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Sprachsensibilität als Unterrichtsprinzip. Subjektive Theorien von Geschichtslehrkräften zum Zusammenhang des sprachlichen und fachlichen Lernens

Titel: Sprachsensibilität als Unterrichtsprinzip. Subjektive Theorien von Geschichtslehrkräften zum Zusammenhang des sprachlichen und fachlichen Lernens

Masterarbeit , 2022 , 141 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Arthur Kutzmann (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Spätestens mit der Schule betreten Kinder und Jugendliche ein neues sprachliches Milieu, in dem sie mit einem neuen sprachlichen Register konfrontiert werden – der sogenannten Bildungssprache. Seit diverse Schulleistungsstudien wie PISA, IGLU und der nationale IQB-Bildungstrend belegen konnten, dass bildungssprachliche Kompetenzen die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg darstellen, steht die Bildungspolitik seit den frühen 2000er Jahren vor der Aufgabe, sprachliche Bildung und Förderung als Lehr- und Lernkonzept zu installieren und unter den Chiffren ‚Sprachsensibilität‘, ‚Sprachförderung‘ oder ‚Sprachbildung‘ langfristig zu etablieren. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden kulturellen Heterogenität und der aufgrund wachsender digitaler Kommunikation ohnehin defizitären bildungssprachlichen Voraussetzungen.

In den folgenden Jahren verlieh die Disziplin der Sprachdidaktik diesem Postulat Nachdruck, indem beispielsweise Gogolin, Gomolla und Lange heraushoben, dass gerade bildungssprachliche Kompetenzen zur Produktion von diskursiven und narrativen Texten und für den Schulerfolg unerlässlich sind. Weil in der Regel jedoch nicht die Bildungssprache, sondern die Alltagssprache die Lernvoraussetzung und das Lernmedium der Lernenden darstellt, wurden die Lehrkräfte vermehrt angewiesen, neben fachlichen auch die bildungssprachlichen Kompetenzen ihrer Schülerschaft zu fördern, um heterogenitätssensibel auf die Bildungs- und Chancenungleich zu reagieren und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historiographische Rekonstruktion des Forschungsdiskurses zum Zusammenhang sprachlichen und fachlichen Lernens

2.1 Meilensteine und ihre geschichtstheoretischen und-didaktischen Konsequenzen

2.1.1 linguistic und narrative turn – Ein neuer Blick auf ‚Sprache‘ und ‚Geschichte’

2.1.2 Sprache und fachliches Lernen im Diskurshorizont der bildungspolitischen Kompetenzdebatte – ‚Sprache als fachspezifische Denk- und Lernstruktur‘

3. Sprachsensibler Geschichtsunterricht zwischen Schlüsselaufgabe und Schlüsselherausforderung

3.1 Fragestellung

3.2 Die Generierung subjektiver Theorien zum Zusammenhang sprachlichen und fachlichen Lernens und ihre Potentiale

3.3 Hypothesen

4. Definition und Operationalisierung zentraler Begrifflichkeiten

4.1 Definition: Sprachsensibler Fachunterricht

4.2 Definition: Sprachsensibler Geschichtsunterricht

4.3 Definition: Subjektive Theorien

4.4 Synthetisierte Definition und Operationalisierung: Subjektive Theorien zum Zusammenhang sprachlichen und fachlichen Lernens

5. Untersuchungsdesign

5.1 Propädeutische Vorüberlegungen

5.1.1 Untersuchungsmethode – Experteninterviewleitfaden zur Generierung subjektiver Theorien zum Zusammenhang sprachlichen und fachlichen Lernens

5.1.2 Sample – (vollausgebildete) Geschichtslehrkräfte

5.1.3 Auswertungsmethode – Strukturierende qualitative Inhaltsanalyse

5.1.4 Transkriptions- und Zitationsregeln

5.2 Prüfung der Gütekriterien für das Untersuchungsdesign

6. Ergebnisdarstellung und -interpretation

6.1 ProbandIn 1

6.1.1 Prob. 1 – Deskriptive Rekonstruktion der subjektiven Theorien

6.2 ProbandIn 2

6.2.1 Prob. 2 – Deskriptive Rekonstruktion der subjektiven Theorien

6.3. ProbandIn 3

6.3.1 Prob. 3 – Deskriptive Rekonstruktion der subjektiven Theorien

6.4. ProbandIn 4

6.4.1 Prob. 4 – Deskriptive Rekonstruktion der subjektiven Theorien

7. Diskussion – Rückschlüsse auf Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalisierung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie subjektive Theorien von Geschichtslehrkräften den Zusammenhang zwischen sprachlichem und fachlichem Lernen konzipieren und welche Auswirkungen diese Überzeugungen auf die Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalisierung im Kontext des sprachsensiblen Geschichtsunterrichts haben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie diese subjektiven Konstrukte gebildet werden und durch welche Kausalitäten sie in der Unterrichtspraxis reguliert werden.

  • Bedeutung der Sprache als konstitutives Element historischen Lernens
  • Analyse subjektiver Theorien von Lehrkräften mittels Experteninterviews
  • Herausforderungen der Umsetzung sprachsensibler Methoden im Geschichtsunterricht
  • Rolle der Lehrerprofessionalisierung für eine qualitätsvolle Unterrichtspraxis
  • Kritische Reflexion curricularer Vorgaben und unterrichtlicher Realität

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Spätestens mit der Schule betreten Kinder und Jugendliche ein neues sprachliches Milieu, in dem sie mit einem neuen sprachlichen Register konfrontiert werden – der sog. Bildungssprache. Seit diverse Schulleistungsstudien wie PISA, IGLU und der nationale IQB-Bildungstrend belegen konnten, dass bildungssprachliche Kompetenzen die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg darstellen, steht die Bildungspolitik seit den frühen 2000er Jahren insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden kulturellen Heterogenität und der aufgrund wachsender digitaler Kommunikation ohnehin defizitären bildungssprachlichen Voraussetzungen vor der Aufgabe, sprachliche Bildung und Förderung als Lehr-und Lernkonzept zu installieren und unter den Chiffren ‚Sprachsensibilität‘, ‚Sprachförderung‘ oder ‚Sprachbildung‘ langfristig zu etablieren.

In den folgenden Jahren verlieh die Disziplin der Sprachdidaktik diesem Postulat Nachdruck, indem beispielsweise Gogolin, Gomolla und Lange heraushoben, dass gerade bildungssprachliche Kompetenzen zur Produktion von diskursiven und narrativen Texten und für den Schulerfolg unerlässlich sind. Weil in der Regel jedoch nicht die Bildungssprache, sondern die Alltagssprache die Lernvoraussetzung und das Lernmedium der Lernenden darstellt, wurden die Lehrkräfte vermehrt angewiesen, neben fachlichen auch die bildungssprachlichen Kompetenzen ihrer Schülerschaft zu fördern, um heterogenitätssensibel auf die Bildungs- und Chancenungleich zu reagieren und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische und sprachdidaktische Bedeutung der Bildungssprache und führt die Thematik des sprachsensiblen historischen Lernens ein.

2. Historiographische Rekonstruktion des Forschungsdiskurses zum Zusammenhang sprachlichen und fachlichen Lernens: Dieses Kapitel arbeitet Meilensteine wie den linguistic und narrative turn auf und diskutiert ihre Konsequenzen für die Integration von Sprache in geschichtsdidaktische Konzepte.

3. Sprachsensibler Geschichtsunterricht zwischen Schlüsselaufgabe und Schlüsselherausforderung: Es werden zentrale Fragestellungen und Hypothesen zur praktischen Umsetzung von Sprachsensibilität im Fach Geschichte entwickelt und diskutiert.

4. Definition und Operationalisierung zentraler Begrifflichkeiten: Hier werden die Kernbegriffe der Arbeit, insbesondere sprachsensibler Geschichtsunterricht und subjektive Theorien, theoretisch definiert und für die empirische Analyse operationalisiert.

5. Untersuchungsdesign: Das Kapitel beschreibt methodisch das Experteninterview mit Lehrkräften sowie das Analyseverfahren der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse.

6. Ergebnisdarstellung und -interpretation: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews mit vier ProbandInnen werden deskriptiv rekonstruiert und theoriebasiert interpretiert.

7. Diskussion – Rückschlüsse auf Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalisierung: Abschließend werden die Ergebnisse hinsichtlich der Unterrichtsqualität und des Bedarfs an professioneller Lehrerentwicklung diskutiert.

Schlüsselwörter

Sprachsensibilität, Geschichtsunterricht, subjektive Theorien, narrative Kompetenz, Bildungs- und Fachsprache, Lehrerprofessionalisierung, historisches Lernen, Sprachförderung, Experteninterview, Unterrichtsqualität, domänenspezifisches Lernen, Bildungsungleichheit, Sprachkonzept, Reflexives Geschichtsbewusstsein, Qualitative Inhaltsanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Es geht um die Untersuchung von subjektiven Theorien, die Geschichtslehrkräfte über den Zusammenhang von sprachlichem Ausdruck und fachlichem Lernen besitzen, und welche Bedeutung diese Überzeugungen für ihre Unterrichtspraxis haben.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Sprachsensibilität im Unterricht, die professionelle Identität von Geschichtslehrkräften, Curricula im Fach Geschichte und die theoretische Fundierung des sprachsensiblen Lernens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll herausgefunden werden, wie Lehrkräfte den Zusammenhang von Sprache und Geschichtslernen individuell konstruieren und durch welche Faktoren dies gesteuert wird, um daraus Ansätze zur Verbesserung der Unterrichtsqualität abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen qualitativ-rekonstruktiven Ansatz, bestehend aus leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Definition zentraler Begriffe, der methodischen Darstellung des Untersuchungsdesigns und der detaillierten Auswertung der Interviews mit vier ProbandInnen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachsensibilität, Professionelles Wissen, Subjektive Theorien, Sprachbildung im Fach Geschichte, Historische Kompetenzen und Unterrichtsmethodik.

Warum spielt die Fächerkombination der Probanden eine Rolle?

Die Fächerkombination beeinflusst die individuellen subjektiven Theorien der Lehrkräfte, da beispielsweise Deutschlehrkräfte eine naturgemäß höhere Sensibilität für sprachliche Strukturen mitbringen.

Welche Rolle spielt der Kernlehrplan in der Arbeit?

Der Kernlehrplan dient als Referenzsystem, wird jedoch im Hinblick auf seine mangelnde curriculare Explizität kritisiert, was die Lehrkräfte zur individuellen subjektiven Interpretation des sprachsensiblen Unterrichts zwingt.

Ende der Leseprobe aus 141 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprachsensibilität als Unterrichtsprinzip. Subjektive Theorien von Geschichtslehrkräften zum Zusammenhang des sprachlichen und fachlichen Lernens
Hochschule
Universität Münster  (Didaktik für Geschichte)
Note
1,3
Autor
Arthur Kutzmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
141
Katalognummer
V1382260
ISBN (PDF)
9783346930385
ISBN (Buch)
9783346930392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachsensibilität unterrichtsprinzip subjektive theorien geschichtslehrkräften zusammenhang lernens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arthur Kutzmann (Autor:in), 2022, Sprachsensibilität als Unterrichtsprinzip. Subjektive Theorien von Geschichtslehrkräften zum Zusammenhang des sprachlichen und fachlichen Lernens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382260
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