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Die US-amerikanischen Apprenticeship Programme der Mercedes Benz AG und die deutsche duale Ausbildung

Ein systematischer Vergleich aus der Perspektive des deutschen dualen Ausbildungssystems

Titel: Die US-amerikanischen Apprenticeship Programme der Mercedes Benz AG und die deutsche duale Ausbildung

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: David Wittkamp (Autor:in)

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll das Unternehmen Mercedes Benz (im folgenden MB), das seit 2005 in seinem Werk in Tuscaloosa, Alabama, USA duale Ausbildungs-Strukturen aufgebaut hat explizit aus der Perspektive des deutschen dualen Ausbildungssystems betrachtet werden, um herauszufinden, welche Unterschiede sich dabei im Vergleich zum deutschen Vorbild entwickelt haben. Da sich diese Arbeit an deutschsprachige Leser richtet, die mit dem deutschen Ausbildungssystem
vertraut sind, wird lediglich das US-amerikanische Berufsbildungssystem, sowie die Geschichte der Etablierung des Werkes und der Ausbildungsgänge in Tuscaloosa als Grundlagen im Teil der landesspezifischen Rahmung kurz erläutert. Anschließend folgt die Darstellung des methodischen Vorgehens und im Hauptteil eine systematische Analyse der Ausbildungsprogramme anhand der von Euler (2013) definierten konstitutiven Elemente des dualen Systems. Schließlich erfolgen die Diskussion und die Zusammenfassung der Ergebnisse.

Gleichwohl das deutsche duale System von Politikern wie Westerwelle oder der Presse gerne als „Exportschlager“ verkauft wird, das entweder die wirtschaftliche Entwicklung beflügeln oder zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit in den Zielländern beitragen soll, haben etliche Studien gezeigt, dass ein direkter Transfer der dualen Berufsausbildung auf einer Systemebene kaum realisierbar ist. Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig und liegen vorrangig in der ungenügenden Berücksichtigung der landesspezifischen Besonderheiten und der besonderen Ausbildungsphilosophie und Logik anderer Berufsbildungssysteme. Betrachtet man jedoch das Vorgehen deutscher im Ausland operierender Firmen, hat sich gezeigt,
dass diese, unter der Berücksichtigung und Adaption lokaler Kontexte, durchaus erfolgreich duale Trainingsstrukturen in ihren begrenzten Ökosystemen etablieren konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Landesspezifische Rahmung

2.1 Bildung in den USA

2.2 Ausbildung Mercedes Benz U.S. International (MBUSI) – Darstellung der Ausbildungsprogramme

3. Methodisches Vorgehen

4. Systematische Analyse unter Darstellung der konstitutiven Elemente des Dualen Systems nach Euler (2013)

3.1 Berufsausbildung als Mittel zur Erreichung ökonomischer, sozialer und individueller Ziele

3.2 Berufliche Handlungskompetenz als Profil flexibel qualifizierter, mobiler Fachkräfte

3.3 Alternierendes Lernen im Rahmen des dualen Prinzips

3.4 Berufsausbildung als partnerschaftliche Verbundaufgabe zwischen Staat und Wirtschaft

3.5 Gemeinschaftliche Finanzierung der Berufsausbildung

3.6 Komplementärangebote in schulischer bzw. außerbetrieblicher Trägerschaft

3.7 Kodifizierung von Qualitätsstandards

3.8 Qualifizierung des Lehr- und Ausbildungspersonals

3.9 Balance zwischen Standardisierung und Flexibilisierung

3.10 Entwicklung von fundierten Entscheidungs- und Gestaltungsgrundlagen

3.11 Gesellschaftliche Akzeptanz der Berufsausbildung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die US-amerikanischen Ausbildungsprogramme der Mercedes Benz AG in Tuscaloosa aus der Perspektive des deutschen dualen Ausbildungssystems, um Unterschiede sowie spezifische Merkmale im Transferprozess zu identifizieren.

  • Analyse der landesspezifischen Rahmenbedingungen beruflicher Bildung in den USA
  • Systematischer Vergleich der MBUSI-Ausbildungsprogramme anhand von Eulers konstitutiven Elementen des dualen Systems
  • Untersuchung der strukturellen Abweichungen zum deutschen Vorbild
  • Bewertung des Erfolgs lokaler Adaptionen und Modifikationen
  • Diskussion der Übertragbarkeit dualer Ausbildungsstrukturen in das Ausland

Auszug aus dem Buch

3.1 Berufsausbildung als Mittel zur Erreichung ökonomischer, sozialer und individueller Ziele

Ein Charakteristikum der deutschen Berufsausbildung liegt in der Verzahnung der Interessen von Gesellschaft, Wirtschaft und Individuum (Euler 2013). Im Fall der deutschen Berufsausbildung werden diese von Euler wie folgt konkretisiert: Die individuelle Zieldimension zielt darauf ab, dass die Berufsausbildung dazu beitragen soll, dass das Individuum Kompetenzen entwickelt, mit deren Hilfe es berufliche, aber auch außerberufliche alltägliche Herausforderungen bewältigen kann.

Die gesellschaftliche Dimension fokussiert den Beitrag der Berufsausbildung zur Integration nachfolgender Generationen in Arbeit und Gesellschaft. Sie sei so zu gestalten, dass soziale Ausgrenzung vermieden und ein reibungsloser Transfer in Ausbildung und ein Arbeitsverhältnis gelingen kann.

Die wirtschaftliche Dimension adressiert den Beitrag der Berufsausbildung zur Bewahrung und Förderung der volks- und betriebswirtschaftlichen sowie der individuellen Leistungsfähigkeit. Aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive zielt sie dabei auf die Entwicklung von Humanressourcen zur Sicherstellung des quantitativen Arbeitskräftevolumens. Betriebswirtschaftlich gesehen soll die Versorgung mit qualifizierten Arbeitskräften gewährleistet sein. Auf das Individuum bezogen konkretisiert es sich in der Form der Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit und der materiellen Existenzgrundlage.

Die Berufsausbildung in MBUSI richtet sich in der wirtschaftlichen Dimension zuallererst nach dem Bedarf von qualifizierten Arbeitskräften von MB. Volkswirtschaftliche Bedarfe stehen nicht explizit im Fokus der Überlegungen von MB, wohl aber in denen des Colleges: Das College hat das Ziel so auszubilden, dass viele der Absolventen in Arbeitsverhältnisse gebracht werden und auf lange Sicht „die Gesamtwirtschaft, die gesamte Region und der gesamte Bundesstaat Alabama von den ausgebildeten Arbeitskräften profitieren“ (Peters 2017 S.232).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des Transfers dualer Ausbildungssysteme ins Ausland und definiert die Untersuchung der MBUSI-Ausbildungsprogramme in Tuscaloosa als Einzelfallstudie.

2. Landesspezifische Rahmung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das amerikanische Bildungssystem sowie die Entstehungsgeschichte und Struktur der Ausbildung bei Mercedes Benz in Tuscaloosa.

3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert die methodische Basis, die sich auf Literaturrecherche, Dokumentenanalyse und Experteninterviews (u.a. mit Dr. Susanne Peters) stützt.

4. Systematische Analyse unter Darstellung der konstitutiven Elemente des Dualen Systems nach Euler (2013): Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der praktizierten Ausbildung bei MBUSI mit den elf Kernelementen des deutschen dualen Systems nach Euler.

5. Fazit: Das Fazit fasst die signifikanten Unterschiede sowie die erfolgreichen Innovationen zusammen und diskutiert, inwiefern das Projekt als Modell für andere Unternehmen dienen kann.

Schlüsselwörter

Duale Ausbildung, Berufsbildungstransfer, Mercedes Benz, MBUSI, USA, Tuscaloosa, Berufliche Handlungskompetenz, Qualitätsstandards, Ausbildungsprogramme, Ausbildungssystem, Systemvergleich, Industrie 4.0, Fachkräftesicherung, Kompetenzentwicklung, Qualifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die US-amerikanischen Ausbildungsprogramme der Mercedes Benz AG in Tuscaloosa und vergleicht diese mit den Prinzipien des deutschen dualen Ausbildungssystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf Bildungstransfer, die strukturelle Gestaltung beruflicher Bildung im Ausland, die Rolle von Unternehmen in der Ausbildung sowie die Anpassung an lokale Kontexte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern sich das US-Modell bei MBUSI in die Kriterien des deutschen Systems einordnen lässt und welche signifikanten Unterschiede dabei erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung von Experteninterviews, wobei der Ansatz der Fallstudienmethode genutzt wird, um die Ausbildung bei MBUSI tiefgehend zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ausbildungsaktivitäten von MBUSI anhand der elf konstitutiven Elemente des dualen Systems nach Euler (2013) systematisch analysiert und bewertet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Duale Ausbildung, MBUSI, Berufsbildungstransfer, Systemvergleich und die Anpassung an betriebliche Anforderungen sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Finanzierung bei MBUSI vom deutschen System?

In den USA finanzieren Betrieb und Individuum die Ausbildung gemeinsam ohne staatliche Förderung, während in Deutschland eine standardisierte Ausbildungsvergütung und schulische Finanzierung dominieren.

Warum spielt der tägliche Austausch zwischen College und Werk eine so wichtige Rolle?

Dieser Austausch dient der ständigen Erfolgskontrolle und ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung der Ausbildungsprogramme, was der Autor als eine Innovation gegenüber dem deutschen System wertet.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die US-amerikanischen Apprenticeship Programme der Mercedes Benz AG und die deutsche duale Ausbildung
Untertitel
Ein systematischer Vergleich aus der Perspektive des deutschen dualen Ausbildungssystems
Hochschule
Universität zu Köln  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Wirtschaftspädagogik B
Note
2,0
Autor
David Wittkamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1382162
ISBN (PDF)
9783346938725
ISBN (Buch)
9783346938732
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tuscaloosa Mercedes-Benz Duales System Duale Ausbildung Vergleichende Berufsbildungsforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Wittkamp (Autor:in), 2023, Die US-amerikanischen Apprenticeship Programme der Mercedes Benz AG und die deutsche duale Ausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382162
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Leseprobe aus  20  Seiten
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