Das Wahlrecht in Deutschland ist ein aktuelles, gesellschaftliches und politisch relevantes Thema. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sogenannte ,,Generation Z”, will sich politisch engagieren. Das ist daran zu erkennen, dass im Hinblick auf den globalen Klimastreik mit der Klimastreikbewegung ,,Fridays for Future” Jugendliche und junge Erwachsene demonstrieren.
Des Weiteren sind die internationalen Bewegungen ,,Black Lives Matter” oder die Protestbewegung im Iran gegen das islamische Regime hinsichtlich der Partizipation junger Menschen an politischen Geschehnissen zu nennen. Daraus ist zu schließen, dass Jugendliche und junge Erwachsene bei politischen Entscheidungen teilhaben möchten. Vor allem die Herabsenkung des Wahlalters wird immer mehr von der ,,Generation Z” gefordert. Das ist ein anhaltender Konflikt der Generationenordnung, das heißt zwischen Erwachsenen (Mündigen) und Nicht-Erwachsenen (Unmündigen).
Zum Vergleich: Frauen waren in Deutschland mehr als 47 Jahre von politischen Wahlen ausgeschlossen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, das Thema des (Frauen)-Wahlrechts aufzugreifen und zu thematisieren, inwiefern die öffentliche Weiterbildungseinrichtung, hier die Volkshochschule, zum 100. Jubiläum das historisch-gesellschaftlich relevante Thema in ihrem Programm aufgenommen und thematisiert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Inhaltlicher Aufbau
1.3. Zielsetzung
2. Historie des (Frauen-)Wahlrechts
2.1 Die historischen Ereignisse und die Entwicklung des (Frauen)-Wahlrechts
2.2 Die Einführung des (Frauen-)Wahlrechts
2.3 Die erste Teilnahme aller deutschen Frauen an den Wahlen
2.4 Die Entwicklung der Frauenbewegung und Frauenrechte
3. Quartärer Bildungsbereich: Die Volkshochschule
3.1. Die Aufgaben und die Forderungen der Volkshochschule
3.2 Das Programm und Angebot in der Erwachsenen-/Weiterbildung
4. Praxisbeispiele: Programm der Volkshochschule
4.1 Das Programm zum 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts an der Volkshochschule
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Kampf für das Frauenwahlrecht in Deutschland und analysiert, inwiefern dieses wichtige gesellschaftliche Thema anlässlich des 100. Jubiläums in den Programmen öffentlicher Weiterbildungseinrichtungen, spezifisch der Volkshochschulen, aufgegriffen wurde.
- Historische Entwicklung des Frauenwahlrechts in Deutschland
- Die Rolle der Frauenbewegung im Kampf um politische Mitbestimmung
- Aufgaben und Aufgabenverständnis der Volkshochschulen als quartärer Bildungsbereich
- Methodische Programmanalyse zur Ermittlung gesellschaftlich relevanter Bildungsangebote
- Praxisbeispiele für die Thematisierung des Frauenwahlrechts in der Erwachsenenbildung
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Entwicklung der Frauenbewegung und Frauenrechte
Im vorliegenden Abschnitt wird auf die Entwicklung der Frauenbewegung und der Frauenrechte eingegangen. Das Thema hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918. Hier wird deutlich, inwiefern sich engagierte Frauenbewegungen für das Frauenwahlrecht eingesetzt haben. Zunächst einmal wurden in den 1890er Jahren des Kaiserreichs die Anfänge von zwei Frauenbewegungen, die für das Frauenwahlrecht kämpften, getragen (vgl. Rosenbusch; 1998: S. 282). Dazu gehörten unter anderem die bürgerliche und proletarische Frauenbewegung.
Die bürgerliche Frauenbewegung entstand in Deutschland mit der Gründung des ersten „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ (ADF) im Jahr 1865. Sie setzte sich mitunter dafür ein, dass Frauen ein gesellschaftliches Teilhaberecht, wie zum Beispiel bei der Bildung und Berufstätigkeit, erlangten (vgl. BpB; 2014: o. S.). Somit forderte sie die Veränderung der Öffentlichkeit (vgl.Rosenbusch;1998:314). Die proletarische Frauenbewegung unter der Aktivistin Clara Zetkin kämpfte für die gleichen politischen Rechte, dabei forderte sie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen arbeitender Frauen und kämpfte zugleich für das Frauenwahlrecht (vgl. BpB; 2014: o. S.). Erst im Verlauf des ersten Weltkriegs vereinten sich beide Frauenbewegungen und es kam zu gemeinsamen Kämpfen für das Frauenwahlrecht (vgl. Schroeder; 2021: o. S.). Beide Frauenbewegungen verstanden sich als autonom. Dennoch hatten sie die Gemeinsamkeit, dass sie mit unterschiedlichen Zielen und im unterschiedlichen Umfang die Zusammenarbeit mit Männern anstrebten (vgl. Rosenbusch; 1998: 314).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz politischer Partizipation und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Thematisierung des Frauenwahlrechts in Volkshochschulen.
2. Historie des (Frauen-)Wahlrechts: Dieses Kapitel zeichnet den langen, mühsamen Weg von den Ereignissen des Vormärz bis hin zur Einführung des Frauenwahlrechts im Zuge der Novemberrevolution 1918 nach.
3. Quartärer Bildungsbereich: Die Volkshochschule: Hier werden die strukturellen Aufgaben der Volkshochschule als Bildungseinrichtung sowie die theoretischen Grundlagen der Programm- und Angebotsplanung erläutert.
4. Praxisbeispiele: Programm der Volkshochschule: Dieses Kapitel stellt konkrete Programmangebote verschiedener Volkshochschulen zum 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts vor und analysiert deren inhaltliche Ausrichtung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, gesellschaftlich relevante Themen weiterhin aktiv in der Erwachsenenbildung zu verankern.
Schlüsselwörter
Frauenwahlrecht, Frauenbewegung, Volkshochschule, Politische Partizipation, Erwachsenenbildung, Programmplanung, Bildungsangebot, 100. Jubiläum, Demokratie, Emanzipation, Weiterbildung, gesellschaftliche Teilhabe, Politik, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsauftrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Frauenwahlrechts in Deutschland und deren praktischer Aufarbeitung in zeitgenössischen Bildungsangeboten der Volkshochschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Geschichte der Frauenrechte, die Entwicklung der Frauenbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert sowie die Funktion und Programmgestaltung des quartären Bildungsbereichs.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Frauen das Wahlrecht erkämpft haben und wie Volkshochschulen dieses historische Jubiläum zum Anlass nahmen, um politisch relevante Bildungsinhalte im Jahr 2018 zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historischer Literaturanalyse und der Programmanalyse pädagogischer Angebote der Erwachsenenbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die historischen Ereignisse des Wahlrechtskampfes beleuchtet, anschließend die Struktur der Volkshochschule definiert und schließlich das tatsächliche Programmangebot ausgewählter Standorte zum 100. Jubiläum analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Frauenwahlrecht, politische Partizipation, Programmplanung, Erwachsenenbildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Wie organisieren Volkshochschulen ihr Programmangebot?
Das Programm entsteht durch das Zusammenwirken von drei Handlungsebenen: der Makroebene (Leitung), der Mesoebene (Planung) und der Mikroebene (Angebotsebene), wobei ständige Kooperation erforderlich ist.
Welche Bedeutung kommt der Programmanalyse im Kontext der Arbeit zu?
Die Programmanalyse dient als Indikator, um gesellschaftliche Vorstellungen, politische Problematiken und das spezifische Profil einer Weiterbildungseinrichtung sichtbar und messbar zu machen.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Das Frauenwahlrecht und die Volkshochschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381926