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Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik

Titel: Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik

Hausarbeit , 2022 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit stellt dar, inwieweit Rassismus Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik ist. Einführend dazu zeigt ein Songtext von 2019, auf künstlerische Art und Weise, welchen Auswirkungen rassistischer Strukturen Betroffene ausgesetzt sind.

Die Hausarbeit, welche sich im Zuge dessen der Interkulturellen Pädagogik annähern wird, klärt zunächst die Frage nach der sozialen Konstruktion „Rasse“ und dessen Bedeutsamkeit für die Definition von Rassismus. Weiterhin wird erläutert, ob und in weit sich Rassismus von anderen Formen der Diskriminierung abgrenzen lässt. Anschließend werden Formen von Rassismus erläutert. Dabei wird unterschieden zwischen Kultur- bzw. Neorassismus, Alltagsrassismus, individuellem sowie institutionellem Rassismus.

Danach wird schließlich in die interkulturelle Pädagogik und deren Ansätze eingeführt, um schließlich herauszuarbeiten, welche Rolle Rassismus in der Interkulturellen Pädagogik einnimmt. Weiterhin werden kritische Stimmen präsentiert sowie ein Vergleich zur rassismuskritischen Bildungsarbeit gezogen. Abschließend wird Resümee die gewonnenen Inhalte noch einmal zusammenfassend erläutert und als Anregung der weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema eine Fragestellung einer empirischen Studie vorgestellt, welche sich an das Forschungsfeld der Hausarbeit anknüpfen ließe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Der Rassismusbegriff
    • 2.1 „Rasse“ als Konstruktion
    • 2.2 Definition von Rassismus
    • 2.3 Diskriminierung in Abgrenzung zu Rassismus
    • 2.4 Formen von Rassismus
      • 2.4.1 Kulturrassismus/ Neorassismus
      • 2.4.2 Alltagsrassismus
      • 2.4.3 Individueller Rassismus
      • 2.4.4 Institutioneller Rassismus/Systemic Racism
  • 3. Interkulturelle Pädagogik
    • 3.1 Ansätze, Ziele, Konzepte
    • 3.2 Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik
    • 3.3 Kritik an der Interkulturellen Pädagogik
    • 3.4 Rassismuskritische Bildungsarbeit
  • 4. Resümee
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Rassismus als zentrales Thema in der Interkulturellen Pädagogik behandelt wird. Sie beleuchtet die vielschichtigen Ausprägungen von Rassismus, grenzt ihn von anderen Diskriminierungsformen ab und analysiert die Konzepte sowie kritischen Perspektiven der Interkulturellen Pädagogik im Umgang mit diesem Phänomen.

  • Die soziale Konstruktion des Begriffs „Rasse“ und dessen historische Bedeutung.
  • Eine detaillierte Definition von Rassismus und seine Abgrenzung zu anderen Formen der Diskriminierung.
  • Die Darstellung verschiedener Rassismusformen, einschließlich Kultur-, Alltags-, individueller und institutioneller Rassismus.
  • Die Ansätze, Ziele und Konzepte der Interkulturellen Pädagogik im Kontext von Migration und kultureller Vielfalt.
  • Kritische Reflexionen zur Interkulturellen Pädagogik und ein Vergleich mit der rassismuskritischen Bildungsarbeit.
  • Die Erörterung von Machtverhältnissen, Fremdheitszuschreibungen und der Rolle der Selbstreflexion.

Auszug aus dem Buch

2.2 Definition von Rassismus

Rassismus gilt als äußerst flexibles und wandelbares Phänomen, welches sich schon bis in die Antike zurückverfolgen lässt, jedoch erst im 18. Jahrhundert Gegenstand der Forschung und Gesellschaft wurde (vgl. Zuber 2015, S. 63). Rassismus lässt sich im Kern jedoch als eine historische, menschengemachte Ideologie bezeichnen, welche Individuen an Hand von willkürlich ausgewählter Faktoren, wie die der Hautfarbe in Gruppen einteilt und als Werkzeug zur Abgrenzung des „Anderen“ oder „Fremden“ genutzt wird. Diese Gruppen werden innerhalb der Ideologie als „Rassen" bezeichnet und basieren auf angeblich unveränderlichen, biologischen oder kulturellen Merkmalen, welche mit dem Ziel der Einteilung von Machtverhältnisse und Legitimation von Privilegien und Ungleichbehandlungen festgelegt werden (vgl. Rommelspacher 2011, S. 25). Miles betont die Unterscheidung des Rassismus Begriffs als Ideologie und der Ausgrenzungspraktiken die ein Resultat dessen darstellen können und erweitert das einfache Prinzip der Rassenkonstruktion dadurch, dass in der Ideologie des Rassismus Merkmale mit negativen Bewertungen besetzt werden. In dem Zusammenhang wird ebenso der dialektische Charakter der Wahrnehmung des Anderen und des Selbst beschrieben. Ein Ausgrenzungsprozess und die negative Bewertung des Gegenüber fungiert als Spiegel und ist gleichzeitig eine Eingrenzung und positive Bewertung der eigenen Person (Miles 2014, S. 82-84). Geulen benennt den Rassismus als eine ‚Übertreibungʻ (Geulen 2021, S.8). Er beschreibt die mitschwingende Einwirkung von Extremismus, während das Selbst- und Fremdbildnis mit einer vollkommen realitätsfernen Überzogenheit be- und entwertet wird. Folge dessen sind Hass, Ausgrenzung, Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung, Vertreibung bis hin zur Vernichtung der als minderwertig beurteilten Gruppen (vgl. Geulen 2021, S. 8).

2.3 Diskriminierung in Abgrenzung zu Rassismus

Diskriminierung ist eine Form der Benachteiligung, die sich mittels Handlungen oder Äußerungen gegen bestimmte soziale oder sozial konstruierte Personengruppe richtet. Alfred Scherr schreibt in seinem Buch darüber, dass Diskriminierung überhaupt nur zustande kommt, indem Menschen in kategoriale Systeme eingeordnet werden und so ein binäres System geschaffen wird, aus dem Personen durch Normabweichungen herausfallen oder als minderwertig betrachtet werden können (vgl. Scherr 2016, S.9). Diskriminierung führt zu gesellschaftlicher Ausgrenzung und setzt die betroffenen Personen in ihrer Würde als Menschen herab und verwehrt ihnen in einigen Bereichen Zugang zu Ressourcen und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (vgl. Lummerding & Wiedmann 2022, S. 153). Laut der aktuellen Gesetzgebung in Deutschland können Menschen auf Grund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Herkunft, sexuellen Identität, Religion und Weltanschauung, Behinderung und ihres Alters Diskriminierung erfahren. Weiterhin definiert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verschiedene Formen der Diskriminierung. Diese sind „unmittelbare Diskriminierung, mittelbare Diskriminierung, Belästigung, sexuelle Belästigung, Anweisung zur Benachteiligung, mehrfach- oder mehrdimensionale Diskriminierung und intersektionale Diskriminierung“ (Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2021). Internalisierte Vorurteile und Stereotype mit negativen Konnotationen führen häufig zu Mehrfachdiskriminierung von Menschen während Menschen die der Mehrheitsgesellschaft zugehörig erscheinen Privilegien genießen dürfen. Dies passiert oft unintentional und ohne Absicht der Ausgrenzung, wurde jedoch durch Normen der Gesellschaft über Jahre hinweg strukturell gefestigt, sodass Diskriminierung oft nicht von individuellen Einstellung abhängt sondern in vielen gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen reproduziert wird (vgl. Lummerding & Wiedmann 2022, S. 153 f.). So lässt sich nicht jeder Kontext von Ausgrenzung als eine Diskriminierungserfahrung einordnen, dieser muss aus sozialwissenschaftlicher Perspektive eine „strukturelle Verankerung im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse und gesellschaftlicher Dominanz-strukturen" (Lummerding & Wiedmann 2022, S. 153) zugrunde liegen. Menschen, welche einer marginalisierten Gruppe zugehörig sind, erleben Diskriminierung also wiederholt und in verschiedenen Bereichen. In Abgrenzung zu Rassismus handelt es sich bei Diskriminierung um benachteiligte Lebenschancen und das Verwehren von Ressourcen und Teilhabe gegenüber Menschen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehörig sind. Rassismus kann ein Grund dafür sein, Menschen von der Mehrheitsgesellschaft auszuschließen, was zur Folge hat, dass diese von Diskriminierung betroffen sind. Rassismus ist also eine mögliche Ursache und Form der Diskriminierung. Rassismus kommt ohne Diskriminierung nicht aus, während Diskriminierung auch aus anderen Kontexten der Ungleichbehandlung stattfinden kann (vgl. Rommelspacher 2011, S.30).

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, indem es Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik vorstellt und die Relevanz des Themas anhand eines Songtextes von OG Keemo verdeutlicht, der rassistische Erfahrungen aus der Perspektive eines Schwarzen deutschen Mannes aufzeigt.

Kapitel 2 Der Rassismusbegriff: Das Kapitel definiert den Rassismusbegriff, erklärt „Rasse“ als soziale Konstruktion, grenzt Diskriminierung von Rassismus ab und beschreibt verschiedene Formen von Rassismus wie Kulturrassismus, Alltagsrassismus, individuellen und institutionellen Rassismus.

Kapitel 3 Interkulturelle Pädagogik: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Ansätze, Ziele und Konzepte der Interkulturellen Pädagogik, beleuchtet Rassismus als deren zentralen Gegenstand und stellt kritische Stimmen sowie die Abgrenzung zur rassismuskritischen Bildungsarbeit dar.

Kapitel 4 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, hebt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Interkultureller Pädagogik und rassismuskritischer Bildungsarbeit hervor und schlägt eine Forschungsfrage für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema vor.

Schlüsselwörter

Rassismus, Interkulturelle Pädagogik, Diskriminierung, Rasse als Konstruktion, Kulturrassismus, Neorassismus, Alltagsrassismus, individueller Rassismus, institutioneller Rassismus, Systemic Racism, rassismuskritische Bildungsarbeit, Othering, Privilegien, kulturelle Differenz, Selbstreflexion, Antidiskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Rassismus als einem zentralen Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik und analysiert, in welcher Weise dieses Phänomen innerhalb dieser Disziplin behandelt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die soziale Konstruktion von "Rasse", die Definition und Formen von Rassismus, die Abgrenzung von Diskriminierung sowie die Ansätze, Kritikpunkte und die rassismuskritische Bildungsarbeit im Rahmen der Interkulturellen Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es darzustellen, inwieweit Rassismus Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik ist, indem die verschiedenen Facetten von Rassismus und die pädagogischen Reaktionen darauf beleuchtet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine Hausarbeit, die auf einer theoretischen Analyse und Literaturauswertung basiert, um Konzepte zu definieren, abzugrenzen und kritisch zu reflektieren. Es handelt sich nicht um eine empirische Studie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Rassismusbegriff, seine Definition, die Abgrenzung zu Diskriminierung und verschiedene Rassismusformen. Des Weiteren werden die Interkulturelle Pädagogik, ihre Ansätze, Ziele und Konzepte sowie die Kritik an ihr und die rassismuskritische Bildungsarbeit ausführlich erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Rassismus, Interkulturelle Pädagogik, Diskriminierung, "Rasse" als soziale Konstruktion, Kulturrassismus, institutioneller Rassismus, rassismuskritische Bildungsarbeit und Selbstreflexion.

Welche Rolle spielt der Song "216" von OG Keemo in der Einleitung?

Der Song "216" von OG Keemo dient in der Einleitung als künstlerisches Beispiel, das die Auswirkungen rassistischer Strukturen auf Betroffene verdeutlicht und persönliche sowie institutionelle Erfahrungen mit Rassismus thematisiert, um die Relevanz des Themas zu untermauern.

Was ist der Hauptkritikpunkt an der Interkulturellen Pädagogik im Kontext von Rassismus?

Ein Hauptkritikpunkt ist, dass die Interkulturelle Pädagogik eine Kulturalisierung implizieren und das sozialpolitische Problem struktureller Diskriminierung herunterspielen kann, indem "Kultur" als einziges Differenzmerkmal genannt wird, was zur Essentialisierung und Vernachlässigung individueller Hintergründe führen kann.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Diskriminierung und Rassismus laut der Arbeit?

Laut der Arbeit ist Diskriminierung eine Form der Benachteiligung durch Handlungen oder Äußerungen, während Rassismus als Ideologie eine mögliche Ursache und Form von Diskriminierung darstellt, die auf der Einteilung von Menschen in hierarchische "Rassen" basiert. Rassismus kommt ohne Diskriminierung nicht aus, aber Diskriminierung kann auch aus anderen Kontexten der Ungleichbehandlung resultieren.

Welche Forschungsfrage wird für eine zukünftige Studie vorgeschlagen?

Für eine zukünftige Studie wird die Forschungsfrage vorgeschlagen: „Kritisches Weißsein in Bildungseinrichtungen: Inwiefern sind sich Weiße Lehrkräfte Ihrer Privilegien in der rassistischen Mehrheitsgesellschaft bewusst?“

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Details

Titel
Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik
Hochschule
Universität zu Köln  (Department für Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
18
Katalognummer
V1381907
ISBN (PDF)
9783346924582
ISBN (Buch)
9783346924599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus Interkulturelle Pädagogik DIversitäät Diskriminierung Rassismuskritische Bildungsarbeit Institutioneller Rassismus Kulturrassismus Alltagsrassismus Erziehungswissenschaften Sozialwissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381907
Blick ins Buch
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