In dieser Seminararbeit werden zwei Studien vorgestellt, welche die Korrelation zwischen News Values und Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen untersuchen. Jene Untersuchungen werden in der Folge kritisch beleuchtet sowie auf die Gemeinsamkeiten, respektive Unterschiede zwischen den Ergebnissen hin verglichen. Auch auf allgemeine Definitionen, darunter Nachrichtenwerte und Gatekeeper soll eingegangen werden. Abschließend folgen ein prägnantes Fazit sowie ein Ausblick.
Nachrichtenwerte – die sogenannten News Values – sind aus den gängigen journalistischen Praktiken nicht mehr wegzudenken. So kann durch das Vorhandensein dieser Werte erklärt werden, weshalb gewisse Informationen durch die Medien zu einer Nachricht werden und Aufmerksamkeit erfahren. Enthalten Informationen, respektive Ereignisse allerdings keine News Values, werden sie nicht publiziert und fallen in der Folge unter den Tisch.
Durch den immer größer werdenden Einfluss von Social-Media-Plattformen, so beispielsweise Facebook oder Twitter, gewinnen diese sozialen Medien immer mehr an Macht in der Publikation von Informationen. Somit sind auch hier gewisse Nachrichtenfaktoren von Nöten, um die Nachrichtenwertigkeit der Informationen festzulegen. Die daraus resultierende Hypothese lautet, dass User:innen auf sozialen Plattformen Nachrichtenwerte unterbewusst beachten, wenn Informationen geteilt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Gatekeeper
2.2 Nachrichtenwerte
3. Studie 1
3.1 Methodik und Forschungsaufbau
3.2 Korrelation zwischen News Values und Twitter-Aktivitäten
3.3 Korrelation zwischen einflussreichen Akteuren und Twitter-Aktivitäten
4. Studie 2
4.1 Methodik und Forschungsaufbau
4.2 Korrelation zwischen News Values und Artikeln über IBC
4.3 Korrelation zwischen News Values und geteilten Artikeln auf sozialen Medien
5. Kritische Reflexion der Studien
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwieweit klassische Nachrichtenwerte (News Values) die Verbreitung von Informationen und das Nutzerverhalten auf Social-Media-Plattformen beeinflussen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob sich journalistische Selektionsmechanismen auf soziale Netzwerke übertragen lassen oder ob dort andere Faktoren für die Aufmerksamkeit und das Teilen von Beiträgen ausschlaggebend sind.
- Übertragung klassischer Nachrichtenwerttheorien auf soziale Medien
- Analyse des Einflusses von News Values auf Twitter-Aktiviäten
- Untersuchung von Sharing-Verhalten bei viralen Kampagnen wie der Ice Bucket Challenge
- Vergleich der Rollen von Gatekeepern und einflussreichen Akteuren im Web
Auszug aus dem Buch
2.1 Gatekeeper
Laut David Manning White handelt es sich bei Gatekeepern um Personen, die entscheiden, welche Informationen in den Zeitungen als Nachricht erscheinen, und welche nicht publiziert werden. Traditionellerweise sind es Journalist:innen, welche für den Prozess des Gatekeepings essentiell sind (vgl. White 1950, 383).
Diese Tatsache wird jedoch durch die zunehmende Präsenz der sozialen Medien zu einer Herausforderung, denn die Rolle der Journalist:innen wird durch eben diese eingeschränkt. So sind es auf Social-Media-Plattformen nicht mehr die Journalist:innen, die entscheiden, was publiziert wird, denn „social media interactions have become a source of gatekeeping influence for audiences.“ (Araujo / van der Meer 2020, 634) Theo Araujo und Toni van der Meer begründen dies folgenderweise: Soziale mediale Plattformen gelten mittlerweile als zentrale Quelle für die Informationsbeschaffung (vgl. Araujo / van der Meer 2020, 634). Doch auch das Erstellen von eigenen Inhalten – demnach eine selbstständige Publikation von Informationen – wird durch Social Media ermöglicht (vgl. Brown et al. 2017, 270). Somit kann es auf den sozialen Medien keine traditionelle Form des Gatekeepings mehr geben, da jede Person für sich selbst entscheiden kann, welche Informationen sie als Nachricht wertet und in der Folge als solche publiziert (vgl. Araujo / van der Meer 2020, 634).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Nachrichtenwerten im Kontext sozialer Medien ein und stellt die Hypothese auf, dass Nutzer:innen bei der Interaktion mit Inhalten unbewusst nach diesen Werten selektieren.
2. Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Gatekeeper und Nachrichtenwerte, wobei insbesondere die Theorie von Galtung und Ruge sowie deren Anpassung an das digitale Zeitalter behandelt wird.
3. Studie 1: Die erste Studie untersucht, wie News Values die Aktivitäten auf Twitter in Bezug auf Unternehmen steuern und welchen Einfluss einflussreiche Akteure dabei haben.
4. Studie 2: Hier wird anhand der Ice Bucket Challenge analysiert, welche Faktoren das Teilen von Artikeln auf Plattformen wie Facebook und Twitter bestimmen.
5. Kritische Reflexion der Studien: Die Autorin reflektiert methodische Limitationen der untersuchten Studien, wie etwa Fokus auf eine einzelne Plattform oder die Auswahl des Datenkorpus.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Nachrichtenwerte auch im Web eine wichtige Rolle spielen, jedoch je nach Plattform und Akteuren variieren, und plädiert für weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Nachrichtenwerte, Gatekeeper, News Values, Social Media, Twitter, Facebook, Ice Bucket Challenge, Sharing, Journalismus, Kommunikation, Nutzerverhalten, Selektionsprozesse, Internet, Forschung, Medienwirkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, ob die klassischen journalistischen Selektionskriterien, die sogenannten Nachrichtenwerte, auch das Verhalten von Nutzern auf Social-Media-Plattformen bei der Informationsverbreitung beeinflussen.
Welche Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Themen Nachrichtenwerttheorie, Social-Media-Kommunikation, das Gatekeeping-Konzept im digitalen Wandel sowie das Nutzungsverhalten auf Plattformen wie Twitter und Facebook.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, ob User auf sozialen Plattformen Nachrichtenwerte unbewusst beachten, wenn sie Informationen teilen oder damit interagieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin führt eine Literaturanalyse durch und bezieht sich dabei auf zwei empirische Studien, die wiederum quantitative Methoden wie Korrelationsanalysen auf Twitter- und Artikeldaten anwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Fallstudien: Eine untersucht News Values im Kontext von Organisations-Tweets auf Twitter, die andere analysiert die „Shareworthiness“ von Nachrichtenartikeln über die Ice Bucket Challenge.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Nachrichtenwerte, Gatekeeper, Social Media, User-Generated-Content und die Validierung journalistischer Theorien im Digitalzeitalter.
Was ist für das Gatekeeping in sozialen Medien typisch?
Im Gegensatz zum klassischen Journalismus gibt es in sozialen Medien keine zentrale Instanz mehr; stattdessen wird Gatekeeping dezentral von jedem Nutzer durch Interaktion, Teilen und Bewerten aktiv mitgestaltet.
Wie unterscheidet sich die Rezeption der Ice Bucket Challenge auf Facebook und Twitter?
Die Studie zeigt, dass Nachrichtenwerte auf den beiden Plattformen unterschiedliche Einflüsse auf die Bereitschaft haben, Artikel zu teilen, wobei die „Shareworthiness“ insgesamt auf Facebook geringer als auf Twitter ausfällt.
- Arbeit zitieren
- A. Bugl (Autor:in), 2023, Der Einfluss von Nachrichtenwerten/News Values auf Social-Media-Aktivitäten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382139