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Der kulturelle Wandel ausgelöst durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen. Ein interkultureller Blick

Titel: Der kulturelle Wandel ausgelöst durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen. Ein interkultureller Blick

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 2,8

Autor:in: Paul Quesada (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit erforscht den durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen ausgelöste kulturellen Wandel.

Stellt man heutzutage die Frage, was die Kultur eines Menschen ist, so verführt es einen wohl intuitiv zu einer Beantwortung, die den Begriff in Zusammenhang mit einer Nationalität oder Ethnie setzt. Diese Applikation des Kulturbegriffs auf ein bestimmtes Kollektiv ruft die Möglichkeit der Abgrenzbarkeit hervor , indem sich beispielsweise die französische Kultur von der deutschen unterscheidet. Erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Entstehung des Nationalismus in Deutschland, wurde der Begriff zur Distinktion von anderen Staaten verwendet, während sich "Kultur" zuvor eher auf den Einzelmenschen bezog. Mit dem 20. Jahrhundert erweiterte sich die Perspektive und bezog nunmehr die "historische Spezifität der Lebensweise" mit ein. Der Kulturbegriff ließe sich nun, so der Kulturtheoretiker Stefan Rieger mit Herder, auf Gruppierungen jeglicher Größenordnungen applizieren und diene zur Definition charakteristischer Handlungsvorgänge sowie Formen der Lebensgestaltung, unter der Prämisse, dass jede Gruppe ihre eigene besitzt.

Dass Kultur nicht als derart abgeschlossenes Konstrukt verstanden werden kann, wie es diese Definitionsversuche nahelegen, soll in dieser Arbeit anhand des ausgelösten kulturellen Wandels durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen im 4. Jh. v. Chr. gezeigt werden. Dazu soll dieser Komplex im Lichte der interkulturellen Forschung betrachtet werden, um die Frage zu beantworten, ob das, was man heutzutage als eine partikuläre Kultur annimmt, nur ein Produkt aus früheren kulturellen Vermischungen ist. Dazu soll in einem ersten theoretischen Teil die Forschung rund um Interkulturalität, Postkolonialismus und die Manifestation kulturellen Austauschs näher erläutert werden, um gemachte Beobachtungen auf das Kernthema um Alexander zu applizieren. Dieses soll zunächst damit eröffnet werden, den Charakter des Alexanders und seine Motivationen näher zu erläutern, welche als Grundstein für die stattgefundenen kulturellen Wechselwirkungen fungierten. Konkretisierungen seines Einflusses werden in einem Passus zur Münzprägung näher erläutert, die Auskunft darüber liefert, wie das Herrschervorbild des makedonischen Königs noch lange nach seiner Zeit rezipiert wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kultur als pluraletantum? – Interkulturalität

3. Wechselseitige Wirkung von Macht

4. Alexander der Große: Zwischen Eroberung und Erkundung

5. Der Beginn des kulturellen Wandels

6. Numismatik

7. Der frühe Buddhismus

8. Firdausis Schahnameh-Rezeption nach 1000 Jahren

9. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen ausgelösten kulturellen Wandel unter interkultureller Perspektive, um zu analysieren, ob heutige partikuläre Kulturen maßgeblich aus historischen Vermischungsprozessen hervorgegangen sind.

  • Interkulturalität, Postkolonialismus und hybride Identitätsbildung
  • Die Rolle Alexanders des Großen als Mittler zwischen Orient und Okzident
  • Münzprägung als historischer Beleg für kulturellen Austausch
  • Veränderungen im Buddhismus durch griechische Einflüsse
  • Die literarische Rezeption des Alexandermythos im Schahnameh

Auszug aus dem Buch

6. Numismatik

Doris Bachmann-Medick bezeichnet Kultur als etwas, was über das Geschriebene und Gesprochene hinausgeht.28 So zählt auch die Münzprägung seiner Zeit als maßgeblicher Faktor und heute noch nachweisbarer Beleg für die durch Alexander ausgelöste kulturelle Praxis. Die Münze des Doppel-Dareikos wird mir Alexanders Herrschaft in Umlauf gebracht und bildete den makedonischen Herrscher mit persischem Herrschergewand als Nachfolger des besiegten Königs Dareios ab. 29Dieser Synthese von griechisch-asiatischem Brauch leisteten auch zahlreiche spätere Herrscher folge, so beispielsweise der baktrische König Diodotos (ca. 250. v. Chr.), welcher den mächtigsten aller Götter griechischer Mythologie, Zeus, auf die Rückseite seiner Münzen prägen ließ.30

Später fand auch der durch Alexander popularisierte Herakles seinen Einzug in die Münzprägung des Euthydemus, wessen Sohn und Nachfolger Demetrios (200 v. Chr.) sich mit Elefantenhaube nach dem Vorbild des großen Eroberers abbilden ließ.31 Die Eroberung Baktriens durch den makedonischen Herrscher brachte griechische Glaubensvorstellungen nach Zentralasien, was zu einer Inkorporation ebendieser in die einheimische Kultur führte. So wurden Verknüpfungen im Kontext der Charakteristika von griechischen und nichtgriechischen Göttern hergestellt, sodass Herakles als Ebenbild des zoroastrischen Siegesgottes Verthragna, des buddhistischen Vajrapani und Krishnas aus dem Hinduismus rezipiert wurde.32 Weiterhin fanden zweisprachig beschriftete Münzen ihren Einzug in den indischen Raum, mit griechischen Inschriften auf der Vorderseite und der entsprechenden indischen Übersetzung in Brahmi-Schrift auf der Rückseite.33

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Kulturbegriff ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des kulturellen Wandels durch Alexanders Eroberungen.

2. Kultur als pluraletantum? – Interkulturalität: Dieses Kapitel kritisiert essentialistische Kulturbegriffe und stellt das Konzept des dritten Raums sowie hybride Identitäten vor.

3. Wechselseitige Wirkung von Macht: Es wird erörtert, wie Macht im interkulturellen Kontakt nicht nur einseitig wirkt, sondern Raum für Aushandlungsprozesse bietet.

4. Alexander der Große: Zwischen Eroberung und Erkundung: Das Kapitel beleuchtet Alexanders Motivationen und seine Rolle bei der Öffnung der Welt zwischen griechischen und orientalischen Traditionen.

5. Der Beginn des kulturellen Wandels: Hier wird der unmittelbare kulturelle Wandel in den gegründeten Städten und der architektonischen Verschmelzung thematisiert.

6. Numismatik: Dieses Kapitel liefert anhand von Münzprägungen greifbare Belege für die hybride kulturelle Identität in den eroberten Gebieten.

7. Der frühe Buddhismus: Es wird aufgezeigt, wie durch den graeco-baktrischen Einfluss die Darstellung Buddhas eine maßgebliche Hybridisierung erfuhr.

8. Firdausis Schahnameh-Rezeption nach 1000 Jahren: Dieses Kapitel untersucht, wie der Alexandermythos Jahrhunderte später im persischen Raum literarisch verarbeitet und tradiert wurde.

9. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Kultur ein dynamischer Prozess ist und betont die Bedeutung von Appropriation in der Menschheitsgeschichte.

Schlüsselwörter

Alexander der Große, Interkulturalität, kultureller Wandel, Hybridität, dritter Raum, Postkolonialismus, Numismatik, Münzprägung, Buddhismus, Vajrapani, Herakles, Schahnameh, Kulturkontakt, Macht, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser akademischen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die Eroberungszüge Alexanders des Großen einen langfristigen kulturellen Wandel zwischen Orient und Okzident ausgelöst haben und ob heutige Kulturbegriffe die historische Realität dieser Vermischungsprozesse korrekt erfassen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die interkulturelle Forschung, den Postkolonialismus, die historische Untersuchung von Machtstrukturen sowie die Analyse materieller und literarischer Hinterlassenschaften, wie Münzprägungen und den Alexandermythos in der persischen Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob das, was heute als partikuläre Kultur angenommen wird, in Wahrheit ein Produkt früherer kultureller Vermischungen ist, und dies am Beispiel von Alexander dem Großen zu demonstrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt einen interkulturellen Forschungsansatz, der theoretische Konzepte (z. B. von Homi K. Bhabha und Jurij Lotman) auf historische Begebenheiten, numismatische Funde und literarische Texte appliziert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Interkulturalität, die Ambivalenz von Alexander als Eroberer und Erkunder, die architektonischen und numismatischen Zeugnisse der kulturellen Verschmelzung sowie die Transformation des Buddhismus und die spätere literarische Rezeption im Schahnameh.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Charakteristische Begriffe sind Alexander der Große, Interkulturalität, kulturelle Hybridität, dritter Raum, Kulturkontakt und Identitätsbildung.

Wie beeinflusste Alexander der Große die buddhistische Kunst?

Durch den Kontakt mit hellenischen Traditionen wandelte sich die Darstellung Buddhas von einer abstrakten, symbolischen Form hin zu einer vollständig abgebildeten, humanoiden Figur, die teilweise griechische Vorbilder wie Herakles integrierte.

Was zeigt das Beispiel der Münzprägung über die Zeit hinweg?

Die Münzprägung dient als Beleg für eine bewusste Inkorporierung griechischer und asiatischer Symbole, was darauf hindeutet, dass Nachfolger Alexanders die bestehende kulturelle Hybridität als Charakteristikum ihrer Herrschaftsgebiete anerkannten.

Welche Rolle spielt die literarische Arbeit von Firdausi für die Argumentation?

Firdausis Schahnameh verdeutlicht, wie ambivalent die Alexander-Figur über 1000 Jahre hinweg im persischen Raum rezipiert wurde – von der Darstellung als Tyrann bis hin zum göttlich inspirieren Herrscher, wobei stets kulturelle Vermischungen zwischen Orient und Okzident sichtbar werden.

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Details

Titel
Der kulturelle Wandel ausgelöst durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen. Ein interkultureller Blick
Hochschule
Université du Luxembourg  (Institut für deutsche Sprache, Literatur und Interkulturalität)
Veranstaltung
Didaktik des Reisens
Note
2,8
Autor
Paul Quesada (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1382898
ISBN (eBook)
9783346927316
ISBN (Buch)
9783346927323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander der Große Kultur Interkulturalität Antike Kolonialismus Kulturelle Aneignung Kultureller Wandel Kulturelle Wechselwirkungen Buddhismus Griechenland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Quesada (Autor:in), 2023, Der kulturelle Wandel ausgelöst durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen. Ein interkultureller Blick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382898
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Leseprobe aus  20  Seiten
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