Jungenspezifische Sexualpädagogik


Hausarbeit, 2007

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Beobachtungen

3 Inhalt und Ziele der Sexualpädagogik

4 Die Notwendigkeit von jungenspezifischer Sexualpädagogik

5 Themen der Sexualpädagogik in Jungengruppen
5.1 Verhütung von Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten
5.2 AIDS-Prävention
5.3 Männerbild in der Gesellschaft
5.4 Gewalt und Macht
5.5 Zusammenleben in einer Partnerschaft
5.6 Auseinandersetzung mit Homosexualität

6 Ein gelungenes Beispiel von jungenspezifischer Sexualpädagogik

7 Schlussfolgerungen

8 Quellenangaben

1. Einleitung

Während die Frauen- und Mädchenbewegung die eigene Situation wahrnahm, besprach und neue Wege suchte, begannen die Männer nur sehr zögerlich die eigenen geschlechtsspezifischen Probleme zu reflektieren.

Inzwischen ist jungenspezifische Sexualpädagogik ein Thema, das nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Öffentlichkeit an Aufmerksamkeit gewinnt. Im Elementarbereich, in der Schule, in Jugendfreizeiteinrichtungen und in der kirchlichen Jugend- und Konfirmandenarbeit wird zunehmend auf die Fragen von Jungen hinsichtlich der sexuellen Aufklärung und ihrer männlicher Identitätsfindung eingegangen.

Aufgeschreckt durch dramatische Ereignisse, wie z.B. der Mord an der jungen Türkin Hatun Sürücü, diskutieren in letzter Zeit mehr Menschen über die Möglichkeiten, das gewalttätige Potenzial von männlichen Jugendlichen einzudämmen und so zu kanalisieren, dass sie keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen.

Die vorliegende Hausarbeit erläutert kurz die Notwendigkeit von jungenspezifischer Sexualpädagogik, benennt in diesem Zusammenhang wichtige Themen in Jungengruppen und endet mit einem Beispiel für die gelungene Arbeit mit männlichen Jugendlichen zum Thema Männerbild und männliche Sexualpädagogik.

2 Beobachtungen

Sexistisches Verhalten von Jungen und Männern ist allgegenwärtig. Einige von ihnen tragen diesen Sexismus offen zur Schau, indem sie verbal und/oder durch ihre Körpersprache zum Ausdruck bringen, dass sie sich gegenüber dem anderen Geschlecht überlegen fühlen und entsprechend eine höhere Aufmerksamkeit, mehr Raum und mehr Geltung für sich beanspruchen.

Einige Beispiele:

- Männer sitzen mit gespreizten Beinen in der U-Bahn und nehmen dadurch mehr Platz als Frauen in Anspruch
- Sie bezeichnen das weibliche Geschlecht als minderwertig und schwach
- oftmals betonen sie die mangelnde Intelligenz von Frauen
- Über ihre eigenen Frauen reden Männer häufig abwertend und machen sie
durch Witze lächerlich
- Wenn Frauen in der Nähe sind, unterhalten sich Männer laut über Sexualität
- Besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund, die in Gruppen unterwegs
sind, pöbeln junge Frauen an oder belästigen sie sexuell in der Öffentlichkeit
- Politiker behandeln ihre Kolleginnen in Fernsehdebatten oftmals mit Herablassung und nehmen sie weniger ernst

Auch im wirtschaftlichen Leben zeigt sich sexistisches Denken von Männern am Beispiel der Werbung. Diskriminierung des weiblichen Geschlechtes ist bei der Produktvermarktung alltäglich. So werden zum Beispiel auf großflächigen Plakaten Abbildungen von Frauenkörpern für Produktwerbung benutzt. Frauen werden dabei auf ihr Geschlecht reduziert.

Im professionellen Leistungssport tritt dieses Phänomen ebenso auf. Bei Motorsportveranstaltungen wird eine kaum bekleidete junge Frau benutzt, um auf die Attraktivität dieses Sports, besonders für männliche Zuschauer, hinzuweisen.

Beim Boxen wird die aktuelle Runde von einer Frau angezeigt, die dem geltenden Sexideal entspricht.

Im Fußball ist selbiges zu beobachten. Die neuen Trikots für eine neue Spielzeit werden von jungen Frauen präsentiert.

Auch aus meiner Teamerzeit im Konfirmandenunterricht ist mir das sexuell unsichere Verhalten einiger Konfirmanden noch sehr präsent.

Die Jungen sind in der Pubertät auf der Suche nach einer männlichen Identität, die für ihren Weg ins Erwachsensein wichtig ist. Dabei zeigen sie oft ein machohaftes Verhalten, bei dem sie das Rollenbild von Männern, das ihnen in der Familie, in der Öffentlichkeit und in den Medien begegnet, adaptieren.

In dieser Entwicklungsphase von Jungen ist sexualpädagogisches Handeln besonders wichtig. Es baut auf die sexualpädagogische Arbeit im Elementarbereich auf.

3 Inhalt und Ziele der Sexualpädagogik

Sexualpädagogik ist eine erziehungswissenschaftliche Disziplin, deren Aufgabe die theoretische Grundlegung der Sexualerziehung ist. Sie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen Disziplinen: Medizin, Biologie, Psychologie, Psychoanalyse und Theologie. Erst seit Ende der 1960er Jahre ist sie jedoch eine interdisziplinäre Wissenschaft, die diese wissenschaftlichen Teilbereiche koordiniert. Die Sexualpädagogik bemüht sich um didaktische Konzeptionen für die Sexualerziehung im Elternhaus (die so genannte sexuelle Aufklärung), in der Vorschule und Schule sowie in der auI31erschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Wichtige didaktische Probleme liegen darin, dass Eltern und Lehrer oft auf Grund einer eigenen repressiven Sexualerziehung nicht in der Lage sind, ungehemmt über sexuelle Probleme und Erlebnisse zu sprechen. AuI31erdem ist es für Erzieher schwierig, eine angemessene Sprache zu finden, die präzise die Beschaffenheit der Geschlechtsorgane sowie sexuelle Verhaltensweisen beschreibt und dennoch allzu wissenschaftliche Bezeichnungen vermeidet. Angesichts der breitgefächerten Thematik und ihres vielfältigen Einsatzgebietes lässt sich die Methodik der Sexualpädagogik kaum eingrenzen. Die bekanntesten Methoden sind Aufklärungsschriften und -gespräche. Dabei geht es nicht alleine um die Vermittlung von Informationen, sondern auch um das Ernstnehmen der Gefühle (vgl. Meyers Grosses Taschenlexikon, S.132)

Hinzu kommen praktische Übungen. Mit kleinen Kindern kann z.B. heranwachsendes Leben beobachtet und Verantwortung eingeübt werden, indem das Ausbrüten von Eiern betrachtet wird und die Kinder dieses empfindsame Lebewesen behüten lernen. Wenn sie älter werden, steht die sexuelle Aufklärung im Vordergrund. Vor allem müssen mit groI31er Sensibilität viele Fragen der Kinder hinsichtlich geschlechtlicher Unterschiede zwischen Mann und Frau beantwortet werden. In späteren Jahren spielt das Gespräch über den Geschlechtsakt die wichtigste Rolle. Hinzu kommt eine Aufklärung über Verhütungsmittel und –methoden. In diesem Zusammenhang werden z.B. mit Jugendlichen spielerisch Kondome ausprobiert.

Auch dem Internet kommt eine besondere Aufgabe bei der Sexualpädagogik zu, da viele Kinder und Jugendliche dieses Medium verstärkt nutzen.

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Jungenspezifische Sexualpädagogik
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V138543
ISBN (eBook)
9783640470419
ISBN (Buch)
9783640470655
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jungenspezifische, Sexualpädagogik
Arbeit zitieren
Caspar Daniel Pohl (Autor), 2007, Jungenspezifische Sexualpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138543

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