Interactive Storytelling

Multilineare Stories – Eine Einführung in die Thematik


Studienarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

Einfibrung

1 Begriffsbestimmungen
1.1 Interactive Storytelling
1.2 Multi / Linear
1.3 Hypertext / Hyperfiction
1.4 Story

2 Storytypen
2.1 Linea
2.1.1 Definition
2.1.2 Beispiele
2.2 Non-linear
2.2.1 Storytyp mit verzweigten Wegen
2.2.1.1 Definition
2.2.1.2 Beispiele
2.2.2 Storytyp mit parallelen Wegen
2.2.2.1 Definition
2.2.2.2 Beispiele
2.2.3 Storytyp mit unabhangigen Wegen
2.2.3.1 Definition
2.2.3.2 Beispiele
2.2.4 Storytyp mit Dynamic Object Oriented Narrative
2.2.4.1 Definition
2.2.4.2 Beispiele
2.3 Multilineare Stories
2.3.1 Definition
2.3.2 Beispiele

3. Fazit

4. Quellenangaben
4.1 Literatur
4.2 Internetquellen
4.3 Abbildungen

Einfiihrung

In der vorliegenden Arbeit wird eine EinfOhrung in das Thema „Multilineare Stories" ausgearbeitet. Es wird dabei einen Uberblick Ober unterschiedlichen Storytypen gegeben und damit versucht in das Thema einzuleiten. HierfOr werden die unterschiedlichsten Ansätze aus der Fachliteratur herangezogen um einen moglichst umfassenden Uberblick in die Thematik zu erhalten.

Im ersten Kapitel sollen zunächst wichtige Begrifflichkeiten geklärt und von einander abgegrenzt werden. Im zweiten Kapitel werden die unterschiedlichsten Storytypen von einander abgegrenzt und definiert.

Abgerundet wird die Arbeit durch eine Vielzahl von praktischen Beispielen aus den unterschiedlichsten Medien.

1 Begriffs bestimmungen

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Begriffe dieses Themengebietes definiert und erläutert. Es werden die grundlegenden Definitionen gegeben um nachfolgende Kapitel leichter verständlich werden zu lassen.

1.1 Interactive Storytelling

In der Literatur verfolgen aktuell verschiedenste Medienpraktiker und Forscher in interdisziplinären Ansätzen die Vision, Inhaltsdarbietungen in Form von Geschichten und Erzählungen durch Informationstechnologie zu automatisieren und zu entlinearisieren. Dabei soll das Publikum von der passiven Rezipienten-Rolle in eine aktive, mitspielende Rolle versetzt werden.

Interactive Storytelling ist dabei ein häufig verwendeter Begriff, der zunächst bedeutet, dass das Geschichtenerzählen durch Interaktionen beeinflussbar sein kann — wie dies im Einzelnen aussehen kann, wird später detailliert vertieft werden.1

Es geht bei Interactive Storytelling nicht nur darum, dass sich traditionelle Geschichten weiterentwickeln und sich ausgehend von den linearen Darstellungen der Nonlinearität widmen. Auch von der umgekehrten Richtung — ausgehend von der interaktiven Technik — wird mit interaktivem Storytelling versucht Computerrepräsentationen und -interaktionen erzählerischer zu gestalten.

1.2 Multi / Linear

Multi wird im deutschen Sprechgebrauch als mehrfach, vielschichtig, vielseitig oder vielfach verstanden2 und so zeigt sich bereits in dieser Definition wie multilineare Stories aufgebaut sind, nämlich vielschichtig und vor allem vielfach darstellbar.

Laut Duden bedeutet linear gradlinig oder linienförmig.3 Nach Wikipedia, dem freien Onlinelexikon, leitet sich der Begriff Linearität vom lateinischen linea = (gerade) Linie, linearis, aus Linien bestehend, ab und hat je nach Verwendung unterschiedliche Bedeutungen.

Aus diesen beiden Definitionen wird bereits klar, auf welche Art und Weise im Verlauf der Arbeit auf den Aufbau von Stories gesehen wird. Ein einzelner Handlungsstrang wird als linear angesehen, unabhängig davon ob in der Geschichte bzw. Handlung Zeit- oder Ortwechsel stattfinden. Von oben betrachtet — und nicht inhaltlich — hat ein Ereignis eine Linearität solange es so konsumiert werden kann.

1.3 Hypertext / Hyperfiction

Hypertext

Unter Hypertext versteht man eine multi-lineare Organisation von Objekten, deren netzartige Struktur durch logische Verbindungen hergestellt wird. Das bekannteste und mittlerweile verbreitetste Beispiel ist das World Wide Web. 4

Hyperfiction

Gemeint werden damit Texte, welche die grundsätzlichen Möglichkeiten des Hypertextes für spezifisch künstlerisch-ästhetische Zwecke nutzen. „Entscheidend ist, dass die Möglichkeiten des digitalen Publizierens kreativ genutzt werden; der Leser muss in einen interaktiven und offenen Dialog mit den Sinnangeboten des Textes treten; wenn dagegen ein Roman oder ein Gedicht einfach nur ins Netz gestellt und ausgedruckt werden, kann nicht von Hyperfiction die Rede sein.5

1.4 Story

„A Story follows an interesting protagonist seeking a clear goal by addressing an ever-escalating set of difficulties. " 6

Diese Definition bezieht drei Kriterien in die Definition mit ein, wie eine Story inhaltlich aufgebaut sein muss:

1. Der Protagonist ist der zentrale Bestandteil einer Geschichte bzw. Story. Dabei kann dies — entsprechend dem genutzten Medium — auch der Konsument (also beispielsweise der Internetnutzer, der Leser, etc.) sein. Wenn der Nutzer also bei interaktiven Stories mit in die Handlung eingreift wird er selbst zum Protagonisten. Anders ist es, wenn der Konsument passiv bleibt und in der Geschichte einer gespielten Figur durch die Handlung folgt ohne selbst Einflijsse auf das Geschehen zu haben.
2. Der Protagonist einer Geschichte besitzt immer ein Ziel. Dies ist nötig um der Story eine Daseinsberechtigung zu geben. Eine Geschichte ohne Ziel kann keinen dramaturgischen Bogen aufbauen und so Spannung, Dramatik oder irgendein Interesse aufbauen.
3. Ein weiterer unverzichtbarer Baustein sind die Probleme und/oder Herausforderungen, welche der Protagonist bewaltigen muss bis er sein Ziel endgijltig erreicht hat.

Eine andere Definition fijr die Grundelemente einer Story beschreibt Mahne. Dabei wird wieder der rein inhaltliche Kontext beschrieben. Laut ihrer Definition ist eine Geschichte immer aus den nun folgenden Elementen aufgebaut. Wenn sich nun eine der Variablen unterscheidet entsteht eine inhaltlich neue Story.

Jede Geschichte brauchte ein Figurenpersonal, welches in der Handlung mitwirkt. Augerdem können sich Geschichten unterscheiden, indem die Orte der vorkommenden Ereignisse sich unterscheiden. Desweiteren spielt auch die Zeit der Ereignisse - und natijrlich deren Reihenfolge — eine Rolle. Gesondert zu betrachten sind die Ereignisse der Geschichte. Sie sind das Hauptelement einer jeden Geschichte. Ereignisse der inhaltlichen Art lassen sich allerdings noch unterteilen in Handlungen und Geschehnisse.

Handlungen sind hier beschrieben als das „Physische oder verbales Handeln des Protagonisten" welches unverzichtbar ist. Daneben können sich Handlungen auch in mentalen Zustandsveranderungen ausdrijcken.

Geschehnisse sind solche Ereignisse oder Prozesse, welche als schicksalhafte Veranderungen wirken. Das bedeutet der Protagonist hat keinen Einfluss auf diese Veranderungen.

Ein neuer Handlungsstrang wird also generiert, wenn er sich in einer der „Fundamentalvariablen" Personen, Ort und Zeit unterscheidet. 7

Nach Martinez und Scheffel muss aber auch die Handlung noch genauer in unterschiedliche Elemente unterteilt bzw. aufgebaut werden, um narrative Texte zu unterscheiden:

1. Ereignis: als elementare Einheit der Handlung
2. Geschehen: Ereignisse erscheinen aneinandergereiht, indem sie chronologisch aufeinander folgen
3. Geschichte: entsteht, wenn die Ereignisfolge zusätzlich zum chronologischen auch einen kausalen Zusammenhang aufweist, d.h. auseinander folgt
4. Handlungsschema: globales Schema der Geschichte; d.h. Einordnung der Geschichte in Textgruppen (wie z.B. Gattungen)8

Desweiteren muss auf Seite der Darstellung einer Handlung unterschieden werden in Erzählung und das Erzählen. Die nachfolgende Unterscheidung zeigt die bisherigen Unterschiede zwischen diesen beiden Begriffen:

Erzählung:

Die erzählten Ereignisse passieren in der Reihenfolge ihrer Darstellung. Die Erzählung einer Story unterscheidet sich von der Handlung vor allem durch die Gestaltung und zeitliche Umgruppierung der Ereignisse im Text bzw. der Darstellung

Erzählen:

Meint die Präsentation der Geschichte, also die Art und Weise der Darstellung für den Nutzer oder Zuschauer. Beispielsweise versteht man darunter die genutzten Medien oder auch Darstellungsverfahren wie Sprachstil oder ähnliches.9

Nun muss mit Blick auf interaktive Geschichten bedacht werden, dass der ehemals passive „Zuschauer" nun aktiv in Geschichten und Handlungen einzugreifen vermag. Das bedeutet, dass sich die oben erläuterten Elemente nun auch auf die Ebene der Interaktion und Kommunikation mit dem Zuschauer bzw. Nutzer ausweiten. In dieser Disziplin kann die Spieleindustrie als der treibende Faktor angesehen werden. Deshalb ist die Entwicklung hier bereits am weitesten fortgeschritten und dementsprechend in der Fachliteratur auch tiefer in die Materie vorgedrungen. In welchen Formen und Ausprägungen die Ubertragung auf andere Mediengattungen geschehen kann, soll in den nächsten Kapiteln dieser Arbeit erläutert und anhand von ausgewählten Beispielen gezeigt werden.

[...]


1 Prof. Dipl.-Des. Ulrike Spierling — Non-lineare Dramaturgie — S.1

2 Die deutsche Rechtschreibung, Lechner Publishingltd.,1998

3 http://www.duden-suche.de/

4 Nicole Mahne — Transmediale Erzähltheorie - S. 110 ff.

5 Jochen Vogt — Einladung zur Literaturwisenschaft — Abschnitt: Hyperfiction

6 Andrew Glassner — Interactive Storytelling, Techniques for 21st Century Fiction - S.36

7 Nicole Mahne — Transmediale Erzähltheorie - S. 19 ff.

8 Matias Martinez / Michael Scheffel — Einführung in die Erzähltheorie — S. 25 f.

9 Matias Martinez / Michael Scheffel — Einführung in die Erzähltheorie — S. 25 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Interactive Storytelling
Untertitel
Multilineare Stories – Eine Einführung in die Thematik
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V138424
ISBN (eBook)
9783640480784
ISBN (Buch)
9783640480944
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Storytelling, Multilineare Stories, Computerspiele, Interaktiv, Storytypen, Nonlinear
Arbeit zitieren
B.Eng. Stefan Behles (Autor), 2009, Interactive Storytelling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138424

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