„Ein Leben ohne Träume ist wie ein trockener Brunnen ohne Wasser
Ein Land ohne Fremde ist wie ein Baum ohne Früchte
Lass dein Leben mit Farben bereichern
Denn die Menschen sind prachtvolle Farben unserer Erde“
(Dr. Hidir E. Çelik, 2006, URL: www.bimev.de)
Migration ist Einwanderung in ein fremdes, unbekanntes Land, die verschiedene Erfahrungen, Schicksale und psychische Herausforderungen mit sich bringt (Frindte, 2001). Jedes Jahr migrieren Millionen Menschen aus eigenem Entschluss oder infolge von Entscheidungen anderer, die ihr ganzes bewegliches Eigentum auf Lastwagen oder in Containern mit sich führen oder auch nur ein kleines Bündel mit Habseligkeiten mitnehmen (Sluzki, 2001).
Viele Menschen, die ihre Heimat mit ihren Kindern verlassen, die sich aus ihrer politischen, sozialen und ökonomischen Not befreien wollen und nicht nur für sich, sondern für ihre Kinder bessere Chancen und sichere Lebensbedingungen schaffen wollen, suchen ihre Zukunft in der Bundesrepublik Deutschland als eines der reichsten Länder der westlichen Welt (Müller, 2004). Obwohl die Entscheidung zur Auswanderung gut geplant ist und die Aufnahmebedingungen im Aufnahmeland optimal sind, wird der Migrationprozess von gesundheitlichen und sozialen Risiken begleitet (Weiss, 2003). Mit den Kindern und Jugendlichen als auch mit den Erwachsenen geschehen verschiedene Ereignisse im Verlauf des Migrationsprozesses, und die Anfälligkeit für psychische Störungen ist sehr stark erhöht (Baune, 2004).In diesem Zusammenhang steht im Mittelpunkt der Arbeit die Darstellung des psychischen Gesundheitszustands von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
Einführung in die Thematik
1. Aspekte der Migration
1.1. Tendenz der demographischen Entwicklung der Migration in Deutschland
1.2. Motive und Hintergründe der Migration
1.3. Phasen der Migration und ihre Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von jugendlichen Migranten
2. Psychische Gesundheit in der Migration
2.1. Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Allgemein
2.2. Psychischer Gesundheitszustand und psychische Belastungen bei den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3. Risikofaktoren für psychische Probleme bei Migrantenkindern
3.1. Ökonomische und soziale Lage von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland
3.2. Zusammenhang der Integration und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.3. Suche nach Identität und ihre Auswirkung auf die Psyche der Jugendlichen
4. Stand der Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern
4.1. Analyse der Problematik über die Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern
4.2. Ein Überblick über Ergebnisse und Probleme migrationspezifischer Forschungsstudien in Deutschland
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht den psychischen Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland, wobei der Fokus auf den Herausforderungen des Migrationsprozesses, den sozioökonomischen Risikofaktoren sowie dem Einfluss von Identitätssuche und Integration auf die psychische Stabilität liegt.
- Demografische Aspekte und Phasen der Migration
- Psychische Gesundheit und Belastungsprofile bei Migrantenkindern
- Sozioökonomische Faktoren und deren Einfluss auf die schulische Entwicklung
- Bedeutung der Identitätsbildung im Spannungsfeld zweier Kulturen
- Kritische Analyse des aktuellen Forschungsstands der Migrationsforschung
Auszug aus dem Buch
1.3. Phasen der Migration und ihre Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von jugendlichen Migranten
Mit den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als auch mit den Erwachsenen geschehen verschiedene Ereignisse im Verlauf des Migrationsprozesses, sodass die Anfälligkeit für psychische Störungen sehr stark erhöht ist (Baune, 2004). Ein Migrationsprozess mit seinen kurzfristigen aber auch langfristigen Auswirkungen scheint einen wichtigen Einfluss auf das psychische Wohlergehen sowie auf die Entwicklung psychischer Erkrankungen unter jugendlichen Migranten auszuüben (Baune zitiert nach Machleidt, 2004, S. 124). Die Gestaltung der neuen Lebenswelt im Migrationsprozess wird von verschiedenen Faktoren belastet (Weiss, 2003). Baune (2004) behauptet, dass die Dauer des Migrationsprozesses sehr unterschiedlich sein kann und von der Geschwindigkeit der beruflichen, sozialen und sprachlichen Integration von Kindern und Jugendlichen abhängig ist.
Sluzki (2001) unterteilt den Verlauf eines Migrationsprozesses in folgende sechs Stadien, die unterschiedlich auf den psychischen Gesundheitszustand bei Kindern und Jugendlichen einwirken.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung in die Thematik: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz der Untersuchung des psychischen Gesundheitszustands von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
1. Aspekte der Migration: Überblick über demografische Entwicklungen, Migrationsmotive und die verschiedenen Phasen des Migrationsprozesses nach dem Modell von Sluzki.
2. Psychische Gesundheit in der Migration: Theoretische Betrachtung der allgemeinen psychischen Gesundheit im Jugendalter und spezifische Belastungen bei Migrationshintergrund.
3. Risikofaktoren für psychische Probleme bei Migrantenkindern: Analyse sozioökonomischer Bedingungen, Bildungsbenachteiligung, Integrationsschwierigkeiten und Identitätssuche.
4. Stand der Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern: Kritische Evaluierung existierender Forschungsstudien und Identifikation methodischer Defizite.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit sowie Anregungen für zukünftige, methodisch fundierte Migrationsforschung.
Schlüsselwörter
Migration, Psychische Gesundheit, Kinder und Jugendliche, Migrationshintergrund, Identität, Integration, Risikofaktoren, Psychosomatische Symptome, Bildungsbenachteiligung, Migrationsforschung, Epidemiologie, Soziale Lage, Bikulturelle Identität, Prävention, Akkulturation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Migration auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Migrationsprozess als Belastungsfaktor, die sozioökonomische Situation, schulische Integration und die Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den psychischen Gesundheitszustand dieser jungen Menschen vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse theoretisch darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturrecherche und eine analytische Auswertung bestehender Forschungsstudien im Bereich der transkulturellen Epidemiologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aspekte der Migration, die allgemeine psychische Gesundheit, identifizierte Risikofaktoren sowie eine kritische Analyse des bisherigen Forschungsstandes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Migration, psychische Gesundheit, Migrationshintergrund, Integration und Identität.
Wie unterscheidet sich die Situation von Kindern aus Migrantenfamilien in der Schule?
Die Arbeit zeigt, dass diese Kinder oft durch sozioökonomische Faktoren benachteiligt sind, was häufiger zu einer Überweisung an Sonderschulen führt, statt eine individuelle Förderung zu erhalten.
Welche Bedeutung hat das Modell von Sluzki in dieser Arbeit?
Es dient dazu, den Migrationsprozess in sechs Stadien zu unterteilen, um zu verstehen, in welchen Phasen Kinder und Jugendliche besonders anfällig für psychische Belastungen sind.
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- Master of Education, Bachelor of Science (BSc), Dipl.Ing. Margarita Esterleyn (Author), 2009, Migration und psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138511