Diese dramapädagogische Einheit widmet sich im Speziellen dem Thema Mobbing, denn überall, wo Kinder zusammenkommen, kann es zu Konflikten und wenn diese über längere Zeit andauern, auch zu sozialen Ausgrenzungen kommen. Es ist daher wichtig, bereits Kinder in jungen Jahren für Mobbing und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sensibilisieren, denn vieles passiert verdeckt, ohne dass Erwachsene etwas bemerken. Die vorliegende dramapädagogische Einheit soll somit dazu dienen, nicht nur die Themen Mobbing, Ausgrenzung und Anderssein, sondern auch die Themen Mut, Selbstvertrauen, Akzeptanz und Toleranz anzusprechen.
Als Pretext für diese dramapädagogische Einheit wird das Sachbilderbuch "Tomatenrot oder Mobben macht traurig" von Jan De Kinder herangezogen. Dieses veranschaulicht, wie ein Bub namens Tom von einem Mitschüler namens Paul und später von einer ganzen Gruppe wegen einer Eigenschaft, für die er nichts kann, ausgelacht, verspottet und gemobbt wird. Als Außenseiter wagt es Tom aus Angst weiterer Handgreiflichkeiten seitens Paul allerdings nicht, das Mobbing anzusprechen. Auch die am Mobbing unbeteiligten Personen haben vorerst nicht den Mut, sich zu den Vorfällen zwischen Tom und Paul zu äußern.
Durch die lebensnahe Schilderung der Ausgrenzung einer Person aufgrund einer bestimmen Eigenschaft, eignet sich dieses Bilderbuch sehr gut, für die Auseinandersetzung mit diesem Thema. Es schildert Erfahrungen, die viele Kinder in der Schule machen, jedoch, so wie Tom oder die Mitläuferin, nicht ausdrücken können und dient als Hilfestellung zur Verbalisierung dieser. Ebenso kann es als Prävention bzw. zur Darstellung, was in einer Klasse geschieht und wie solche Vorfälle verhindert werden können, eingesetzt werden, denn durch den Inhalt sowie die ausdrucksstarken Bilder wird den Kindern Raum gegeben, die Ereignisse zu deuten und darüber zu sprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Thema
1.2 Pretext „Tomatenrot oder Mobben macht traurig“
1.2 Schulstufe & Stundenumfang
1.3 Ziele
1.4 Lehrplanbezug
2. Ablauf der dramapädagogischen Einheit
2.1 Warm up
2.2 Simple Person Activity (Teil 1) & Gerüchte
2.3 Erzählung 1
2.4 Chor
2.5 Albträume
2.6 Standbild
2.7 Speak your Thoughts
2.8 Innerer Monolog
2.9 Impulsbild & Geräuschkulisse
2.10 Eigenschaften einer Rolle
2.11 Ein Tag im Leben von Paul
2.12 Erzählung 2
2.13 Engel und Teufel
2.14 Charakterumriss – belebt
2.15 Entscheidung
2.16 Soziogramm
2.17 Beziehungspuppen
2.18 Abstimmung
2.19 Teacher in Role & Crumple Person Activity (Teil 2)
2.20 Ausstieg aus der Rolle
3. Anhang
3.1 Pretext „Tomatenrot oder Mobben macht traurig“ (Erzählung 1)
3.2 Pretext „Tomatenrot oder Mobben macht traurig“ (Erzählung 2)
3.3 Crumple Person Activity
3.4 Chor
3.5 Innerer Monolog
3.6 Impulsbild & Geräuschkulisse
3.7 Soziogramm
Zielsetzung & thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler im jungen Alter mittels dramapädagogischer Methoden für die Problematik des Mobbings zu sensibilisieren. Die Forschungsfrage untersucht, wie durch den Einsatz von literarischen Pretexthaftungen, Rollenspielen und Reflexionsübungen ein tieferes Verständnis für soziale Ausgrenzung sowie ein stärkeres Bewusstsein für Inklusion, gegenseitige Achtung und Zivilcourage im schulischen Kontext gefördert werden kann.
- Sensibilisierung für Mobbing und seine verschiedenen Erscheinungsformen.
- Stärkung von Selbstvertrauen, Akzeptanz und Toleranz bei Heranwachsenden.
- Förderung der Urteils- und Kritikfähigkeit im sozialen Miteinander.
- Einsatz dramapädagogischer Techniken como Werkzeug zur Verbalisierung und Reflexion.
- Entwicklung von Strategien zur präventiven Gestaltung eines positiven Schulklimas.
Auszug aus der Arbeit
1.1 Thema
Diese dramapädagogische Einheit widmet sich im Speziellen dem Thema Mobbing, denn überall, wo Kinder zusammenkommen, kann es zu Konflikten und, wenn diese über längere Zeit andauern, auch zu sozialen Ausgrenzungen kommen. Es ist daher wichtig, bereits Kinder in jungen Jahren für Mobbing und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sensibilisieren, denn vieles passiert verdeckt, ohne dass Erwachsene etwas bemerken. Den Kindern fehlt es dabei aber häufig an Worten, um sich zu solchen Vorfällen zu äußern, sodass sie dem Mobbing hilflos ausgeliefert sind.
Unterschiedlichste Eigenschaften werden dann zum Vorwand genommen, um auf eine einzelne Person loszugehen, sie auszulachen, zu verspotten oder im schlimmsten Fall auch körperlich anzugreifen. Hier kommt den Eltern, aber auch vor allem der Schule eine bedeutende Rolle zu. Sie müssen den Heranwachsenden dabei helfen, diesem Thema eine Sprache zu geben und ihnen vermitteln, wie man in einem sozialen Gefüge miteinander umgeht sowie alle Beteiligten dazu auffordern, aktiv an der Gestaltung eines Klassen- sowie Schulklimas mitzuwirken, das von Inklusion, gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und Toleranz geprägt ist.
Die vorliegende dramapädagogische Einheit soll somit dazu dienen, nicht nur die Themen Mobbing, Ausgrenzung und Anderssein, sondern auch die Themen Mut, Selbstvertrauen, Akzeptanz und Toleranz anzusprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing in der Schule und führt das gewählte Sachbilderbuch als methodischen Ankerpunkt ein.
2. Ablauf der dramapädagogischen Einheit: Hier wird der detaillierte Prozess der Unterrichtseinheit beschrieben, von Aufwärmübungen über die Arbeit mit verschiedenen dramapädagogischen Conventions bis hin zur abschließenden Reflexion.
3. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Materialien wie die verwendeten Textauszüge für die Erzählungen, Arbeitsanweisungen für Rollenspiele sowie Vorlagen für die Soziogrammarbeit.
Schlüsselwörter
Dramapädagogik, Mobbing, Deutschunterricht, Soziale Ausgrenzung, Inklusion, Schulklima, Prävention, Rollenspiel, Persönlichkeitsentwicklung, Zivilcourage, Literaturdidaktik, Empathie, Sekundarstufe I.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt ein dramapädagogisches Konzept zur präventiven Auseinandersetzung mit Mobbing im Deutschunterricht der sechsten Schulstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Mobbing, soziale Ausgrenzung, das Erkennen von Mobbingstrukturen sowie die Förderung von Empathie, Zivilcourage und respektvollem Umgang miteinander.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Schülerinnen und Schüler durch handlungsorientierte Methoden zu sensibilisieren, sodass sie Mobbing erkennen, reflektieren und aktiv an einem positiven sozialen Miteinander arbeiten können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf der Dramapädagogik und nutzt diverse "Conventions" (Spieltechniken), um Themen erfahrbar zu machen und durch Rollenübernahme neue Perspektiven zu eröffnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen strukturierten Ablauf der Unterrichtseinheit, der Phasen wie Warm-up, die Bearbeitung durch Erzählung, Standbilder, inneren Monolog und soziometrische Kartierungen umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Dramapädagogik, Mobbingprävention, Soziales Lernen, handlungsorientierter Unterricht und Rollenspiel.
Warum wird die „Crumple Person Activity“ verwendet?
Diese Methode dient als kraftvolle visuelle Metapher, um zu verdeutlichen, wie verletzend Worte und Gerüchte sind, da das Zerknittern der Papierfigur die emotionale Last des Opfers greifbar macht.
Welche Rolle spielt das Soziogramm in diesem Konzept?
Das Soziogramm unterstützt die Schüler dabei, Beziehungsdynamiken innerhalb der Klasse visuell darzustellen und deren Veränderung durch eigenes Handeln oder durch das Eingreifen von Außenstehenden zu analysieren.
Warum ist eine Phase zur Rollendistanzierung wichtig?
Mit der Abschlussübung "10-0 und Tschüss" wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler die während des Dramas eingenommenen, teils emotional belastenden Rollen bewusst ablegen und in ihre Alltagsperspektive zurückkehren.
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- Anonym (Author), 2022, Das Bilderbuch "Tomatenrot oder Mobben macht traurig" von Jan De Kinder. Dramapädagogischer Unterrichtsentwurf zum Thema Mobbing (6. Klasse Deutsch), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382934