In diesem Praktikumsbericht geht es um die Einführung von Nomen. Auch ich habe die Nomen anhand der traditionellen Wortartenlehre eingeführt. Zu Beginn wird von meiner Unterrichtssequenz berichtet, bevor im nächsten Kapitel auf den theoretischen Hintergrund eingegangen wird. Dabei wird zuerst die Schulgrammatik und ihre Kritik kurz umrissen. Anschließend wird die lexikalisch-kategoriale Wortartenlehre in Bezug zu den Nomen näher erläutert: Worin besteht die traditionelle Wortartenlehre? Warum wird sie so stark kritisiert? Und wenn sie doch so stark kritisiert wird, gibt es denn neuere beziehungsweise andere Ansätze? Diese Fragen haben schlussendlich zu der Leitfrage dieser Arbeit geführt: Inwieweit sind neuere Ansätze der Wortartenlehre bei der Einführung von Nomen von Vorteil im Vergleich zu der traditionellen Wortartenlehre?
Um diese Frage zu beantworten werden in Kapitel 4 neuere Ansätze der Wortartenlehre dargestellt. Das Ende bildet die Reflexion der Unterrichtssequenz und das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die geplante Unterrichtssequenz
2.1 Thema und Kernanliegen
2.2 Die Lerngruppe
2.3 Darstellung und Begründung der Lehr-/Lernstruktur
3 Der theoretische Hintergrund
3.1 Die Schulgrammatik und ihre Kritik
3.2 Die traditionelle Wortartenlehre
3.3 Die Kritik an der traditionellen Wortartenlehre
4 Neuere Erkenntnisse der Sprachwissenschaft
4.1 Der syntaktische Ansatz
4.2 Die Grammatik-Werkstatt nach Menzel
5 Reflexion der Unterrichtssequenz
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der etablierten, oft kritisierten traditionellen Wortartenlehre und moderneren, syntaktisch orientierten didaktischen Ansätzen bei der Einführung der Wortart Nomen im Grundschulunterricht.
- Kritische Analyse der traditionellen Schulgrammatik
- Herausforderungen der kategorialen Wortartenlehre (Nomen)
- Potenziale des syntaktischen Ansatzes zur Nomen-Identifikation
- Bedeutung der Grammatik-Werkstatt (nach Menzel)
- Reflexion einer schulpraktischen Unterrichtssequenz
Auszug aus dem Buch
3.2 Die traditionelle Wortartenlehre
Trotz neuer, aktueller Ansätze wird der „allgemein übliche“ Grundschulunterricht auch in der heutigen Zeit als lexikalisch eingeordnet. Die Wortartenlehre wird in der traditionellen Grammatik kategorial erfasst. Das heißt, dass Wörter in bestimmte Kategorien, den Wortarten, zugeteilt werden. Die Wörter werden hierbei in isolierter Form, nicht im Zusammenspiel mit anderen Wörtern, in verschiedene Wortarten eingeteilt. Die Auseinandersetzung mit isolierten Wörtern bringt Probleme mit sich, die in einem späteren Abschnitt näher erläutert werden. Im Zentrum einer kategorialen Perspektive steht die Frage nach der Anzahl der Wortarten. Die drei Hauptwortarten sind: Nomen, Adjektiv und Verb. Sie haben eine „semantische Hauptfunktion“. Die lexikalische Wortartenlehre meint, dass Nomen mit ihrer Bezeichnungsfunktion für Gegenständliches erklärt werden. Dies trifft für einen Teil der Nomen auch zu. Diese Art der Wortartenlehre lässt sich in vielen schulischen Lehrwerken finden. So werden Nomen mit Merksätzen erklärt, die besagen, dass Nomen vor allem Lebewesen, Sachen und Gegenstände und Gefühle und Gedanken bezeichnen. Nomen spielen ebenfalls bei der Großschreibung eine wichtige Rolle, denn auch die satzinterne Großschreibung wird nach dem wortartbezogenen Ansatz gelehrt. Dieser besagt, dass alle Nomen großgeschrieben werden. Dies führt zur Annahme, dass alle Schüler*innen erkennen müssen, was ein Nomen ist, um die korrekte Großschreibung zu beherrschen. Rein aus formaler Sicht gesehen, kann ein Nomen daran erkannt werden, dass es ein festes Genus besitzt. Im Zusammenhang mit anderen Einheiten im Satz kann es nach Numerus und Kasus dekliniert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet das Unbehagen gegenüber dem Grammatikunterricht und stellt die Leitfrage zur Effektivität neuerer versus traditioneller Wortartenlehren.
2 Die geplante Unterrichtssequenz: Beschreibt die konkrete Unterrichtsplanung inklusive der Lerngruppenstruktur und der methodischen Herangehensweise.
3 Der theoretische Hintergrund: Analysiert kritisch die Schulgrammatik und die traditionellen Ansätze zur Wortarteneinführung.
4 Neuere Erkenntnisse der Sprachwissenschaft: Stellt den syntaktischen Ansatz und die Grammatik-Werkstatt als moderne Alternativen vor.
5 Reflexion der Unterrichtssequenz: Reflektiert die Durchführung der eigenen Unterrichtsstunden im Lichte der theoretischen Überlegungen.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der neueren Ansätze zur Umgehung traditioneller Lernschwierigkeiten.
Schlüsselwörter
Nomen, Wortartenlehre, Grammatikunterricht, Grundschule, Schulgrammatik, syntaktischer Ansatz, Grammatik-Werkstatt, Nominalgruppe, Artikelprobe, Großschreibung, Sprachdidaktik, Konkreta, Abstrakta, Nominalisierung, Unterrichtsreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Nomen in der Grundschule eingeführt werden und vergleicht dabei traditionelle lexikalisch-kategoriale Methoden mit moderneren, syntaktisch orientierten Didaktik-Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Es geht primär um Grammatikdidaktik, Wortartentheorie, die Rolle der Großschreibung, Lernschwierigkeiten beim Identifizieren von Nomen und Ansätze zur Förderung eines relationalen Sprachverständnisses.
Welches Forschungsziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit neuere Ansätze der Wortartenlehre bei der Einführung von Nomen im Vergleich zur traditionellen Lehre Vorteile bieten.
Auf welche wissenschaftlichen Methoden stützt sich die Reflexion?
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen aus der Sprachdidaktik (z. B. nach Menzel, Granzow-Emden) mit einem schulpraktischen Selbstversuch und dessen systematischer Reflexion.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil erörtert die Kritik an der Schulgrammatik, erläutert die traditionelle Nomen-Einführung (Kategorien/Artikel-Probe) und stellt kontrastierend den syntaktischen Ansatz sowie das Konzept der Grammatik-Werkstatt vor.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Nominalgruppe, syntaktische Muster, kategoriale Perspektive und prozessorientierter Grammatikunterricht geprägt.
Warum wird die traditionelle Artikel-Probe kritisiert?
Sie gilt als problematisch, da viele Nomen (insbesondere Abstrakta) artikellos vorkommen und der Fokus auf die drei bestimmten Artikel Schüler dazu verleitet, Wörter fälschlicherweise als Nomen zu identifizieren.
Welchen Vorteil bieten Treppengedichte in diesem Kontext?
Sie ermöglichen Kindern, die prinzipielle Erweiterbarkeit von Nominalgruppen zu erkennen und syntaktisch motivierte Zusammenhänge besser zu verstehen als durch isolierte Wortbetrachtung.
Was ist das zentrale Ergebnis der Reflexion über die eigene Unterrichtssequenz?
Der Autor erkennt, dass der Fokus auf Belehrung und traditionelle Regeln (Artikel-Probe) die Kinder in ihrer Fähigkeit einschränkt, selbstständig sprachliche Strukturen zu entdecken, und plädiert für einen erfahrungsorientierten Zugang.
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- Anonym (Author), 2022, Die Einführung von Nomen mit der traditionellen Wortartenlehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382519