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Heinrich von Morungen - Lied XVIII - diu vil guote

Title: Heinrich von Morungen - Lied XVIII - diu vil guote

Seminar Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Elisabeth Peirhofer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Heinrich von Morungen war ein bedeutender Minnesänger und Dichter seiner Zeit und doch ist nur wenig über ihn bis heute bekannt.
Seine Dichtung stand unter dem Einfluss der provenzalischen Troubadourdichtung. Von seinem œuvre, das rein aus Lyrik besteht, sind rund 33 Lieder überliefert. Er zählt zu den wichtigsten Lyrikern des Mittelalters neben Walther und Reinmar.

Prägend für seine Lieder sind die Leidenschaft und Stärke der Bilder, wiederholt benutzte er Lichtmetaphorik. Minne war für ihn eine magische, zerstörerische Macht, man kann von einer Dämonie der Minne sprechen. Er beschränkte sich nicht nur auf Minnelieder, sondern reflektierte über den richtigen Begriff und Bedeutung von Minne, wie er seine Gefühle am besten zum Ausdruck bringen könnten und band sein Publikum immer wieder mit ein.
Außerdem kritisiert er in seinem hier vorliegenden Lied „diu vil guote“ die huote, eine Institution des höfischen Mittelalters, doch er tut dies nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern spricht seine Kritik offen aus.

Ich möchte nun in der vorliegenden Arbeit dieses Lied genauer untersuchen und werde versuchen, eine Interpretation aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Originaltext (nach MF 136,25) & Eigene Übersetzung

I. Einleitung

II. Aufbau und Reimschema

III. Handschriftensituation

IV. Textapparat

V. Interlinearversion

VI. Interpretation

VII. Abschließende Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Heinrich von Morungens Lied XVIII „diu vil guote“ auseinander, wobei der Fokus auf der Analyse der „huote“-Thematik (der Bewachung von Frauen) und deren gesellschaftlichen sowie moralischen Implikationen liegt.

  • Analyse des Aufbaus, des Reimschemas und der handschriftlichen Überlieferung des Liedes.
  • Untersuchung der Lichtmetaphorik als zentrales Stilmittel von Heinrich von Morungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Institution der „huote“ im Kontext des höfischen Mittelalters.
  • Vergleich der Darstellung von Liebe und gesellschaftlicher Kontrolle mit anderen literarischen Beispielen.
  • Interpretation des Liedes unter Berücksichtigung von Anlehnungen an das Genre des Tagelieds.

Auszug aus dem Buch

VI. Interpretation

Heinrich von Morungen lässt sofort zu Beginn seines Lieds das lyrische Ich seine Dame mit dem hellen Schein der Sonne vergleichen und verwendet dabei die für ihn typische Sonnenmetapher. Die Dame scheint ebenso hell wie die Sonne für ihn und die Welt, was ihm nun durch die huote verwehrt bleibt. Hier zeigt sich auch, wodurch die Minne im lyrischen Ich ausgelöst wird: es kommt zur Minne durch „das Sehen“ der Dame. Die Sonne ist hier neben ihrer lichtgebenden Funktion auch als kosmisches Element zu sehen: der Sänger minnt die Dame nur durch ihren Anblick, er scheint sie nicht näher zu kennen. Seine auserwählte Dame steht für ihn ebenso hoch wie die Sonne, beide kann er jedoch nicht erreichen.

Der persönliche Wunsch, seine Dame wiedersehen zu wollen, wird hier nicht, wie man üblicherweise in der Minnelyrik erwarten würde, ausdrücklich thematisiert, es wird stattdessen zunächst ein gesellschaftlicher Aspekt thematisiert: wê der huote, diu der welte sô liehten schîn An ir hât benomen, daz man si niht wan selten sêt, Nicht nur ihm wird die Dame vorenthalten, sie steht derart unter Aufsicht, dass auch der Rest der Welt sie kaum zu sehen bekommt. Die Dame wird nicht nur vor fremden Männern bewacht, sondern nahezu der höfischen Gesellschaft vorenthalten. Darauf wird in den folgenden Strophen noch weiter eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung des Dichters Heinrich von Morungen und Einführung in die thematische Relevanz seines Liedes „diu vil guote“.

II. Aufbau und Reimschema: Erläuterung der formalen Struktur als fünfstrophige Kanzonenstrophe mit dem Reimschema a b a b c c.

III. Handschriftensituation: Diskussion der Überlieferungsgeschichte des Liedes in verschiedenen mittelalterlichen Handschriften und deren inhaltliche Abweichungen.

IV. Textapparat: Kurze Anmerkung zu geringfügigen orthographischen Unterschieden in den verschiedenen Fassungen des Liedes.

V. Interlinearversion: Schrittweise inhaltliche Paraphrasierung und Erläuterung der einzelnen Strophen des Liedes.

VI. Interpretation: Tiefgehende Analyse der Metaphorik, der Minneauffassung und der kritischen Haltung des lyrischen Ichs gegenüber der Bewachungspraxis.

VII. Abschließende Interpretation: Synthese der Ergebnisse mit besonderem Fokus auf der Einzigartigkeit des Liedes als Plädoyer gegen die „huote“ und dessen Bezug zum Tagelied.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Minnesang, diu vil guote, huote, Bewachung, Lichtmetaphorik, Tagelied, höfische Gesellschaft, Minne, Literaturinterpretation, Mittelalterliche Lyrik, Paris von Troja, Ascholoie, Minnelyrik, Minneherrin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Lied XVIII „diu vil guote“ von Heinrich von Morungen und analysiert dessen ungewöhnliche Kritik an der höfischen Sitte der Frauenbewachung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Macht der Liebe, die gesellschaftliche Rolle der höfischen Dame und die Funktion von Kontrolle bzw. Bewachung in der mittelalterlichen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum dieses Lied in Morungens Œuvre einzigartig ist und wie der Dichter durch Metaphorik und gesellschaftliche Argumentation seine Kritik offen artikuliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse angewandt, die den Text unter Berücksichtigung von Gattungstraditionen (Tagelied) und historisch-kulturellen Kontexten interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Strophen des Liedes, die handschriftliche Überlieferung, die Lichtmetaphorik und setzt das Werk in Bezug zu anderen mittelalterlichen Dichtungen wie Gottfried von Straßburgs „Tristan“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autor und dem Werktitel sind dies vor allem „huote“, „Lichtmetaphorik“, „Minnesang“ und „gesellschaftliche Rolle“.

Welche Rolle spielt die „huote“ in der Argumentation des Dichters?

Morungen betrachtet die „huote“ als eine Institution, die nicht nur dem Sänger den Anblick der Dame verwehrt, sondern der gesamten höfischen Gesellschaft die „Lichtspenderin“ entzieht und somit gegen Gottes Willen handelt.

Warum bezieht sich der Autor im fünften Kapitel auf Paris von Troja?

Die Nennung von Paris und der Name „Ascholoie“ dienen als spielerische mythologische Referenz, um den hohen Status der Dame im Kontext eines „Urteils des Paris“ zu unterstreichen.

Inwiefern beeinflusst das Tagelied das Verständnis dieses Werkes?

Obwohl das Lied Elemente des Tagelieds nutzt, kehrt Morungen die Situation um, indem er das lyrische Ich in der Nacht leiden und auf den Morgen warten lässt, um das „Licht“ der Dame wiederzusehen.

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Details

Title
Heinrich von Morungen - Lied XVIII - diu vil guote
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Elisabeth Peirhofer (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V138533
ISBN (eBook)
9783640470372
ISBN (Book)
9783640470259
Language
German
Tags
Heinrich Morungen Lied XVIII
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Peirhofer (Author), 2009, Heinrich von Morungen - Lied XVIII - diu vil guote, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138533
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