Diese Arbeit untersucht auf theoretischer Ebene und auf Basis von Studien aus Amerika, Asien und Europa den Einfluss neuer Medien und Technologien auf die Entwicklung Jugendlicher. Dabei werden sowohl positive als auch negative Auswirkungen der Mediennutzung betrachtet.
Die zentrale Fragestellung lautet:
Welche Dimensionen und Konstrukte werden von der Medienselektions-, Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung im Kontext des Einflusses neuer Medien und Technologien auf die Entwicklung Jugendlicher genannt, wie hängen diese zusammen und wie können Einflussfaktoren und Auswirkungen der Medienselektion und Mediennutzung auf die relevanten Dimensionen und Konstrukte erhoben werden?
Einleitend werden die grundlegenden Begrifflichkeiten ‚Jugend‘, ‚Werte’, ‚Bedürfnisse‘, ‚Konstrukte‘ und ‚Dimensionen‘ erläutert. Im Anschluss daran werden die Forschungsfelder der Medienselektions-, Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung definiert und voneinander abgegrenzt. Weiters werden grundlegende Theorien und Modelle vorgestellt und exemplarisch Dimensionen und Konstrukte aus der Literatur aufgezeigt.
Aufgrund der wiederkehrenden medialen Diskussion, wird jeweils in einem eigenen Kapitel auf die Themen ‚Motive für den Konsum von Computerspielen‘, ‚Unterhaltungserleben und Selbstelaboration‘, ‚Gewalt und Arten bzw. Auswirkungen medialer Gewalt‘ und ‚Extraversion, Introversion und Neurotizismus‘ eingegangen.
Anschließend wird der besonderen Stellung Jugendlicher in der Medienforschung ein eigener Abschnitt gewidmet. Überdies werden aktuelle Trends und Schwierigkeiten der Medienforschung aufgezeigt.
Basierend auf diesen Grundlagen und ausgewählten Studien wird gezeigt, welche Dimensionen und Konstrukte besondere Relevanz für Jugendliche besitzen, wie diese zusammenhängen und wie die Auswirkungen und Einflussfaktoren erhoben werden können.
Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit nochmals zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND MOTIVATION
2 AUFBAU UND STRUKTUR
3 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN
3.1 KONSTRUKTE UND DIMENSIONEN
3.2 WERTE UND BEDÜRFNISSE
3.3 JUGEND
3.4 MEDIENSELEKTIONSFORSCHUNG UND MEDIENNUTZUNGSFORSCHUNG
3.4.1 DEFINITION UND ABGRENZUNG
3.4.2 GRUNDVORAUSSETZUNG FÜR DIE MEDIENNUTZUNG UND NUTZUNGSINTENSITÄT
3.4.3 GRUNDLEGENDE MOTIVE UND THESEN DER MEDIENSELEKTION UND -NUTZUNG
3.5 MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
3.5.1 DEFINITION UND ABGRENZUNG
3.5.2 GRUNDLEGENDE THESEN DER MEDIENWIRKUNG
3.6 ZUSAMMENFASSUNG
4 KONSTRUKTE UND DIMENSIONEN DER MEDIENSELEKTIONS- UND MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
4.1 WIRKUNGSBEEINFLUSSENDE INPUTFAKTOREN
4.2 ALLGEMEINE DIMENSIONEN UND KONSTRUKTE DER MEDIENSELEKTIONS- UND MEDIENNUTZUNGSFORSCHUNG
4.3 DIE BEDEUTUNG DER DIMENSIONEN KONTAKT, INVOLVEMENT UND AUFMERKSAMKEIT
4.4 MOTIVE FÜR DEN KONSUM VON COMPUTERSPIELEN
4.5 UNTERHALTUNGSERLEBEN UND SELBSTELABORATION
4.6 GEWALT UND ARTEN BZW. AUSWIRKUNGEN MEDIALER GEWALT
4.6.1 MERKMALE VON KONSUMENTEN MEDIALER GEWALT UND DES INHALTES
4.6.2 MOTIVE FÜR DIE INTERNETNUTZUNG IM ZUSAMMENHANG MIT GEWALT
4.7 EXTRAVERSION, INTROVERSION UND NEUROTIZISMUS
4.8 ZUSAMMENFASSUNG
5 RELEVANTE DIMENSIONEN FÜR JUGENDLICHE IM KONTEXT NEUER TECHNOLOGIEN UND MEDIEN UND DEREN MESSUNG
5.1 DIE BESONDERE STELLUNG JUGENDLICHER IN DER MEDIENFORSCHUNG
5.2 PROBLEMATIKEN VON FORSCHUNGSDESIGNS UND DER WANDEL IN DER FORSCHUNG
5.3 DIMENSIONEN AUS STUDIEN UND MÖGLICHE ERHEBUNGSMETHODEN
5.3.1 KONTAKT UND KONTAKTINTENSITÄT
5.3.2 MATERIALISTISCHE ORIENTIERUNG
5.3.3 NEGATIVES SELBSTWERTGEFÜHL
5.3.4 BEDÜRFNISWECKUNG UND -VERSTÄRKUNG
5.3.5 INVOLVEMENT
5.3.6 ALTER
5.3.7 GESCHLECHT
5.3.8 BILDUNGSGRAD VON REZIPIENTEN UND DEREN ELTERN
5.3.9 VERFÜGBARES HAUSHALTEINKOMMEN
5.3.10 EINFLUSS DER MEDIENNUTZUNG VON ELTERN UND GESCHWISTERN
5.3.11 SCHULISCHE LEISTUNGEN UND SUBJEKTIVE SELBSTEINSCHÄTZUNG DER EIGENEN FÄHIGKEITEN
5.3.12 IDENTIFIKATION, SELBSTFINDUNG BZW. -VERWIRKLICHUNG UND SELBSTWERTGEFÜHL
5.3.13 INFORMATIONSBEDÜRFNIS UND BEDEUTUNG DER MEDIENKOMPETENZ: SUCHE NACH INFORMATION UND RAT
5.3.14 KREATIVITÄT
5.3.15 BEDÜRFNIS NACH EMOTIONS- UND STIMMUNGSMANAGEMENT
5.3.16 GEWALT- UND AGGRESSIONSBEREITSCHAFT
5.3.17 ANGSTBEWÄLTIGUNG UND ANGSTEMPFINDEN
5.3.18 EMPATHIE, EINFÜHLVERMÖGEN, MITLEID, HILFSBEREITSCHAFT
5.3.19 BEDÜRFNIS NACH UNTERHALTUNGSERLEBEN UND ERHOLUNG
5.3.20 STRESSBEWÄLTIGUNG UND LANGEWEILE
5.3.21 GLÜCK UND LEID
5.3.22 BEDÜRFNIS NACH SOZIALER INTERAKTION
5.3.23 HUMOR
5.3.24 ONLINESUCHT
5.3.25 COMPUTERSPIELSUCHT
5.3.26 NEGATIVE GESUNDHEITLICHE KONSEQUENZEN DER MEDIENNUTZUNG
5.4 ZUSAMMENFASSUNG
6 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Einfluss neuer Medien und Technologien auf die Entwicklung Jugendlicher und deren Persönlichkeit. Dabei wird untersucht, wie sich Medienselektion, Mediennutzung und Medienwirkung wechselseitig beeinflussen und welche Dimensionen und Konstrukte in diesem Kontext für Jugendliche von Bedeutung sind, um daraus fundierte Ansätze für Erhebungsmethoden abzuleiten.
- Grundlagen der Medienselektions-, Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung
- Identifikation relevanter psychologischer und sozialer Konstrukte bei Jugendlichen
- Analyse spezifischer Nutzungsbereiche wie Computerspiele, Gewaltdarstellungen und Emotionsmanagement
- Diskussion von Erhebungsmethoden und Forschungsdesigns in der Jugendmedienforschung
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Medien im Sozialisierungsprozess
Die Bedeutung der Medien im Sozialisierungsprozess von Kindern wird beispielsweise in der KIM (Kinder und Medien, Computer und Internet) Studie 2008 deutlich: Es wird festgestellt, dass die Mediennutzung ein zentrales Thema für die Standortbestimmung der Situation von Kindern ist, da Medien sowohl in der Freizeit als auch in der Schule eine zentrale Rolle spielen. Kinder wachen mit dem Radiowecker auf, nutzen Lernprogramme in der Schule, hören Musik per MP3-Player auf dem Nachhauseweg, machen Hausaufgaben am Computer, kommunizieren mit Freunden über das Internet, verabreden sich zum Spielen per SMS, spielen Computerspiele alleine oder mit Freunden, sehen fern und lesen vor dem Schlafengehen. Die Studie beleuchtet dabei, welche Tätigkeit in welchem Alter und in welcher Häufigkeit durchgeführt wird.
Basierend auf der erwähnten Skepsis und der zunehmenden Bedeutung der Medien, erscheint eine nähere Betrachtung des Einflusses von Medien auf die Gesellschaft als notwendig. Ist die Skepsis gerechtfertigt? Haben Medien tatsächlich einen maßgeblichen Anteil an der Sozialisierung? Falls es Auswirkungen der Mediennutzung und Medienselektion gibt, welcher Art sind diese und welche positiven und negativen Einflüsse können damit in Verbindung gebracht werden?
Im Rahmen des Forschungsprojektes ‚MeTeOr‘ der Fachhochschule Oberösterreich wird eben dieser Einfluss, in diesem Falle neuer Medien und Technologien, auf die Werteorientierung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren untersucht.
Ausgegangen wird dabei davon, dass vor allem Jugendliche aufgrund der hohen Anpassungs- und Lernfähigkeit durch die Auseinandersetzung mit neuen Medien sowohl positiv wie auch negativ geprägt werden. Dabei sollte vor allem auch der mögliche positive Einfluss der Medien Berücksichtigung finden, da die Kinder- und Jugendmedienforschung sehr häufig den Fokus auf mögliche Gefahren richtet, anstatt neutral an diese Thematik heranzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND MOTIVATION: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Rolle der Medien bei der Sozialisation Jugendlicher und definiert die wissenschaftliche Relevanz sowie die Fragestellung der Arbeit.
2 AUFBAU UND STRUKTUR: Hier wird der methodische Aufbau der Arbeit erläutert, angefangen bei der Literaturrecherche über die empirische Auswertung bis hin zur Conclusio.
3 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe definiert, die drei Forschungsfelder der Medienwissenschaft voneinander abgegrenzt und wesentliche theoretische Modelle vorgestellt.
4 KONSTRUKTE UND DIMENSIONEN DER MEDIENSELEKTIONS- UND MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG: Dieser Teil vertieft die Analyse von Variablen, die die Medienwahl und -wirkung beeinflussen, mit spezifischem Fokus auf Motive wie Computerspiele und Gewalt.
5 RELEVANTE DIMENSIONEN FÜR JUGENDLICHE IM KONTEXT NEUER TECHNOLOGIEN UND MEDIEN UND DEREN MESSUNG: Dieses Kernkapitel identifiziert konkrete Dimensionen für Jugendliche, analysiert Studienergebnisse und leitet Methoden zur Erhebung dieser Variablen ab.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bewertet die methodischen Herausforderungen der Forschung und bietet Anregungen für zukünftige wissenschaftliche Arbeiten.
Schlüsselwörter
Mediennutzung, Medienselektion, Medienwirkung, Jugendmedienforschung, Sozialisation, Konstrukte, Dimensionen, Computerspielsucht, Gewaltdarstellung, Emotionsmanagement, Medienkompetenz, Onlinesucht, Längsschnittstudien, Erhebungsmethoden, MeTeOr.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie neue Medien und Technologien die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen, wobei sowohl positive als auch negative Aspekte der Mediennutzung betrachtet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Medienselektions-, die Mediennutzungs- und die Medienwirkungsforschung, jeweils mit speziellem Fokus auf die Zielgruppe der Jugendlichen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Identifikation relevanter Dimensionen und Konstrukte, die in der Forschung genannt werden, sowie die Klärung, wie deren Wechselwirkungen und Auswirkungen empirisch erhoben werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit auf Basis einer umfangreichen Literaturrecherche und der Auswertung bestehender nationaler und internationaler Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Definitionen, eine detaillierte Analyse einflussnehmender Variablen (wie Gewalt oder Computerspiele) und die Identifikation spezifischer Messmethoden für jugendrelevante Medienphänomene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Begriffe wie Mediensozialisation, Medienkompetenz, Bedürfnisweckung, Involvement und methodische Forschungsdesigns stehen im Mittelpunkt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Konstrukten“ und „Dimensionen“ eine so wichtige Rolle?
Da Konstrukte nicht direkt beobachtbar sind (wie z. B. Empathie), müssen sie über beobachtbare Dimensionen operationalisiert werden, was für die korrekte Durchführung empirischer Studien essenziell ist.
Welche Rolle spielt die Computerspielsucht in dieser Forschung?
Computerspielsucht dient als Beispiel für komplexe verhaltensbezogene Auswirkungen, wobei die Arbeit die Mechanismen hinter exzessivem Spielverhalten und deren Ähnlichkeit zu stoffgebundenen Abhängigkeiten aufzeigt.
Wie bewertet der Autor die Forschungsmethoden wie Laborexperimente?
Der Autor ordnet diese als zwar mitunter lebensfremd, aber dennoch zielführend ein, sofern sie zur Komplexitätsreduktion und Erfassung spezifischer Kausalzusammenhänge genutzt werden.
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- Alexander Hochmeier (Author), 2009, Der Einfluss neuer Medien und Technologien auf die Entwicklung Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138232