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Usāma al-Azharī. „Al-haqqu l-mubīn“ als Beitrag zur Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses

Título: Usāma al-Azharī. „Al-haqqu l-mubīn“ als Beitrag zur Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses

Tesis de Maestría , 2017 , 74 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Julia Falkenberg (Autor)

Orientalismo / Sinología - Estudios islámicos
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Der Diskurs über die Erneuerung des Islams ist so alt wie der Islam selbst, da die Erneuerung (taǧdīd) in einem regelmäßigen Abstand von etwa hundert Jahren bereits in einem ḥadīṯ des Propheten Mohammed vorausgesagt wurde. Obwohl neuere Studien über die Azhar des 20. Jahrhunderts zu dem Schluss kommen, dass der Diskurs bis 2008 zum Erliegen gekommen sei, lässt sich vielmehr eine Wiederbelebung nach dem ägyptischen Staatsstreich vom Juni 2013 unter neuen Voraussetzungen feststellen. Nach dem Arabischen Frühling 2011, der Verschmelzung der religiösen und politischen Sphäre unter der ersten demokratisch gewählten ägyptischen Regierung aus Muslimbrüdern und salafistischen Parteien sowie der Schaffung eines Islamischen Staates im Irak und in Syrien wurde die Entpolitisierung der religiösen Sphäre in Ägypten zu einer der dringendsten Aufgaben der neuen Regierung unter Sīsī. Ziel dieses Beitrags ist es, die Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses zu beschreiben, wobei das Werk von Usāma al-Azharī, einem jungen Gelehrten der Azhar und Berater für religiöse Angelegenheiten des ägyptischen Präsidenten, sowie die Berichterstattung über den taǧdīd als Grundlage dienen. Die Kontextualisierung des von al-Azharī Anfang 2015 veröffentlichten Buchs - al-ḥaqq al-mubīn - innerhalb des Rahmens seiner akademischen und politischen Position bildet unter Berücksichtigung der auf Sayyid Quṭb zurückgehenden theoretischen Grundlagen des Islamismus den Schwerpunkt dieser Arbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Usāma as-Sayyid al-Azharī

2.1 Biografie und Werdegang

2.2 Usāma al-Azharīs Position innerhalb der al-Azhar

2.3 Usāma al-Azharīs Verhältnis zur ägyptischen Regierung

2.4 Usāma al-Azharī und die Muslimbruderschaft

2.5 Mediale Präsenz, Nutzung sozialer Medien und Rezeption in der Öffentlichkeit

3 „Die offenkundige Wahrheit“ als Beitrag zum Erneuerungsdiskurs im Lichte des takfīr als sozio-politischer Herausforderung

3.1 al-ḥaqqu l-mubīnu fī r-raddi ʿalā man talāʿaba bi-d-dīni

3.2 takfīr

3.2.1 Definition, Ursprünge und Deutung

3.2.1.1 ḥākimīya

3.2.1.2 Die ǧāhilīya und die göttliche Verheißung

3.2.1.3 ǧihād

3.2.2 Die Anwendung des takfīr-Gedankens aus historischer Perspektive

3.3 Die Azhar und ihr Verhältnis zum takfīr

3.4 Hauptaussage des Buches

4 Die Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses

4.1 Herkunft und Entwicklung des Begriffs

4.2 Bedeutung und Entwicklung des taǧdīd-Begriffs

4.3 Akteure des taǧdīd-Diskurses

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wiederbelebung des islamischen Erneuerungsdiskurses (taǧdīd) im post-revolutionären Ägypten, mit besonderem Fokus auf das Werk und die Rolle des Gelehrten Usāma al-Azharī, der als präsidialer Berater für religiöse Angelegenheiten eine zentrale Position innerhalb dieses Diskurses einnimmt.

  • Die wissenschaftliche Einordnung des Buches "al-ḥaqq al-mubīn" von Usāma al-Azharī.
  • Die Analyse des takfīr-Gedankens als zentrale Herausforderung des modernen Islamismus.
  • Das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Tradition der Azhar und politischer Vereinnahmung.
  • Die Rolle der sozialen Medien bei der Demokratisierung des religiösen Diskurses.

Auszug aus dem Buch

3.2 takfīr

Unter dem Begriff takfīr versteht man die Bezichtigung einer (meist muslimischen) Person des Unglaubens (kufr). Ein Ungläubiger vertritt vom Glauben abweichende Ansichten oder vollzieht Handlungen, die auf Unglauben hindeuten und der Apostasie gleichgestellt sind. Die Konsequenz daraus kann die Exkommunikation oder sogar die Exekution sein. Doch auch wenn von der Exekution abgesehen wird, so hat das takfīr-Urteil doch schwerwiegende Folgen für den sozialen Rückhalt der beschuldigten Person. Es kommt nicht selten zum Bruch der sozialen oder familiären Kontakte oder zur Ausgrenzung in der Moschee. Einem Ungläubigen kann auch das Erbe oder ein Grabplatz auf einem muslimischen Friedhof verweigert werden, zudem sind vor Gericht Aussagen von als kāfirūn bezeichneten Personen nicht zugelassen. Die Formen der Ausgrenzung sind vielfältig.

Doch muss unterschieden werden zwischen der Stigmatisierung einzelner Personen durch die Unglaubensbeschuldigung und der Bezichtigung einer ganzen Gemeinschaft, wie Sayyid Quṭb es tat. An dieser Stelle wird der Islam politisch, tritt der takfīr doch damit in die gesellschaftliche Sphäre und richtet sich gegen die Regierung und deren Unterstützer. Der Hintergrund konstituiert sich zumeist durch gesamtgesellschaftliche Probleme, für die die Politik verantwortlich gemacht wird, was wiederum im Religiösen seinen Ausdruck findet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den islamischen Erneuerungsdiskurs seit 2001, die Rolle der Azhar als Hüterin der Tradition und die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit extremistischen Ideologien.

2 Usāma as-Sayyid al-Azharī: Dieses Kapitel stellt Biografie, Werdegang und die politische sowie akademische Vernetzung des jungen Gelehrten im Kontext der ägyptischen Regierung und der Azhar vor.

3 „Die offenkundige Wahrheit“ als Beitrag zum Erneuerungsdiskurs im Lichte des takfīr als sozio-politischer Herausforderung: Das zentrale Kapitel analysiert Usāma al-Azharīs Werk, erläutert die theoretischen Grundlagen des takfīr sowie deren Bedrohungspotenzial für die umma und die Gesellschaft.

4 Die Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses: Hier wird die historische Entwicklung und die strategische Bedeutung des taǧdīd-Begriffs bis hin zum zeitgenössischen Diskurs unter Sīsī untersucht.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Usāma al-Azharī durch die Verbindung von traditioneller Rechtswissenschaft und moderner Kommunikation versucht, dem religiösen Extremismus argumentativ entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Islam, Ägypten, Usāma al-Azharī, taǧdīd, takfīr, Azhar, Erneuerungsdiskurs, radikaler Islamismus, Sayyid Quṭb, ḥākimīya, ǧihād, ǧāhilīya, Religion und Politik, religiöser Extremismus, Muslimbruderschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Wiederaufleben des islamischen Erneuerungsdiskurses (taǧdīd) in Ägypten nach 2013, insbesondere unter Mitwirkung des Gelehrten Usāma al-Azharī.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Ideologie des takfīr (Bezichtigung des Unglaubens), die Rolle der Azhar im modernen Staat sowie die Versuche, religiöse Diskurse gegen Extremismus zu reformieren.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, die Rolle von Usāma al-Azharīs Buch „al-ḥaqq al-mubīn“ als wissenschaftliches Gegengewicht zu extremistischen Strömungen innerhalb des aktuellen politischen Klimas in Ägypten zu beschreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Kontextanalyse, um Autoren und Werke in ihrem situativen, medialen und historischen Umfeld zu verorten, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer arabischer Presse und Stellungnahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Gelehrten al-Azharī, eine tiefgehende Untersuchung von al-Azharīs Buch und dessen Bezug zum takfīr-Phänomen sowie die Rekonstruktion des taǧdīd-Diskurses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe neben Islam und Ägypten sind unter anderem taǧdīd (Erneuerung), takfīr (Unglaubensvorwurf), Azhar, Extremismusprävention und ḥākimīya.

Warum wird Sayyid Quṭb in der Arbeit als so bedeutend für das Verständnis des takfīr hervorgehoben?

Al-Azharī identifiziert die Schriften von Sayyid Quṭb als theoretisches Fundament moderner extremistischer Bewegungen, die den takfīr radikal auf die gesamte Gesellschaft ausdehnen.

In welchem Spannungsfeld bewegt sich Usāma al-Azharī?

Er versucht, einerseits als liberaler Vertreter der Azhar-Wissenschaft zu agieren und andererseits als Berater der Regierung Sīsī politische Legitimität zu stiften, was seine Glaubwürdigkeit als unabhängiger Gelehrter in Konflikt bringen kann.

Final del extracto de 74 páginas  - subir

Detalles

Título
Usāma al-Azharī. „Al-haqqu l-mubīn“ als Beitrag zur Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses
Universidad
University of Heidelberg  (Islamwissenschaft)
Calificación
1,7
Autor
Julia Falkenberg (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
74
No. de catálogo
V1384038
ISBN (PDF)
9783346933454
ISBN (Libro)
9783346933461
Idioma
Alemán
Etiqueta
Usama al-Azhari taǧdīd al-Azhar Erneuerungsdiskurs Reformdiskurs Islam takfīr Muslimbrüder Sayyid Quṭb Islamismus religiöser Extremismus Aḥmad Ṭayyib manhaǧ al-azhar
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Falkenberg (Autor), 2017, Usāma al-Azharī. „Al-haqqu l-mubīn“ als Beitrag zur Wiederbelebung des taǧdīd-Diskurses, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1384038
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