Der „Lernortwechsel“ vom Klassenzimmer in die Pfarrkirche trägt dazu bei, dass schulisches Lernen sich öffnet für das Leben außerhalb des Schulgebäudes. So wird der Unterricht bereichert durch neue Lernimpulse und durch lebensweltliche Bezüge. Die vielen Möglichkeiten eines eigenaktiven und entdeckenden Lernens fördern die Fragehaltung und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler, was den Unterricht im Klassenzimmer bereichern kann.
Der Wechsel des Unterrichts in den Kirchenraum bietet besonders wichtige Möglichkeiten für religiöses Lernen. Dabei verbinden sich ganzheitliche und sinnenreiche Wahrnehmung mit vielfältigen Handlungsmöglichkeiten.
Der Zusammenhang vom Lernen im Klassenraum und Erfahrungen, die sich bei Unterrichtsgängen ergeben, kommt zustande durch eine sorgfältige Planung von Vorbereitungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase.
Inhaltsverzeichnis
1) Stundenkontext
a) Lehrplanbezug
b) Klassensituation
c) Stellung in der Unterrichtssequenz
2) Themenkonstitution
a) elementare Strukturen
b) elementare Zugänge
c) elementare Erfahrungen
d) elementare Wahrheiten
e) Grobziel und Feinziele
3) Artikulation
a) Lernschritte
b) Methoden
c) Medien
d) Artikulationsschema
4) Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Konzept für eine Unterrichtssequenz zur Erkundung einer Pfarrkirche zu entwickeln, um Schülern den Kirchenraum als sakralen Ort und als lebendigen Bestandteil ihrer Gemeinde erfahrbar zu machen. Dabei steht die ganzheitliche Erschließung des Kirchengebäudes durch die aktive Einbindung der Schüler im Mittelpunkt, um eine Brücke zwischen ihrer Lebenswelt und den religiösen Ausdrucksgestalten des Kirchenraums zu schlagen.
- Erkundung des Kirchenraums als außerschulischer Lernort
- Methodik des ganzheitlichen Lernens mit Kopf, Herz und Hand
- Wahrnehmungsübungen zur Förderung der spirituellen Achtsamkeit
- Integration handlungsorientierter Stationen zur Entdeckung liturgischer Symbole
- Reflexion des Lernortwechsels für die Motivation und das religiöse Verständnis
Auszug aus dem Buch
Der Kirchenraum als außerschulischer Lernort
Eine Begegnung mit Kirchenräumen ermöglicht eine Fülle von religiös relevanten Lernerfahrungen, auf die der Religionsunterricht nicht verzichten sollte. Begegnung meint in der vorliegenden Unterrichtseinheit die Begegnung mit der Kirche als sakralem Raum.
Kirchen unterscheiden sich von Räumen, in denen wir uns im Alltag aufhalten. Durch die Andersartigkeit ihrer Bauweise verweisen sie auf eine Welt jenseits des hektischen Alltags. Als Räume der Stille können sie auf das Bedürfnis nach Intensität, nach Tiefe und nach sinnerfüllter Zeit antworten.2
Kirchenräume mit Schülerinnen und Schülern zu erschließen ist daher letztlich von der Absicht getragen, ihnen den Sinngehalt des christlichen Glaubens zu eröffnen, der in Kirchengebäuden zu Stein geworden ist. Denn Kirchen sind als außerschulische Lernorte lesbare „Texte“ vergangenen Lebens und geronnene Formen von Glauben und Gottesdienst unterschiedlicher Zeit.3
In Kirchengebäuden werden Gotteserfahrungen öffentlich zum Ausdruck gebracht. Hier zeigt sich Religion durch die Architektur, das Baumaterial und nicht zuletzt durch die Bilder, Skulpturen und Symbole, die man hier entdecken kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Stundenkontext: Darstellung des curricularen Rahmens und der spezifischen Ausgangslage der Schulklasse sowie die Einbettung des Themas in die Unterrichtssequenz.
2) Themenkonstitution: Theoretische Herleitung der didaktischen Schwerpunkte, inklusive der Bedeutung des sakralen Raums und der Zielsetzungen für den Unterrichtsgang.
3) Artikulation: Detaillierte Planung der einzelnen Lernschritte, Methoden und eingesetzten Medien, unterlegt mit einem konkreten Artikulationsschema.
4) Reflexion: Kritische Würdigung des Lernortwechsels und dessen Auswirkungen auf das religiöse Lernen und die Motivation der Schüler.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Kirchenraumerkundung, sakraler Raum, außerschulischer Lernort, ganzheitliches Lernen, Elementarisierung, liturgische Gegenstände, Kirchenpädagogik, Schüleraktivierung, Unterrichtsgang, Glaubenserfahrung, Symbolverständnis, Religionsdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Planung und Durchführung eines Unterrichtsgangs zur Erkundung einer Pfarrkirche im Rahmen des Religionsunterrichts einer 5. Realschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Erschließung des Kirchenraums als Lernort, die Wahrnehmung sakraler Architektur, der Umgang mit liturgischen Gegenständen und die Anknüpfung an die Vorerfahrungen der Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Schülern durch eine direkte, sinnliche Begegnung mit der Kirche einen tieferen Einblick in lebendige Formen des christlichen Glaubens zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein erfahrungsorientierter und handlungsorientierter Ansatz gewählt, der die Schüler durch offene Unterrichtsformen (wie Stationenlernen und Partnerarbeit) zur aktiven Auseinandersetzung animiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Themenkonstitution, den konkreten Ablauf der Unterrichtssequenz, die Wahl der Medien sowie die Planung der einzelnen Lernschritte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Religionsunterricht, Kirchenraumerkundung, sakraler Raum, ganzheitliches Lernen und handlungsorientierter Unterricht.
Wie unterscheidet sich diese Planung von herkömmlichem Unterricht?
Durch den gezielten "Lernortwechsel" verlässt der Unterricht das Klassenzimmer, was den Schülern ermöglicht, Religion nicht nur kognitiv, sondern durch Bewegung, Stille und haptische Erfahrungen leibhaftig zu erleben.
Welche Rolle spielt die Osterkerze im Ausklang?
Die Osterkerze dient als zentrales Symbol für die Gemeinschaft; das Entzünden eines Teelichts durch jedes Kind fördert ein bewusstes Gemeinschaftsgefühl am Ende des Besuchs.
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- Johanna Mrowetz (Author), 2009, Der Kirchenraum als außerschulischer Lernort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138072