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Segmentberichterstattung - Stand und aktuelle Entwicklungen

Titel: Segmentberichterstattung - Stand und aktuelle Entwicklungen

Hausarbeit , 2007 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Kleinke (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit mehreren Jahren existieren international zwei sich konzeptionell unterscheidende
Vorschriften zur Segmentberichterstattung. Zum einen die Regelung nach
den US-GAAP in SFAS 131 „Disclosures about Segments of an Enterprise and
Related Information“ und zum anderen die Vorschrift nach IAS 14
„Segment Reporting“. Mit der Verabschiedung des neuen Standards IFRS 81 am
30.11.2006 durch das IASB, im Rahmen des “Short Term Convergence Project”,
wurde eine Angleichung an SFAS 131 angestrebt. Dies hatte zur Folge, dass eine
Abkehr vom „Risks and Rewards Approach“ zum „Management Approach“ stattgefunden
hat, worin ein Paradigmawechsel gesehen werden kann. Zu den wesentlichen
Änderungen in der Segmentberichterstattung durch IFRS 8 zählt das Heranziehen
von internen Organisationsstrukturen für die externe Berichterstattung,
wodurch dem Adressaten die Möglichkeit gegeben werden soll das Unternehmen
„through the eyes of management“ zu sehen. Durch die Anwendung des IFRS 8
sollen dem Adressaten mehr entscheidungsnützliche Informationen bereitgestellt
werden, was der IASB insbesondere mit Resultaten von empirischen Studien, die
auch schon als Begründung zur Einführung von SFAS 131 durch das FASB herangezogen
wurden, begründet (IFRS 8.BC6). Darüber hinaus führt der IASB an, dass
IFRS 8 zu einer Reduktion der Erstellungskosten führt (IFRS 8.BC9).
An dieser ambitionierten Zielsetzung gilt es den IASB zu messen. Als Erstes stellt
sich die Frage, ob dem Adressaten durch die Einführung von IFRS 8 ein Mehr an
entscheidungsnützlichen Informationen, im Vergleich zu IAS 14, zur Verfügung gestellt
wird. Es ist auch zu hinterfragen, ob durch IFRS 8 dem Management ein
subjektiver Ermessensspielraum eingeräumt wird. Dies könnte einen negativen Einfluss
auf den Informationswert der Adressaten der externen Rechnungslegung haben.
Die Vermittlung von entscheidungsnützlichen Informationen ist eine der zentralen
Zielsetzungen, an denen sich die Neufassung der Segmentberichterstattung messen
lassen muss. Abschließend muss hinterfragt werden, ob eine Einführung des IFRS 8 als positiv angesehen werden kann und mit einer Reduzierung der Erstellungskosten
für die Segmentberichterstattung verbunden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Sinn und Zweck der Segmentberichterstattung

3 Aktueller Stand und geplante Änderungen unter Beachtung der zugrundeliegenden Ansätze

3.1 Der Anwendungsbereich des IAS 14 und IFRS 8

3.2 IAS 14 und der „Risks and Rewards Approach“

3.3 IFRS 8 und der „Management Approach“

4 Kritische Würdigung der Segmentberichterstattung: „Risks and Rewards Approach“ vs. „Management Approach“

4.1 Sinn des Jahresabschlusses und die Grundprinzipien „Relevanz“ und „Verlässlichkeit“

4.2 Die Segmentberichterstattung nach IFRS/IAS und die Auswirkungen auf die Grundprinzipien

4.2.1 Der Standard IAS 14

4.2.2 Der Standard IFRS 8

4.3 Vor- und Nachteile des IAS 14 und „Risks and Rewards Approach“

4.4 Vor- und Nachteile des IFRS 8 und „Management Approach“

5 Fazit: Ist die Übernahme von IFRS 8 zu befürworten?

6 Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der internationalen Segmentberichterstattung durch den Übergang vom „Risks and Rewards Approach“ (IAS 14) zum „Management Approach“ (IFRS 8). Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die neuen Vorschriften tatsächlich zu einer höheren Entscheidungsnützlichkeit der Informationen für Adressaten führen oder ob neue Spielräume für das Management entstehen, die den Informationswert beeinträchtigen könnten.

  • Analyse der konzeptionellen Unterschiede zwischen IAS 14 und IFRS 8
  • Bewertung der Auswirkungen auf die Grundprinzipien der Rechnungslegung (Relevanz vs. Verlässlichkeit)
  • Untersuchung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Ansätze für Unternehmen und Kapitalmarkt
  • Beurteilung der Rolle des „Management Approach“ im Kontext von Corporate Governance
  • Kritische Einschätzung der globalen Konvergenzbestrebungen und der Anerkennung durch die SEC

Auszug aus dem Buch

3.2 IAS 14 und der „Risks and Rewards Approach“

Im Rahmen der Berichterstattung nach IAS 14 wird eine strikte Segmentierung in Geschäftssegmente und geografische Segmente vorgeschrieben. Diese stellen unterscheidbare Teilaktivitäten eines Unternehmens dar, die sich hinsichtlich der Risiken und Chancen von anderen Geschäftssegmenten bzw. geografischen Segmenten unterscheiden (IAS 14.9). Aufgrund der Fokussierung auf Chancen und Risiken wird dieser Ansatz „Risks and Rewards Approach“ genannt, welcher die Kernidee verfolgt, dass Segmente eine in sich homogene und zueinander heterogene Risiko- und Chancenstruktur darstellen (Segmenthomogenität).

Aber auch Elemente des „Management Approach“ finden Einzug in die Segmentberichterstattung nach IAS 14, da davon ausgegangen wird, dass die interne Organisations- und Managementstruktur eines Unternehmens als Grundlage zur Bestimmung der hauptsächlichen Herkunft der Risiken und der Eigenkapitalverzinsung dient (IAS 14.27). Maßgeblich für die Segmentabgrenzung sind die organisatorischen Einheiten für Informationen, zum Zweck der Beurteilung der Ertragskraft, an die Unternehmensleitung berichtet werden (IAS 14.31). Somit richtet sich die Segmentierung nach dem internen Berichtswesen. Da sowohl der „Management“- als auch der „Risks and Rewards Approach“ Anwendung kommt, wobei dieser durch den Erst Genannten dominiert wird, spricht man in der Literatur auch von einem „management approach with a risks- and- rewards safety net“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der internationalen Harmonisierung der Segmentberichterstattung und der Paradigmenwechsel durch IFRS 8.

2 Sinn und Zweck der Segmentberichterstattung: Erläuterung der Bedeutung disaggregierter Informationen für Adressaten zur Einschätzung der Risiken und Chancen eines Unternehmens.

3 Aktueller Stand und geplante Änderungen unter Beachtung der zugrundeliegenden Ansätze: Darstellung der Anwendungsbereiche von IAS 14 und IFRS 8 sowie der grundlegenden Konzepte beider Standards.

4 Kritische Würdigung der Segmentberichterstattung: „Risks and Rewards Approach“ vs. „Management Approach“: Detaillierte Analyse der Auswirkungen auf die Grundprinzipien der Rechnungslegung und Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile.

5 Fazit: Ist die Übernahme von IFRS 8 zu befürworten?: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile sowie Einschätzung der Auswirkungen auf den globalen Kapitalmarkt.

6 Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der Arbeit in fünf zentralen Thesen.

Schlüsselwörter

Segmentberichterstattung, IFRS 8, IAS 14, Management Approach, Risks and Rewards Approach, Rechnungslegung, Unternehmensleitung, Kapitalmarkt, Entscheidungsnützlichkeit, Transparenz, Konvergenz, Corporate Governance, Abschlussprüfung, Segmentabgrenzung, Erstellungskosten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Übergang von den alten IAS-Vorschriften zur Segmentberichterstattung hin zum neuen internationalen Standard IFRS 8 und die damit verbundenen konzeptionellen Änderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der „Risks and Rewards Approach“ und der „Management Approach“, deren Auswirkungen auf die Qualität der Finanzberichterstattung sowie die Auswirkungen auf Unternehmen und Investoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage ist, ob die Einführung von IFRS 8 zu einer höheren Entscheidungsnützlichkeit der Berichterstattung führt und ob die Vorteile des „Management Approach“ die damit verbundenen Risiken für die Verlässlichkeit der Informationen überwiegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Auseinandersetzung mit den Standards auf Basis der aktuellen Fachliteratur, empirischer Studien und der theoretischen Grundlagen der Rechnungslegung (Framework).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der kritischen Würdigung der beiden Ansätze, den spezifischen Vor- und Nachteilen für die Erstellungskosten und den Informationsgehalt sowie dem Einfluss auf die Unternehmensführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Segmentberichterstattung, IFRS 8, Management Approach, Rechnungslegung und Kapitalmarkt.

Wie beeinflusst der „Management Approach“ die interne Berichterstattung?

Er führt dazu, dass die interne Segmentierung, die bereits für die Unternehmenssteuerung (Controlling) genutzt wird, nun auch die Basis für die externe Finanzberichterstattung bildet, was die Datenkonsistenz erhöhen soll.

Welche Rolle spielt die Abschlussprüfung bei diesem Standardwechsel?

Die Abschlussprüfung fungiert als kompensierender Faktor, da sie sicherstellt, dass die vom Management gewählten Segmentabgrenzungen nicht rein manipulativ zur Ergebnisdarstellung eingesetzt werden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Segmentberichterstattung - Stand und aktuelle Entwicklungen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Seminar: Ausgewählte Fragen der Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance
Note
1,3
Autor
Andreas Kleinke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V138246
ISBN (eBook)
9783640484683
ISBN (Buch)
9783640484461
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Segmentberichterstattung Stand Entwicklungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Kleinke (Autor:in), 2007, Segmentberichterstattung - Stand und aktuelle Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138246
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Leseprobe aus  20  Seiten
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