Russland und England, die das Individuum und die Gefühlswelt ins Zentrum rückte.

3. Frauen und Familienwerte im 18. Jahrhundert: Hier werden die gesellschaftlichen Normen und das Idealbild der tugendhaften, gehorsamen Frau analysiert, wie sie in dieser Zeit propagiert wurden.

4. Entwicklung von Liza: Das Kapitel beleuchtet das Leben und den tragischen Weg der Bäuerin Liza, deren Handeln primär durch ihre Gefühle bestimmt wird.

4.1 Familienverhältnisse: Es wird analysiert, wie der Tod des Vaters und die finanzielle Not Lizas Handlungsspielraum prägen.

4.2 Innere Konflikte: Die Diskrepanz zwischen ihrem sozialen Status und ihrer Liebe zu Erast stellt den zentralen inneren Zerrissenheitspunkt dar.

4.3 Ehe und Tod: Das Kapitel untersucht, warum Liza in Anbetracht ihrer unerwiderten Liebe und ihres moralischen Leidens den Freitod als existenziellen Ausweg wählt.

5. Entwicklung von Clarissa: Die Wandlung der Protagonistin Clarissa zu einer moralisch gefestigten Frau, die ihre Integrität trotz aller Unterdrückung zu wahren sucht, wird dargestellt.

5.1 Familienverhältnisse: Hier steht die familiäre Unterdrückung und der Konflikt mit ihrem Vater sowie den Geschwistern im Vordergrund.

5.2 Innere Konflikte: Es wird die Spannung zwischen dem Wunsch nach persönlicher Autonomie und den gesellschaftlichen sowie familiären Erwartungen thematisiert.

5.3 Ehe und Tod: Die moralische Auseinandersetzung mit der aufgezwungenen Eheschließung und Clarissas bewusster Weg in den Tod als christliche Erlösung bilden den Abschluss der Entwicklung.

6. Vergleich: Dieser Abschnitt führt die Ergebnisse zusammen und hebt die Gemeinsamkeiten in der Tugendhaftigkeit bei gleichzeitig unterschiedlichen Lebensumständen hervor.

7. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass trotz sozialer Unterschiede beide Frauen an den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit und an dem Unvermögen erfüllter Liebe zerbrechen.

Schlüsselwörter

Sentimentalismus, Empfindsamkeit, Literatur des 18. Jahrhunderts, Nikolaj Karamzin, Samuel Richardson, Bednaja Liza, Clarissa Harlowe, Frauenbild, Familienwerte, Geschlechterrollen, Tugend, Autonomie, Moral, Selbstmord, Liebesbeziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von Frauenfiguren in der Literatur des 18. Jahrhunderts, konkret in Karamzins „Bednaja Liza“ und Richardsons „Clarissa“, und analysiert deren spezifische Rollenkonflikte.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Zentrale Themen umfassen den Sentimentalismus, die Familienordnung, das Frauenbild des 18. Jahrhunderts, sowie die Dynamik zwischen Liebe, Tugend und gesellschaftlichem Zwang.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die beiden Protagonistinnen gleichen oder unterscheiden, insbesondere bei der Bewältigung von Familienverhältnissen und inneren Konflikten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Die Autorin wendet eine vergleichende Literaturanalyse an, gestützt durch zeitgenössische Theorien zum Sentimentalismus und zur literarischen Hermeneutik.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entwicklung von Liza und Clarissa, unterteilt in ihre jeweiligen Familienverhältnisse, ihre inneren Konflikte sowie ihre finale Haltung zu Ehe und Tod.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sentimentalismus, Empfindsamkeit, moralische Tugend, Autonomie, patriarchale Familienstrukturen und die literarische Darstellung von Leid und Erlösung.

Warum spielt der soziale Hintergrund für die Protagonistinnen eine so unterschiedliche Rolle?

Während Liza als einfache Bäuerin keine Autoritätsfigur mehr hat und instinktiv handelt, unterliegt Clarissa einer strikten, adeligen Familienhierarchie, die ihren Widerstand erst provoziert.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit der „Unschuld“ und deren Verlust?

Liza gibt sich ihrem Geliebten Erast in einem Anfall von verliebter Unvorsichtigkeit hin, während Clarissa von Lovelace durch Vergewaltigung instrumentalisiert und ihrer Ehre beraubt wird.

Welche Rolle nimmt der Freitod in der Argumentation der Autorin ein?

Der Selbstmord wird nicht als bloße Verfehlungen gewertet, sondern als konsequenter Weg von Frauen, die in einer geschlossenen moralischen und gesellschaftlichen Welt keinen anderen Raum für ihre Integrität finden.

Was schlägt die Autorin für zukünftige Forschungen vor?

Es wird angeregt, verstärkt die männlichen Charaktere zu beleuchten, um die zwischengeschlechtlichen Dynamiken und Beziehungsformen noch tiefergreifend zu verstehen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauenfiguren in Karamzins "Bednaja Liza" und Richardsons "Clarissa, or, the History of a Young Lady"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Slavisitk)
Veranstaltung
Das Zeitalter der Katharina II
Note
1.3
Autor
Asena Aydin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
25
Katalognummer
V1380275
ISBN (PDF)
9783346920713
ISBN (Buch)
9783346920720
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sentimentalismus, Empfindsamkeit, Katharina die Große
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Asena Aydin (Autor:in), 2023, Frauenfiguren in Karamzins "Bednaja Liza" und Richardsons "Clarissa, or, the History of a Young Lady", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1380275
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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