Die vorliegende Arbeit soll einen geschichtlichen Überblick zu Sullas politischem Wirken in den Jahren 83 - 79 v. Chr. geben. Im Mittelpunkt stehen Sullas Rückkehr nach Italien im Jahr 83 v.Chr., der darauf folgende Bürgerkrieg, Sullas Machtübernahme in Rom, die Proskriptionen und vor allem Sullas Diktatur mit der damit verbundenen Restauration und Reformierung des römischen Staates. Die in der geschichtswissenschaftlichen Forschung kontroverse Diskussion zur sullanischen Neuordnung des römischen Staates und die schwierige Bewertung und Interpretation von Sullas Absichten ( und seinen politischen Motiven) soll in ihren Grundzügen dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lucius Cornelius Sulla Felix (138-78 v.Chr.) - Kurzbiographie bis ins Jahr 83v.Chr.
3. Sullas Rückkehr nach Italien und der Bürgerkrieg 83-81 v.Chr.
4. Sulla crudelis : die Proskriptionen und die Unterwerfung der letzten Gegner
5. Dictator legibus scribundis et rei publicae constituendae - Die Neuordnung des römischen Staates
5.1. Die Reform der Magistraturen (Volkstribunat, Quaestur, Prätoren, Cursus Honorum)
5.1.1 Volkstribunat - tribuni plebis
5.1.2 Lex Cornelia de magistratibus
5.1.3 Lex Cornelia de praetoribus octo creandis
5.2. Die Senatsreform (Einschränkung der Censoren)
5.3. Die Neuordnung der Provinzverwaltung
5.4. Die Reform der Rechtsprechung - neue juristische Institutionen
5.5. Die Luxus- und Moralgesetzgebung
5.6. Reformen auf dem Bereich des Religiösen (lex de sacerdotis)
5.7. Die Entmilitarisierung Italiens
6. Sullas Rücktritt
7. Zusammenfassung
8. Forschungsüberblick - Literatur zu Sullas Neuordnung des Staates
9. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen geschichtlichen Überblick über Sullas politisches Wirken in den Jahren 83 bis 79 v. Chr. Im Zentrum steht dabei die Analyse seiner Machtübernahme, der Proskriptionen sowie der umfassenden staatlichen Neuordnung, um die kontroverse historische Bewertung seiner Absichten und Motive zu verdeutlichen.
- Sullas Rückkehr nach Italien und die militärische Machtübernahme
- Die Proskriptionen als Instrument politischer Verfolgung
- Strukturelle Reformen des römischen Staatswesens und der Ämterlaufbahn
- Sozialpolitische Auswirkungen durch Veteranenansiedlungen
- Die Rolle der Senats- und Justizreformen für die Stabilität der Republik
Auszug aus dem Buch
4. Sulla crudelis : die Proskriptionen und die Unterwerfung der letzten Gegner
Im November 82 v.Chr. zog Sulla als vermutlich mächtigster Mann den Rom bis dahin in seiner republikanischen Geschichte gesehen hatte in die Stadt ein. Der Bürgerkrieg war militärisch und strategisch beendet - Sulla widmete sich der Rache an seinen politischen und militärischen Gegnern. Sein Entschluß, das Morden und Rauben (ohne äußeren Zwang) fortzusetzen, ist sowohl für den heutigen Betrachter, als auch für seine Zeitgenossen, schwer nachvollziehbar. Er verfolgte all jene, die die von ihm als Konsul (88v.Chr.) getroffenen Anordnungen umgestoßen und ihn geächtet hatten.
All jene, die der popularen Politik nahe standen, oder dessen nur verdächtigt wurden, sollten verfolgt und getötete werden. Sulla dehnte zudem sein Verdikt auf jene aus, die während des Bürgerkriegs im feindlichen Lager gestanden hatten und die nicht an seiner Seite gekämpft hatten. Der Bürgerkrieg war mit Sullas Sieg im Grunde noch nicht beendet - es wiederholten sich die grausamen Ereignisse aus dem Jahr 87, als Marius (nach seiner Rückkehr aus dem afrikanischen Exil) seine politischen Gegner verfolgte. Sulla ließ die Güter der Ermordeten versteigern. Was er hierbei anwandte, war Kriegsrecht - die Gewalt des Stärkeren gegenüber dem besiegten Gegner.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Kurze Darlegung des Untersuchungszeitraums und der zentralen Fragestellung bezüglich Sullas Reformen.
2. Lucius Cornelius Sulla Felix (138-78 v.Chr.) - Kurzbiographie bis ins Jahr 83v.Chr.: Überblick über die politische und militärische Laufbahn Sullas vor seiner Machtübernahme.
3. Sullas Rückkehr nach Italien und der Bürgerkrieg 83-81 v.Chr.: Schilderung der militärischen Auseinandersetzungen nach Sullas Rückkehr aus dem Osten.
4. Sulla crudelis : die Proskriptionen und die Unterwerfung der letzten Gegner: Analyse der politisch motivierten Morde und Enteignungen durch die Proskriptionslisten.
5. Dictator legibus scribundis et rei publicae constituendae - Die Neuordnung des römischen Staates: Einleitung in die Phase der umfassenden gesetzgeberischen Reformen Sullas.
5.1. Die Reform der Magistraturen (Volkstribunat, Quaestur, Prätoren, Cursus Honorum): Erläuterung der Veränderungen im Ämterwesen, insbesondere der Beschneidung der Macht des Volkstribunats.
5.2. Die Senatsreform (Einschränkung der Censoren): Beschreibung der Aufstockung des Senats auf 600 Mitglieder und der Neuregelung des Senatszugangs.
5.3. Die Neuordnung der Provinzverwaltung: Erklärung der administrativen Reformen zur Kontrolle der Statthalter.
5.4. Die Reform der Rechtsprechung - neue juristische Institutionen: Darstellung der Einrichtung neuer ständiger Gerichtshöfe (quaestiones).
5.5. Die Luxus- und Moralgesetzgebung: Untersuchung der gesetzlichen Versuche, den Lebenswandel der römischen Oberschicht zu reglementieren.
5.6. Reformen auf dem Bereich des Religiösen (lex de sacerdotis): Zusammenfassung der Rückkehr zur Priesterwahl durch Kooptation.
5.7. Die Entmilitarisierung Italiens: Erläuterung der Maßnahmen zur Trennung von ziviler Amtsgewalt und militärischem Kommando.
6. Sullas Rücktritt: Diskussion über die Gründe für die freiwillige Niederlegung der Diktatur.
7. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse zur sullanischen Politik.
8. Forschungsüberblick - Literatur zu Sullas Neuordnung des Staates: Einordnung der Arbeit in den aktuellen Forschungsstand.
9. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Sulla, Römische Republik, Diktatur, Proskriptionen, Senatsreform, Magistraturen, Volkstribunat, Cursus Honorum, Bürgerkrieg, Antike, Verfassungsgeschichte, Restauration, Militärgeschichte, Rom.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das politische Handeln und die staatliche Neuordnung durch Lucius Cornelius Sulla in den Jahren 83 bis 79 v. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Rückkehr Sullas nach Italien, die darauf folgenden Proskriptionen sowie sein umfangreiches Reformprogramm zur Stabilisierung der römischen Republik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die geschichtliche Rolle Sullas und seine politischen Absichten anhand seines Reformwerkes zu analysieren und kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die auf einer Synthese aus antiken Quellen und moderner Forschungsliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Aufarbeitung des Bürgerkriegs sowie eine thematische Analyse der einzelnen Reformkomplexe, wie Magistratur, Senat, Rechtsprechung und Religion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Sulla, Diktatur, Proskriptionen, römische Verfassungsgeschichte und Senatsreform.
Wie bewertet der Autor Sullas Motivation bei den Proskriptionen?
Die Arbeit stellt Sullas Vorgehen als grausames Machtinstrument dar, das zwar in der Tradition des Bürgerkriegs stand, aber auch unter Berücksichtigung moderner Maßstäbe als nicht zu rechtfertigen gilt.
Welche Bedeutung kommt Sullas Rücktritt zu?
Der Rücktritt wird als ambivalenter Akt diskutiert: Einerseits wird er als konsequenter Abschluss seiner Reformtätigkeit gewertet, andererseits bleibt das Motiv hinter der Abdankung ein historisch umstrittenes Thema.
- Quote paper
- Manfred Merkel (Author), 2003, Sullas Diktatur - die Neuordnung der Römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13823