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Kleidung und Nudität als Instrumente der sozialen Distinktion und der Tradierung kolonialrassistischer Aspekte

Eine exemplarische Analyse des französischen Kinderbuchs "Babar, der kleine Elefant"

Titre: Kleidung und Nudität als Instrumente der sozialen Distinktion und der Tradierung kolonialrassistischer Aspekte

Dossier / Travail , 2022 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jasmin Burkhardt (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Schon der Schweizer Dichter Gottfried Keller stellte mit seiner Novelle "Kleider machen Leute" den Menschen in Relation zur Kleidung. Dieser Titel impliziert bereits einige Aspekte des Phänomens Kleidung. So kommt hier zum Ausdruck, dass die Kleider eines Menschen aufgrund ihrer Sichtbarkeit für andere erlauben, mögliche Hypothesen über deren sozialen Status, Herkunft oder gar Charakter zu aufzustellen. Zentral ist an dieser Stelle, dass derartige Fremdheitskonstruktionen häufig unter einem europäischen Blickwinkel zum Ausdruck gelangen. Inwiefern dies der Argumentation des Rassismus dienen kann, soll in einem Teil dieser Arbeit diskutiert werden.

Um diese Frage adäquat elaborieren zu können, sollen in einem ersten Schritt die zentralen Aspekte des Rassismusdiskurses thematisiert werden. Darüber hinaus soll in diesem Zusammenhang erörtert werden, inwieweit die europäische Perspektive vorherrschend ist. Dies soll dazu dienen, um im weiteren Verlauf den europäischen Blick auf Kleidung und Nacktheit zu schärfen. Für ein profunderes Verständnis über die christlichen Ursprünge, wird die Behandlung dieser Thematik in der Bibel genauer beleuchtet, um daraufhin adäquat auf die Entwicklung des Kleidungsdiskurses eingehen zu können. Hierbei soll unter anderem beleuchtet werden, inwiefern die Kleidung als soziale Distinktion fungieren kann. An dieser Stelle soll die Beziehung zum Rassismus besonders deutlich zum Ausdruck gelangen.

Diesem theoretischen Passus schließt sich die Analyse des französischen Kinderbuches "Babar, der kleine Elefant" unter den Gesichtspunkten Mode, Rassismus und Kolonialismus an. Jean de Brunhoffs Werk weist gewisse Parallelen zu den eben beschriebenen Phänomenen auf. In dem Kinderbuch werden Elefanten mit der europäischen Kultur konfrontiert und adaptieren in der Folge einige der als typisch europäisch dargestellten Werte. Besonders deutlich wird das dadurch, dass die Elefanten im europäischen Kontext bekleidet dargestellt werden. Daher soll im Folgenden der These nachgegangen werden, ob und inwiefern die europäische Perspektive auf Kleidung und Nudität als Instrument zur sozialen Distinktion und zur Tradierung kolonialrassistischer Aspekte bei den Elefanten fungiert. Ziel dieser Analyse ist dabei zu diskutieren, wie durch die Figur Babar und dessen etabliertes Verständnis für Kleidung den anderen Elefanten europäisches Gedankengut vermittelt wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DER RASSISMUSDISKURS

2.1 DER TERMINUS „RASSE“

2.2 BEGRIFFSDEFINITION RASSISMUS

2.3 RASSISMUS UND KOLONIALISMUS

3 KLEIDUNG, NACKTHEIT UND SCHAM

3.1 ZUR BEDEUTUNG VON KLEIDUNG UND NACKTHEIT IN DER BIBEL

3.2 DER EUROPÄISCHE BLICK AUF KLEIDUNG IN DER DIACHRONEN PERSPEKTIVE

3.3 KLEIDUNG UND NACKTHEIT ALS INSTRUMENT DER SOZIALEN DISTINKTION

4 EXEMPLIFIZIERENDE ANALYSE VON BABAR, DER KLEINE ELEFANT

4.1 ADAPTION DER EUROPÄISCHEN KLEIDUNGSKULTUR

4.2 ZUR SIGNIFIKANZ DER NACKTHEIT

4.3 ENTWICKLUNG EINER AUSDIFFERENZIERTEN GESELLSCHAFT UNTER DEM EINFLUSS DER KLEIDUNG

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Kleidung und Nacktheit als soziale Distinktionsmerkmale und deren Funktion bei der Tradierung kolonialrassistischer Aspekte am Beispiel des französischen Kinderbuchs „Babar, der kleine Elefant“.

  • Analyse des Rassismusdiskurses und der Verbindung zum Kolonialismus
  • Bedeutung von Kleidung und Nacktheit aus biblischer und diachroner Perspektive
  • Untersuchung von Kleidung als Instrument sozialer Macht und Distinktion
  • Fallanalyse von Babar bezüglich der Adaption europäischer Werte
  • Kritische Reflexion der unidirektionalen Kulturübertragung im Kinderbuch

Auszug aus dem Buch

Adaption der europäischen Kleidungskultur

Bei seiner Flucht vor dem Jäger gelangt Babar in eine Stadt und kommt hier erstmalig in Kontakt mit Menschen und deren Lebensweise. Hierbei ist er zunächst von den Eindrücken überwältigt, am meisten beeindrucken ihn jedoch zwei Herren. Beide tragen Anzug, wobei der eine eher einer Uniform gleicht. Nichtsdestotrotz erlaubt ihre Kleidung eine klare Zuordnung zur französischen Bourgeoisie, wodurch den beiden Herren Attribute wie Wohlstand attestiert werden können. Die vornehme Kleidung der Herren und die Nichtbekleidung Babars impliziert ein soziales Gefälle, wobei erstere als superior einzustufen sind. Dies wird dadurch unterstrichen, dass Babar abseits des Geschehens positioniert ist und, wie es bei Elefanten gängig ist, auf vier Beinen steht. Der Wunsch, ebenfalls einen derartigen Anzug zu bekommen ist Ausdruck von Babars Wunsch ebenfalls Teil dieser Gesellschaft zu werden.

Auch die alte, reiche Dame, welcher Babar begegnet, kann aufgrund ihrer Kleidung der Bourgeoise zugeschrieben werden „[u]nd sie versteht, dass er [Babar] große Lust auf einen schönen Anzug hat,“ woraufhin sie ihm ihren Geldbeutel gibt. Durch diese Geste nimmt sie Babar unter ihrer Obhut. Alban Cras beschreibt den Vorgang der Ankleidung folgendermaßen: „Jeter son manteau sur quelqu’un est le signe d’une certaine prise de possesion.“ Die alte Dame übergibt zwar übergibt Babar zwar keinen Mantel im eigentlichen Sinne, dass sie ihn durch das Geld zum Anzugkauf befähigt, ist aber damit vergleichbar. Alban Cras verdeutlicht damit zwei Aspekte. Zunächst eröffnet beschriebener Akt ein hierarchisches Gefälle zwischen Geber und Nehmer. Dieses impliziert darüber hinaus eine Art Besitzverhältnis, wodurch es Babar zwar erlaubt ist, einen ersten Schritt in Richtung Menschsein zu gehen, jedoch stets unter der Aufsicht der alten Dame.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen der Arbeit ab, definiert das Ziel der Analyse des Kinderbuchs und stellt die forschungsleitende These zur Rolle von Kleidung als Distinktionsinstrument vor.

2 DER RASSISMUSDISKURS: Dieses Kapitel erörtert die Entstehung rassistischer Konstruktionen, definiert den Begriff und setzt Rassismus in den Kontext kolonialer Machtstrukturen.

3 KLEIDUNG, NACKTHEIT UND SCHAM: Hier wird die kulturhistorische Bedeutung von Kleidung und Nacktheit als Symbole für Zivilisation bzw. Primitivität untersucht, wobei auch biblische Konnotationen einfließen.

4 EXEMPLIFIZIERENDE ANALYSE VON BABAR, DER KLEINE ELEFANT: Das Kernkapitel analysiert das Kinderbuch hinsichtlich der Adaption europäischer Kleidung und zeigt auf, wie Babar durch diesen Prozess zum Akteur kolonialer Strukturen gegenüber anderen Elefanten wird.

5 FAZIT: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass Babar und seine Gesellschaft ein zivilisiertes Leben gemäß europäischer Visionen unter dem Gewand der Kleidung imitieren.

Schlüsselwörter

Kleidung, Nacktheit, Rassismus, Kolonialismus, soziale Distinktion, Babar, Kulturtransfer, Zivilisierungsmission, Bourgeoisie, Identität, Machtverhältnis, Kinderliteratur, Ideologie, Hierarchie, Fremdzuschreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kleidung und Nacktheit im Kontext kolonialer Machtverhältnisse als Mittel zur sozialen Differenzierung und kulturellen Unterdrückung fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Rassismusdiskurs, der Geschichte des europäischen Kleidungsverständnisses und der kritischen Analyse eines Kinderbuchklassikers.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Figur Babar europäische Werte und rassistische Strukturen auf indigene Gruppen übertragen werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen des Rassismus und der Mode mit einer exemplarischen Text- und Bildanalyse des Kinderbuches verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über soziale Distinktion durch Kleidung und eine detaillierte Analyse der Transformationsprozesse im Kinderbuch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Kolonialrassismus, soziale Distinktion, europäische Identität und kulturelle Adaption.

Welche Rolle spielt die „alte Dame“ im analysierten Kinderbuch?

Sie fungiert als Repräsentantin der europäischen Zivilisation, die den „wilden“ Elefanten durch Einkleidung in die westliche Ordnung integriert und somit eine Hierarchie etabliert.

Warum wird Nacktheit im Kontext der Arbeit als „Mangel“ interpretiert?

Nach europäischer Auffassung wird Nacktheit als Zeichen von Unzivilisiertheit, Primitivität und fehlender Geschichte bewertet, was die koloniale Marginalisierung rechtfertigt.

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Résumé des informations

Titre
Kleidung und Nudität als Instrumente der sozialen Distinktion und der Tradierung kolonialrassistischer Aspekte
Sous-titre
Eine exemplarische Analyse des französischen Kinderbuchs "Babar, der kleine Elefant"
Université
University of Tubingen
Cours
NdL
Note
1,0
Auteur
Jasmin Burkhardt (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
24
N° de catalogue
V1384244
ISBN (PDF)
9783346933416
ISBN (Livre)
9783346933423
Langue
allemand
mots-clé
kleidung nudität instrumente distinktion tradierung aspekte eine analyse kinderbuchs babar elefant
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jasmin Burkhardt (Auteur), 2022, Kleidung und Nudität als Instrumente der sozialen Distinktion und der Tradierung kolonialrassistischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1384244
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Extrait de  24  pages
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