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Die Wahl der CDU/CSU im Lichte der Cleavage-Theorie

Title: Die Wahl der CDU/CSU im Lichte der Cleavage-Theorie

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Katharina Klinge (Author)

Politics - Methods, Research
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Die Wahlforschung ist das wohl öffentlichkeitswirksamste Tätigkeitsfeld der Politikwissenschaft. Im Vorfeld von Wahlen, während der „heißen Phase“ des Wahlkampfes und schließlich am Wahlabend selbst ist die Meinung von Politikwissenschaftlern gefragter denn je. Sie sollen erklären, was ein Wahlergebnis zu bedeuten hat, welche grundsätzlichen Tendenzen zu erkennen sind und warum welche Partei wie abgeschnitten hat.

Den Antworten auf diese und viele weitere Fragen liegen Erkenntnisse aus empirischen Untersuchungen und politik- bzw. sozialwissenschaftliche Theorien zu Grunde. Diese versuchen beispielsweise anhand der Sozialisation, der Parteiidentifikation, der Persönlichkeit, der Werteorientierung oder dem Medieneinfluss Wahlverhalten zu erklären. Auch Gründe für Nichtwahl, Wechselwahl oder die Wahl extremistischer Parteien versuchen politikwissenschaftliche Untersuchungen zu deuten.

Vorliegende Arbeit wird sich einem der Ansätze zur Erklärung von Wahlverhalten im Besonderen widmen: der Cleavage-Theorie von Lipset und
Rokkan. Dieser Erklärungsansatz geht von Konfliktlinien aus, die verschiedene Gruppierungen voneinander abgrenzte. Aus diesen
entwickelten sich Parteien, zu denen die jeweiligen Gruppenmitglieder langfristige Bindungen aufbauten. Doch durch die vielseitigen gesellschaftlichen Umbrüche in den letzten Jahren wird die Erklärungskraft der Cleavage-Theorie mehr und mehr in Frage gestellt.

Diesem Problem widmet sich diese Arbeit. Nach einem Kapitel, welches sich vertiefend mit der Cleavage-Theorie beschäftigt, soll empirisch eine der
langjährigen Grundhypothesen der Politikwissenschaft, die auf der Cleavage-Theorie beruht, auf ihre heutige Aktualität überprüft werden: Haben Katholiken auch heute noch eine starke Affinität zur CDU/CSU? Oder ist auch diese einst feste Struktur im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgeweicht worden?

Zur Beantwortung dieser Frage sollen Umfragedaten der Universität Mainz von 2003 verwendet werden. Der Fokus der Regression wird auf den Antworten der Befragten bezüglich ihrer Sympathie gegenüber der katholischen Kirche sowie den Parteien CDU/CSU liegen. Die Ergebnisse sollen im Folgenden mit der Fragestellung dieser Arbeit konfrontiert und überprüft werden. Wird sich ein weiterhin signifikanter Zusammenhang zwischen der Affinität zur katholischen Kirche und der zu CDU/CSU aufzeigen, aus dem man Rückschlüsse auf die Parteiidentifikation und das potentielle Wahlverhalten schließen kann?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Cleavage-Theorie – ein Überblick

3. Katholiken und CDU/CSU – eine empirische Konstante?

4. Schlussbetrachtungen

5. Anhang: Dokumentation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die heutige Relevanz der Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan, indem sie empirisch prüft, ob weiterhin ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Affinität zur katholischen Kirche und der Sympathie für die christlich-konservativen Parteien CDU und CSU besteht.

  • Grundlagen der Cleavage-Theorie und Konfliktlinien
  • Die Bedeutung von Konfession für das Wahlverhalten
  • Empirische Analyse mittels Regressionsrechnung (Datensatz 2003)
  • Interpretation der statistischen Signifikanz und des Erklärungsgehalts
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit auf heutiges Wahlverhalten

Auszug aus dem Buch

2. Die Cleavage-Theorie – ein Überblick

Die Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan, zwei der bedeutendsten Politikwissenschaftler des letzten Jahrhunderts (Schmitt-Beck 2007: 251), gilt in den Sozialwissenschaften als eine der wichtigsten Theorien zur Erklärung von Wahlverhalten und nationalen Parteiensystemen. Seit ihrer Entwicklung in den Sechziger Jahren erfreut sie sich in der akademischen Lehre größter Beliebtheit.

„Party Systems and Voter Alignments“ sucht nach Prinzipien und Wirkungszusammenhängen, welche „die empirische Vielfalt der Parteiensysteme im zeitgenössischen Westeuropa“ (Schmitt-Beck 2007: 252) erklären können. Das Konzept der Cleavages, zu Deutsch Konfliktlinien, ist das zentrales Moment der Antwort der beiden Wissenschaftler auf diese Frage. Diese Cleavages bezeichnen „einen dauerhaften Konflikt, der in der Sozialstruktur verankert ist und im Parteiensystem seinen Ausdruck gefunden hat“ (Pappi 1977, zitiert in: Schmitt-Beck 2007: 252).

Die Autoren gehen von vier Konfliktlinien aus, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der nationalen und industriellen Revolution herausgebildet haben: „Kapital versus Arbeit“, „Kirche versus Staat“, „Stadt versus Land“ und „Zentrum versus Peripherie“ (Lipset/Rokkan 1967: 14 f). Diese Konfliktlinien ließen Gruppen entstehen, die sich hinsichtlich ihrer Werte und Interessen voneinander abgrenzten.

Aus diesen Gruppierungen heraus entwickelten sich im Laufe der Zeit spezifische Allianzen und im Zuge des Demokratisierungsprozesses schließlich politische Parteien, zu denen die jeweiligen Gruppenmitglieder Bindungen langfristiger Natur aufbauten (vgl. dazu auch das Konzept der Parteiidentifikation, u. a. bei Falter/Schoen 2005: 206 ff.). Parteiensysteme verstehen Lipset und Rokkan daher als „manifester Ausdruck latenter Interessensgegensätze zwischen sozialen Gruppen“ (Schmitt-Beck 2007: 252), bei der bestimmte Parteien die Interessen bestimmter Gruppen oder Konglomeraten von Gruppen repräsentieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Wahlforschung dar, führt in die Cleavage-Theorie als theoretischen Rahmen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der heutigen Bindung zwischen Katholiken und der Union.

2. Die Cleavage-Theorie – ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Lipset und Rokkan, insbesondere das Konzept der Konfliktlinien und die „Freezing-These“ zur Stabilität von Parteiensystemen.

3. Katholiken und CDU/CSU – eine empirische Konstante?: Der empirische Hauptteil beschreibt die Methodik der Regressionsanalyse anhand von Umfragedaten aus dem Jahr 2003 und präsentiert die statistischen Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Kirchenaffinität und Unionssympathie.

4. Schlussbetrachtungen: Die Autoren resümieren, dass ein empirischer Zusammenhang zwar weiterhin besteht, weisen aber kritisch auf die Grenzen der Übertragbarkeit von Sympathiewerten auf das tatsächliche Wahlverhalten hin.

5. Anhang: Dokumentation: Dieser Abschnitt enthält die Verweise auf den verwendeten Fragebogen sowie die statistischen Outputs der durchgeführten Analysen.

Schlüsselwörter

Wahlforschung, Cleavage-Theorie, Konfliktlinien, Lipset, Rokkan, CDU, CSU, Katholizismus, Konfession, Parteiidentifikation, Regressionsanalyse, Wahlverhalten, empirische Sozialforschung, Sympathie, Parteiensysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die klassische Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan zur Erklärung des Wahlverhaltens auch heute noch tragfähig ist, speziell bezogen auf die Bindung katholischer Wähler an die CDU/CSU.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen umfassen die soziologische Wahlforschung, die historische Entwicklung politischer Konfliktlinien, die Bedeutung von Konfessionen in Parteiensystemen und die methodische Überprüfung von Hypothesen mittels statistischer Regressionsanalyse.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autoren gehen der Frage nach, ob Katholiken auch heute noch eine starke Affinität zur CDU/CSU aufweisen oder ob diese traditionell festen Strukturen durch gesellschaftliche Veränderungen aufgeweicht wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt einen quantitativen Ansatz. Auf Basis von Telefonumfragedaten der Universität Mainz aus dem Jahr 2003 wurde eine lineare Regression mittels der Statistik-Software SPSS durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Cleavage-Theorie sowie eine empirische Analyse, in der die Sympathie zur katholischen Kirche als unabhängige Variable zur Erklärung der Sympathie für die Union herangezogen wird.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cleavage-Theorie, Wahlverhalten, Konfession, empirische Politikanalyse und Parteiidentifikation beschreiben.

Welches Ergebnis liefert die Regressionsanalyse in Kapitel 3?

Die Analyse zeigt einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Affinität zur katholischen Kirche und der Sympathie für die CDU/CSU, wobei die berechnete Konstante und der Regressionskoeffizient den positiven Einfluss der kirchlichen Bindung quantifizieren.

Welche kritische Einschränkung formulieren die Autoren im Fazit?

Die Autoren merken kritisch an, dass eine bloße Sympathie für eine Partei nicht zwingend mit einer tatsächlichen Wahlentscheidung gleichzusetzen ist, da weitere politische Themen und kurzfristige Ereignisse das Wahlverhalten beeinflussen können.

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Details

Title
Die Wahl der CDU/CSU im Lichte der Cleavage-Theorie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Empirische Wahlforschung
Grade
3,0
Author
Katharina Klinge (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V138179
ISBN (eBook)
9783640477234
ISBN (Book)
9783640476923
Language
German
Tags
Wahl CDU/CSU Lichte Cleavage-Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Klinge (Author), 2008, Die Wahl der CDU/CSU im Lichte der Cleavage-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138179
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