Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Adäquater Umgang mit Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund im unterrichtlichen Turnen“. Dabei wird der Heterogenitätsaspekt Migration mit besonderem Fokus auf Fluchterfahrung genau darlegt und in der praktischen Anwendung auf den Unterrichtsinhalt Turnen angewendet. Daraus ergibt sich die Fragestellung, worin sich der Heterogenitätsaspekt Migration im Sportunterricht zeigt und wie man ihm im Turnen sinnvoll begegnen kann. Ich werde versuchen, einige Differenzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, mit denen an den Voraussetzungen der Kinder angeknüpft werden kann. Das daraus resultierende Kompetenz- und Autonomieerleben entwickelt bei den Kindern Freude an turnerischen Bewegungen und Sport allgemein und steigert die Motivation sich im Unterricht aktiv zu beteiligen. Für die beispielhafte Auseinandersetzung habe ich das Bewegungsfeld „Bewegen an Geräten“ gewählt. Nach der theoretischen Auseinandersetzung mit migrationsbedingten Differenzen im Sportunterricht und Turnen, folgt ein praktisches Beispiel für eine dritte Klasse mit Unterrichtsskizze und der didaktisch-methodischen Ausführung des Hauptteils.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Auseinandersetzung mit migrationsbedingten Differenzen im Sportunterricht und im Turnen
2.1 Begriffsklärung Migrationshintergrund und Wahrnehmung von Grundschullehrkräften
2.2 Sozialisation in den Sport: Darstellung sportlicher Vorerfahrungen und Fähigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund
2.3 Chancen und Grenzen für interkulturelles Lernen im Sportunterricht
3 Praxisanwendung: Planung einer Unterrichtsstunde und Ausarbeitung einer Sequenz
3.1 Voraussetzungen der Lerngruppe
3.2 Bezug zum Bildungsplan
3.3 Unterrichtsskizze
3.4 Methodische Überlegungen und didaktische Begründung des Hauptteils
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Lehrer im Sportunterricht, insbesondere beim Turnen, adäquat auf Kinder mit Migrations- und Fluchthintergrund eingehen können, um deren Integration zu fördern und Bewegungsfreude zu wecken. Das Ziel ist es, durch eine differenzierte Unterrichtsplanung heterogene Voraussetzungen zu berücksichtigen und Kompetenzerleben zu ermöglichen.
- Heterogenitätsaspekt Migration im schulischen Sportunterricht
- Sportliche Sozialisation und Voraussetzungen geflüchteter Kinder
- Differenzierungsmöglichkeiten im Bewegungsfeld „Bewegen an Geräten“
- Förderung interkulturellen Lernens durch Sport
- Praktische Umsetzung einer Unterrichtssequenz zur Rolle vorwärts
Auszug aus dem Buch
3.1 Voraussetzungen der Lerngruppe
Bei den 21 Schüler*innen der Klasse 3 handelt es sich um eine tendenziell bewegungsinteressierte Gruppe. Sie sind aufmerksam und motiviert neue Bewegungen auszuprobieren. Keines der Kinder turnt in seiner Freizeit im Verein und steigt mit großen Erfahrungs-/Leistungsvorsprung in die Einheit ein. Die Gruppe besteht aus dreizehn Mädchen und acht Jungen, welche sich im Alter zwischen 9 und 10 Jahren befinden.
Die Klassenzusammensetzung ist bezüglich des ethnisch-kulturellen Hintergrunds recht heterogen. Drei Jungen und zwei Mädchen haben einen Migrationshintergrund mit türkischen Wurzeln. Mit ihnen bestehen keine sprachliche Barrieren, aber sie weisen Besonderheiten auf, die es bei Überlegungen zur Differenzierung zu beachten gilt. So sind die beiden Mädchen sportartenübergreifend leistungsschwächer als ihre Klassenkameradinnen und zeigen eine unterdurchschnittliche Beteiligung. Sie bekunden zwar wenig Interesse, aber verhalten sich gegenüber ihren Mitschüler*innen fair und sind teamfähig. Die drei Jungen sind bei den Ballsportarten sehr engagiert und zeigen großen Ehrgeiz. Ihr großes Geltungsbedürfnis übertönt allerdings manchmal das faire Verhalten im Team. In anderen Sportarten sind ihre Leistungen auch eher unterdurchschnittlich und zeigen ihre geringe Bewegungserfahrung in diesen Bereichen. An diese Kindern gilt es bei Differenzierungsmaßnahmen zu denken und ihnen viele Übungen anzubieten, die an ihre Fähigkeiten anschließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Integration von Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund im Sportunterricht und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretische Auseinandersetzung mit migrationsbedingten Differenzen im Sportunterricht und im Turnen: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze, klärt Begrifflichkeiten und beschreibt die sportliche Sozialisation sowie die Chancen und Herausforderungen für interkulturelles Lernen im Sportunterricht.
3 Praxisanwendung: Planung einer Unterrichtsstunde und Ausarbeitung einer Sequenz: Dieser Teil widmet sich der praktischen Umsetzung, indem er die Lerngruppe analysiert, einen Bezug zum Bildungsplan herstellt, eine detaillierte Unterrichtsskizze präsentiert und die Methodik sowie Didaktik des Hauptteils begründet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Rolle der Lehrkräfte im Umgang mit Diversität und betont die Bedeutung nachhaltiger Bewegungsförderung für alle Kinder.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Migration, Fluchthintergrund, Grundschule, Turnen, Unterrichtsplanung, Heterogenität, Sozialisation, Inklusion, Differenzierung, Bewegungslandschaft, Sportpädagogik, Interkulturelles Lernen, Rolle vorwärts, Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem adäquaten Umgang mit Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund im unterrichtlichen Turnen sowie der gezielten pädagogischen Gestaltung eines entsprechenden Sportunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind der theoretische Heterogenitätsaspekt von Migration, die sportliche Sozialisation von Kindern sowie die praktische Unterrichtsgestaltung, insbesondere im Bereich „Bewegen an Geräten“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich migrationsbedingte Differenzen im Sportunterricht zeigen und welche Differenzierungsmöglichkeiten Lehrkräfte nutzen können, um im Turnunterricht sinnvoll auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder einzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit aktueller Fachliteratur und Berichten sowie der praxisorientierten Planung und didaktischen Begründung einer Sportunterrichtsstunde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Voraussetzungen einer konkreten dritten Klasse analysiert, ein Bezug zum Bildungsplan hergestellt, eine Unterrichtsskizze für das Thema „Rolle vorwärts“ erarbeitet und die methodisch-didaktische Vorgehensweise begründet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportunterricht, Migration, Fluchthintergrund, Inklusion, Differenzierung, Bewegungslandschaft und Integration.
Wie spielt die Sprache eine Rolle bei der vorgestellten Unterrichtsplanung?
Durch den Einsatz von Bildkarten (Präpositionskarten und Großgerätekarten) wird eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung angestrebt, um sprachliche Barrieren abzubauen und Fachausdrücke des Sports anschaulich zu vermitteln.
Warum wird im praktischen Teil geschlechtergetrennt gearbeitet?
Es wird begründet, dass eine geschlechtergetrennte Gruppenarbeitsphase besonders muslimischen Mädchen Sicherheit bieten kann, um ihnen unangenehme Situationen und Vermeidungsverhalten zu ersparen.
Welchen Stellenwert nimmt die „Rolle vorwärts“ in der Praxisanwendung ein?
Die Rolle vorwärts wird als ein grundlegendes Element der Rollbewegungen eingeführt, wobei der Fokus auf vielfältigen Zugangswegen durch Stationen liegt, um auch konditionelle und koordinative Defizite durch breite Bewegungserfahrungen auszugleichen.
- Quote paper
- Maren Guthier (Author), 2021, Adäquater Umgang mit Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund im unterrichtlichen Turnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381615