Die vorliegende Hausarbeit umfasst eine vergleichende Betrachtung zweier Professionskonzepte. Hierunter kommt die Fragestellung "Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession und/oder als Dienstleistung?" auf. Um Menschen, in Form von Dienstleistungen, zur Selbsthilfe zu verhelfen, müssen dabei die Menschenrechte gewahrt werden. Menschenrechte beginnen mit der Geburt und können bis zum Tod nicht aberkannt werden. Hierbei ist wichtig, auf die unterschiedlichen Begrifflichkeiten einzugehen, um die Verhältnisse der Begriffe zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Menschenrechtsprofession
2.1 Menschenrechte
2.2 Definition Profession und professionelles Handeln
2.3 Doppelmandat und Tripelmandat
2.4 Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession
3 Dienstleistungen
3.1 Definition Dienstleistung
3.2 Soziale Arbeit als Dienstleistung
4 Vergleich – Menschenrechtsprofession und/ oder Dienstleistung
5 Abschlussdiskussion
6 Reflexion
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht die konzeptionelle Einordnung der Sozialen Arbeit zwischen den Polen einer Menschenrechtsprofession und eines Dienstleistungsanbieters. Ziel ist es, die Vereinbarkeit dieser Perspektiven zu analysieren und zu klären, inwiefern beide Ansätze das professionelle Handeln prägen und ergänzen.
- Grundlagen und Geschichte der Menschenrechte als Fundament der Profession.
- Theoretische Abgrenzung der Konzepte Profession, professionelles Handeln und Dienstleistung.
- Analyse des Doppel- und Tripelmandats als strukturelle Rahmenbedingungen.
- Kritischer Vergleich von Adressatenorientierung und ethischer Mandatsgrundlage.
- Synthese zur Rolle der Sozialen Arbeit in einem Spannungsfeld gesellschaftlicher Anforderungen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Doppelmandat und Tripelmandat
Damit Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession gesehen werden kann, wurde das „Doppelmandat“ zum „Triplemandat“ weiterentwickelt (vgl. Dreyer, 2017, S.62). Auch Silvia Staub-Bernasconi erwähnt, dass Soziale Arbeit, die als Profession gelten möchte, eine Weiterentwicklung des doppelten Mandates zu einem Tripelmandat verfolgt (vgl. Staub-Bernasconi, 2007, S. 200). „Das Doppelte Mandat charakterisiert einen sozialen Beruf, aber nicht eine Profession“ (ebd.). Erst durch die Einführung des dritten Mandates wird der Beruf zu einer Profession.
Beim Doppelmandat geht es um die Verbindung von Hilfe und Kontrolle, wobei man hier nicht genau definieren kann, wann man von Kontrolle und wann von Hilfen gesprochen werden kann. Sozialpädagogen sind in erster Linie dazu da, Menschen oder Menschengruppen zu helfen. Dagegen wird oft nicht beachtet, dass es sich hierbei auch um eine Kontrolle handelt. Es soll verdeutlichen, dass die Fachkräfte der Sozialen Arbeit zwischen Wünschen und Bedarfen der Adressaten stehen, aber wiederum auch zwischen Ansprüchen und Lösungsansätzen, die ihnen gesellschaftlich zur Verfügung gestellt werden, stehen (ebd.).
Das Doppelmandat kann gut an einem selbstgewählten Beispiel erläutert werden: Wenn ein Sozialpädagoge in einer Familie eine Kindeswohlgefährdung feststellt, dann bleibt ihm, auch wenn die Erziehung den Eltern überlassen wird, keine andere Wahl und muss eingreifen. Der Sozialpädagoge übt gegenüber dem Kind Hilfe aus, aber gegenüber den Eltern eine gewisse Kontrolle, indem das Kind in eine Inobhutnahme des Jugendamtes oder eine Pflegefamilie kommt. Nun kommt noch ein drittes Mandat dazu, nämlich das, welches auf ethischer Basis aufgebaut ist. Dieses kann man Berufskodex, aber auch Legitimationsbasis nennen. Durch den Berufskodex ist es Fachkräften möglich, eigenständige Entscheidungen, ohne Druck des Trägers oder der Adressaten, zu treffen (Staub-Bernasconi, 2007, S.200). Im Berufskodex sind die Menschenrechte beinhaltet. Nun kann Soziale Arbeit nicht nur vorgegebene Aufgaben nachgehen (Verträge abschließend und Gesetze befolgen), sondern auch eigenbestimmte Aufgaben wahrnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession oder Dienstleistung vor und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Menschenrechtsprofession: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Menschenrechte sowie die Begriffe Profession und professionelles Handeln definiert und das Tripelmandat erläutert.
3 Dienstleistungen: Hier wird der Dienstleistungsbegriff theoretisch hergeleitet und die Soziale Arbeit als personenbezogene und organisierte Dienstleistung kritisch beleuchtet.
4 Vergleich – Menschenrechtsprofession und/ oder Dienstleistung: Dieses Kapitel führt eine Gegenüberstellung der beiden Konzepte durch und analysiert deren Gemeinsamkeiten sowie existierende Spannungsfelder.
5 Abschlussdiskussion: Hier werden die Ergebnisse der vorangegangenen Analysen zusammengeführt und die zentrale Fragestellung der Arbeit beantwortet.
6 Reflexion: Der Autor reflektiert den persönlichen Lernprozess und die Bedeutung der erarbeiteten Konzepte für den eigenen beruflichen Werdegang.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession, Dienstleistung, Profession, professionelles Handeln, Doppelmandat, Tripelmandat, Menschenrechte, Adressatenorientierung, Ethik, Berufskodex, Sozialstaat, soziale Gerechtigkeit, Hilfe und Kontrolle, Individuum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Soziale Arbeit wissenschaftlich und konzeptionell einzuordnen ist – primär als eine auf Menschenrechten basierende Profession oder als eine formale soziale Dienstleistung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Menschenrechtstheorie, die Definition professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit sowie die Analyse der strukturellen Bedingungen durch das Doppel- und Tripelmandat.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, in welchem Verhältnis die beiden Konzepte "Menschenrechtsprofession" und "Dienstleistung" zueinander stehen und ob sie sich gegenseitig ausschließen oder ergänzen.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Ansätze von Autoren wie Silvia Staub-Bernasconi, die die Menschenrechte als Fundament der Sozialen Arbeit hervorhebt, sowie auf soziologische Theorien zum Dienstleistungsbegriff.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Menschenrechtsprofession, eine Analyse der Dienstleistungskontexte und einen abschließenden direkten Vergleich der beiden Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession, Dienstleistung, professionelles Handeln und das Konzept des Tripelmandats.
Was unterscheidet das Tripelmandat vom Doppelmandat?
Während das Doppelmandat das Spannungsfeld zwischen der Hilfe für den Klienten und der Kontrolle durch den staatlichen Auftrag beschreibt, fügt das Tripelmandat die Verpflichtung gegenüber der Profession und deren ethischen Werten hinzu.
Warum ist der Berufskodex für die Soziale Arbeit laut dieser Arbeit so wichtig?
Der Berufskodex fungiert als ethische Legitimationsbasis, die es Fachkräften ermöglicht, eigenständige, menschenrechtsbasierte Entscheidungen zu treffen, statt nur fremdbestimmte administrative Aufgaben auszuführen.
Wie lautet das Fazit zur Vereinbarkeit der beiden Konzepte?
Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich Soziale Arbeit nicht eindeutig auf eine der beiden Seiten reduzieren lässt, sondern aus dem Zusammenspiel beider Dimensionen ihre professionelle Identität schöpft.
- Citar trabajo
- Stephanie Schild (Autor), 2023, Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession und/oder Dienstleistung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382016