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Die Universität Rostock am Ende der DDR

Bastion oder Opposition?

Title: Die Universität Rostock am Ende der DDR

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 50 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Christopher Scheele (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Rostock als oppositionelle Hochburg brachte mit Pastor Joachim Gauck, dem späteren Bundesbeauftragten für die Unterlagen des MfS (BStU), und Harald Ringstorff, dem späteren Ministerpräsident des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, um nur einige zu nennen, einflußreiche Bürgerrechtler hervor, die im weiteren Verlauf eine gewichtige Rolle in der weiteren Geschichte spielen sollten. Die dort ansässige Universität, eine der ältesten in Nordeuropa, wird schon dadurch interessant, daß sie 1989 ausgerechnet mit der Theologischen Fakultät wieder eine Fakultät an einer Universität zuließ, waren diese doch bis 1975 mit der Hochschulreform auf politischen Druck hin DDR-weit abgeschafft worden.
Unter diesem Eindruck wird die Rolle der Universitäten in der Endphase der DDR besonders interessant, einer Zeit, in der weite Kreise der Bevölkerung von oppositionellen Strömungen erfaßt wurden. Im Jahr 1989 konzentrierten sich die oppositionellen Kreise neben Ostberlin auf Leipzig (Montagsdemonstrationen) und Rostock (Donnerstagsdemonstrationen), jedoch weitaus kleiner, – alle drei Städte waren Universitätsstandorte, so daß die Frage nach der Rolle der Universitäten in großem Maße Berechtigung genießt.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsfragen und Gliederung

1.2. Forschungsstand

2. Die Hochschulreformen in der DDR

2.1. Die erste Hochschulreform

2.2. Die zweite Hochschulreform

2.3. Die dritte Hochschulreform

3. Das MfS und die Universität Rostock

4. Die Jahre 1985 bis 1989/90 an der Universität Rostock

4.1. Die Lage innerhalb der Universität – Leitung, Sektionen und Dozenten I (1985 bis 1988)

4.2. Die Lage innerhalb der Universität – Leitung, Sektionen und Dozenten II (1989/90)

4.3. Die Lage aus Sicht der Universität – 1987 bis 1990

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die politische Rolle und den Handlungsspielraum der Universität Rostock in der Endphase der DDR (1985–1990) und analysiert, inwieweit die Universität als Oppositionszentrum fungieren konnte oder durch staatliche Repression und Überwachung, insbesondere durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), sowie durch die SED-Kaderpolitik in ihrem Handeln bestimmt wurde.

  • Analyse der Auswirkungen der drei DDR-Hochschulreformen auf die politische Struktur der Universität.
  • Untersuchung der Überwachungspraktiken und der Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) an der Universität.
  • Darstellung der studentischen und universitären Haltung gegenüber der Staatsführung zwischen 1985 und 1990.
  • Bewertung des Einflusses kirchlicher Institutionen (Theologische Fakultät, ESG) auf den studentischen Widerstand.
  • Klassifizierung der Universität Rostock innerhalb der Oppositionsbewegungen der Wendezeit.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Lage innerhalb der Universität – Leitung, Sektionen und Dozenten I (1985 bis 1988)

Innerhalb der Universität Rostock galten die Sektionen Mathematik, Biologie, Medizin, Lateinamerikawissenschaften, Schiffstechnik sowie Sprach- und Literaturwissenschaften als nicht völlig linientreu. Diese Sektionen erkannten den SED-Führungsanspruch nicht an, sondern sahen sich der Wissenschaft anstatt der Ideologie verpflichtet. Vor allem die Sektionen Mathematik, Biologie sowie Medizin wiesen eine große Anzahl politisch neutraler Professoren auf. Dies machte sie gegenüber dem MfS verdächtig.

Aber auch die Sektionen Geschichte und Lehrerausbildung fielen im Jahr 1985 ins Auge des MfS. Anlaß war die kritische Diskussion um die Gleichheit innerhalb des Sozialismus, die in den Augen der Studenten bei den Fachrichtungen nicht gegeben war. Es wurde jedoch innerhalb des Systems nach Verbesserungen gesucht. Kritischer war die Situation innerhalb der Sektion Mathematik, der übrigen naturwissenschaftlichen Sektionen sowie der Schiffstechnik. Dort wurde offen das marxistisch-leninistische Pflichtfach Gesellschaftswissenschaften in Frage gestellt und als unnötig erachtet. Die Mitarbeit wurde auf ein Mindestmaß bis hin zum Boykott reduziert.

Diese zunächst folgenlose Kritik wurde durch die Studenten der Sektion Physik überschattet, die offen den Führungsanspruch der Arbeiterklasse innerhalb des Sozialismus in Frage stellten. Auch wenn diese Einwürfe noch allesamt auf der Basis des bestehenden Systems erfolgten, so stellten sie doch erste Anzeichen oppositionellen Potentials dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politische Tradition von Universitäten und führt die Forschungsfrage zur Rolle der Universität Rostock in der DDR-Krise ab 1985 ein.

2. Die Hochschulreformen in der DDR: Dieses Kapitel zeichnet die drei großen Hochschulreformen nach, die darauf abzielten, die Universitäten in sozialistische Kaderinstitutionen umzuwandeln und politische Autonomie zu unterbinden.

3. Das MfS und die Universität Rostock: Der Abschnitt analysiert die flächendeckende Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit, insbesondere den Einsatz von Inoffiziellen Mitarbeitern zur Kontrolle der Lehre und der Studenten.

4. Die Jahre 1985 bis 1989/90 an der Universität Rostock: Dieses Hauptkapitel untersucht die zunehmende Distanz von Studenten und Lehrkörpern zum SED-Regime sowie die Reaktion der Universitätsleitung auf die gesellschaftlichen Umbrüche bis zur Wiedervereinigung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfragen zur politischen Ausrichtung, Opposition und Überwachung der Universität.

Schlüsselwörter

Universität Rostock, DDR, SED, MfS, Hochschulreformen, Studentenbewegung, Opposition, Stasi, Überwachung, Inoffizielle Mitarbeiter, Wende 1989, Gesellschaftswissenschaften, DDR-Bildungspolitik, Zivilgesellschaft, Hochschulgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kontrolle und aufkeimender Opposition an der Universität Rostock während der letzten Jahre der DDR.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen der drei Hochschulreformen, das Überwachungssystem des MfS an der Hochschule und die politische Stimmung in den verschiedenen Fakultäten zwischen 1985 und 1990.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Rolle der Universität Rostock im Kontext der Rostocker Oppositionsbewegung zu verorten und zu analysieren, ob die Universität eine treibende Kraft der Wende war oder passives Objekt staatlicher Reformversuche.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Die Untersuchung basiert auf einer intensiven Quellenanalyse von Aktenmaterial des MfS sowie der Auswertung der Rostocker Universitätszeitung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Jahre 1985 bis 1990, unterteilt in die Sektionsstrukturen, den Widerstand gegen die SED/FDJ und die ineffektiven Reformbemühungen der DDR-Führung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Universität Rostock, DDR-Hochschulpolitik, MfS-Überwachung, Opposition, SED-Kaderpolitik und Wendezeit.

Welche Rolle spielte die Sektion Lateinamerikawissenschaften?

Die Sektion nahm eine Sonderrolle ein, da sie trotz ihres Status als sozialistische Elite-Ausbildung offen gegen die FDJ aufbegehrte und zur treibenden Kraft für Modernisierungsgedanken wurde.

Warum konnte die Kirche in Rostock keine stärkere oppositionelle Rolle einnehmen?

Aufgrund der Kooperation zwischen Kirche und MfS wurde die Theologische Fakultät durch zahlreiche IM unterwandert, was das oppositionelle Potenzial der kirchlichen Organe in Rostock massiv schwächte.

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Details

Title
Die Universität Rostock am Ende der DDR
Subtitle
Bastion oder Opposition?
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Universität und Politik
Grade
1,3
Author
M.A. Christopher Scheele (Author)
Publication Year
2008
Pages
50
Catalog Number
V138390
ISBN (eBook)
9783640478255
ISBN (Book)
9783640478484
Language
German
Tags
DDR Wende 1989 Universität Rostock Geschichte Universität Rostock Fall der Mauer Opposition Rostock
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Christopher Scheele (Author), 2008, Die Universität Rostock am Ende der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138390
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