Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem französischen Poeten Léon-Paul Fargue.
Zwei seiner Prosagedichte, Marées und La gare se dressait..., werden näher betrachtet und analysiert, weil sie biographisch bedeutungsvoll zu sein scheinen.
Gegenstand dieser Arbeit wird unter anderem sein, zu untersuchen, in welchem Maße die Großstadt Paris die Werke und das Leben Fargues beeinflusst hat. Welche zusätzlichen Faktoren Ausdruck in seinen Gedichten finden, soll ebenfalls aufgezeigt werden.
Zunächst wird die Person Léon-Paul Fargue vorgestellt, wobei der Akzent auf die Kindheit und die schulische Laufbahn des Poeten gelegt wird. Seine Eltern und sein Freundeskreis werden ebenfalls ansatzweise erwähnt. Hierzu dienen eine objektive Biographie und Aussagen seiner Freunde als Textgrundlage.
Die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die analysierten Gedichte prägende Lebensabschnitte Fargues widerspiegeln, soll zusammen mit einer Schlussbetrachtung diese Arbeit abrunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Léon-Paul Fargue
2.1 L'enfance – Die frühen Jahre Fargues
2.2 Schullaufbahn
2.3 Bekannte und Leidenschaften
2.4 Widersprüche
3. Marées aus: D'après Paris
3.1 Analyse
4. La gare se dressait... aus: Poëmes
4.1 Analyse
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Werke des französischen Poeten Léon-Paul Fargue mit einem Fokus auf zwei ausgewählten Prosagedichten, die in einen biographischen Kontext gesetzt werden. Ziel ist es, den Einfluss der Großstadt Paris sowie prägender Lebensphasen auf die literarische Arbeit Fargues zu ergründen und die Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern seine Gedichte seine persönliche Lebensgeschichte widerspiegeln.
- Biographische Analyse von Léon-Paul Fargue (Kindheit, Schule, soziales Umfeld).
- Untersuchung des Einflusses der Stadt Paris auf Fargues Leben und Werk.
- Detailanalyse des Prosagedichts "Marées" und dessen Verbindung zu Kindheitserinnerungen.
- Detailanalyse des Prosagedichts "La gare se dressait..." im Kontext von Einsamkeit und Kriegserfahrung.
- Diskussion der Rolle von Bahnhöfen als zentrale Symbole in Fargues Lyrik.
Auszug aus dem Buch
3.1 Analyse
Das Prosagedicht Marées gehört zur Textsammlung D'après Paris, es ist das zweite Gedicht aus diesem Werk und wurde um 1932 verfasst. Es handelt sich um eine kurze, aber dennoch für sein Werk sehr signifikante Passage. Der Autor beschreibt eine Kindheitserinnerung. Der geografische Ort, an dem sich diese Erinnerung abspielt, ist Paris.
Auch während dieser Erinnerung ist das lyrische Ich (das ich mit Fargue gleichsetze) Fußgänger in Paris und läuft neben seinem Vater her. Man spürt eine starke Bindung zum Vater, den Fargue hier durch den kindlichen Blick schildert (Zeile 5 und 6). Der Vater Léon-Paul Fargues taucht oft in seinen Erinnerungen und Gedichten auf. Diese Bindung ist merkwürdig, da Fargue erst mit 16 Jahren anerkannt wurde.
Der Beginn des Gedichts („J'ai découvert la mer, enfant, rue de Sèvres [...]“ Zeile 1) frappiert, da das lyrische Ich sich mitten in der Stadt befindet und dort das Meer entdeckt. Fargue beschreibt an dieser Stelle des Gedichts ein für viele Menschen wichtiges Ereignis: den ersten Blick auf das Meer, den Fargue zeitlich-örtlich eingrenzt und durch die näheren Umstände abrundet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Autors Léon-Paul Fargue und Erläuterung der Zielsetzung, zwei Prosagedichte biographisch zu untersuchen.
2. Léon-Paul Fargue: Biographischer Abriss inklusive Kindheit, Schullaufbahn sowie Einblicke in seine sozialen Kreise und Leidenschaften.
2.1 L'enfance – Die frühen Jahre Fargues: Detaillierte Betrachtung der frühen Kindheit in Paris, geprägt durch Einsamkeit und prägende Ereignisse wie die Weltausstellung.
2.2 Schullaufbahn: Beschreibung der schulischen Ausbildung, Begegnungen mit Zeitgenossen wie Alfred Jarry und dem Aufenthalt in Coburg.
2.3 Bekannte und Leidenschaften: Überblick über Fargues soziales Netzwerk, seine Leidenschaft für Musik und Malerei sowie den Einfluss der Zeitschrift Commerce.
2.4 Widersprüche: Kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen biografischen Quellen und der Diskrepanz zwischen Legendenbildung und historischen Fakten.
3. Marées aus: D'après Paris: Literarische Untersuchung des Prosagedichts im Hinblick auf seine Kindheitserinnerungen und die symbolische Bedeutung der Gezeiten.
3.1 Analyse: Tiefgehende Interpretation des Gedichts, die die Realitätsverzerrung durch kindliche Imagination und die Vaterbeziehung beleuchtet.
4. La gare se dressait... aus: Poëmes: Analyse eines weiteren Prosagedichts, das Einsamkeit und traumatische Erfahrungen thematisiert.
4.1 Analyse: Untersuchung der Bahnhofs-Metaphorik und der emotionalen Resonanz des lyrischen Ichs im Kontext des Krieges.
5. Schlussbetrachtungen: Fazit über die Identifikation Fargues mit Paris und die Bedeutung von Bewegung sowie Bahnhöfen in seinem Gesamtwerk.
Schlüsselwörter
Léon-Paul Fargue, Prosagedicht, Paris, Kindheitserinnerung, Biografie, Literaturanalyse, D'après Paris, Poëmes, Bahnhof, Gezeiten, Imagination, Einsamkeit, Vaterbeziehung, Lyrik, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse zweier Prosagedichte des französischen Poeten Léon-Paul Fargue im Spiegel seiner Biografie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die autobiographische Prägung von Fargues Lyrik, die Rolle der Stadt Paris als Inspirationsquelle und die symbolische Bedeutung von Bahnhöfen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, in welchem Maße Fargues Werk biographisch bedeutsam ist und wie seine Lebenserfahrungen Eingang in seine Gedichte finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine biographische Analyse und die detaillierte textimmanente Interpretation ausgewählter Prosagedichte unter Hinzuziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Poeten, eine kritische Betrachtung seiner Biografie und eine detaillierte Analyse der Gedichte "Marées" und "La gare se dressait..."
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Léon-Paul Fargue, Paris, Kindheitserinnerung, Imagination, Bahnhofsmotivik und biographische Literaturwissenschaft.
Warum spielt das "Bon marché" eine Rolle in der Analyse von "Marées"?
Es fungiert als zentraler Ort der Kindheitserinnerung, dessen Wahrnehmung im Erwachsenenalter eine Diskrepanz zur kindlichen Vorstellung aufzeigt, was Fargue mit den Gezeiten vergleicht.
Welchen Stellenwert nimmt der Bahnhof in Fargues Werk ein?
Der Bahnhof dient laut der Arbeit als "boulangerie de souvenirs" und ist ein wiederkehrendes, faszinierendes Motiv, das als dramatische Figur im Leben des Poeten gedeutet wird.
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- Philippe Hering (Author), 2008, Zu Léon Paul Fargue - "Der Fußgänger von Paris", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138328