Diese Arbeit stellt die Entwicklung eines Konzepts dar, in dem der Kontakt zwischen Grundschulkindern aus dem Lippetal und aus dem englischen Gloucester via E-Mail hergestellt und aufrecht erhalten wird. Mit Hilfe dieses sehr schnellen und mittlerweile kostengünstigen Mediums soll dem Anspruch des Englischunterrichts auf Authentizität, interkulturelles Lernen mit dem Fokus auf interkultureller Kommunikation, handlungsorientierung und Kommunikations-basiertheit begegnet werden.
Seit Februar diesen Jahres schreiben sich die Kinder der 4b (später zusätzlich einige der 4a) der Ludgerus Grundschule in Lippborg mit denen des vierten Jahrgangs der Grundschule Abbeymead in England gegenseitig E-Mails. Sie haben sich einander vorgestellt und sich über Interessen, Alltag, Bräuche und ihre Umgebung ausgetauscht. Während zunächst jede Gruppe in ihrer Fremdsprache schrieb – die Kinder aus Abbeymead hatten gerade angefangen, Deutsch zu lernen – fand der E-Mail-Verkehr nach einigen Wochen mit wenigen Ausnahmen nur noch auf Englisch statt.
Von den zwei Unterrichtsstunden, die die Schülerinnen und Schüler wöchentlich für Englisch zur Verfügung haben, wird eine für die Begleitung des E-Mail-Verkehrs genutzt. Die zweite Stunde haben sie regulären Englischunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begründung und Eingrenzung des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Interkulturelles Lernen und interkulturelle Kommunikation
2.1 Begriffsklärung
2.2 Bedeutung für den Englischunterricht der Grundschule
3. E-Mail-Projekte im Englischunterricht
3.1 Das Transatlantische Klassenzimmer
3.2 Anpassungen für den Englischunterricht der Grundschule
4. Ziele, Bedingungen und Problematiken
4.1 Zielsetzungen und Bedingungen
4.2 Lehrerfunktionen
4.3 Die Voraussetzungen vor Ort
4.4 Problematiken
5. Entwicklung und Beschreibung des Konzepts
5.1 Vorüberlegungen
5.2 Die Partnerschule
5.3 Organisatorische Aspekte
5.4 Die Themen und ihr Lernpotenzial
5.5 Methodisch-didaktische Aspekte
5.6 Leistungsbeurteilung und Umgang mit Fehlern
6. Erprobung des Konzepts
6.1 Verlauf
6.2 Verhalten der Kinder
7. Evaluation
7.1 Methoden und Ergebnisse
7.2 Interpretation und Fazit
8. Reflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Einsatz von E-Mail-Projekten im Englischunterricht der Grundschule, um eine interkulturelle Kommunikation mit einer englischen Partnerschule anzubahnen. Ziel ist es, authentische Begegnungen zu ermöglichen, die über den rein kognitiven Wissenserwerb hinausgehen und die Sprachkompetenz sowie die interkulturelle Sensibilität der Kinder fördern.
- Grundlagen interkulturellen Lernens im Primarbereich
- Methodische Anforderungen an E-Mail-Projekte für Grundschulkinder
- Praktische Umsetzung und organisatorische Gestaltung der Korrespondenz
- Umgang mit Leistungsbeurteilung und Fehlern im interkulturellen Austausch
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Transatlantische Klassenzimmer
E-Mails als Medium für internationale Begegnungen zu nutzen, wurde zwar mit der zunehmenden Verfügbarkeit und Benutzerfreundlichkeit des Internet immer leichter; vermutlich aufgrund der erst jungen Geschichte der Fremdsprachendidaktik in der Primarstufe sind Beispiele hierfür jedoch bisher fast ausschließlich im Unterricht der weiterführenden Schulen zu finden. Obwohl diese sich teilweise stark in Details wie Dauer, Intensität und Teilnehmerzahl unterscheiden, weisen sie jedoch grundlegende methodisch-didaktische Gemeinsamkeiten auf, die auf den Einsatz in der Grundschule übertragbar sind. Ein großflächig angelegtes E-Mail-Projekt für die weiterführenden Schulen soll hierfür als Beispiel dienen.
Das „Transatlantische Klassenzimmer“ (TAK) war ein Projekt, das als Maßstab des in der Sekundarstufe Machbaren betrachtet werden kann und aufgrund seiner detaillierten Dokumentation durch das gleichnamige Buch als kompakte Orientierungshilfe bei der Arbeit mit E-Mail-Projekten genutzt werden kann. Das u.a. von Reinhard Donath betreute Projekt, das mehrere deutsche und amerikanische Schulen mit Hilfe einer Mailing-Liste miteinander vernetzte, startete 1994 und musste nach etwa zehn Jahren wegen fehlender Sponsoren eingestellt werden. E-Mails konnten hier zwar an Einzelpersonen gerichtet sein, es waren jedoch alle Nachrichten für alle Teilnehmer sichtbar. Der Überblick über Sender, Thema und Verlauf der Kommunikation in diesem Forum war durch die entsprechende Gruppierbarkeit der Nachrichten im E-Mail-Programm gegeben.
Lehrer, die das TAK für ihren Unterricht nutzen, betreuten ihre Schüler dabei, sich mit den Amerikanern über aktuelle Unterrichtsthemen (z.B. teenage life, the holocaust, school rules) auszutauschen und koordinierten die Korrespondenz mit den amerikanischen Kollegen. Die Schüler halfen sich so gegenseitig bei ihren Recherchen und führten zum Teil hitzige und ertragreiche Diskussionen, die im Unterricht für authentische Gesprächsanlässe sorgten. Der Lernerfolg der Schüler war neben dem inhaltlichen und kulturellen Austausch v.a. durch das Übernehmen von Begriffen und Sprachstrukturen erkennbar, die sie den Texten der amerikanischen Schüler entnommen haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen und bildungspolitischen Grundstein für die Bedeutung interkultureller Kommunikation und stellt die methodische Zielsetzung der E-Mail-Projekte vor.
2. Interkulturelles Lernen und interkulturelle Kommunikation: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe des interkulturellen Lernens und erörtert deren Notwendigkeit sowie die Umsetzungsmöglichkeiten im Rahmen des Englischunterrichts an Grundschulen.
3. E-Mail-Projekte im Englischunterricht: Es werden bestehende Modelle wie das „Transatlantische Klassenzimmer“ analysiert und auf ihre Übertragbarkeit sowie notwendige Modifikationen für die Primarstufe geprüft.
4. Ziele, Bedingungen und Problematiken: Das Kapitel behandelt die spezifischen Rahmenbedingungen, Lehreraufgaben und Herausforderungen, die bei der Durchführung eines solchen Projektes an einer Grundschule zu berücksichtigen sind.
5. Entwicklung und Beschreibung des Konzepts: Hier wird das konkrete Projektkonzept inklusive Vorüberlegungen, thematischer Auswahl, methodischer Gestaltung und Bewertungsansätzen detailliert ausgearbeitet.
6. Erprobung des Konzepts: Die praktische Durchführung des Projektes mit einer vierten Klasse wird dokumentiert, wobei der Verlauf und das soziale Verhalten der teilnehmenden Kinder reflektiert werden.
7. Evaluation: Die Ergebnisse der Projekterprobung werden evaluiert, wobei sowohl die Beobachtungen der Kinder als auch die Rückmeldungen des Lehrerkollegiums zur Interpretation herangezogen werden.
8. Reflexion und Ausblick: Abschließend werden die gewonnenen Erfahrungen kritisch reflektiert und zukünftige Einsatzmöglichkeiten für das E-Mail-Konzept an Grundschulen skizziert.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Englischunterricht, Grundschule, E-Mail-Projekt, Fremdsprachenerwerb, Interkulturelles Lernen, Medienkompetenz, Authentische Kommunikation, Handlungsorientierung, Partnerschule, Leistungsbeurteilung, Projektunterricht, Transatlantisches Klassenzimmer, Schüleraustausch, Digitales Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung und Erprobung eines E-Mail-Projekts zwischen einer deutschen Grundschule und einer englischen Partnerschule, um interkulturelle Kommunikation bei Kindern anzubahnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die theoretische Einbettung interkulturellen Lernens, die methodische Gestaltung von E-Mail-Korrespondenzen, die notwendigen organisatorischen Schritte sowie die Evaluation der pädagogischen Ergebnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Förderung der interkulturellen Kompetenz und der Freude am Fremdsprachenerwerb durch authentische Kommunikation mit englischsprachigen Kindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen mit einem handlungsorientierten Projektansatz, der durch qualitative Beobachtungen und Befragungen (Evaluation) empirisch untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung, die Erarbeitung eines didaktischen Konzepts (z.B. Themenwahl, Vorlagen), die praktische Erprobung im Unterricht und die anschließende Evaluation.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Interkulturelle Kommunikation“, „Englischunterricht“, „Grundschule“, „Medienkompetenz“ und „E-Mail-Projekt“ geprägt.
Wie wurde mit den sprachlichen Fehlern der Kinder umgegangen?
Es wurde ein differenzierter Umgang gewählt, bei dem die kommunikative Absicht und die Freude am Austausch im Vordergrund standen, während Fehler als Lernchancen und nicht als primäres Bewertungskriterium betrachtet wurden.
Welche Rolle spielte das Kollegium bei der Evaluation?
Das Lehrerkollegium wurde in die Reflexion einbezogen, um die Alltagstauglichkeit und Akzeptanz des Konzepts für den allgemeinen Schulalltag zu beurteilen.
- Quote paper
- Sebastian Heinrichs (Author), 2009, Entwicklung eines Konzepts für ein E-Mail-Projekt mit einer englischen Partnerschule im Englischunterricht der Grundschule zur Anbahnung interkultureller Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138541