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Bedingungsloses Grundeinkommen

"Kann durch Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) die Lebenssituation sozial schwacher Menschen verbessert werden und welche Auswirkungen hätte die Implementierung für einkommensstarke Schichten zur Folge?“

Title: Bedingungsloses Grundeinkommen

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Das Thema der vorliegenden Hausarbeit befasst sich mit einem aktuellen und gleichzeitig bereits lange bekannten Thema der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Weltweit wird über die Wirkung eines bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert und mancherorts ist es bereits längst Realität. So beziehen seit 1982 alle Bürger, die sich seit mindestens sechs Monaten legal in Alaska aufhalten (ca. 650.000 Personen), ein jährliches Grundeinkommen in gleicher Höhe. Bereits 1976 wurde der Fonds „Alaska Permanent Fund“ ins Leben gerufen, in dem die Reichtümer aus der Erdölförderung für zukünftige Generationen angespart wurden.
Mit Unterzeichnung des „Gesetzes zur Einführung eines allgemeinen Grundeinkommens für alle Brasilianer“ unter Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva wird seit Januar 2004 ein bedingungsloses Grundeinkommen schrittweise in Brasilien eingeführt.
Praktische, auch wissenschaftlich überprüfte Erfahrungen gibt es bereits beim Grundeinkommensmodell in Namibia, Basic Income Grant Coalition (BIG).
In Deutschland wurde diese Debatte verstärkt seit den 1980er Jahren von un-terschiedlichen Gruppierungen aufgegriffen und seit 2004 haben sich zu diesem Thema Initiativen überregional gebildet. Sie haben bezüglich der Grundeinkommensidee unterschiedliche Vorstellungen, Bezeichnungen, Ausgangspunkte und Modelle zur Implementierung und Finanzierung entwickelt. Im Laufe der Jahre entstand eine immer engere Netzwerkarbeit und es wurden überörtliche Landes- und Bundesvereinigungen gegründet, denen Organisationen als auch Privatpersonen angehören. Seit Mitte der 1980er Jahre wird die Idee eines Grundeinkommens in Deutschland parteipolitisch aufgenommen. Die Diskussion hierüber ist - bedingt durch das Wahljahr 2009 - brandaktuell.
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Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, dass für einkommensstarke Schichten das bGE keine entscheidenden Auswirkungen hat. Denn auf der einen Seite sind sie Bezieher desselbigen, auf der anderen Seite scheint es so, als müssten sie das bGE finanzieren. Bei näherer Betrachtung der vorgestellten Modelle muss jedoch differenziert werden:
Denn nur bei einkommensteuerfinanzierten Modellen, wie zum Beispiel dem Althaus-Modell, hängt die Finanzierung vor allem an den Personen mit großen Einkommen. Bei diesen Modellen gilt der strikte Zusammenhang, je höher das Einkommen, desto höher die finanzielle Beteiligung am Gemeinwohl. Anders das Modell von Werner: ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen / Definitionen

3 Historische Entwicklung

4 Modelle zum Grundeinkommen

4.1 Parteipolitische Modelle

4.2 Modell des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI)

4.3 Besteuerung des Einkommens

4.3.1 Das bedingungslose Grundeinkommen nach dem Ulmer Transfergrenzenmodell

4.3.2 Das Solidarische Bürgergeld

4.4 Besteuerung des Konsums

5 Diskussion

5.1 Bedeutung des bedingungslosen Grundeinkommens für einkommensschwache Bevölkerungsschichten

5.2 Bedeutung des bedingungslosen Grundeinkommens für einkommensstarke Schichten

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) die Lebenssituation sozial schwacher Menschen verbessert werden kann und welche Auswirkungen die Implementierung für einkommensstarke Schichten hätte. Der Autor analysiert hierbei verschiedene Modelle und diskutiert deren sozioökonomische Konsequenzen.

  • Historische Entwicklung und Begriffsdefinitionen des Grundeinkommens
  • Vergleich verschiedener Modelle (HWWI, Althaus, Werner)
  • Analyse der Auswirkungen auf einkommensschwache Bevölkerungsgruppen
  • Beurteilung der finanziellen und gesellschaftlichen Folgen für einkommensstarke Schichten
  • Diskussion von Finanzierungsmechanismen wie Einkommens- und Konsumbesteuerung

Auszug aus dem Buch

5.1 Bedeutung des bedingungslosen Grundeinkommens für einkommensschwache Bevölkerungsschichten

Die Bedeutung des bGE für einkommensschwache Bevölkerungsschichten lässt sich weiter nach Gruppen unterscheiden.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dürften eindeutig Nutznießer eines bGE sein. Speziell im Bildungsbereich würde ein bGE das Konzept einer gänzlich von den finanziellen Möglichkeiten und Entscheidungen der Eltern unabhängigen Ausbildungsfinanzierung übernehmen („unabhängiges Schüler-, Auszubildenden- und Studenten-BAföG“, wie es in einigen nordeuropäischen Ländern bereits realisiert ist), ohne dass es eines zusätzlichen Antrags bedarf. Dadurch steigt die Eigenverantwortung und die Abhängigkeiten von den Eltern werden gemindert. Im heutigen System führen eigene Einnahmen bei Überschreitung bestimmter Grenzen zum völligen Wegfall der Sozialbezüge. So würde nicht das Kindergeld in Höhe von 1.968 EUR pro Jahr (jeweils für das erste und zweite Kind) wegfallen, nur weil ein Student die Grenze des Grundfreibetrages gemäß § 32 a Abs. 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) von 7.834 Euro im Jahre 2009 auch nur um 1 Euro überschreitet. Mit Einführung des bGEs würden Gelegenheitsjobs ein uneingeschränkter Hinzuverdienst sein und somit zu einer Verbesserung der finanziellen Situation führen.

Ferner profitierten Existenzgründer, die auf der Basis einer unbefristeten Existenzsicherung heraus in die Selbständigkeit wechseln könnten. Ein langwieriges und formal umständliches Antragsverfahren, das die finanzielle Grundlage in der Anfangsphase der Selbstständigkeit sichert, würde entfallen. Durch Bürokratieabbau würde Kreativität sofort in unternehmerisches Handeln umgesetzt werden. Der Gründer hatte gleichzeitiger geringer Existenzängste. Anzunehmen ist, dass so die Anzahl der Existenzgründungen und die sich daraus ergebene Arbeitsplätze steigen würden.

Desweiteren würde sich die Implementierung eines bGE positiv für Rentenbezieher auswirken. Rentner, die heute über keine existenzsichernde Rente verfügen, haben nach dem zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) Anspruch auf Grundsicherungsleistungen im Alter. Diese sind – anders als das bGE – an Bedingungen geknüpft wie z. B. der Höhe der eigenen Vermögenswerte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen ein und nennt internationale sowie deutsche Beispiele für Initiativen und Modelle.

2 Begriffsbestimmungen / Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Grundeinkommen, Bürgergeld und negative Einkommensteuer voneinander abgegrenzt.

3 Historische Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert den Ursprung der Idee eines existenzsichernden Einkommens von Thomas Morus bis hin zur aktuellen Debatte.

4 Modelle zum Grundeinkommen: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Konzepte, darunter parteipolitische Ansätze, das HWWI-Modell sowie Modelle zur Einkommens- und Konsumbesteuerung.

5 Diskussion: Hier wird die Bedeutung des Grundeinkommens für einkommensschwache sowie einkommensstarke Bevölkerungsschichten detailliert erörtert.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das bGE ein Umverteilungsinstrument darstellt, dessen Wirkung entscheidend von seiner Ausgestaltung abhängt.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, Sozialpolitik, Existenzsicherung, Bürgergeld, Umverteilung, Armutsbekämpfung, Sozialstaat, Einkommensteuer, Konsumsteuer, Arbeitsmarkt, Grundsicherung, soziale Gerechtigkeit, Finanzierung, Transferleistungen, Systemwechsel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialpolitischen Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen und analysiert, inwiefern dieses die Lebenssituation von einkommensschwachen Menschen verbessern und welche Folgen es für einkommensstarke Schichten haben könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Definition des Grundeinkommens, dessen historische Entwicklung, verschiedene Finanzierungsmodelle und eine kritische Diskussion der sozioökonomischen Auswirkungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf unterschiedliche soziale Schichten unter Berücksichtigung verschiedener politischer und ökonomischer Modellansätze zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener Fachkonzepte (Modelle) sowie politischer Positionierungen im deutschen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden diverse Modelle zum Grundeinkommen vorgestellt, etwa von Parteien oder Instituten wie dem HWWI, und ihre spezifischen Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bedingungsloses Grundeinkommen, Sozialpolitik, Existenzsicherung, Umverteilung und Finanzierbarkeit.

Wie unterscheidet sich das Modell des HWWI von anderen Ansätzen?

Das HWWI-Modell setzt auf eine umfassende Steuerfinanzierung und den Wegfall nahezu aller anderen steuerfinanzierten Sozialleistungen bei gleichzeitiger Liberalisierung der Arbeitsmärkte.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Bürokratieabbau durch ein Grundeinkommen bei?

Der Autor sieht in der Konsolidierung der Vielzahl staatlicher Transferleistungen auf eine einzige Leistung ein erhebliches Potenzial zur Senkung des Verwaltungsaufwands.

Warum wird das Thema in der Arbeit als so aktuell bezeichnet?

Der Autor verweist insbesondere auf das Wahljahr 2009, in dem die Debatte um Bürgergeldmodelle verschiedener Parteien in Deutschland eine hohe politische Relevanz erhielt.

Wie beurteilt der Autor die Kritik an der Finanzierbarkeit?

Der Autor argumentiert anhand von Daten des Sozialbudgets, dass die Einführung eines Grundeinkommens nicht allein aufgrund finanzieller Gründe abgelehnt werden sollte, da bestehende Ausgaben und Verwaltungskosten gegengerechnet werden können.

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Details

Title
Bedingungsloses Grundeinkommen
Subtitle
"Kann durch Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) die Lebenssituation sozial schwacher Menschen verbessert werden und welche Auswirkungen hätte die Implementierung für einkommensstarke Schichten zur Folge?“
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Lehrstuhl für Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialmanagement)
Course
Seminar S 517: Grundfragen der Sozialpolitik
Grade
2,3
Author
Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V138385
ISBN (eBook)
9783640480753
ISBN (Book)
9783640480920
Language
German
Tags
Gerechtigkeit arm reich Althaus-Model Solidarisches Bügergeld Ulmer Transfergrenzenmodel Verteilung Konsum Einkommen Werner-Model bedingungslos bedindingt Voraussetzungen Einkommensteuer Grundeinkommen Sozialdividende Grundsicherung Alaska Namibia Politische Parteien Brasilien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author), 2009, Bedingungsloses Grundeinkommen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138385
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