Diese Hausarbeit befasst sich thematisch mit den Ergebnissen der UNICEF Studie 2013, wobei festgestellte Risikofaktoren und Armutsverläufe von Kindern genauer beleuchtet werden. Auch die Folgen von Armutserlebnissen in der Kindheit und die langfristigen Einflüsse, wie beispielsweise auf das Selbstbild und das subjektive Wohlbefinden werden dargelegt. Durch die Problemstellung der negativen Folgen von Armut ergibt sich die Frage, welche gesellschaftlichen Auffangnetze es für Kinder gibt, die mit Armutserfahrungen konfrontiert sind.
Neben Präventionsmaßnahmen und Resilienzförderung wird besonderer Fokus auf die Handlungsmöglichkeiten von Lehrkräften gelegt, um die Situation der betroffenen Kinder zu verbessern und ihnen bestmögliche Entwicklungschancen zu bieten. Ziel muss sein, die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern zu verbessern und ihnen Bewältigungsstrategien an die Hand zu geben, um die negativen Folgen der Armutserfahrungen zu mildern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition von Armut
3 Kinderarmut in Deutschland: Ergebnisse der UNICEF Studie 2013 und weitere Erkenntnisse
3.1 Darstellung von Risikofaktoren
3.2 Gruppen von Armutsverläufen und Folgen
4 Maßnahmen der Armutsbekämpfung
4.1 Prävention
4.2 Resilienzförderung
4.3 Möglichkeiten im schulischen Kontext
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Kinderarmut in Deutschland auf Basis des UNICEF-Berichts 2013 und erarbeitet pädagogische sowie gesellschaftspolitische Ansätze zur Milderung dieser negativen Folgen, insbesondere durch Lehrkräfte.
- Analyse der Risikofaktoren und Armutsverläufe bei Kindern
- Folgen von Armut für das kindliche Selbstbild und Wohlbefinden
- Präventive Maßnahmen auf gesellschaftlicher und kommunaler Ebene
- Resilienzförderung als Bewältigungsstrategie
- Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.2 Resilienzförderung
Resilienzförderung beschäftigt sich im Gegensatz zur Prävention nicht mehr damit, das Eintreten der Armut selbst zu verhindern, sondern versucht den materiellen und immateriellen Folgewirkungen wie soziale Ausgrenzung oder fehlende Verwirklichungsmöglichkeiten entgegenzuwirken (Hammer & Lutz, 2015). Man versucht also durch verschiedene Unterstützungsangebote die Resilienzfähigkeit des betroffenen Kindes und seines sozialen Umfeldes zu mobilisieren ( Hammer & Lutz, 2015). Resilienz bedeutet so viel wie „psychische Widerstandsfähigkeit“ oder auch „Zähigkeit“ und „Durchhaltevermögen“. „Resilientes Verhalten zeigt eine möglichst flexible Reaktion auf extreme Belastungen, Lebenskrisen oder existenzbedrohende Risiken“ (Hammer & Lutz, 2015, S.154). Um dieses angeborene Potential zu entfalten, bedarf es vor allem Anerkennung und Zuwendung von Erwachsenen. Wenn ein Kind in seiner Familie solche sicheren Bindungen nicht aufbauen kann, bedarf es dringender Unterstützung von professionellen pädagogischen Akteuren, da die Familie als primäre Sozialisationsinstanz großen Einfluss auf die Entwicklung hat. Da Armut oft mit weiteren Belastungen wie Alleinerziehen, Arbeitslosigkeit oder Migration verbunden ist, sind die Kinder in mehrfacher Hinsicht Entwicklungsrisiken ausgesetzt (Hammer & Lutz, 2015).
Um eine individuelle Resilienzförderung anzubieten, wird in sechs Bereiche unterschieden. Gefördert werden sollen das Herstellen von sicheren Bindungen, das Anbieten von Bildungsmöglichkeiten, das Fördern von Freundschaften, der Ausbau von Fähigkeiten und Neigungen, das Stärken sozialer Kompetenzen und die Vermittlung positiver Werte (Hammer & Lutz, 2015). Damit nötige Unterstützungen eingeleitet werden, können schon von Beginn an Frühförderprogramme angeboten werden, die sich zum Beispiel in Familienhebammen, Familienbesucher*innen oder niedrigschwelligen Eltern- Schulungsprogrammen wiederspiegeln. Durch die frühe Einbindung können aufkommende Probleme schnell erkannt und geholfen werden. Auch kann es den Kindern schon in jungem Alter dabei helfen, sich eine optimistische Lebensperspektive aufzubauen.
Die sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) die Ende der 1960er eingeführt wurde, ist eine weitere Möglichkeit der Resilienzförderung, indem die Familien in ihrer unmittelbaren Lebenswelt zu Hause in einer kindeswohl entsprechenden Erziehung unterstützt werden und somit die Resilienzfähigkeiten der gesamten Familie und nicht nur des einzelnen Kindes ausbaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Kinderarmut trotz Wohlstand in Deutschland und skizziert das Ziel der Arbeit, Handlungswege für Lehrkräfte aufzuzeigen.
2 Definition von Armut: Dieses Kapitel erläutert die materielle Armutsdefinition über das Medianeinkommen sowie die damit verbundenen Einschränkungen gesellschaftlicher Teilhabe.
3 Kinderarmut in Deutschland: Ergebnisse der UNICEF Studie 2013 und weitere Erkenntnisse: Hier werden spezifische Risikofaktoren wie alleinerziehende Haushalte und Arbeitslosigkeit sowie verschiedene Verlaufsformen von Armut analysiert.
3.1 Darstellung von Risikofaktoren: Der Fokus liegt auf der negativen Korrelation zwischen sozialer Herkunft, familiärer Lebensform und Bildungserfolg.
3.2 Gruppen von Armutsverläufen und Folgen: Dieses Kapitel differenziert die Auswirkungen von Armut basierend auf der Dauer der Betroffenheit und deren Einfluss auf die kindliche Lebenszufriedenheit.
4 Maßnahmen der Armutsbekämpfung: Es werden strukturelle und individuelle Ansätze zur Gegensteuerung vorgestellt, um Armut zu bekämpfen oder deren Folgen abzufedern.
4.1 Prävention: Hier wird der Fokus auf die Vermeidung von Armutserfahrungen durch systemische Frühförderung und sozialpolitische Rahmenbedingungen gelegt.
4.2 Resilienzförderung: Das Kapitel beschreibt, wie durch gezielte Förderung psychische Widerstandsfähigkeit bei Kindern gestärkt werden kann, um negative Armutseffekte abzumildern.
4.3 Möglichkeiten im schulischen Kontext: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der Schule bei der Abfederung von Armut und schlägt konkrete Maßnahmen für den Klassenalltag vor.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der politischen Verantwortung zusammen und betont die Notwendigkeit einer strukturierten Präventionskette.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, UNICEF-Bericht, Bildungschancen, Resilienzförderung, Risikofaktoren, Armutsprävention, Sozialisation, Alleinerziehende, Bildungsungleichheit, materielle Unterversorgung, gesellschaftliche Teilhabe, Lebenszufriedenheit, Grundschule, pädagogische Ansätze, soziale Herkunft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Kinderarmut in einem reichen Industrieland wie Deutschland, basierend auf den Daten des UNICEF-Berichts 2013 sowie ergänzender Fachliteratur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Armut, den Ursachen und Risikofaktoren in der kindlichen Lebenswelt sowie den Möglichkeiten der Prävention und Resilienzförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nach einer theoretischen Darlegung der Problematik konkrete Handlungsvorschläge für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zu entwickeln, um betroffene Kinder besser zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit vorhandenen Studien und Fachliteratur zur Kindheitsforschung und pädagogischen Intervention.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse von Kinderarmut (Risikofaktoren, Armutsverläufe) und eine detaillierte Darstellung von Bekämpfungsmaßnahmen, unterteilt in Prävention, Resilienzförderung und schulspezifische Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Kinderarmut, Resilienzförderung, Bildungsselektion, Sozialisationsinstanz Schule und armutssensible Pädagogik.
Warum spielt das soziale Umfeld bei der Armutsentwicklung eine so große Rolle?
Das soziale Umfeld, insbesondere die familiäre Struktur wie Alleinerziehung, korreliert stark mit dem verfügbaren Zeitbudget und der finanziellen Ausstattung, was wiederum den Schulerfolg und die Teilhabechancen der Kinder determiniert.
Wie kann die Schule Armut abfedern, ohne das Kind zu stigmatisieren?
Indem Lehrkräfte sensibilisiert werden, Anzeichen (wie fehlende Pausenbrote) diskret wahrzunehmen und durch strukturierte, nicht-diskriminierende Angebote wie ein gemeinsames gesundes Frühstück oder eine materielle Grundausstattung den sozialen Druck in der Klasse senken.
- Arbeit zitieren
- Maren Guthier (Autor:in), 2021, Studien der modernen Kindheitsforschung zur Kinderarmut. Ergebnisse des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland und Möglichkeiten zum Umgang mit Kinderarmut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381628