Ich werde im folgenden die Derivation des französischen Satzes „Pierre chantera
cette chanson“ innerhalb des von Beard (1995) vorgeschlagenen LMBM-Modells
aufzeigen. Den zentralen Punkt meiner Darstellung bildet dabei die Derivation der
Form des flektierten Verbes „chantera“. Weiterhin werde ich versuchen, das Zusammenwirken
der autonomen grammatischen Module bei der Derivation dieses
Satzes innerhalb des Beardschen LMBM-Modells schrittweise dazustellen.
Zum besseren Verständnis der Funktionsweise dieser autonomen grammatischen
Module im Beardschen LMBM-Modell halte ich es für notwendig, auf die Basisprinzipien
einzugehen, auf welche sich Beard bei der Konzeption dieser grammatischen
Module stützt. Daher werde ich eingangs die Ableitung des Aufbaus der
grammatischen Module von den grundlegenden Basisprinzipien kurz umreißen.
Ich werde auf die Konsequenzen, welche sich aus den Basisprinzipien für Beards
Konzeption der grammatischen Module in seinem LMBM-Modell ergeben, bei
der schrittweisen Derivation des Satzes „Pierre chantera cette chanson“ differenzierter
eingehen. Die Basisprinzipien, auf die Beard sein LMBM-Modell gründet, sind die „Separation
Hypothesis“, die „Split Morphology Hypothesis“ („Lexicalist Hypothesis“/
„Lexical Integrity Hypothesis“) sowie die von Beard selbst definierten fünf Grundprinzipien.
Ich werde im folgenden auf diese beiden Hypothesen sowie auf zwei
seiner Grundprinzipien eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Die Basisprinzipien des Beardschen LMBM-Modells
2.1. Die Separationshypothese
2.2. Das erste Grundprinzip Beards
2.3. Die „Split-Morphology-Hypothesis“
2.4. Das vierte Grundprinzip Beards
3. Die Derivation der Form des flektierten Verbes „chantera“ innerhalb des Beardschen LMBM-Modells
3.1. Die Merkmalsmatrix der Form des flektierten Verbes „chantera“
3.2. Beards Konzeptioin von Flexion als syntaktischem Interpretationsmechanismus von morpholexikalischen Kategoriemerkmalen
3.3. Beards Unterteilung von grammatischen Kategorien in lexikalische und flexionale Kategorien
3.4. Die flexionale Kategorie „Agreement“ als syntaktischer Interpretationsmechanismus von morpholexikalischen Merkmalen
3.5. Die graphische Darstellung von Agreementfunktionen und flexionalen Kategoriemerkmalen in der Syntax
3.6. Die Tilung von syntaktischen Klammern und Verbanhebung durch die MS-Komponente
3.7. Die Spelling-Operationen der MS-Komponente
4. Bibliographie
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Derivation des französischen Satzes „Pierre chantera cette chanson“ innerhalb des von Beard (1995) vorgeschlagenen „Lexeme-Morpheme-Base-Morphology“ (LMBM) Modells, mit einem besonderen Fokus auf die morphologische Ableitung des flektierten Verbs „chantera“.
- Grundlagen des Beardschen LMBM-Modells
- Struktur der grammatischen Module und deren Autonomie
- Syntaktische Interpretationsmechanismen der Flexion
- Rolle der „Morphological Spelling“-Komponente (MS-Komponente)
Auszug aus dem Buch
3.7. Die Spelling-Operationen der MS-Komponente
Eine nun folgende Operation der MS-Komponente realisiert das gebundene grammatische Morphem „-era“, welches das kombinierte Merkmalsinventar Gi + Gl = G des lexikalischen Verbstammes „chant-“ markiert. Um die angehäuften grammatischen Merkmalswerte als gebundenes grammatischen Morphem realisieren zu können, muß die MS-Komponente einen Spelling-Mechanismus besitzen, welcher schrittweise operiert. Die Operationen dieser Spelling-Komponente müssen offen gehalten werden, so daß er entweder auf eine, zwei, drei, vier oder fünf Merkmale mit einer Operation reagieren kann. Dies erfordert einen Speicher, um ein Merkmal zu behalten, ohne eine Operation auszulösen, bis der Spelling-Mechanismus eine Merkmalsreihe angehäuft hat, welche den möglichen kumulativen Bedingungen einer Spelling-Operation entspricht (Beard,1995;S.56). Sobald ein Merkmal oder eine Merkmalsreihe eine Spelling-Operation ausgelöst hat, muß der Spelling-Mechanismus in der Lage sein, diese Merkmale im Speicher und in der nächsten Merkmalsreihe weiterzugehen (Beard,1995;S.56). Der Speicher der MS-Komponente erübrigt die Notwendigkeit einer 1-zu-1-Beziehung zwischen einem Kategoriemerkmal und dessen Markierer.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Definition der Forschungsaufgabe zur Derivation des Satzes „Pierre chantera cette chanson“ im Rahmen des LMBM-Modells.
2) Die Basisprinzipien des Beardschen LMBM-Modells: Einführung in die Separations- und Split-Morphology-Hypothesen sowie die Grundprinzipien der Modularität.
3) Die Derivation der Form des flektierten Verbes „chantera“ innerhalb des Beardschen LMBM-Modells: Detaillierte Analyse der Merkmalsmatrix und der schrittweisen Prozesse der Verbanhebung und Spelling-Operationen.
4) Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärliteratur von Robert Beard.
Schlüsselwörter
LMBM-Modell, Lexeme-Morpheme-Base-Morphology, Derivation, Flexion, Separationshypothese, Morphological Spelling, MS-Komponente, Agreement, Verbanhebung, syntaktische Klammern, Kategoriemerkmale, Morphosyntax, Grammatische Morpheme, Beard, Verbform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert die morphologische Derivation der französischen Verbform „chantera“ unter Anwendung des von Robert Beard entwickelten LMBM-Modells.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Trennung von Lexikon und Syntax, die Autonomie grammatischer Module sowie die spezifischen Mechanismen der morphologischen Realisierung durch die MS-Komponente.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Zusammenwirken der autonomen grammatischen Module bei der Derivation des Satzes „Pierre chantera cette chanson“ schrittweise darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die generative Morphologie angewandt, insbesondere basierend auf der theoretischen Konzeption der „Lexeme-Morpheme-Base-Morphology“ nach Robert Beard (1995).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Merkmalsmatrix des Verbs, der Interpretation von Flexion als syntaktischem Mechanismus und der Kontrolle der Verbanhebung durch die MS-Komponente.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie LMBM-Modell, Separationshypothese, Agreement, Morphological Spelling und Verbanhebung charakterisieren.
Wie funktioniert die „freie Wanderung“ von Merkmalen?
Die „freie Wanderung“ beschreibt den Prozess, bei dem nominale Kongruenzmerkmale (Person/Numerus) in der Syntax zu passenden Kongruenzpositionen wandern, um dort in Agreementfunktionen umgearbeitet zu werden.
Welche Rolle spielt die MS-Komponente bei der Tilgung syntaktischer Klammern?
Die MS-Komponente kontrolliert den Prozess der Verbanhebung und löst dabei die syntaktischen Klammern auf, was die phonologische Realisierung der angehäuften Merkmale ermöglicht.
- Quote paper
- Markus Mross (Author), 1997, Beispiel einer flexionalen Derivation im Rahmen des Beardschen Modell einer "Lexeme-Morpheme-Base-Morphology" (LMBM), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13840