Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Auswirkungen der Globalisierung auf die Einkommensverteilung des Irans. Führte die Globalisierung zu steigender Ungleichheit zwischen
den Einkommensschichten oder trug sie zur Konvergenz der Einkommensniveaus bei? Die vermehrte internationale Verflochtenheit kann fallweise die Armut bzw. Umverteilung der Einkommen begünstigen. Dies tritt ein, wenn nicht alle Einkommensklassen in gleichem Maße von dem weltweiten Handel profitieren. Den nachstehenden Untersuchungen zufolge ist Armut bzw. Ungleichheit ein Produkt verschiedener Einflussfaktoren. Welche Variablen Armut hervorgerufen und welche sie verringert haben, soll in der folgenden Ausarbeitung untersucht werden.
Sohrab Behdad (1989) kam zu dem Resultat, dass die Umverteilungspolitik in den ersten Jahren der Revolution (1979-1981) die Einkommensungleichheit zwischen der ländlichen und städtischen Bevölkerung reduzierte. Erst als sich die politische Situation im Land 1981 normalisierte, kehrte sich dieser Trend um, so dass die Ungleichheit wieder zunahm. Die vor der Revolution versprochenen (...) Ausmaß an wie kurz vor der Revolution.
Dagegen ist B.H. Zonooz (2005) der Auffassung, dass die positiven Grundgedanken der islamischen Revolution nicht konsequent umgesetzt wurden. Verteilungspolitische Maßnahmen zugunst8 (...) welche der Armut mit einem geringen Wirtschaftswachstum, höherer Inflation und steigender Arbeitslosigkeit Herr werden will.
Folgt man der WTO-Studie (2000)(...) Rechtsform und Sozialpolitik zielstrebig durchgeführt werden.
Die vorliegende Ausarbeitung gliedert sich in folgende Abschnitte: Zunächst erläutert der zweite Abschnitt intensiv die Grundzüge der iranischen Wirtschaft und zeigt wichtige Entwicklungslinien auf. Ausgehend von theoretischen Erkenntnissen und Merkmalen der
Globalisierung stellt der dritte Abschnitt die für die Untersuchung notwendigen Daten vor. Mit Hilfe von zwei ökonometrischen Modellen untersucht der darauf folgende Abschnitt, in welchem Maße ein Zusammenhang zwischen Globalisierung und Armut besteht. Abschnitt fünf stellt das verwendete Messverfahren kurz vor. Im weiteren Verlauf werden die Schätzergebnisse inhaltlich diskutiert, kritisch hinterfragt und auf Robustheit sowie Zuverlässigkeit untersucht. Abschließend erfolgt im sechsten Abschnitt eine kurze Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Armut, Einkommensverteilung und Globalisierung
3. Datenverfügbarkeit
3.1 Globalisierungsvariablen
3.2 Nichtglobalisierungsvariablen
4. Ökonometrisches Modell
4.1 Ökonometrisches Modell für den AQI
4.2 Ökonometrisches Modell für den SPG
5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse des AQI – Modells
5.2 Ergebnisse des SPG - Modells
6. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die Einkommensverteilung im Iran, insbesondere unter der Fragestellung, ob der internationale Handel zur Verringerung der Armut beigetragen hat oder ob andere strukturelle Faktoren die Ungleichheit im Land maßgeblich beeinflussen.
- Analyse der historischen Entwicklung der Einkommensungleichheit im Iran
- Einfluss von Globalisierungsvariablen wie Handel und ausländischen Direktinvestitionen
- Rolle von Öleinnahmen und deren Umverteilungseffekte
- Wirkungsweise öffentlicher Bildungsausgaben auf das untere Einkommensquantil
- Ökonometrische Modellierung der Armutsentwicklung mittels AQI- und SPG-Indizes
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Auswirkungen der Globalisierung auf die Einkommensverteilung des Irans. Führte die Globalisierung zu steigender Ungleichheit zwischen den Einkommensschichten oder trug sie zur Konvergenz der Einkommensniveaus bei? Die vermehrte internationale Verflochtenheit kann fallweise die Armut bzw. Umverteilung der Einkommen begünstigen. Dies tritt ein, wenn nicht alle Einkommensklassen in gleichem Maße von dem weltweiten Handel profitieren. Den nachstehenden Untersuchungen zufolge ist Armut bzw. Ungleichheit ein Produkt verschiedener Einflussfaktoren. Welche Variablen Armut hervorgerufen und welche sie verringert haben, soll in der folgenden Ausarbeitung untersucht werden.
Sohrab Behdad (1989) kam zu dem Resultat, dass die Umverteilungspolitik in den ersten Jahren der Revolution (1979-1981) die Einkommensungleichheit zwischen der ländlichen und städtischen Bevölkerung reduzierte. Erst als sich die politische Situation im Land 1981 normalisierte, kehrte sich dieser Trend um, so dass die Ungleichheit wieder zunahm. Die vor der Revolution versprochenen Maßnahmen, wie die Schaffung von Gleichberechtigung und Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen für die Armen, verpufften im Zuge des Iran-Irak Krieges. Nach Sohrab Behdad (1989) wurden die Reichen reicher und die Armen ärmer. Die Kluft zwischen dem oberen und unteren Dezil der Einkommensverteilung nahm wieder annährend identisches Ausmaß an wie kurz vor der Revolution.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, beleuchtet historische Kontroversen zur iranischen Wirtschaftspolitik und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Armut, Einkommensverteilung und Globalisierung: In diesem Kapitel werden die Grundzüge der iranischen Wirtschaft, die Abhängigkeit von Ölexporten und die historische Entwicklung der Einkommensverteilung im Zeitverlauf analysiert.
3. Datenverfügbarkeit: Hier werden die verwendeten Variablen (Globalisierungs- und Nichtglobalisierungsvariablen) sowie die Berechnungsgrundlagen für die Armutsindizes dargelegt.
3.1 Globalisierungsvariablen: Definition und Relevanz von Variablen wie ausländischen Direktinvestitionen (FDI), Handelsvolumen und Importzöllen für das ökonometrische Modell.
3.2 Nichtglobalisierungsvariablen: Erläuterung struktureller Einflussfaktoren wie Staatsausgaben, Ölpreis, Bildungsausgaben und Pistazienpreise.
4. Ökonometrisches Modell: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Konstruktion der Regressionsgleichungen zur Prüfung der Armutsdeterminanten.
4.1 Ökonometrisches Modell für den AQI: Spezifizierung der Regressionsmodelle zur Analyse des durchschnittlichen Einkommens der ärmsten 20% der Haushalte.
4.2 Ökonometrisches Modell für den SPG: Zusammenfassung der Vorgehensweise zur Modellierung des „Squared Poverty Gap“ Indizes.
5. Ergebnisse: Auswertung und Interpretation der durchgeführten Regressionsschätzungen unter Einbezug politischer Hintergründe.
5.1 Ergebnisse des AQI – Modells: Detaillierte Darstellung der Schätzergebnisse und deren ökonomische Implikationen hinsichtlich Handel, Bildung und Investitionen.
5.2 Ergebnisse des SPG - Modells: Bestätigung der vorangegangenen Ergebnisse durch den SPG-Index und Analyse der Umverteilungseffekte innerhalb der armen Bevölkerungsschichten.
6. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass Globalisierung zwar Einkommen steigert, jedoch ohne flankierende Sozialpolitik zur Polarisierung der Gesellschaft beitragen kann.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Iran, Einkommensverteilung, Armut, Handelsliberalisierung, Ölexporte, Einkommensungleichheit, Regressionsanalyse, ausländische Direktinvestitionen, Bildungsausgaben, Wirtschaftswachstum, Armutsbekämpfung, Gini-Koeffizient, Strukturwandel, Volkswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Korrelation zwischen globalisierungsspezifischen Faktoren wie internationalem Handel und der ökonomischen Situation der ärmsten Bevölkerungsschichten im Iran.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die iranische Wirtschaftsgeschichte seit der Revolution, die Bedeutung der Öleinnahmen, der Einfluss von ausländischen Investitionen sowie die Wirksamkeit staatlicher Bildungspolitik auf die Armutsbekämpfung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob die Globalisierung im Iran zu einer Konvergenz der Einkommen führte oder ob sie – trotz Einkommenszuwächsen bei den Armen – die Kluft zwischen den Einkommensschichten weiter vertiefte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine ökonometrische Regressionsanalyse (KQ-Methode) angewandt, um auf Basis historischer Datenreihen die Signifikanz verschiedener Einflussvariablen auf die Armutsindizes AQI und SPG zu ermitteln.
Welche Inhalte bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Datengrundlage, die ökonometrische Modellierung der Zusammenhänge und die kritische Diskussion der statistischen Schätzergebnisse vor dem Hintergrund der iranischen Wirtschaftsstruktur.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika sind die ökonometrische Armutsanalyse, die Rolle der Handelsliberalisierung, die Auswirkungen von ausländischen Direktinvestitionen und der institutionelle Kontext der iranischen Wirtschaft.
Welche Rolle spielen die Ölpreise in der Untersuchung?
Öleinnahmen fungieren als wesentliche Variable, da sie einerseits das Wachstum fördern, andererseits aber durch ihre undurchsichtige Verwendung und die Kopplung an Staatsstrukturen den Umverteilungsprozess zwischen Arm und Reich im Iran maßgeblich beeinflussen.
Warum haben Bildungsausgaben laut der Studie einen nur bedingten Einfluss?
Obwohl Bildung als förderlich gilt, zeigt die Studie, dass aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und fehlender wirtschaftlicher Perspektiven für Jugendliche die investierten Mittel oft nicht die beabsichtigte Wirkung zur nachhaltigen Armutsreduzierung entfalten konnten.
- Quote paper
- Daniel Gölzenleuchter (Author), 2009, Globalisierung und Armut am Beispiel des Iran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138367