Kairos - ein kritischer Moment im Lehr-Lernprozess


Hausarbeit, 2009
28 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Dimensionen der Zeit
2.1 Chronos
2.1.1 Metapher der Linie
2.1.2 Die Idealität der Zeit
2.2 Kairos
2.2.1 Exkurs: antike Zeitvorstellungen
2.2.2 Die Sonderrolle des Augenblicks
2.2.3 Etymologische Wurzeln
2.2.4 Kairos aus zeittheoretischer Perspektive
2.2.5 Kairos aus handlungstheoretischer Perspektive

3 Pädagogische Dimension des Kairosbegriffs
3.1 Als fruchtbarer Moment im Bildungsprozess
3.2 Als Kritischer Moment im Lehr-Lern Prozess
3.3 Innerhalb einer temporalphänomenologischen Erwachsenenpädagogik

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Lernen, Wahrnehmen, Erinnern sowie Wollen und Handeln sind Vollzüge, die dauern, die Zeit brauchen.“ (Meyer-Drawe 2008, S.130) Diese fundamentale Aussage richtet das Augenmerk auf ein Phänomen, welches von Blumenberg als das am meisten Unsrige und doch am wenigsten Verfügbare bezeichnet wird, die Zeit. Die Frage danach, was Zeit sei, ist keine moderne Frage. Ein prominenter Gedanke findet sich in den »Confessiones« von Augustinus. Dort schildert er, wie selbstverständlich Zeit und die Erfahrung der Zeit sei, solange nicht weiter darüber nachgedacht würde. Doch richtete man den Verstand auf die Frage, was Zeit nun »wirklich« sei, so käme man zu der „philosophischen Verlegenheit“ (Sandbothe & Zimmerli 2001, S. 281), wie Gadamer resümiert, die der Motor dazu sei, immer wieder „angezogen zu werden von etwas, was sich entzieht“. (ebd., S. 281) Diese philosophische Verlegenheit wäre demnach auch bei der Frage nach der Zeit im pädagogischen Kontext angemessen.

Im alltäglichen Umgang mit Zeit oder auch sogenannter »Bildungszeit« kommt jedoch etwas anderes zum Vorschein, was sich weniger durch den Begriff Verlegenheit charakterisieren lässt als vielmehr mit dem Begriff der »Selbstverständlichkeit« bezeichnet werden muss.

Ganz selbstverständlich ist die Rede von der Verkürzung der »Schul-Zeit«. Ebenso soll die »Studien-Zeit« gestrafft werden. Dabei helfen Umstellungen von Diplom auf Bachelor sowie das Training sogenannter »Softskills« unter dem möglichen Titel: „Wie manage ich meine Zeit“. Dass sich die Zeit managen ließe, suggeriert eine Verfügbarkeit, die ungeprüft als ganz »selbstverständlich« gilt. Zeitmanagement scheint notwendig, um mit der »Beschleunigung« der Zeit mithalten zu können. Zeit ist Geld lautet die Devise und Geld ist knapp. »Lieferzeiten«, »Wartezeiten«, »Krankheitszeiten«, also jegliche Form von Störungen und Unterbrechungen können Zeit »kosten« und sollen deshalb auf ein Minimum reduziert werden. Durch diese Selbstverständlichkeiten bleibt die Frage nach einem reflexiv kritischen Verhältnis zur »Zeit« zurück, sie wird gar nicht erst gestellt. Von Verlegenheit kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein. Es gibt jedoch auch Stimmen, die Kritik üben. Prominente Vertreter dieser kritischen Stimmen lassen sich in dem Feld einer phänomenologischen Pädagogik ausmachen. Käthe Meyer-Drawe ist eine Vertreterin dieses wissenschaftlichen Genres.[1] Es lässt sich nicht leugnen, dass Erziehung, Bildung und Lernen Phänome sind, die Zeit benötigen. So könnte jedenfalls mit dem eingangs angeführten Zitat argumentiert werden, insofern Bildung und Erziehung Prozesse sind, die auf Erfahrungsvollzügen basieren.

Dies lässt bei genauerer Betrachtung Risse in dem zuvor angeführten Selbstverständnis sichtbar werden. Nicht jeder Umweg lässt sich vermeiden. Ohne Wiederholungen sind insbesondere Erziehung, Lernen und Bildung undenkbar. Die Schulzeit lässt sich nicht beliebig verkürzen, ohne dass die Qualität leidet. Diese notwendige Zeit, auf die nicht verzichtet werden kann, entzieht sich jeglichem Management. Aus Rissen werden Brüche im Selbstverständnis einer ständig verfügbaren Zeit. Symptomatisch für diese Brüche steht der Kairos, der in dieser Arbeit für die pädagogische Theorie fruchtbar gemacht werden soll. Kairos stellt einen Aspekt der qualitativen Zeit dar. Der Kairos steht für die „Struktur eines kritischen Moments im Lern- und Lehrprozess“ (Meyer-Drawe 2008, S. 141)

Argumentiert werden soll der Kairos als ein möglicher Grundbegriff, innerhalb einer temporal-phänomenologischen Theorie, der Brüche und Diskontinuitäten pädagogischer Phänomene in den Blick nimmt, die allzu leicht dem zuvor erörtertem Selbstverständnis untergeordnet werden. Die Hauptthese lautet, dass der Kairos ein Denkmodell repräsentiert, das versucht Kontinuität und Diskontinuität zusammen zu denken, ohne den unüberbrückbaren Hiatus zwischen beiden aufzulösen.

Zunächst werden die Begriffe »Chronos« und »Kairos« erläutert und dabei hinsichtlich ihrer Unterschiede und Gemeinsamkeiten untersucht. Der Chronosbegriff wird in zwei Hinsichten beleuchtet. Zum einen soll dabei der quantitative Aspekt der Zeit aufgezeigt werden. Zum anderen wird in philosophischer Hinsicht durch den Anschluss an Kant gezeigt, dass diese Zeitauffassung als a priori einer transzendentalen Ästhetik gedacht werden kann. Dass dieses Verhältnis lediglich einen Teil des menschlichen Zeitphänomens repräsentiert und es weiterer heuristischer Begriffe bedarf, die eine differenziertere Sichtweise auf die Zeit garantieren, soll im Folgenden anhand des Kairos erörtert werden. Er wird etymologisch eingeführt und unter dem Aspekt der Zeit und der Handlung differenziert.

Daran anschließend eröffnet sich die pädagogische Dimension des Kairos-Begriffs als fruchtbarer Moment im Bildungsprozess.

Mit Meyer-Drawe wird der Kairos in einer Theorie des Lernens als kritischer Moment im Lehr- und Lernprozess verortet.

Abschließend werden Vor- und Nachteile des heuristischen Gebrauchs im Rekurs auf eine sich entwickelnde temporalphänomenologische Pädagogik abgewogen, um die Hauptthese zu begründen, dass der Kairos als eine bestimmte Tradition sinnvoll ist um Bildung auf eine komplexe Weise zu fassen, die sowohl die zeitliche Struktur und damit den Menschen als Erfahrungswesen, als auch die rhetorische Struktur und damit den Menschen in seiner leiblichen, pathischen Dimension umfasst.Diese Tradition ermöglicht eine Kritik an bestehenden Verhältnissen, die darauf zielen kann vergessene Zusammenhänge wieder zu entdecken.

2 Dimensionen der Zeit

Auf Griechisch wurden zwei Wörter für den Begriff der Zeit gebraucht, Chronos und Kairos. „Wie so oft handelt man sich mit dem Rückgriff auf griechische Worte Vorteile, aber auch Nachteile ein. Der Vorzug kann darin bestehen, dass man Abstand zu gängigen Denkgewohnheiten und Normalitäten gewinnt.“(Meyer-Drawe 2007, S.242)

Die Problematik solcher Rückgriffe ist jedoch komplex. Zum einen sind Begrifflichkeiten einem ständigen Wandel unterlegen, so dass die Möglichkeit besteht Brüche und Verzweigungen größerer Zusammenhänge eher zu verschleiern, statt zu enthüllen. Zum anderen besteht die Gefahr, moderne Denkmuster in die gewählten antiken Begrifflichkeiten zu projizieren und damit den Abstand zu gängigen Denkgewohnheiten und Normalitäten nicht zu vergrößern, sondern ihn gänzlich aufzuheben.

Dass die methodischen Vorteile in dieser Untersuchung überwiegen, soll daran gezeigt werden, dass mit den Begriffen „Chronos“ und „Kairos“ zwei Aspekte der Zeit beleuchtet werden können, deren komplexe Wechselwirkung im aktuellen Diskurs einer verhängnisvollen Reduktion auf ein spezifisches Verständnis des Chronos zum Opfer fällt. Diese Reduktion entsteht dadurch, dass vor allem der quantitative Aspekt der Zeit beachtet wird, ohne dabei die davon nicht zu trennenden qualitativen Aspekte mitzudenken.[2] Zunächst werden das Verständnis des Chronos und dessen zeittheoretische Verflechtung erörtert.

2.1 Chronos

Chronos oder auch »Kronos« ist in der griechischen Antike der Gott der Zeit. Das mythologische Verständnis ist geprägt von der Vorstellung eines verzehrenden Gottes[3], der seine eigenen Kinder verschlingt. Dieser Aspekt der Zeit kommt da deutlich zum Vorschein, wo Zeitnot und Zeitdruck in der modernen Gesellschaft ausschlaggebend sind. Wie ein Monster scheint die Zeit die Menschen im alltäglichen Wahnsinn der Geschäftswelt zu verzehren. Grausam ja unbarmherzig und unaufhaltsam nagt das Alter an den Menschen, die dennoch kläglich versuchen, dem Ideal der Jugendlichkeit »hinterher zu hecheln«, ohne dass ihnen dieses jemals gelingen könnte. Diese Darstellungsweise malt sicherlich Schwarz-Weiß und ist polemisch, doch wird dadurch die problematische Implikationen der zuvor genannten Reduktion auf einen einzigen Aspekt der Zeit aufgedeckt.

2.1.1 Metapher der Linie

Aber nicht nur dieses Verständnis von Zeit wird durch den Chronos gestiftet. Eine weitere Facette leuchtet auf, wenn man den Blick auf die Sprache richtet, die gebraucht wird, um die Zeit messbar zu machen. Das Chronometer oder der Chronograph sind solche Begriffe. Sie stehen für die ureigenste Selbstverständlichkeit des modernen Industriezeitalters, nämlich dass Zeit »messbar« sei. Mit dieser Selbstverständlichkeit geht die Metapher der Linie einher, die „die gleichförmige Einteilung eines nach hinten und nach vorne offenen Kontinuums ist. Diese als Chronos bezeichnet Temporalstruktur ist eine abstrakte, d.h. von allen Inhalten unabhängige, Einteilung der Abstände des durch die Unterscheidung „ vorher-nachher“ bestimmten Zeitraums.“ (Treml 1999, S. 19) Diese Vorstellung von der Zeit als linienartige Kontinuität ist eine der wichtigsten grundlegenden Annahmen für die moderne Wissenschaft geworden. Doch sollte an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass nicht die Zeit selbst gemessen wird und dass sich die Analyse der Zeit keinesfalls in dieser Abstraktion erschöpfen kann. Die Unterscheidung in »vorher« und »nachher« ermöglicht zuallererst ein Ordnen der Welt. Erst dadurch lässt sie sich »chronologisch«, dem Zeitablauf entsprechend, ordnen. Dieser Aspekt der Zeit ist fundamental und lebenswichtig, denn ohne ein »vorher-nachher« wären Begriffe, wie Freiheit und Entwicklung, aber vor allem Erziehung und Bildung undenkbar. In der Physik werden zahlreiche Experimente überhaupt erst durch eine quantifizierte Zeit sinnvoll. Durch sie wird beispielsweise folgendes Experiment möglich. Mit Hilfe einer Messung soll die Frage beantwortet werden, in welcher Zeit ein Aluminiumball und in welcher Zeit eine Feder aus einer Höhe von drei Metern zu Boden fallen. Das Experiment wird aufgebaut und die Zeit wird gemessen und aufgeschrieben.

Was lässt sich daran in Bezug auf den Chronos zeigen?

Das exakte Ergebnis selber ist in diesem Kontext zweitrangig. Wichtig ist aber die Tatsache, dass das Ergebnis durch eine Zahl festgehalten wird. Eine Zahl, die vor allem über die Quantität eine Aussage macht und weniger über die Qualität.

Dieser Vorgang erweist sich als völlig unproblematisch, es sei denn die Zahl wird als Sache selbst identifiziert. Diese einfache Reduktion von »Etwas« zu einer Zahl, von etwas Qualitativem zu etwas Quantitativem ermöglicht eine Berechenbarkeit und damit auch eine Beherrschbarkeit von diesem Etwas. Es lassen sich mit diesen Zahlen beispielsweise Formeln erstellen, die Aussagen über die Zukunft ermöglichen.

Kennt man bei dem zuvor erwähnten Fallexperiment die Erdanziehung, die Fallhöhe, den Luftwiderstand, die Masse sowie das Volumen jener Aluminiumkugel, so ist es möglich, ohne Experiment eine Aussage darüber machen, in welcher Zeit diese Kugel zu Boden fallen würde. Die Reflexion dieses Experiments offenbart aber auch noch einen weiteren Interpretationsstrang der Zeit. Dabei handelt sich um die Kopplung von Zeit und Raum. In diesem Verständnis kann nämlich Zeit ausschließlich in Abhängigkeit vom Raum gedacht und eben auch nur auf diese Weise gemessen werden. Die Zeit wird immer in Abhängigkeit von einer Bewegung gemessen. Die Dauer des Fallens, als Zahl, kann nur in Abhängigkeit von der Veränderung der Lage der Kugel im Raum gedacht werden. In der mechanischen Stoppuhr bewegt sich eine Feder, die durch diese Bewegung eine Aussage über die Zeit ermöglicht. Andere Chronometer nutzen die Bewegung des Sandes oder gar die Bewegung der Erde auf ihrer elliptischen Bahn um die Sonne herum. Zeitmessung beruft sich also immer auf den Topos, dass Zeit und Raum verknüpft sind.

2.1.2 Die Idealität der Zeit

Dieser Aspekt der Zeit wird von Immanuel Kant in seiner »Kritik der reinen Vernunft« philosophisch wissenschaftlich gefasst. Die der Transzendentalen Ästhetik zugrundeliegenden Kategorien sind für Kant Raum, Zeit und Kausalität. „Die Zeit ist kein empirischer Begriff, der irgend von einer Erfahrung abgezogen worden.“(Kant, B 46) Sie ist vielmehr „nichts anderes, als die Form des innern Sinnes […] (Kant, B49) und somit die Form aller inneren Anschauung und der Raum „die reinste Form aller äußeren Anschauung“(Kant, B50). Kant knüpft nicht nur Zeit und Raum aneinander, sondern stellt dadurch auch klar heraus, dass das Wesen der Zeit unabhängig von jeglicher Erfahrung ist, sagt damit aber gleichfalls, dass der Mensch ausschließlich in der Kategorie der Zeit Erfahrungen machen kann.

Er verweist auf die Problematik der Metapher der Linie und erläutert, dass diese Analogie einem Mangel an Metaphern geschuldet sei, da die Zeit a priori sei und eben kein Gegenstand der Erfahrung. Die Zeit ist also keine ontologische Substanz, sondern sie ist die Bedingung der Möglichkeit von innerer Anschauung und zwar in der Dualität mit dem Raum, welcher ebenfalls als a priori äußerer Anschauung definiert ist. Die Bestimmung der „transzendentalen Idealität der Zeit“ (Kant, B52) bestätigt die zuvor angestellte Analyse. Zeit ist fundamental für die Erfahrung unserer Welt und verweist in dieser transzendentalen Kategorie auf den Raum. Die Zeit ordnet die Eindrücke des Menschen in »vorher-nachher«, der Raum ordnet in »hier-dort«, ohne diese Koppelung wären Vollzüge wie Denken und Handeln unmöglich.

Dass Kant Zeit als a priori definiert und sie an den Raum knüpft, untermauert die nachfolgende These. „Veränderungen im Umgang mit der Zeit verwandeln das Verhältnis zum Raum.“ (Bilstein, Miller-Kipp, & Wulf, 1999, S. 8) Will man bestehende Selbstverständlichkeiten kritisieren, stellt sich logischerweise die Frage nach anderen Formen des »Mensch-Zeit-Verhältnisses«, die sich von dem bisherigen Verständnis, dass durch die Erörterung des Chronos aufgezeigt werden konnte, unterscheiden. Nur so könnte darauf hingewiesen werden, dass bestehende Vorstellungen von Menschen gemacht und damit von ihnen auch verändert werden könnten.

Es zeigte sich, dass der quantitative Aspekt der Zeit ganz selbstverständlich zu unserer modernen Wissenswelt gehört und sich im Begriff des Chronos wiederspiegelt. Dieses Selbstverständnis ist geprägt durch die Vorstellung von Ordnung und Kontinuität und äußert sich in dem Paradigma der Messbarkeit der Zeit. Die Zeit ermöglicht ein »vorher - nachher« und grundiert damit die Möglichkeit von Entwicklung und Veränderung. Auf dieser Grundlage können Reflexionen sowie darauf bezogenes Handeln gedacht werden.

Diesem Selbstverständnis kann der Vorwurf des Reduktionismus gemacht werden. Dieser Aspekt sollte bei der Beschäftigung mit Zeit nicht außer Acht gelassen werden, da sonst - so die These dieser Arbeit - Möglichkeiten in der Selbstgestaltung verloren gehen. Ein Vergessen hat fundamentale Auswirkungen, auch besonders auf Phänomene wie Erziehung und Bildung.

Allerdings lässt sich einwenden, dass der Chronos nicht ausschließlich quantitativ verstanden werden muss. Denn der Chronos ist in unmittelbarer Wechselwirkung zum Kairos gedacht. „Im Handeln erfahren wir Chronos als Kontinuität […]“(Murchadha 1999, S. 15) Diese chronologische Ordnung kann jedoch jederzeit suspendiert werden und zwar durch den Kairos. Aus Ordnung und Kontinuität wird Chaos und Diskontinuität, welche a-posteriori chronologisch neu geordnet werden müssen. Dieser Aspekt des Einbruchs von Diskontinuität in Kontinuität soll nun im Folgenden unter dem Aspekt des Kairos genauer untersucht werden.

[...]


[1] „Eine Vermutung könnte dahin gehen, dass wir hier einen kritischen Blick auf vorherrschende Selbstverständlichkeiten des heutigen pädagogischen Diskurses gewinnen, in dem kein Ort für so etwas wie » kairos « auszumachen ist.“ (Meyer-Drawe 2007, S. 248)

[2] Sowohl für den Chronos, als auch für den Kairos gibt es verschiedene Schreibweisen. »Chronos« wird im Folgenden mit »Ch« geschrieben, damit soll einer Verflechtung mit der Zeit sprachlich Rechnung getragen werden. »Kairos« wird in dieser Arbeit groß und ohne griechische Akzente geschrieben, um damit die Textstruktur flüssig und lesbar zu halten.

[3] Zwei Hinweise sollen an dieser Stelle diese Interpretationslinie des Chronos belegen. Francisco de Goya malte den « Kronos », wie dieser eins seiner Kinder verschlingt. Damit verbildlichte er die Vorstellung des verzehrenden Gottes. Auch Goethe zeichnet in seinem Gedicht „an Schwager Kronos“ eine personifizierte Allegorie der Zeit, in der Chronos am Steuer eines Kutschbocks verantwortlich ist für das vergehende Leben der Menschen. (Fink, 2004, S. 175)

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Kairos - ein kritischer Moment im Lehr-Lernprozess
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V138445
ISBN (eBook)
9783640481897
ISBN (Buch)
9783640481941
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kairos, phänomenologische Theorie des Lernens, Zeit, fruchtbarer Moment
Arbeit zitieren
Daniel Wulf (Autor), 2009, Kairos - ein kritischer Moment im Lehr-Lernprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138445

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