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Belastende Erlebnisse in der Kinder- und Jugenhilfe. Erfahrungen ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer*innen im Ruhrgebiet

Titel: Belastende Erlebnisse in der Kinder- und Jugenhilfe. Erfahrungen ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer*innen im Ruhrgebiet

Forschungsarbeit , 2018 , 52 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Michael Heinrich (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit thematisiert belastende Erlebnisse ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer der Kinder- und Jugendhilfe einer Institution im Ruhrgebiet. Der Autor hat für die Forschungsarbeit Mitarbeiter*innen aus seinem direkten Arbeitsumfeld mit Hilfe von sozialwissenschaftlichen Interviews befragt, um Methoden zu eruieren, die zum Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit beitragen können. Der Autor betreut im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe (kurz: SPFH) Familien, Kinder und Jugendliche in ambulanter Form. Hierzu besucht der Autor in seiner die zu betreuenden Familien, Behörden, Schulen oder andere Personen und Institutionen des Hilfesystems.

Die zu betreuenden Klienten werden vom Autoren beraten, dieser dokumentiert die Geschehnisse und agiert bei Konflikten deeskalierend im Rahmen der im Hilfeplanverfahren erarbeiteten Ziele. Der Autor fungiert als Teil eines ambulanten Teams bestehend aus 5 Mitarbeiter*innen. Das ambulante Team trifft sich wöchentlich zu einer Teamsitzung, in der sich die ambulanten Fachkräfte über die zu betreuenden Fälle austauschen und gegenseitig beraten. Durch eine stetige seelische Belastung im Arbeitsalltag geriet der Autor oft an seine psychischen Belastungsgrenzen und suchte Möglichkeiten, die seltenen Beratung- und Reflexionsgespräche mit den Kollegen zu intensivieren bzw. zu optimieren. Der Autor stellte sich die Frage, welche Methoden zur Selbstfürsorge zur Verfügung stehen und wie die übrigen Mitarbeiter diesbezüglich vorgehen.

Daher befragte der Autor im Rahmen dieser Forschungsarbeit Mitarbeiter*innen aus seinem Arbeitsumfeld zu belastenden Erlebnissen in der ambulanten sozialpädagogischen Familienhilfe. Zu Beginn der Forschungsarbeit werden das Arbeitsfeld, das Tätigkeitsprofil und die Institution genauer beschrieben. Darauf folgt eine exemplarische Darstellung belastender Situationen und Erlebnisse, welche der Autor im alltäglichen Umgang mit den Klienten erfährt. Diese unterstreichen die Relevanz von Selbstfürsorge in dieser Berufssparte. Anschließend erfolgt eine kurze Beschreibung der qualitativen Sozialforschung sowie der Methodologie, welche der Studierende zur Erforschung anwenden wird. Die Forschungsmethode wird in einem detaillierten Forschungsplan skizziert und mündet letztendlich in einer Auswertung der erhobenen Daten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung

2 Praxis des Studierenden

2.1 Institutionen

2.2 Sozialpädagogische Familienhilfe

2.3 Belastende Erlebnisse aus der Praxis des Studierenden

3 Qualitative Forschung

3.1 Definition

3.2 Grundlagen

4 Gütekriterien qualitativer Sozialforschung

4.1 Verfahrensdokumentation

4.2 Argumentative Interpretationsabsicherung

4.3 Regelgeleitetheit

4.4 Nähe zum Gegenstand

4.5 Kommunikative Validierung

4.6 Triangulation

5 Ethische Grundsätze

5.1 Respekt vor der Autonomie des Patienten

5.2 Nicht-Schaden

5.3 Fürsorge, Hilfeleistung

5.4 Gleichheit und Gerechtigkeit

6 Grounded Theory

7 Datenerhebung mittels narrativer Interviews

7.1 Ablauf narrativer Interviews

7.2 Aktives Zuhören

7.3 Transkription narrativer Interviews

8 Forschungsplan

8.1 Auswahl der Informanten

8.2 Anzahl der Interviews

8.3 Dauer der Interviews

8.4 Vorgespräch

8.5 Erzählstimulus

9 Praktische Vorbereitungen

9.1 Erklärung zur Durchführung eines narrativen Interviews

9.2 Technische Hilfsmittel

9.3 Ort, Zeit und Räumlichkeiten

10 Erstes narrative Interview

10.1 Stehgreiferzählung

10.2 Nachfrageteil

10.3 Nachgespräch

11 Auswertung

11.1 Kodierung

11.2 Vom Konzept zur Kategorie

11.3 Memos schreiben

11.4 Theoretisches Sampling

11.5 Anwendung

12 Vorbereitung weiterer Interviews

12.1 Die Erzählstimuli

12.2 Der Nachfrageteil

12.3 Raum, Zeit und Ort

13 Fazit

14 Hinführung zur Bachelor Thesis

15 Nachbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer bei der Arbeit mit sogenannten „Hochkonfliktfamilien“, um Methoden für einen gesünderen Umgang mit diesen Arbeitsanforderungen zu identifizieren.

  • Berufsalltag und Stressfaktoren in der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH)
  • Abgrenzung und Selbstfürsorge im Umgang mit belastenden Familienschicksalen
  • Qualitative Forschungsmethodik durch narrative Interviews
  • Analyse von Fallbeispielen aus der beruflichen Praxis
  • Entwicklung von Anforderungen an institutionelle Unterstützungssysteme

Auszug aus dem Buch

Belastende Erlebnisse aus der Praxis des Studierenden

Ein anderes Beispiel veranschaulicht ebenfalls wie sehr die Arbeit als ambulanter Familienhelfer belasten kann. Der Studierende betreute einen Jugendlichen im Alter von 15 Jahren, der im weiteren Verlauf Emil genannt wird.

Emil war Schulverweigerer und hatte große Schwierigkeiten die Schule regelmäßig bzw. überhaupt zu besuchen. Die daraus resultierenden Konflikte zwischen Mutter und Sohn sorgten für ständige häusliche Unruhe und riefen bei Emil das Gefühl hervor ‚nicht richtig zu funktionieren‘, wie es seine Mutter beschrieb. Indem die Mutter ihren Sohn oft wegen seines ‚Fehlverhalten‘ beschimpfte oder sanktionierte, verstärkte sich dieses Gefühl zunehmend. Dieser Teufelskreis sollte laut der zuständigen Sachbearbeiterin des Jugendamtes durch den Einsatz eines Familienhelfers – in diesem Fall durch den Studierenden – durchbrochen werden.

Nachdem sich der Studierende mit dem Fall vertraut und bekannt gemacht hatte, kam er zu dem Entschluss, zunächst an der Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung zu arbeiten, um die – durch das schwierige Mutter-Kind-Verhältnis immer stärker werdenden – Diskrepanzen zu minimieren. Der Studierende verfolgte den Ansatz, durch gemeinsame positive Erlebnisse von Mutter und Kind im freizeitpädagogischen Bereich Frustrationen abzubauen und ein gemeinsames ‚positives Erleben‘ zu fördern. Allerdings erwies sich die Mutter als sehr beratungsresistent. Sie verstand nicht, dass eine gemeinsame positive Zeit mit ihrem Sohn das schwierige Verhältnis zu ihm verbessern könnte, was somit auch die häusliche Unruhe minimieren und bestenfalls letztendlich zu regelmäßigeren Schulbesuchen ihres Sohnes führen könnte. Ihrer Auffassung nach sollten positive Erlebnisse als Belohnung eingesetzt werden, allerdings erst nachdem Emil ein – ihrer Meinung nach – korrektes Verhalten an den Tag lege. Auch nach mehrmaligen Gesprächen mit der Kindsmutter stieß der Studierende auf Unverständnis. Die geringe Kooperationsbereitschaft der Mutter führte dazu, dass das geplante Ziel nicht nur annähernd erreicht wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Zielsetzung: Einführung in das Thema der psychischen Belastung in der SPFH und Skizzierung des Forschungsanliegens.

2 Praxis des Studierenden: Beschreibung des Trägers FLOW gGmbH und exemplarische Darstellung belastender Arbeitssituationen.

3 Qualitative Forschung: Definition und grundlegende Einordnung qualitativer Forschungsmethoden für das Forschungsvorhaben.

4 Gütekriterien qualitativer Sozialforschung: Erläuterung der wissenschaftlichen Maßstäbe für die gewählte Forschungsmethode.

5 Ethische Grundsätze: Darlegung der ethischen Rahmenbedingungen für die Befragung von Probanden.

6 Grounded Theory: Vorstellung der Methodologie, die hinter der Datenerhebung und -auswertung steht.

7 Datenerhebung mittels narrativer Interviews: Erklärung der gewählten Interviewform und der notwendigen methodischen Schritte.

8 Forschungsplan: Konkretisierung der Planung des Forschungsprozesses, inklusive Auswahl der Informanten.

9 Praktische Vorbereitungen: Beschreibung der operativen Vorbereitungen für die Durchführung der Interviews.

10 Erstes narrative Interview: Detaillierter Bericht über die Durchführung und den Verlauf der ersten Befragung.

11 Auswertung: Darstellung des Kodierungsprozesses der erhobenen Daten und der Kategorienbildung.

12 Vorbereitung weiterer Interviews: Bewertung des Erkenntnisgewinns aus dem ersten Interview für die zukünftige Planung.

13 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Forschungsprozesses und der gewonnenen Erkenntnisse.

14 Hinführung zur Bachelor Thesis: Ausblick auf die Weiterführung der Forschung innerhalb der Abschlussarbeit.

15 Nachbetrachtung: Reflexion über den Überarbeitungsprozess der Studienarbeit und gewonnene Lerneffekte.

Schlüsselwörter

Sozialpädagogische Familienhilfe, psychische Belastung, Hochkonfliktfamilien, Selbstfürsorge, Qualitative Forschung, Grounded Theory, narratives Interview, Transkription, Arbeitsstress, Coaching, Supervision, Fallbeispiel, Jugendhilfe, Kindeswohl, berufliche Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die psychischen Belastungen, denen ambulante Familienhelfer bei der Kinder- und Jugendhilfe FLOW gGmbH im Kontakt mit sogenannten „Hochkonfliktfamilien“ ausgesetzt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet das Arbeitsfeld der Sozialpädagogischen Familienhilfe, die Belastungsfaktoren durch eingeschränkte Kooperationsbereitschaft von Klienten sowie die notwendige Selbstfürsorge und Supervision für Fachkräfte.

Welches Ziel verfolgt der Studierende mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Methoden zu eruieren, die beim Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit der Mitarbeiter helfen, und den Umgang mit belastenden Situationen zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Studierende nutzt die Methodik der Qualitativen Sozialforschung, insbesondere das narrative Interview nach den Ansätzen der Grounded Theory, um Erfahrungen aus der Praxis zu erheben und auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der qualitativen Forschung, die methodische Planung, die exemplarische Durchführung und Auswertung eines narrativen Interviews sowie eine Reflexion über den gesamten Forschungsprozess.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sozialpädagogische Familienhilfe, psychische Belastung, Selbstfürsorge, narrative Interviews und Arbeitsreflexion charakterisieren.

Welche Rolle spielt das Jugendamt in den geschilderten Fallbeispielen?

Das Jugendamt fungiert als Auftraggeber; einer der zentralen Kritikpunkte im Text ist die oft fehlende Unterstützung oder das zu langsame Eingreifen der Behörde bei akuten oder sich verschlechternden Kindeswohlgefährdungen.

Warum wird das narrative Interview als Methode kritisch hinterfragt?

In der Nachbetrachtung erkennt der Studierende, dass narrative Interviews in ihrer strikten Reinform für die konkrete Forschungsfrage der Belastungsprophylaxe teilweise weniger effektiv sind als eine Mischform mit problemzentrierten Fragen.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Belastende Erlebnisse in der Kinder- und Jugenhilfe. Erfahrungen ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer*innen im Ruhrgebiet
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin  (NRW)
Veranstaltung
Sozialforschung in der Sozialen Arbeit
Note
1,4
Autor
Michael Heinrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
52
Katalognummer
V1382133
ISBN (PDF)
9783346923233
ISBN (Buch)
9783346923240
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychohygiene Selbstfürsorge Resilienz Achtsamkeit Soziale Arbeit Sozialarbeit Psychologie Interview Sozialforschung Qualitative Sozialforschung Interviewforschung narratives Interview problemzentriertes Interview Burnout Burn-Out Belastung psychische Belastung Kinder- und Jugendhilfe Jugendhilfe Grounded Theory Transkription Kodierung Sampling Forschunsethik Ethik Gütekriterien qualitativer Sozialforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Heinrich (Autor:in), 2018, Belastende Erlebnisse in der Kinder- und Jugenhilfe. Erfahrungen ambulanter sozialpädagogischer Familienhelfer*innen im Ruhrgebiet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382133
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  52  Seiten
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