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Umgang mit Varietäten im Deutschunterricht an österreichischen Schulen

Título: Umgang mit Varietäten im Deutschunterricht an österreichischen Schulen

Trabajo de Seminario , 2020 , 18 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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"Servus", "Moin", "Grüß Gott", "Tach", "Grüezi" sind einige Beispiele für Grußformeln in den verschiedensten Bereichen des deutschsprachigen Raums, die zeigen, wie variantenreich die deutsche Sprache ist. Obwohl bei der Betrachtung dieser Beispiele schnell klar wird, dass es sich bei der deutschen Sprache um kein homogenes Gebilde handelt, wird diese in der Gesellschaft und oftmals im Unterricht als solches wahrgenommen. Es wird angenommen, dass der Grund eine fehlende Sensibilisierung für die verschiedenen Varietäten der deutschen Sprache ist. Die vorliegende Proseminararbeit nimmt sich diesem Problem an und versucht die Frage zu klären, inwiefern verschiedene Varietäten des Deutschen, speziell das österreichische Deutsch, im Deutschunterricht an österreichischen Schulen thematisiert werden.

Dazu werden am Beginn der Arbeit grundlegende Begriffe wie "Innere Mehrsprachigkeit", "Varietäten", "Varianten" und "Plurizentrik" in Hinblick auf die deutsche Sprache definiert und näher erläutert. Hierbei zeigt sich, dass es sich bei der Sprache Deutsch um eine plurizentrische Sprache handelt, die sich aus drei gleichwertigen Varianten zusammensetzt: dem deutschländischen Deutsch, dem Schweizer Deutsch und dem österreichischen Deutsch. Allgemein anerkannt ist dieser Variantenreichtum der deutschen Sprache jedoch nur bei all jenen, die sich genauer mit dem Deutschen beschäftigen. Im Klassenzimmer an österreichischen Schulen wird dieser, wie ein Forschungsprojekt der Universität Wien zeigt, oftmals kaum näher thematisiert.

Der Umgang mit Varietäten beziehungsweise dessen Thematisierung im Unterricht beeinflusst allerdings das Selbstbewusstsein gegenüber der eigenen Varietät sowie die Einstellung der Sprecherinnen und Sprecher zu anderen Varietäten. Wird dieses Thema im Unterricht nicht angesprochen, wird das bereits bestehende asymmetrische Verhältnis zwischen den verschiedenen Varietäten und Varianten verstärkt. Im dritten Kapitel der Proseminararbeit wird auf dieses ungleichmäßige Verhältnis näher eingegangen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Innere Mehrsprachigkeit

2.2 Varietäten

2.2.1 Nonstandardvarietäten vs. Standardvarietäten

2.2.2 Nationale Varietäten und nationale Varianten

2.3 Plurizentrik

3. Verhältnis der verschiedenen Varietäten des Deutschen

4. Berücksichtigung der Varietäten im schulischen Kontext

4.1 Lehrpläne

4.2 Studienpläne der Pädagogischen Hochschulen und Universitäten

4.3 Lehrwerkserien

5. Notwendigkeit einer bewussten Thematisierung

6. Empfehlung für den Deutschunterricht

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit verschiedene Varietäten des Deutschen, insbesondere das österreichische Deutsch, im Deutschunterricht an österreichischen Schulen thematisiert werden, und beleuchtet die bildungspolitische Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit dieser sprachlichen Vielfalt.

  • Definition und theoretische Grundlagen von Varietäten und Plurizentrik
  • Analyse des asymmetrischen Verhältnisses zwischen dominanten und anderen Nationalvarietäten
  • Untersuchung von Lehrplänen und Studienplänen hinsichtlich der Berücksichtigung der Varietätenvielfalt
  • Kritische Evaluation der Darstellung nationaler Varianten in gängigen Lehrwerken
  • Empfehlungen zur Förderung eines Plurizentrizitätsbewusstseins im Unterricht

Auszug aus dem Buch

2.2 Varietäten

Vor allem die deutsche Sprache ist gekennzeichnet durch eine „innere“ Mehrsprachigkeit, weshalb sie in diesem Kontext als eine Sprache beschrieben werden kann, die besonders reich an Varianten sowie Varietäten ist (vgl. De Cillia 2014, S. 2). Eine Varietät ist dabei als ein Subsystem einer Sprache, also als ein komplettes sprachliches System zu verstehen, das einem übergeordneten System, einer ganzen Sprache wie dem Deutschen, zugeordnet ist (vgl. Kellermeier- Rehbein 2014, S. 17). Es handelt sich somit nicht um eine Gesamtsprache, sondern vielmehr um einen Bestandteil beziehungsweise ein Element einer Sprache. Das zeigen auch Dittmar und Schmidt-Regener, welche sprachliche Varietäten als „funktional voneinander geschiedene, konstitutive Subsysteme des Gesamtsystems einer Sprache“ (2001, S. 521) definieren. Diese „inventarisieren, welche Realisierungen von Sprache in Abhängigkeit von der Sprachgebrauchssituation systematisch zu erwarten sind und als solche auf allen Ebenen des Sprachsystems beschreibbar sind (Phonologie, Grammatik, Lexik)" (Dittmar/ Schmidt-Regener 2001, S. 521). Zu den Varietäten des Deutschen zählen folglich Dialekte, Standardvarietäten und Umgangsvarietäten, aber auch Jugendsprachen, Fachsprachen (vgl. Ammon 1995, S. 1), Soziolekte, Genderlekte, Mediolekte, Alterssprachen uvm. (vgl. Kellermeier-Rehbein, S. 17).

Des Weiteren lassen sich diese verschiedenen Varietäten nach extralinguistischen Variablen unterscheiden: Dialekte lassen sich beispielsweise nach geographischen, diatopischen Kriterien differenzieren, Soziolekte nach diastratischen, schichtspezifischen Kriterien, plurizentrische Varietäten nach staatlichen beziehungsweise regionalen Kriterien, Fachsprachen nach funktionalen Kriterien, genderspezifische Variationen nach dem Geschlecht oder die Jugendsprache nach dem Alter. (Vgl. De Cillia 2014, S. 2)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die sprachliche Vielfalt des Deutschen und das Problem, dass diese im Unterricht oft kaum oder unbewusst behandelt wird, was eine Untersuchung des Status quo in Österreich notwendig macht.

2. Begriffsbestimmung: Es werden grundlegende soziolinguistische Begriffe wie innere Mehrsprachigkeit, Varietäten und Plurizentrik definiert, um das theoretische Verständnis für das deutsche Sprachsystem als plurizentrische Sprache zu schaffen.

3. Verhältnis der verschiedenen Varietäten des Deutschen: Dieses Kapitel erläutert das oft asymmetrische Verhältnis zwischen der dominanten Nationalvarietät und anderen Varietäten, das zu Imageproblemen führt.

4. Berücksichtigung der Varietäten im schulischen Kontext: Hier erfolgt eine kritische Analyse von Lehrplänen, Studienplänen und Lehrmaterialien, die ein überwiegend monozentrisches Sprachverständnis aufzeigen.

5. Notwendigkeit einer bewussten Thematisierung: Es wird dargelegt, warum die bewusste Integration von Varietätenvielfalt für die Identitätsbildung und Sprachreflexion der Lernenden unerlässlich ist.

6. Empfehlung für den Deutschunterricht: Das Kapitel bietet konkrete Handlungsempfehlungen zur Modifikation von Curricula und zur Steigerung der fachlichen Expertise bei Lehrkräften.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nur durch eine systematische Integration in Ausbildung und Lehrwerke ein respektvoller Umgang mit den Varietäten erreicht werden kann.

Schlüsselwörter

Österreichisches Deutsch, Varietäten, Plurizentrik, Deutschunterricht, Innere Mehrsprachigkeit, Sprachnorm, Didaktik, Nationalvarietäten, Lehrplananalyse, Sprachbewusstsein, Lehrwerke, Soziolinguistik, Identitätsbildung, Image-Defizit, Deutsch als Unterrichtssprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den Umgang mit der sprachlichen Varietätenvielfalt – insbesondere dem österreichischen Deutsch – im schulischen Kontext in Österreich.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die Theorie der plurizentrischen Sprache, das asymmetrische Verhältnis zwischen verschiedenen Nationalvarietäten sowie die aktuelle Umsetzung dieser Themen in Lehrplänen und Schulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, inwiefern das plurizentrische Konzept des Deutschen im österreichischen Schulwesen und der Lehrerbildung repräsentiert ist und welche bildungspolitischen Veränderungen notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?

Die Arbeit stützt sich primär auf ein Quellenstudium, das die Analyse von Lehr- und Studienplänen sowie bereits existierender Lehrbuchserien und diskursanalytische Auswertungen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Begriffe definiert, das Machtverhältnis zwischen Varietäten analysiert und anschließend anhand der Quellen untersucht, wie stark ein monozentrisches Sprachverständnis den aktuellen Unterricht und die Lehrerbildung prägt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. österreichisches Deutsch, Plurizentrik, Varietäten, innere Mehrsprachigkeit und Sprachnorm.

Warum wird das österreichische Deutsch im Vergleich zum deutschländischen Deutsch als „defizitär“ wahrgenommen?

Dies ist laut Arbeit auf ein vorherrschendes monozentrisches Sprachverständnis und ein fehlendes Wissen über die Gleichberechtigung nationaler Varietäten zurückzuführen, was ein Image-Defizit zur Folge hat.

Welche Rolle spielt die Lehrperson laut den Ergebnissen?

Die Lehrperson ist ein zentraler Akteur; mangelnde Expertise in der Lehrerbildung führt dazu, dass Lehrkräfte die Varietätenvielfalt im Unterricht nur sehr unsystematisch oder gar nicht thematisieren.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Umgang mit Varietäten im Deutschunterricht an österreichischen Schulen
Universidad
Educational academy of the federation Steiermarks  (Institut für Germanistik)
Curso
Mehrsprachigkeit
Calificación
1
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
18
No. de catálogo
V1382852
ISBN (PDF)
9783346925923
ISBN (Libro)
9783346925930
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mehrsprachigkeit Plurizentrik Varietäten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2020, Umgang mit Varietäten im Deutschunterricht an österreichischen Schulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382852
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