Es handelt sich hierbei um einen kompletten Unterrichtsentwurf (Lernziele, didaktisch-methodischer Kommentar, Verlaufsplan, Arbeitsblätter und Erwartungshorizont), der mit einem Jahrgang 11 in NRW an einem Gymnasium durchgeführt wurde.
Zeitlich wurde es etwas knapp (Partnerarbeit zu lange): Den zweiten Schritt der Partnerabeit würde ich ins Unterrichtsgespräch verlegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bemerkungen zur Lerngruppe und Einordnung in die Unterrichtseinheit
1.1 Bemerkungen zur Lerngruppe
1.2 Einordnung in die Unterrichtsreihe
2. Sachanalyse
3. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
4. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit besteht darin, den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung der Phylenreform des Kleisthenes als entscheidenden Meilenstein für die Entwicklung der attischen Demokratie zu vermitteln, indem sie die Reformmaßnahmen kritisch analysieren und bewerten.
- Analyse der kleisthenischen Reformen im Vergleich zur solonischen Verfassung
- Erkenntnisgewinn über die Aufhebung der timokratischen Strukturen
- Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten der Bürger Athens
- Methodische Kompetenzentwicklung durch Quellenarbeit und Partnerkooperation
- Kritische Bewertung der Demokratieentwicklung in der griechischen Antike
Auszug aus dem Buch
M 1 Darstellender Text über die Reformen des Kleisthenes aus einem Schulbuch
[...] Als Erstes gliederte Kleisthenes die Gesamtpolis Athen in ca. 138 Bezirke (Demen), in denen Angelegenheiten von rein lokaler Bedeutung unter Leitung eines Bürgermeisters geklärt wurden. Dann fasste er städtische Demen, ländliche Demen sowie Demen aus der Küstenregion zusammen, sodass, bunt gewürfelt, 10 statt 4 Phylen entstanden. Die Phylen waren reine Kunstprodukte – ihre Zusammensetzung wurde vermutlich durch das Los bestimmt -, aber die Einwohner entwickelten ein enges Gemeinschaftsgefühl, da die Phylenordnung auch die militärische Organisation festlegte. Jede Phyle stellte etwa 1000 schwerbewaffnete Soldaten, die gemeinsam kämpften und auch die Kultveranstaltungen innerhalb der Phyle vollzogen. Die Händler und Handwerker aus der Stadt Athen kämpften und feierten mit den Fischern der Küste und den Bauern des Hinterlandes. [...] Jede Phyle entsandte pro Jahr 50 Ratsherren, die in den Demen ausgelost wurden und die in ihrer Gesamtheit den „Rat der 500“ bildeten. Jeder Bürger konnte, sofern er 30 Jahre alt war und Ratsherr sein wollte, dieses Amt bekleiden. Als Ratsherr bereitete er die Volksversammlung vor und leitete die Alltagsgeschäfte. Von nun an war festgelegt, dass alle wichtigen Entscheidungen in der Volksversammlung getroffen werden sollten. Auch das Volksgericht erhielt nun deutlicheren und wohl auch stärkeren Einfluss. [...] Nur die Position der obersten Beamten (Archonten) reservierte Kleisthenes für den Adel sowie den obersten Gerichtshof (Areopag), der sich aus den ehemaligen Archonten zusammensetzte. In der Volksversammlung zählte die Stimme des vermögendsten Adeligen nicht mehr als die Stimme des einfachen Tagelöhners. Die Athener nannten diese Gleichheitsordnung [iso=gleich; nómos = Recht, Gesetz] Isonomie; [...]
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bemerkungen zur Lerngruppe und Einordnung in die Unterrichtseinheit: Beschreibung der heterogenen Klassenzusammensetzung sowie Einbettung der Lehrprobe in den zeitlichen Kontext der Unterrichtsreihe zur attischen Demokratie.
2. Sachanalyse: Erläuterung der Bedeutung der Reformen des Kleisthenes als Bruch mit den Machtstrukturen des Adels und als Grundlage für die politische Partizipation aller Bürger.
3. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen: Darlegung der curricularen Legitimation sowie der methodischen Schritte, wie der Einstieg über das Verfassungsschema Solons und die darauffolgende Erarbeitungsphase.
4. Verlaufsplan: Detaillierte tabellarische Planung der Unterrichtsstunde mit Zeitangaben, Lehrer- und Schülertätigkeiten, Sozialformen und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Kleisthenes, Phylenreform, Attische Demokratie, Isonomie, Volksversammlung, Rat der 500, Demen, Timokratie, Solonische Verfassung, Politische Partizipation, Antike, Geschichte, Unterrichtsreihe, Bürgerrecht, Reformmaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Demokratieverständnisses am Beispiel Athens, mit einem speziellen Fokus auf die Reformen des Kleisthenes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsstunde?
Zentrale Themen sind der Vergleich der Verfassung von Solon mit der des Kleisthenes, die Neugliederung der Phylen sowie die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die politische Teilhabe.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Lernenden sollen erkennen, dass die Phylenreform einen wesentlichen Schritt in Richtung einer demokratischen Staatsordnung darstellte.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Erarbeitung verwendet?
Es wird eine Kombination aus Textarbeit an einem darstellenden Schulbuchtext und der Analyse von Verfassungsschemata in Einzel- und Partnerarbeit eingesetzt.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Sachanalyse der kleisthenischen Reformen, die didaktische Begründung der Vorgehensweise sowie den detaillierten Verlaufsplan der Lehrprobe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Isonomie, Phylen, Rat der 500, Demen und die Überwindung timokratischer Strukturen.
Wie reagiert die Lerngruppe auf die gewählten Unterrichtsformen?
Die Lerngruppe ist heterogen; während die mündliche Mitarbeit stark von männlichen Teilnehmern geprägt ist, zeigen sich die Schüler in Partner- oder Gruppenarbeitsphasen konzentriert und bereitwillig.
Warum wurde für die Erarbeitung eine Kombination aus Text und Verfassungsschema gewählt?
Das Verfassungsschema visualisiert die strukturellen Änderungen, während der erläuternde Text das notwendige Hintergrundwissen liefert, um das Schema inhaltlich zu durchdringen.
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- Janine Diedrich (Author), 2009, Unterrichtsstunde: Die Phylenreform des Kleisthenes – (k)ein Schritt zur Demokratie?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138069