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Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur

Title: Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur

Term Paper , 2008 , 5 Pages , Grade: 1

Autor:in: Veronika Pichl (Author)

Literature - Medieval Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur und deren Rezeption im Mittelalter im Saxo Grammaticus. Weiters wird der Umgang der katholischen Kirche mit dem Phänomen des Glaubens an Untote im Mittelalter untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur und deren Rezeption im Mittelalter/ Saxo Grammaticus

1.1 Die Geschichte

1.2 Begriffsdefinitionen

1.3 Die Geschichte der Wiedergänger im christlichen Mittelalter

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturelle und religiöse Bedeutung des Wiedergängerglaubens im mittelalterlichen Skandinavien und dessen Transformation durch die christliche Theologie. Dabei wird insbesondere analysiert, wie heidnische Vorstellungen von materiellen „lebenden Toten“ mit christlichen Konzepten des Fegefeuers und der Seelenlehre verschmolzen und in der Literatur, etwa bei Saxo Grammaticus, rezipiert wurden.

  • Phänomenologie des „Draugr“ in der nordischen Mythologie und Sagenwelt.
  • Transformation körperlicher Wiedergänger zu immateriellen Geistererscheinungen durch den christlichen Diskurs.
  • Die Rolle der Kirche bei der Institutionalisierung des Totengedenkens (Memoria).
  • Vergleich zwischen heidnischen Abwehrpraktiken (Pfählen, Köpfen) und christlichen Ritualen (Gebet, Totenliturgie).

Auszug aus dem Buch

Begriffsdefinitionen:

Die Basis für den Wiedergängerglauben bietet die Vorstellung des lebenden Toten, das heißt, dass der Tote im Grab weiterlebt, er bleibt unverwest. Wiedergänger und hungrige Tote, die sich an Lebenden vergreifen, existieren! Im Mittelalter sind die unheimlichen Wesen allgegenwärtig. Wurden in der Antike die geplagten Menschen von schattenhaften Wesen und Gespenstern gequält, so musste man im Mittelalter mit „real existierenden“ Monstern aus Fleisch und Blut fertig werden.

Diese Untoten werden Wiedergänger genannt, menschliche Wesen, die nach ihrem biologischen Tod nicht zur Ruhe kommen, sondern im Diesseits weiterleben. Im Unterschied zu Gespenstern und Trugbildern zeichnen sich Wiedergänger durch ihre reale Körperlichkeit und menschliche Gefühle wie Hunger und Sexualität aus. Außerdem verfügen sie über enorme Kräfte.

Besonders in den mittelalterlichen Sagas der nordischen Mythologie sind Wiedergänger in der Form des „Draugrs“ ein häufiges Motiv. Ein sogenannter „Draugr“ ist ein Untoter mit realem Erscheinungsbild, der nach seiner Bestattung in seinem Grab weiterlebt, aber auch an anderen Orten erscheinen kann. Obwohl sich das Wort „Draugr“ etymologisch von „Trug“ ableitet, handelt es sich um ein körperliches Wesen. Wiedergänger werden nicht durch Ruhestörungen oder Beschwörungen zum Leben erweckt, sondern sie erscheinen von selbst. Um zu verhindern, dass ein Toter lebendig wird, mussten Vorkehrungen getroffen werden. Das Pfählen und Köpfen der Verstorbenen sollte Schutz bieten. Folgt man den Quellen so war das Enthaupten ein wirksames Mittel gegen Wiedergänger, man betrachtete den Kopf als ein zum Weiterleben des Toten unentbehrliches Körperteil. Um das Wiedergängertum zu verhindern, musste dieser abgetrennt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur und deren Rezeption im Mittelalter/ Saxo Grammaticus: Das Einführungskapitel erläutert die Bedeutung von Saxo Grammaticus als Quelle und führt anhand der Sage von Asvitus und Asmund in die Thematik der Wiedergänger ein.

1.1 Die Geschichte: In diesem Abschnitt wird die konkrete Erzählung von Asvitus und Asmund dargelegt, um das Motiv des Wiedergängers als körperlich präsentes, bedrohliches Wesen zu veranschaulichen.

1.2 Begriffsdefinitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Wiedergängerglaubens und die Unterscheidung zwischen heidnischen, körperlichen Toten und christlichen Geistervorstellungen definiert.

1.3 Die Geschichte der Wiedergänger im christlichen Mittelalter: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss der Kirche auf den Totenglauben, die Entstehung der Fegefeuer-Vorstellung und wie christliche Denker wie Thietmar von Merseburg heidnische Mythen in ein christliches Weltbild integrierten.

Schlüsselwörter

Wiedergänger, Draugr, Saxo Grammaticus, Altnordische Literatur, Mittelalter, Totenkult, Fegefeuer, Memoria, nordische Mythologie, Untote, Christianisierung, Seelenvorstellung, Körperlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Wiedergänger im mittelalterlichen Skandinavien und deren literarische sowie theologische Verarbeitung im Kontext der Christianisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die nordische Sagenwelt, die Entwicklung des mittelalterlichen Totengedenkens und die Wechselwirkung zwischen heidnischen Geistervorstellungen und christlicher Glaubenslehre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Bild des Wiedergängers von einem körperlichen Monster zu einem theologisch definierten Phänomen wandelte und wie Saxo Grammaticus dieses Motiv in seine Geschichtsschreibung integrierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die primäre Sagentexte und frühmittelalterliche Chroniken unter Hinzuziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Beschreibung von Wiedergängern in Sagas, den Abwehrpraktiken gegen Untote sowie der kirchlichen Umdeutung dieser Motive durch die Einführung des Fegefeuers und die Etablierung der Memoria.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Wiedergänger, Draugr, nordische Mythologie, Christianisierung und Totenkult beschreiben.

Wie unterscheidet sich der nordische Wiedergänger von einem klassischen Gespenst?

Im Gegensatz zum Gespenst besitzt der Wiedergänger (insbesondere der Draugr) eine reale physische Körperlichkeit, zeigt menschliche Bedürfnisse wie Hunger und besitzt eine massive Kraft, während ein Gespenst als immaterielles Trugbild gilt.

Welche Bedeutung hatte das Enthaupten in diesem Kontext?

Das Enthaupten galt als notwendige physische Barriere, da man den Kopf als essenzielles Körperteil für das (Weiter-)Leben des Untoten betrachtete, dessen Abtrennung die Wiederkehr ins Diesseits unterbinden sollte.

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Details

Title
Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Veronika Pichl (Author)
Publication Year
2008
Pages
5
Catalog Number
V138263
ISBN (eBook)
9783640468928
ISBN (Book)
9783640468713
Language
German
Tags
Toten Wiedergängern Geschichte Untoten Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Pichl (Author), 2008, Von hungrigen Toten und Wiedergängern - Die Geschichte der Untoten in der altnordischen Literatur , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138263
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