Diese Hausarbeit beschäftigt sich im Hinblick auf die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) mit dem Förderprogramm des Marburger Rechtschreibtrainings. Dabei soll vorerst grundlegend auf die Problematik der Lese-Rechtschreibstörung eingegangen werden, bevor vor dem Hintergrund dessen verschiedene Fördermöglichkeiten bzw. Förderprogramme und ihre Wirksamkeit vorgestellt werden.
Im Fokus dieser Programme steht jedoch das sogenannte Marburger Rechtschreibtraining (MRT) von Gerd Schulte-Körne und Frank Mathwig, über das im Rahmen dieser Abhandlung näher reflektiert werden soll. So sollen Grenzen und Potenziale des Rechtschreibtrainings aufgezeigt und erläutert werden, sowie sich mit der Frage beschäftigt werden, welche Vorteile die Verwendung des Marburger Rechtschreibtrainings gegenüber der anderer LRS-Förderprogrammen bietet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
2. Mögliche Fördermöglichkeiten bei LRS
3. Das Marburger Rechtschreibtraining
3.1 Ansatz und Wirksamkeit
3.2 Studienlage und Ergebnisse
3.3 Abgrenzung zur Lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung
4. Grenzen und Potenziale des Marburger Rechtschreibtrainings
5. Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Marburger Rechtschreibtraining (MRT) im Kontext der Lese-Rechtschreibstörung (LRS). Zentrale Forschungsziele sind die Analyse der Wirksamkeit des methodischen Ansatzes, die Identifikation spezifischer Vorteile sowie die kritische Reflexion von Grenzen und Potenzialen des Programms im Vergleich zu anderen Förderansätzen.
- Grundlagen und Symptomatik von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
- Überblick über verschiedene Förderprogramme bei LRS
- Methodischer Aufbau und Wirksamkeit des Marburger Rechtschreibtrainings
- Vergleichende Betrachtung mit der Lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung
- Kritische Evaluation der Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des MRT
Auszug aus dem Buch
3.1 Ansatz und Wirksamkeit
Das Marburger Rechtschreibtraining (MRT) wird seit 2004 in der Einzel- und Gruppenförderung, in der schulischen sowie außerschulischen Förderung, sowohl in der Legasthenietherapie, als auch als angeleitetes Eltern-Training eingesetzt (Hasselhorn & Schneider, 2016, 185). Da es im Rahmen der Arbeit mit rechtschreibschwachen Kindern der Grund- und weiterführenden Schulen entwickelt wurde, eignet es sich besonders für Schüler und Schülerinnen mit LRS Problematik, kann jedoch auch von Kindern mit durchschnittlicher Rechtschreibleistung zur Verbesserung ebendieser verwendet werden. Das MRT dient als kognitiv ausgerichtetes Programm hauptsächlich der Vermittlung von Regelwissen über Rechtschreibung und entsprechender Lösungsstrategien, um gewisse Rechtschreibprobleme zu lösen. Dementsprechend setzt es als Rechtschreibregeltraining an der orthografischen Phase des Schriftspracherwerbs an, denn „LRS Kinder - so die Annahme – haben während des Schriftspracherwerbs kein implizites Regelwissen über die korrekte Schreibweise von Wörtern aufgebaut und bedürfen deshalb einer besonderen Anleitung, um Rechtschreibregeln zu lernen“ (Gold, A, 2011, 229); der Bereich der phonologischen Bewusstheit wird dabei ausgeklammert.
Beim MRT handelt es sich um eine größere Mappe, die viele verschiedene Übungssequenzen zu nahezu allen Gebieten der Rechtschreibung enthält. Beginnend mit einer Einleitung zu Ziel und Zweck des Trainings und einer Anleitung, die über die korrekte Verwendung des MRT aufklärt, folgt der 12-teilige Lern- und Übungsbereich; in einem Anhang finden sich zusätzliche Lern- und Arbeitsmaterialien, wie z.B. die Lern- und Regelkarten. Pro Kapitel wird dem Kind über mehrere Seiten je ein Phänomen der Rechtschreibung nahegebracht, wobei jedes Kapitel mit einer einfachen Übung beginnt, der zum Teil ein sogenannter Rechtschreibalgorithmus folgt. Dieser Rechtschreibalgorithmus erläutert kurz und knapp die anzuwendende Rechtschreibregel bzw. die Lernstrategie oder Vorgehensweise, um das dargestellte Rechtschreibproblem zu lösen; insgesamt werden acht Rechtschreibalgorithmen vorgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Lese-Rechtschreibstörung ein und definiert Zielsetzung sowie den Fokus auf das Marburger Rechtschreibtraining.
2. Mögliche Fördermöglichkeiten bei LRS: Es wird ein kurzer Überblick über diverse Programme zur Förderung von LRS gegeben und deren jeweilige Wirksamkeit reflektiert.
3. Das Marburger Rechtschreibtraining: Dieses Kapitel detailliert den methodischen Aufbau, die Zielgruppe und die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit des Trainings.
4. Grenzen und Potenziale des Marburger Rechtschreibtrainings: Es werden kritische Aspekte wie die Eignung für verschiedene Altersstufen und die Anforderungen an die häusliche Durchführung diskutiert.
5. Ausblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Empfehlung des Programms und Hinweisen zu sinnvollen Kombinationen verschiedener Förderansätze.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreibstörung, LRS, Marburger Rechtschreibtraining, MRT, Förderprogramm, Orthografie, Lernstörung, Rechtschreibregeln, Schriftspracherwerb, Legasthenie, Phonemwahrnehmung, Metakognition, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Marburger Rechtschreibtraining (MRT) als Förderansatz für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit deckt die Symptomatik von LRS, einen Überblick über Förderprogramme, den Aufbau des MRT sowie eine kritische Evaluation von dessen Potenzialen und Grenzen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wirksamkeit des Marburger Rechtschreibtrainings zu beleuchten und zu hinterfragen, welche Vorteile es gegenüber anderen LRS-Förderprogrammen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur und Evaluationsstudien zum Thema LRS und spezifischer Trainingsprogramme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der LRS-Problematik, einen Vergleich verschiedener Förderansätze sowie eine detaillierte Analyse des MRT inklusive seiner Wirksamkeit und Limitationen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind LRS, Marburger Rechtschreibtraining, Förderung der Schriftsprache, Rechtschreibregeln und metakognitive Lernstrategien.
Warum ist die Unterscheidung zwischen LRS und anderen Lernschwierigkeiten wichtig?
Die Arbeit stellt heraus, dass LRS erwartungswidrig bei normaler allgemeiner Intelligenz auftritt und somit isoliert von anderen Lernstörungen betrachtet werden muss.
Welcher Vorteil des Marburger Rechtschreibtrainings wird besonders hervorgehoben?
Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit zur selbstständigen Durchführung oder Arbeit gemeinsam mit den Eltern, wodurch das Kind weniger fremdanleitungsabhängig ist als bei anderen Programmen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Marburger Rechtschreibtraining. Grenzen und Potenzial, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382231