Möglichkeiten der Nutzung von Social Media für unternehmerisches Innovationsmanagement


Bachelorarbeit, 2009
51 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Bedeutung von Innovationen für Unternehmen
1.2 Problemstellung und Zielsetzung

2. Grundlegende Begriffe
2.1 Social Media
2.2 Social Media Monitoring
2.3 Innovation und Open Innovation
2.4 Innovationsmanagement

3. Der Traditionelle Innovationsprozess im Vergleich zum Open Innovation Prozess
3.1 Von der traditionellen Innovation zur Open Innovation
3.2 Vorteile der Open Innovation für Unternehmen und Kunden

4. Anstöße für Innovationen aus ideengenerierenden Communities
4.1 Unabhängige Ideenportale
4.2 Firmeneigene Ideenportale bzw. Crowdsourcingmodelle
4.3 Open Innovation Portale

5. Nutzung bestehender Internetcommunities zur Ideengenerierung
5.1 Ideengenerierung mittels YouTube
5.2 Innovationen aus Internetforen
5.3 Innovationen aus Shoppingportalen
5.4 Innovationen durch Twitter
5.5 Innovationen aus firmeneigenen und unabhängigen Blogs

6. Ideengenerierung durch interne Social Media
6.1 Unternehmensinterne Wissensplattformen
6.2 Modelle von externen Communities für interne Mitarbeiter

7. Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick

Anhang

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Tchibo Ideas: Realisierte Lösungen

Abb. 2 Ausschnitt aus Geizhals Produktbewertungen

Abb. 3 Twitter Suchergebnisse für „hate nokia“ am 20.07.2009

Abb. 4 Screenshot von ThoughtBlend

Abb. 5 Screenshot von Dell IdeaStorm

Abb. 6 Screenshot aus offenen Ideen-Lounges

Abb. 7 Suchergebnisse im Mazda Forum

1. Einleitung

1.1 Bedeutung von Innovationen für Unternehmen

Wenn ein Unternehmen keine Innovationen für seine Produkte und Dienstleistungen vorweist und durchsetzt, hat es langfristig gesehen keinen Erfolg. Dabei sind vor allem die Firmen erfolgreich, welche bahnbrechende, ungewöhnliche und neue Innovationen auf den Markt bringen. Bestehende Produkte zu verbessern, reicht allein nicht aus.

Diese Ansicht vertreten laut Horváth & Partners 87 % der Führungskräfte in Unternehmen. Dabei sei sogar nur die Hälfte der Unternehmen bereit, neue Innovationen zu fördern. Die kreativen Entwickler finden sich bisher meist nur in den Forschungsabteilungen. Es ist aber nötig, die Kreativität aller Mitarbeiter zu fördern und zu nutzen. Dieses Potenzial ist bereits vorhanden und für das gesamte Personal erlernbar, wird aber momentan zu oft verschwendet.[1]

Zusätzlich zu den Möglichkeiten, Innovationen innerhalb eines Unternehmens zu erzeugen, bietet das Internet viele Wege, Neuerungen für einen Konzern zu gewinnen.

Dabei ist es nicht einmal zwingend notwendig, viel Aufwand mit der Gründung von Plattformen zu betreiben, sondern es bieten sich bestehende Infrastrukturen an, um das Innovationspotenzial der Internetuser zu nutzen.

Rund 734 Millionen von den 1,1 Milliarden Internetnutzern weltweit nutzen soziale Netzwerke. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen und Gefühle aus, äußern ihre Ideen und Wünsche und beraten einander. Dabei werden soziale Inhalte im Internet generiert, sogenannte Social Media.[2]

Wie aus solchen Inhalten für ein Unternehmen relevante Daten gefiltert werden können, um Innovation zu erzeugen, und wie mit ähnlichen Methoden die eigenen Mitarbeiter zu kreativen Lösungsvorschlägen motiviert werden können, soll diese Arbeit zeigen.

1.2 Problemstellung und Zielsetzung

Die Menge an Informationen im Internet ist unermesslich. Es gibt keine Methode und kein System, welche das world wide web durchsuchen bzw. überwachen kann. Der Untersuchungsraum muss erst sinnvoll eingegrenzt werden, um Informationen daraus zu gewinnen.

Solche Untersuchungsgebiete sollen in dieser Arbeit gezeigt werden. Dabei bieten sich verschiedene Plattformen und Netzwerke im Internet an, die relevante Social Media beinhalten. Das Ziel ist, unwichtige Informationen von wichtigen zu trennen. Alle wichtigen Informationen können anschließend analysiert und bewertet werden.

Die hier betrachtete Art von Informationen umfasst alle Ideen und Lösungsvorschläge, die von unabhängigen Nutzern im Internet geäußert werden, und einem Unternehmen zu Innovationen und zur Produktweiterentwicklung verhelfen. Dabei soll im Folgenden nach der Definition von notwendigen Grundbegriffen, der Innovationsprozess selbst beleuchtet und der Weg bzw. die Notwendigkeit der Öffnung dieses Prozesses für externe Quellen dargestellt werden.

Anschließend sollen verschiedene Wege gezeigt werden, solche Quellen für ein Unternehmen effektiv zu nutzen. Dazu werden verschiedene Plattformen bezüglich ihres Innovationspotenzials analysiert. Daraus ergeben sich ein Nutzen für die Konzerne und gleichzeitig ein Anreiz für die Internetnutzer, welche aber oftmals sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Zusätzlich werden Vor- und Nachteile abgewogen und, sofern möglich, Verbesserungsvorschläge aufgezeigt, die das Potenzial erhöhen können. Außerdem sollen grobe Kosten- und Aufwandsschätzungen für jedes Modell abgegeben werden.

Diese Arbeit dient dazu, einen Überblick darüber zu geben, wie Unternehmen Social Media für ihr Innovationsmanagement nutzen können. Dabei eignen sich selbstverständlich für jede Firma unterschiedliche Modelle.

Die vorgestellten Modelle sind anhand von Beispielplattformen im Internet erklärt, wobei diese Beispiele häufig von vielen ähnlichen Angeboten unterstützt werden und eine vollständige Darstellung dieser nicht zweckmäßig wäre.

Zusätzlich zur Innovationsgewinnung mittels externer Quellen wird gesondert auf die Ideengenerierung durch interne Mitarbeiter eingegangen, da auch hier ein großes Potenzial besteht.

Abschließend sollen die vorgestellten Möglichkeiten zusammengefasst und bewertet werden. Dazu werden die Erkenntnisse aus allen Modellen dargestellt und ein Ausblick für zukünftige Projekte gegeben.

2. Grundlegende Begriffe

2.1 Social Media

Als Social Media werden in dieser Arbeit alle Äußerungen von Privatpersonen verstanden, die im Internet veröffentlicht werden. Diese von Nutzern generierten Inhalte umfassen Ideen, Meinungsäußerungen, Kritik, Lob, Ansichten und Einstellungen.

Möglich sind diese Veröffentlichungen beispielsweise durch Blogs, Online Communities, Videoportale, Ideenportale und Bewertungsportale. Social Media dient demnach auch als ein Oberbegriff für alle Netzwerke und Plattformen im Internet, die der Kommunikation zwischen Internetnutzern dienen.

Die Besonderheit bei allen sozialen Medien liegt dabei in der Interaktion. Im Gegensatz zu traditionellen Medien, wie Zeitung oder Fernsehen, ist es dem Konsumenten möglich, mit dem Sender der Inhalte in Kontakt zu treten. Der Zuschauer wird damit aktiv und kann Einfluss auf die Inhalte nehmen bzw. seinen Standpunkt gegenüber diesen darstellen. Während dieser Dialog zwischen Sender und Rezipient bzw. unter verschiedenen Nutzern stattfindet, werden also soziale Medien generiert.[3]

Aus diesen überall verfügbaren, frei zugänglichen Inhalten können Unternehmen Nutzen ziehen.[4] Im Fokus dieser Arbeit steht dabei die Unterstützung des Innovationsmanagements durch die eben genannten sozialen Medien.

2.2 Social Media Monitoring

Als Social Media Monitoring wird eine besondere Form des Webmonitorings verstanden. Webmonitoring umfasst die ständige Überwachung des Internets zu einem bestimmten Thema. Beispielsweise untersuchen Unternehmen das Internet auf imageschädigenden Markenmissbrauch, Produktpiraterie oder ähnliche Gefahrenpotenziale.[5]

Social Media Monitoring ist auf Social Media ausgerichtetes Webmonitoring. Es werden beispielsweise Blogs und Foreneinträge oder Bewertungen zu bestimmten Produkten oder Unternehmen überwacht bzw. gesucht, analysiert und gegebenenfalls verwertet.

Wie diese Methodik für Innovationsansätze genutzt werden kann, wird im späteren Verlauf der Arbeit an Beispielen beschrieben.

2.3 Innovation und Open Innovation

Der Begriff Innovation ist sehr weitläufig und vielseitig, weshalb eine Definition, die alle Gesichtspunkte des Begriffs betrachtet, sehr umfangreich ist.

Laut Duden ist eine Innovation eine Erneuerung eines bestehenden bzw. eine Neuerung ohne einen Vorgänger.[6] Prinzipiell entspricht dies dem Wort Neuheit. Dabei ist aber unbedingt auf bestimmte Rahmenbedingungen zu achten, wie dem Bezugspunkt oder dem Innovationsgrad.

Es muss demnach jeweils unterschiedlich betrachtet werden, für wen etwas neu ist und wie neu das Produkt oder das Verfahren ist, um eine Innovation zuverlässig zu klassifizieren.[7]

Diese Arbeit wird sich hauptsächlich mit Produktinnovationen, also „Erneuerungen im Leistungsprogramm einer Unternehmung“[8] beschäftigen, wobei sowohl Verbesserungen von bestehenden Produkten sowie komplette Neuentwicklungen betrachtet werden sollen.

Im Folgenden wird zwischen zwei Arten der Innovationen unterschieden. Zum einen existiert in Unternehmensstrategien die interne Innovation, bei der ein Unternehmen die Neu- oder Weiterentwicklung seiner Produkte und deren Vermarktung vollständig selbstständig durchführt. Die Ausarbeitung von Ideen und die Entwicklung übernimmt dabei eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung unter weitgehendem Ausschluss externer Quellen.[9]

Zum anderen entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten die Methodik der Open Innovation. Dabei wird der vorher interne Innovationsprozess für Außen-stehende zugänglich gemacht und somit der Kunde in die Ideengenerierung und Produktentwicklung einbezogen.[10] Dadurch kann die unternehmenseigene Forschungsabteilung entlastet und ein höheres Maß an Innovationen durch die Beteiligung von Außenstehenden erreicht werden.

Die Einbeziehung von Kunden in den Innovationsprozess mittels Social Media und die Entlastung des Innovationsmanagements wird in dieser Arbeit als Kernpunkt behandelt.

2.4 Innovationsmanagement

Innovationsmanagement beinhaltet das Auffinden neuer Ideen und Innovationen und deren systematische Umsetzung im Umfeld eines Unternehmens mittels gezielter Maßnahmen. Dieser Einsatz von Neuerungen kann sich auf Fertigungsverfahren, Geschäftsprozesse, Organisationsformen oder neue Produkte und Dienstleistungen beziehen. Das Verfahren ist aufgrund seiner Komplexität und Bedeutung eine Führungsaufgabe und umfasst verschiedene Planungs- und Kontrollfunktionen.[11]

Mit dieser Managementaufgabe sollen kreative Ideen in erfolgreiche Konzepte umgesetzt werden. Dabei betreut das Innovationsmanagement den Innovationsprozess von der Generierung der Idee bis hin zur Einführung des neuen Produkts oder Verfahrens. Dafür gibt es verschiedene Ablaufmodelle, die für jede Innovation angepasst werden müssen und Feedback erfordern. Dieses Feedback umfasst zum Beispiel Rücksprachen und Erfahrungen aus vorhergegangenen Projekten. Nach erfolgreicher Entwicklung und Einführung der Innovation, kann anschließend der Markterfolg anhand von Absatzzahlen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen gemessen werden.[12]

Diese Arbeit wird sich vorwiegend mit dem Anstoß des Innovationsmanagements, also der Generierung von Ideen und Innovationen, befassen. Dabei sollen Möglichkeiten vorgestellt werden, die das Innovationsmanagement vereinfachen, entlasten und verkürzen. Besonders die Startphase des Innovationsprozesses soll mithilfe von Social Media beschleunigt werden.

3. Der Traditionelle Innovationsprozess im Vergleich zum Open Innovation Prozess

3.1 Von der traditionellen Innovation zur Open Innovation

Wie in der Definition der Innovation bereits erwähnt, war es bis zum Ende des 20. Jahrhunderts üblich, Entwicklungsprozesse in Unternehmen intern unter weitgehendem Ausschluss externer Quellen durchzuführen.

Der Erfolg eines Unternehmens und seiner Produkte war demnach maßgeblich von der Qualität der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung und deren Budget abhängig, was dieser Abteilung einen hohen strategischen Wert zuordnete.

Notwendig war diese Methode zu damaliger Zeit, da das Wissen nicht wie heutzutage weit gefächert und vorwiegend kostenfrei durch das Internet verfügbar war. Unternehmen waren demnach auf sich allein gestellt und konnten ihr Überleben nur sichern, wenn sie Vorreiter waren und nicht auf Konkurrenzprodukte warteten. Dies konnte nur mit unternehmensinterner Forschung ermöglicht werden.

Dabei ergab sich der Vorteil, dass die Forschung überwiegend ohne Schnittstellen nach außen durchgeführt wurde, und dadurch sicher vor Spionage durch Konkurrenten war. Das eingespielte Forschungsteam konnte so zuverlässig neue Innovationen einführen und mit neuen Produkten Gewinne erwirtschaften, die für weitere Forschungsprojekte eingesetzt werden konnten.[13]

Im Fokus standen somit immer der Wissensvorteil gegenüber der Konkurrenz und die Vormachtstellung.

Die Vorteile dieses Innovationsmodells verloren jedoch ab Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Lang geschultes und erfolgreiches Fachpersonal wurde von Konkurrenzunternehmen mit besseren Angeboten abgeworben, wodurch die Schulungsmaßnahmen des Personals und das interne Wissen einem anderen Unternehmen zugute kamen. Die Anzahl von potenziellen Konkurrenten stieg in dieser Zeit rapide an. Begünstigt wurde dies durch großzügige Kreditgeber, wodurch die Möglichkeit bestand, gutes Forschungspersonal mit hohen Geldsummen abzuwerben und eigene Produkte auf den Markt zu bringen.[14]

Durch die steigenden Durchschnittsgehälter für Forschungspersonal und die fortlaufend verkürzten Produktlebenszyklen stiegen auch die Aufwände für die Produktforschung. Wissen wurde durch Veröffentlichungen von universitären Studien und durch die Verbreitung des Internets immer leichter zugänglich.

Der Kundenkreis für Unternehmen wuchs so sehr an, dass deren Wünsche in die Forschung mit einbezogen werden mussten. Mit internen Innovationsprozessen war dies jedoch nicht möglich.

Es war also zwingend nötig, die Entwicklungsprozesse zu öffnen und externe Quellen mit einzubeziehen.

3.2 Vorteile der Open Innovation für Unternehmen und Kunden

Die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen für außenstehende Quellen bietet für beide Seiten Vorteile.

Wenn Nutzer eine Problemstellung haben, die mit bestehenden Produkten nicht lösbar ist, entwickeln sie häufig selbstständig eine Idee zur Lösung des Problems. Diese Lösung kann mit Social Media an ein Unternehmen weitergeleitet werden und eine Produktentwicklung initiieren. Nach erfolgreicher Entwicklung durch das Unternehmen kann der Nutzer das neue Produkt zur Lösung seiner Problemstellung benutzen. Das Unternehmen hingegen hat die Möglichkeit, durch das neu entwickelte Produkt Marktanteile und eine Vormachtstellung zu etablieren.

Es können also neue personalisierte Produkte entstehen, die genau die Wünsche der Kunden erfüllen.[15]

Der Nutzer fühlt sich durch eine solche Entwicklung gut verstanden und entwickelt Stolz, dass seine Idee verwirklicht wurde und anderen Menschen hilft. Die Kommunikation mit anderen Nutzern über die Produkte bringt zusätzlich neue Ideen hervor, die vom Unternehmen verwirklicht werden können. Dabei verbessert sich die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden sowie zwischen den Kunden untereinander.

Die Kreativität der Verbraucher wird durch Open Innovation gefördert, da die Mitarbeit an der Produktentwicklung zur Selbstverwirklichung beiträgt und intellektuell anspruchsvoll ist. Durch diese positiven Effekte für den Kunden verstärkt sich die Bindung zum Unternehmen selbst und Vertrauen und Absatzhäufigkeit werden erhöht.

Aufgrund der Möglichkeit, durch das Internet verschiedene Personengruppen anzusprechen, vergrößert sich mit Open Innovation die Gruppe der „potenziellen“ Entwickler und bietet vielseitigere Ideen, die eine homogene interne Entwicklungsabteilung nicht generieren kann. Dabei ist zusätzlich von Bedeutung, dass die Innovationen aus Social Media zeitgemäß und neu sind. Es wird nur über aktuelle Themen gesprochen und demnach werden auch nur derzeitige Bedürfnisse und Wünsche geäußert.

Um Produktinnovationen aus Social Media zu generieren, werden im Folgenden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die sich in ihrem jeweiligen Monitoring-aufwand unterscheiden. Trotzdem ist von einem Einsparpotenzial bezüglich Zeit und Kosten auszugehen, da kein professionelles Entwicklerteam zur Ideengenerierung engagiert werden muss, sondern die Ideen meist kostenfrei vom Internetuser selbst kommen. Das Innovationsmanagement kann demnach entlastet und beschleunigt werden. Weitere Einsparmöglichkeiten sind dabei auch im Marketingbereich gegeben, da die Kunden, die sich mit Produktlösungen beschäftigen, untereinander kommunizieren und so einen viralen Werbeeffekt für das Unternehmen und die neuen Produkte erzeugen.

4. Anstöße für Innovationen aus ideengenerierenden Communities

4.1 Unabhängige Ideenportale

Heutzutage gibt es im Internet unzählbar viele Community Seiten auf denen sich User fortwährend austauschen. Bei diesem Austausch werden Wissen und Ideen anderer miteinander verknüpft, bewertet und fortgeführt.

Diese Technik ähnelt der Ideengenerierung mittels Brainstorming. Abseits der gewöhnlichen Communities zu einem bestimmten Thema, wie beispielsweise Foren über bestimmte Fahrzeuge oder Elektrogeräte, gibt es Webseiten, die sich ausschließlich mit der Generierung von Ideen beschäftigen.

Solch ein Internetauftritt soll nun am Beispiel vorgestellt und analysiert werden.

Die zu betrachtende Community dieser Art befindet sich auf der Seite www.thoughtblend.com und prangert bereits auf der Startseite mit dem Logoslogan „good idea community“ und der Überschrift „Post, Rate and Discuss All Of Your Good Ideas“. Es soll also das Brainstormingprinzip des Äußerns von Ideen und deren Bewertung und Diskussion angewandt werden.

In Anbetracht der derzeitigen Nutzerzahl von 82 und der Ideenzahl von 68, lässt sich der Schluss ziehen, dass die Homepage noch nicht lange existiert.[16]

Um sich am Prinzip von ThoughtBlend zu partizipieren, ist eine Anmeldung im Portal nötig. Diese benötigt lediglich einen Benutzernamen, ein Passwort und eine gültige E-Mail Adresse zum Empfangen der Aktivierungsmail und ist demnach in kürzester Zeit vollzogen.

Der angemeldete Nutzer kann in allen Kategorien Ideen posten, bewerten und diskutieren. Eine solche Bewertung von Ideen wird mit der Vergabe von ein bis fünf Punkten durchgeführt. Die verschiedenen Kategorien sind beispielsweise Kunst, Fahrzeuge und Transport, Gesundheit, Wissenschaft, Erziehung, Geld, Erfindungen und Philosophie. Darüber hinaus ist es jedoch möglich, weitere Kategorien vorzuschlagen.

Zurzeit sind die populärsten Ideen auf der Seite, der Vorschlag eine eigene Domain für Erotikwebseiten einzurichten, und der Vorschlag Autoradios mit USB-Anschlüssen zu vertreiben.[17]

Leider lässt sich aus diesem Angebot schließen, dass das Potenzial an Ideen auf dieser Seite noch nicht wirtschaftlich lukrativ für ein Unternehmen ist. Das Grundprinzip dieses Internetauftritts bringt jedoch große Chancen für Ideen mit sich. Sobald die Nutzerzahlen und die Popularität von ThoughtBlend steigen, sind vielversprechende Innovationen möglich.

Eine Kooperation mit interessierten Unternehmen wäre denkbar, da diese aus dem Ideenpool schöpfen können, indem sie eine eigene Kategorie für deren Produkte aufbauen.

Dadurch gäbe es für Firmen die Möglichkeit, schnell und kostenfrei Zugriff auf kreative Ideen zu bestimmten Themen zu bekommen.

Vorteilhaft wäre weiterhin eine Übersetzung der Seite in andere Sprachen bzw. das Einrichten von länderspezifischen Domains, um zum Beispiel die Vielfalt verschiedener Kulturen und Denkweisen in Ideen widerzuspiegeln.

Leider ist die hier betrachtete Seite aufgrund der oben genannten Kriterien noch nicht dazu fähig, in großem Maße einem Unternehmen zu nutzen, wobei aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich dies in naher Zukunft ändert.

[...]


[1] Vgl. Pressetext Nachrichtenagentur: Unternehmen verschwenden Innovationspotenzial, Wien/ Zürich, https://www.klamm.de/partner/...

[2] Vgl. Schmidt, Holger: 734 Millionen Menschen nutzen Soziale Netzwerke: http://faz-community .faz.net/blogs/netzkonom/...

[3] Vgl. Berg, Christian: Definition: Social Media: http://blog.lprs.de/?p=27

[4] Vgl. Common Craft: Social Media in Plain English, http://www.commoncraft.com/store-item/socialmedia

[5] Vgl. Plieninger, Markus, Schapke, Falk: Webmonitoring und Websitemonitoring, S. 6

[6] Vgl. Duden: Die deutsche Rechtschreibung, Ausgabe 21, Mannheim, 1996, S. 372

[7] Vgl. Winkler, Thomas: Entwicklung eines Instrumentariums zur Erfolgsanalyse von Innovationsprojekten, S. 7 f.

[8] Winkler, Thomas: Entwicklung eines Instrumentariums zur Erfolgsanalyse von Innovationsprojekten, S. 7 f.

[9] Vgl. Kammerer, Matthias: Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des Innovationsprozesses, S. 4

[10] Vgl. Kammerer, Matthias: Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des Innovationsprozesses, S. 10

[11] Vgl. Women Exist, Glossar von A bis Z: http://www.dripartner.de/conpresso/abisz/glossar.htm

[12] Vgl. Tintelnot, Claus, Meisser, Dirk, Steinmeier, Ina: Innovationsmanagement, S. 4 f.

[13] Vgl. Kammerer, Matthias: Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des Innovationsprozesses, S. 4 ff.

[14] Vgl. Kammerer, Matthias: Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des Innovationsprozesses, S. 8 ff.

[15] Vgl. Kammerer, Matthias: Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des Innovationsprozesses, S. 64 ff.

[16] Vgl. Anhang, Abb. 4 Screenshot von ThoughtBlend: www.thoughtblend.com/index.asp

[17] Vgl. ThoughtBlend Most Rated Ideas http://thoughtblend.com/ideas.asp?cid=&sf=bi&sq=

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der Nutzung von Social Media für unternehmerisches Innovationsmanagement
Hochschule
Hochschule Schmalkalden, ehem. Fachhochschule Schmalkalden
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
51
Katalognummer
V138101
ISBN (eBook)
9783640804962
ISBN (Buch)
9783640805266
Dateigröße
2904 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
möglichkeiten, nutzung, social, media, innovationsmanagement, Thema Social Media
Arbeit zitieren
Thomas Pätzold (Autor), 2009, Möglichkeiten der Nutzung von Social Media für unternehmerisches Innovationsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138101

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