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Zivilisation und Schamgefühl. Eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Elias’ Zvilisationstheorie

Titel: Zivilisation und Schamgefühl. Eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Elias’ Zvilisationstheorie

Hausarbeit , 2023 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Zivilisationstheorie von Norbert Elias. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Norbert Elias’ Theorie sowie seine Thesen zum Verhalten der Menschen, welche er in seinem Werk „Prozess der Zivilisation“ beschreibt, noch aktuell sind. Um dies zu untersuchen, wird in dieser Arbeit Elias’ These der Verschiebung von „Scham- und Peinlichkeitsgrenzen“, welche er in seiner bereits benannten Zivilisationstheorie annimmt, genauer untersucht.

Rücksichtsloses und unangepasstes Verhalten innerhalb öffentlicher Räume wird von einem Großteil der Menschen heutzutage als belastend empfunden. Solch ein Verhalten scheint jedoch keine Seltenheit zu sein und wird immer öfter nicht nur von einzelnen Personen bzw. "Randgruppen" an den Tag gelegt, sondern wird v.a. von jüngere Bevölkerungsgruppen als "normal" angesehen.

Die Arbeit geht zunächst auf den Prozess der Zivilisation ein und beschreibt den Begriff der Zivilisation, die Soziogenese und Psychogenese. Anschließend werden vor allem die Aspekte der Peinlichkeit und des Schamgefühls betrachtet, bevor sich kritisch mit der Zivilisationstheorie von Elias auseinandergesetzt werden soll. Zum Schluss folgt ein Fazit sowie eine persönliche Auseinandersetzung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Prozess der Zivilisation

1.1 Der Begriff der Zivilisation

1.2 Soziogenese

1.3 Psychogenese

2. Peinlichkeit und Schamgefühl

3. Kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Aktualität von Norbert Elias’ Zivilisationstheorie, indem sie analysiert, wie sich Scham- und Peinlichkeitsgrenzen sowie die Mechanismen der Selbstkontrolle in modernen Gesellschaften gewandelt haben.

  • Die Auseinandersetzung mit dem soziogenetischen und psychogenetischen Prozess der Zivilisation.
  • Die Analyse der Verschiebung von Fremd- zu Selbstzwängen im historischen Kontext.
  • Die kritische Reflexion hinsichtlich der Universalität und methodischen Genauigkeit bei Norbert Elias.
  • Die Bedeutung von Scham als zentrales Regulativ und psychologischer Indikator erfolgreicher Zivilisierung.

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Rücksichtsloses und unangepasstes Verhalten innerhalb öffentlicher Räume, wird von einem Großteil der Menschen heutzutage als belastend empfunden, teilweise sogar als „Verfall von guten Manieren“ beklagt. Solch ein Verhalten scheint jedoch keine Seltenheit zu sein und wird immer öfter nicht nur von einzelnen Personen bzw. „Randgruppen“ an den Tag gelegt, sondern wird v.a. von jüngeren Bevölkerungsgruppen als „normal“ angesehen.

Norbert Elias bezeichnet, laut Hartmut Rosa, mit dem Zivilisationsbegriff, „[...] den langfristigen Wandlungsprozess abendländischer Gesellschaften, in dem in erster Linie das menschliche Verhalten zivilisiert wurde.“ D.h.:

„[...] dass das Handeln kontrolliert und planvoll wird. Zivilisation bedeutet somit, dass sich Trieb- und Affektkontrollen sowie die Fähigkeit zur Langsicht, zum weit vorausschauenden Planen und Handeln durchsetzen. Gesellschaften werden dadurch nach innen befriedet [...]“ (Rosa 2007: 207).

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Norbert Elias’ sogenannte Zivilisationstheorie, sowie seine Thesen zum Verhalten der Menschen, welche er in seinem Werk „Prozess der Zivilisation“, beschreibt, noch aktuell, wenn nicht sogar durch das heutige Verhalten der Menschen zu widerlegen sind. Um dies zu untersuchen, werde ich in der vorliegenden Hausarbeit, Elias’ These der Verschiebung von „Scham- und Peinlichkeitsgrenzen“, die automatisch und blind arbeitende Selbstkontrollapparatur (Elias 1976: 328), und „zivilisierte Verhaltensformen“, welche er in seiner bereits benannten Zivilisationstheorie annimmt. Auch die von ihm einbezogene „Wandlung von Fremd- in Selbstzwang“, die Elias als eine Folge komplexer Gesellschaft ansieht, kann hier nicht unbenannt bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik rücksichtslosen Verhaltens in der Öffentlichkeit ein und hinterfragt die Aktualität von Norbert Elias’ Zivilisationstheorie und seinem Konzept der Selbstkontrollapparatur.

1. Der Prozess der Zivilisation: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Soziogenese und Psychogenese als zwei komplementäre Ebenen, auf denen sich der Zivilisationsprozess durch die Internalisierung von Zwängen vollzieht.

1.1 Der Begriff der Zivilisation: Hier wird definiert, dass Zivilisation ein langfristiger Wandlungsprozess ist, der durch Triebkontrolle und die Verschiebung von Fremd- zu Selbstzwängen gekennzeichnet ist.

1.2 Soziogenese: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die staatliche Monopolbildung und die daraus resultierende Interdependenz von Individuen, die zu einem zivilisierten Verhaltenskodex zwingt.

1.3 Psychogenese: Es wird die Entwicklung der menschlichen Psyche und die Ausformung der Selbstkontrollapparatur betrachtet, die Schamgefühle als affektiven Automatismus institutionalisiert.

2. Peinlichkeit und Schamgefühl: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die Rolle des Schamgefühls als wichtiges Regulativ, das historisch an höfischen Zeremonien ansetzte und sich in alle sozialen Schichten ausbreitete.

3. Kritische Betrachtung der Zivilisationstheorie: Die Arbeit setzt sich kritisch mit Elias’ methodischem Ansatz, der Qualität seiner Quellen und seiner bisweilen idealisierten Sicht auf den Zivilisierungsprozess auseinander.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die Relevanz der Trieb- und Affektregulation im Kontext globaler Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Zivilisationstheorie, Soziogenese, Psychogenese, Schamgefühl, Peinlichkeit, Selbstkontrolle, Affektkontrolle, Fremdzwang, Selbstzwang, Triebregulation, Internalisierung, Zivilisationsprozess, Interdependenz, Interdependenzketten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit Norbert Elias’ „Prozess der Zivilisation“ und untersucht, inwiefern seine Thesen zu Scham- und Peinlichkeitsgrenzen sowie zur Zivilisierung des menschlichen Verhaltens im Kontext der heutigen Gesellschaft noch ihre Gültigkeit besitzen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Monopolbildung staatlicher Gewalt, der Wandel von Fremdzwängen zu internalisierten Selbstzwängen, die Psychogenese der individuellen Selbstkontrolle sowie die gesellschaftliche Soziogenese.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die von Elias beschriebene Entwicklung der Zivilisation weiterhin als fortlaufender und linearer Prozess zu betrachten ist oder ob aktuelle gesellschaftliche Tendenzen diesem Modell widersprechen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit bedient sich einer literaturbasierten, theoretischen Analyse, in der die zentralen Werke von Norbert Elias reflektiert und durch die Auseinandersetzung mit Kritikern (wie Hans Peter Duerr) methodisch hinterfragt werden.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil erarbeitet die theoretischen Säulen Soziogenese und Psychogenese, erläutert die Entstehung von Scham als affektivem Automatismus und diskutiert abschließend die Validität von Elias’ Thesen anhand historischer und soziologischer Kritikpunkte.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Schamgefühl, Selbstkontrollapparatur, Fremdzwang, Selbstzwang und Zivilisationsprozess.

Wie bewertet der Autor kritische Einwände gegenüber Elias?

Der Autor erkennt Elias’ historische Verdienste an, teilt aber die Kritik, dass Elias Quellen teilweise unzureichend prüfte und die Komplexität sowie die negativen Seiten der Zivilisation, wie etwa globale Konkurrenzkämpfe, unterschätzte.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Thema Sexualität?

Die Arbeit stellt fest, dass Elias' Modell einer zunehmenden Tabuisierung im Bereich der Sexualität in der modernen Zeit durch eine „sexuelle Revolution“ und gesellschaftliche Enttabuisierung herausgefordert wird.

Warum ist das Schamgefühl für Elias so fundamental?

Für Elias ist das Schamgefühl kein biologisches Merkmal, sondern ein „affektiver Automatismus“ und ein zentrales Regulativ, das sicherstellt, dass Menschen gesellschaftliche Normen internalisieren und auch ohne äußere Gewaltanwendung einhalten.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zivilisation und Schamgefühl. Eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Elias’ Zvilisationstheorie
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Propädeutikum Soziologie Ⅱ
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
32
Katalognummer
V1383697
ISBN (PDF)
9783346927606
ISBN (Buch)
9783346927613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Norbert Elias Zivilisation Schamgefühl Zivilisationstheorie Propädeutikum Soziologie Elias
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Zivilisation und Schamgefühl. Eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Elias’ Zvilisationstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1383697
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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