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Verhältnis von Wirklichkeit, Künstler und Kunstwerk. Anna Seghers' "Der Ausflug der toten Mädchen"

Título: Verhältnis von Wirklichkeit, Künstler und Kunstwerk. Anna Seghers' "Der Ausflug der toten Mädchen"

Trabajo Escrito , 2020 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Claudia Bierbrauer Diaz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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In dieser Arbeit wird untersucht, ob und auf welche Weise Anna Seghers sich in ihrer um 1944 entstandenen Erzählung 'Der Ausflug der toten Mädchen' für die Art der realistischen Darstellungsweise ihres Standpunktes entschieden hat, bei der eine Wirklichkeit aus dem subjektiv wieder-bewusst-gemachtem Unbewussten konstruiert wird. Diese Begrifflichkeiten gehen aus einem Briefwechsel aus den Jahren 1938 und 1939 zwischen der Autorin Anna Seghers, gebürtig Netty Reiling, und Georg Lukács im Zuge ihrer Realismus-Debatte hervor.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Briefwechsel mit Georg Lukács

3. Wirklichkeit, Erzählebenen und Kunstwerk

3.1 Wirklichkeitsdarstellung des Exillandes Mexiko

3.2 Stufe 1: Primäre, unmittelbare Wirklichkeitserfassung

3.3 Stufe 2: Überwindung der Unmittelbarkeit durch Persönlichkeit des Künstlers

3.4 Konstruierte Realität des Kunstwerks als „Umschlagstellte vom Objekt zum Subjekt und wieder zum Objekt“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Wirklichkeit, Künstler und Kunstwerk in Anna Seghers’ Erzählung "Der Ausflug der toten Mädchen". Dabei wird analysiert, wie Seghers ihre theoretischen Überlegungen aus der Realismus-Debatte mit Georg Lukács in ihrer Erzählweise anwendet und durch eine spezifische, subjektiv geprägte Konstruktionsform der Realität eine Antwort auf die gesellschaftliche Verantwortung des Künstlers findet.

  • Analyse der Realismus-Debatte zwischen Anna Seghers und Georg Lukács
  • Untersuchung der dreifachen Erzählstruktur und Zeitgestaltung
  • Anwendung des Konzepts der "zwei Stufen des Schaffensprozesses" nach Tolstoi
  • Deutung der gesellschaftlichen "Aufgabe des Künstlers" im Exil
  • Verbindung von autobiografischen Erfahrungen mit historischer Sinnstiftung

Auszug aus dem Buch

3.2 Stufe 1: Primäre, unmittelbare Wirklichkeitserfassung

Bei der primären Realitätswahrnehmung handelt es sich laut Seghers‘ Ausführungen im Briefwechsel darum, das Bewusste wieder unbewusst zu machen, als würde der Künstler die Wirklichkeit zum ersten Mal wie kein anderer zuvor auf diese Weise aufnehmen. Der primäre Eindruck muss so geschildert werden, dass er für den Leser nachlebbar ist, indem alle unbewussten Einströmungen objektiv festgehalten werden. Dieser Schritt gestaltet sich umso schwieriger, je bewusster der Künstler die Dinge erlebt und Einsicht in die gesellschaftlichen Zusammenhänge besitzt. Der Künstler kann auf dieser ersten Stufe steckenbleiben, weil er eine Schockwirkung durch die Gesellschaft erlebt, wodurch er die Unmittelbarkeit entweder nicht überwinden kann oder will. Nach diesem Prinzip bleibt Anna Seghers auch an diesem Punkt stecken, da die Vergangenheit eigenmächtig in ihre Gegenwart und ihr brutales Wissen aus der Zukunft in die idyllischen Erinnerungen eingreift, wie es beim psychischen Trauma ebenfalls geschieht.

Im Kontrast mit der kargen Mexikobeschreibung steht die idyllische Skizzierung des Heimatausfluges, hier dominiert das saftige, frische, üppige Grün (vgl. A, S. 9), die Vegetation ist mit Hagebuttenbüschen, Butterblumen, dichtem Gras, Löwenzahn, Storchenschnabel und Zittergras durchsetzt (vgl. A, S. 10). Es gibt eine Kaffeeterasse am Rhein, die mit Rosenstöcken bepflanzt ist, die Landschaft enthält Dörfer, Hügel, Äcker und Wälder (vgl. A, S. 14) und statt eines stehenden Gewässers wie dem Brunnen in der Mexikobeschreibung (vgl. A, S. 9) steht der fließende Rhein für den Fluss des Lebens und den „Strom der Zeit“ (A, S. 38).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob und wie Anna Seghers ihre theoretischen Realismus-Reflektionen aus dem Lukács-Briefwechsel in die Erzählung "Der Ausflug der toten Mädchen" integriert.

2. Briefwechsel mit Georg Lukács: Die Debatte zwischen Seghers und Lukács wird hier skizziert, wobei Lukács’ Forderung nach objektiver Darstellung modernistischen und subjektiven Schreibtechniken Seghers’ gegenübergestellt wird.

3. Wirklichkeit, Erzählebenen und Kunstwerk: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Raum-Zeit-Struktur der Erzählung, die zwischen der Exilsituation in Mexiko, der Schulerinnerung und dem Wissen der Erzählerin vermittelt.

3.1 Wirklichkeitsdarstellung des Exillandes Mexiko: Es wird analysiert, wie die Fremdheitserfahrung und die Entfremdung der Ich-Erzählerin in Mexiko durch eine karge, fast traumartige Landschaftsbeschreibung und körperliches Leiden dargestellt wird.

3.2 Stufe 1: Primäre, unmittelbare Wirklichkeitserfassung: Das Kapitel behandelt die erste Stufe des Schaffensprozesses nach Tolstoi, bei der die Künstlerin den "Originaleindruck" ihrer Heimat unmittelbar erfasst.

3.3 Stufe 2: Überwindung der Unmittelbarkeit durch Persönlichkeit des Künstlers: Hier wird untersucht, wie die unmittelbare Erinnerung durch das schmerzhafte, historisch fundierte Wissen der Erzählerin über die Schicksale der Figuren überschattet und überformt wird.

3.4 Konstruierte Realität des Kunstwerks als „Umschlagstellte vom Objekt zum Subjekt und wieder zum Objekt“: Die Analyse konzentriert sich auf den Übergang von der Gegenwart in die Vergangenheit und die filmische Montagetechnik, durch die neue Wirklichkeitsbilder erzeugt werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Erzählung Seghers’ eine eigenständige Synthese bildet, die Lukács’ Objektivitätsanspruch überschreitet und eine eigene "anachronistische Gleichzeitigkeit" konstruiert.

6. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche Primär- und Sekundärquellen der wissenschaftlichen Arbeit aufgelistet.

Schlüsselwörter

Anna Seghers, Der Ausflug der toten Mädchen, Realismus-Debatte, Georg Lukács, Wirklichkeitsdarstellung, Exilliteratur, Schaffensprozess, Erinnerungskultur, Montage-Technik, anachronistische Gleichzeitigkeit, Realismus, Subjektivität, Objektivität, Antifaschismus, Originaleindruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Anna Seghers in ihrer Erzählung "Der Ausflug der toten Mädchen" ihre poetologischen Überlegungen zum Verhältnis von Wirklichkeit und Kunstwerk umsetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auseinandersetzung mit dem literarischen Realismus, die Bedeutung des Exils, die Konstruktion von Erinnerung und die spezifische "Aufgabe des Künstlers" in Zeiten des Nationalsozialismus.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Seghers durch eine mehrschichtige Erzählweise und Montagetechnik eine neue ästhetische Form findet, die ihre subjektiven Erfahrungen mit objektiven historischen Fakten synthetisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Briefwechsel zwischen Seghers und Lukács als theoretisches Fundament nutzt, um die Erzählweise innerhalb des Werkes in Bezug auf Raum, Zeit und Erzählinstanz zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Erzählebenen, die Anwendung des Tolstoischen Schaffensprozesses (Stufe 1 und 2) und die Art und Weise, wie eine "anachronistische Gleichzeitigkeit" als Gestaltungsmittel dient.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Realismus-Debatte, Subjektivität, Originaleindruck, anachronistische Gleichzeitigkeit und Konstruktion von Wirklichkeit.

Warum spielt der "Originaleindruck" nach Goethe eine so zentrale Rolle?

Der Originaleindruck ist für Seghers die unverfälschte Basis der Wirklichkeitserfahrung. Die Arbeit zeigt, wie die Künstlerin diesen Eindruck als Ausgangspunkt nutzt, um ihn dann durch bewusstes, historisch reflektiertes Gestalten zu überwinden.

Wie unterscheidet sich Seghers' Methode von Lukács' Forderungen?

Während Lukács einen eher konservativen, objektiven Realismus forderte und Montage-Techniken als "antirealistisch" ablehnte, nutzt Seghers gerade diese Techniken, um eine tiefere Wahrheit über gesellschaftliche Schicksale darzustellen.

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Detalles

Título
Verhältnis von Wirklichkeit, Künstler und Kunstwerk. Anna Seghers' "Der Ausflug der toten Mädchen"
Universidad
Ruhr-University of Bochum
Calificación
1,7
Autor
Claudia Bierbrauer Diaz (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
18
No. de catálogo
V1380485
ISBN (PDF)
9783346923936
ISBN (Libro)
9783346923943
Idioma
Alemán
Etiqueta
Anna Seghers Ausflug der toten Mädchen Wirklichkeit Kunstwerk Künstler Georg Lukács Geog Lukacs Der Ausflug der toten Mädchen Netty Reiling Originaleindruck Wirklichkeitskonstruktion Montage Zweiter Weltkrieg Exilliteratur Exilautorin Erzählebenen Über Kunstwerk und Wirklichkeit Tolstoi
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Claudia Bierbrauer Diaz (Autor), 2020, Verhältnis von Wirklichkeit, Künstler und Kunstwerk. Anna Seghers' "Der Ausflug der toten Mädchen", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1380485
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