Im Rahmen dieser Arbeit werden die grundsätzlich vom Fernbusmarkt ausgehenden Externalitäten und die Internalisierungsmöglichkeit über eine Fernbus-Maut untersucht. Basierend darauf erfolgt eine Betrachtung der Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb zwischen der DB und dem Fernbus.
Zu Beginn werden wichtige Begriffe voneinander abgegrenzt und wesentliche theoretische Hintergründe, die im Zusammenhang mit dieser Arbeit stehen, aufgegriffen. Hier zum einen, welchen Effekt die für Netzwerkindustrien so typischen sunk costs auf die Wettbewerbssituation zwischen der DB und dem Fernbus haben, und zum anderen, welche Externalitäten vom Straßenverkehr ausgehen.
Darauf aufbauend wird im nächsten Kapitel der Praxisbezug hergestellt und die vom Fernbus ausgehenden Externalitäten dargelegt, die Auswirkungen einer Fernbus-Maut auf den Markt betrachtet und mögliche Effekte auf den intermodalen Wettbewerb zwischen der DB und dem Fernbussektor sowie die Seite des Kunden und der Subunternehmer beleuchtet. Das letzte Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse in einem Fazit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Charakteristika des Fernverkehrs
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Netzwerkökonomie
2.2.1 Sunk Costs
2.2.2 Definition und Arten von Externalitäten
3 Externalitäten
3.1 Infrastruktur
3.1.1 ZOB und Bahnhöfe
3.1.2 Infrastrukturwege des Fernbusses und der DB
3.2 Vorliegende externe Effekte
3.2.1 Externe Kosten durch globale sowie lokale Luftschadstoffe
3.2.2 Externe Kosten durch Verkehrslärm
3.2.3 Externe Unfallkosten
3.2.4 Externe Staukosten
3.2.5 Externe Kosten Natur/Landschaft
3.3 Internalisierung der externen Effekte
4 Auswirkungen auf den Wettbewerb
4.1 Allokation
4.2 Innovation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die externen Effekte des durch die Liberalisierung des Fernbusmarktes im Jahr 2013 entstandenen Wettbewerbs zwischen Fernbussen und der Deutschen Bahn. Ziel ist es, Möglichkeiten der Internalisierung dieser externen Kosten – insbesondere durch das Instrument einer Fernbus-Maut – zu analysieren und deren Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb und die Marktakteure zu bewerten.
- Grundlagen des Fernverkehrs und der Netzwerkökonomie
- Klassifizierung und Quantifizierung externer Effekte im Transportwesen
- Analyse von Instrumenten zur Internalisierung externer Kosten
- Untersuchung der Wettbewerbsdynamik zwischen Fernbus und Schiene
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Sunk Costs
Vergleicht man die Kostenstruktur zwischen der DB und dem Fernbus, so stellt man grundlegende Unterschiede fest, die nachhaltige Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb haben. Der Unterschied konzentriert sich im Wesentlichen auf die Fixkosten, die sich in klassische Fixkosten und die sog. sunk costs aufteilen lassen. Diese Kosten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie unumkehrbar sind als „versunken“ bzw. „untergegangene Investitionen“ verstanden werden. Diese irreversiblen Kosten entstehen z. B. für das Schienennetz der DB oder die dazugehörigen Überwachungssysteme. Ein anderer Verwendungszweck schließt sich in beiden Fällen aus, was charakteristisch für sunk costs ist. Anders verhält es sich bei Verwaltungsgebäuden. Sie können ohne weiteres verkauft oder vermietet werden und sind nicht an ihren ursprünglichen Zweck gebunden.15 Die Investitionen, die in Verbindung mit sunk costs stehen, sind für Unternehmen, die diese bereits getätigt haben, nicht mehr entscheidungsrelevant, für mögliche Wettbewerber jedoch schon. Die Wettbewerber müssen entscheiden, ob das Risiko von sunk costs eingegangen werden soll, weshalb man diese Kosten auch als Markteintrittsbarriere versteht.16 Stellt sich nun im Wettbewerb eine Substitutionskonkurrenz ein, die im Verhältnis nur wenige bis keine sunk costs berücksichtigt, wie etwa im Fall der DB und dem Fernbus, so ergibt sich im intermodalen Wettbewerb für den Netzbetreiber eine Preisdisziplinierung.17
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Liberalisierung des Fernbusmarktes ein, skizziert die Problematik externer Effekte durch den verstärkten Verkehr und formuliert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Internalisierung negativer Effekte.
2 Grundlagen und Charakteristika des Fernverkehrs: Hier werden zentrale Begriffe abgegrenzt und die ökonomischen Rahmenbedingungen, insbesondere die Bedeutung von Sunk Costs für den Wettbewerb zwischen Bahn und Fernbus, erläutert.
3 Externalitäten: Dieses Kapitel analysiert systematisch die verschiedenen Arten externer Effekte wie Luftschadstoffe, Lärm, Unfälle und Staus, und diskutiert Ansätze zu deren Internalisierung.
4 Auswirkungen auf den Wettbewerb: Es wird untersucht, wie sich spezifische Maßnahmen zur Internalisierung, insbesondere eine mögliche Fernbus-Maut, auf die Allokationsentscheidungen und Innovationskraft der konkurrierenden Verkehrsträger auswirken.
5 Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Internalisierung externer Kosten zwar sinnvoll ist, aber aufgrund der komplexen Datenlage und der Wettbewerbsstrukturen bei der Ausgestaltung der Maut eine vorsichtige Abwägung erforderlich ist.
Schlüsselwörter
Fernbusmarkt, Deutsche Bahn, externe Effekte, Internalisierung, Fernbus-Maut, intermodaler Wettbewerb, Sunk Costs, Luftschadstoffe, Verkehrslärm, Infrastrukturkosten, Allokationsfunktion, Wohlfahrtsökonomie, Verkehrspolitik, Marktliberalisierung, Personenfernverkehr
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die externen Effekte des Fernbusverkehrs in Deutschland seit seiner Liberalisierung 2013 und bewertet, wie diese durch ökonomische Instrumente, primär eine Fernbus-Maut, internalisiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Netzwerkökonomie, der Systematisierung externer Kosten (wie Lärm, CO2 und Unfälle), den Infrastrukturgegebenheiten sowie der Wettbewerbsbeziehung zwischen Fernbus und Schiene.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie externe Effekte des Fernbusverkehrs ökonomisch korrekt internalisiert werden können, ohne den intermodalen Wettbewerb zwischen Bus und Bahn in einer Weise zu verzerren, die volkswirtschaftlich ineffizient wäre.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse ökonomischer Grundlagen sowie der Auswertung aktueller Studien, Daten zum Wegekostengutachten und politischen Dokumenten zur Verkehrsinfrastrukturpolitik.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Sunk Costs, Externalitäten), die detaillierte Bestandsaufnahme externer Effekte und eine Analyse der Auswirkungen von Allokations- und Innovationsfaktoren auf den Wettbewerb durch potenzielle Mautmaßnahmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Fernbus-Maut, Internalisierung negativer Externalitäten, Marktliberalisierung, intermodaler Wettbewerb sowie spezifische Kosten wie Luftschadstoffe und Verkehrslärm.
Wie wirken sich Sunk Costs auf den Wettbewerb zwischen Bahn und Fernbus aus?
Sunk Costs fungieren als Markteintrittsbarrieren. Da die DB als Netzbetreiber hohe irreversible Kosten trägt, der Fernbus aber auf existierender Infrastruktur agiert, entsteht ein Wettbewerbsvorteil des Fernbusses bei den Fixkosten, was den Preiswettbewerb verschärft.
Warum ist die Internalisierung externer Effekte bei Fernbussen so komplex?
Die Komplexität ergibt sich aus der schwierigen Quantifizierung der Kosten (z. B. subjektive Lärmbelästigung), der lückenhaften Datenlage zu den spezifischen Verursachern und dem bestehenden Zielkonflikt zwischen Umweltschutzvorgaben und der Aufrechterhaltung eines kostengünstigen Mobilitätsangebots.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Externe Effekte im deutschen Fernbusmarkt. Internalisierung und Auswirkungen auf den intermodalen Wettbewerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382868