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Eine Untersuchung prekärer Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in Deutschland. Einfluss der Covid-19 Pandemie

Titel: Eine Untersuchung prekärer Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in Deutschland. Einfluss der Covid-19 Pandemie

Hausarbeit , 2022 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Hausarbeit ist es, prekäre Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in der 24h-Betreuung zu beleuchten. Dabei sollen insbesondere die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie im Fokus stehen. Ziel ist es dabei einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse von Live-In-Betreuer*innen zu gewähren und den notwendigen Handlungsbedarf seitens unserer Politik aufzuzeigen.

Zunächst werden in Kapitel 2 die Begrifflichkeiten der Care-Arbeit sowie der transnationalen Migration im Care-Sektor erläutert. Anschließend wird in Kapitel 3, dem Hauptteil dieser Hausarbeit, auf die prekären Arbeitsverhältnisse in der 24h-Betreuung eingegangen. Hier werden besonders die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Live-In-Betreuer:innen hervorgehoben. In Kapitel 4 wird sich anschließend mit etwaigen Handlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt und diese anhand weiterer Beispiele diskutiert, bevor ein abschließendes Fazit gezogen wird.

Wenn die Covid-19 Pandemie eins verdeutlicht hat, dann die Fragilität unseres kollabierenden Gesundheits- und Pflegesystems. Vor allem die unterfinanzierte Care-Infrastruktur, sowie der Mangel an Personal in Kranken- und Pflegehäusern gewinnen im gesellschaftlichen Diskurs seit dem Ausbruch der Pandemie stetig an Aufmerksamkeit. Zurecht, denn die Pandemie offenbart, dass nicht nur das Gesundheitssystem wesentlich von migrantischen Care- Arbeiter:innen abhängig ist, sondern auch, dass die Bedeutsamkeit von transnationaler Care-Arbeit erst dann ins gesellschaftliche Bewusstsein gelangt, wenn diese nicht mehr selbstverständlich geleistet wird.

Am sichtbarsten wurde die Abhängigkeit von transnationalen Care-Arbeiter:innen jedoch in der Betreuung von pflegebedürftigen Personen in Privathaushalten, auch unter dem Begriff der "24h-Betreuung" bekannt. Die sogenannten Live-In-Betreuer:innen - meist handelt es sich um Frauen - leben gemeinsam mit der zu betreuenden Person in einem Haushalt und unterwerfen sich einer permanenten Abrufbereitschaft. Vermittelt werden diese Care-Arrangements durch profitorientierte und transnational agierende Vermittlungs- und Verleih-Agenturen. Die prekären Arbeitsverhältnisse, welche im Rahmen sog. Live-Ins bereits vor der Pandemie allgegenwärtig waren, wurden nun durch Grenzschließungen und Kontaktverbote verschärft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition

2.1 Definition von Care-Arbeit

2.2 Transnationale Migration im Care-Sektor

3 Transnationale Care-Arbeit im privaten Sektor

3.1 Die 24h-Betreuung und ihre prekären Arbeitsverhältnisse

3.2 Ausnahmezustand oder Normalität - Covid-19

4 Diskussion

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die prekären Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant*innen in der 24h-Betreuung in Deutschland, insbesondere unter dem Einfluss der Covid-19-Pandemie. Ziel ist es, die spezifischen arbeitsrechtlichen Herausforderungen sowie die psychische und soziale Belastungssituation für diese Personengruppe aufzuzeigen.

  • Struktur und Definitionen von Care-Arbeit und transnationaler Migration.
  • Analyse prekärer Arbeitsmodelle in der 24h-Betreuung.
  • Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Arbeitsbedingungen und Mobilität.
  • Diskussion politischer Handlungsmöglichkeit und Notwendigkeit struktureller Reformen.

Auszug aus dem Buch

Die 24h-Betreuung und ihre prekären Arbeitsverhältnisse

In einer Vielzahl von deutschen Pflegehaushalten sind transnationale Migrant*innen aus Polen, der Ukraine und anderen Staaten Ost- und Mitteleuropas als Pflegekräfte tätig. Nicht selten kommt es vor, dass Betreuer*innen auch bei der pflegebedürftigen Person leben. In den Sozialwissenschaften etablierte sich hierfür der Begriff des "Live-ins", während im allgemeinen Sprachgebrauch oft die Rede von einer "24-Stunden-Betreuung" ist (Emunds/Habel 2020). Diese Form der Pflege kann jedoch wegen arbeitsrechtlicher Bestimmungen nicht von einer Einzelperson erbracht werden. Für eine arbeitsrechtskonforme Lösung müssten mehrere Betreuungspersonen innerhalb von 24 Stunden eingesetzt werden, was jedoch für viele Pflegebedürftige und Angehörige finanziell kaum zu tragen ist.

Daher werden in vielen Fällen Migrant*innen durch unseriöse und profitorientierte Vermittlungsagenturen nach Deutschland geholt, insbesondere für die Betreuung von Senioren, wo der Bedarf an Pflegekräften besonders hoch ist (Dr. Schu 2022: 75). Einer Schätzung zufolge arbeiten inzwischen rund 100.000-150.000 Migrant*innen aus Ost- und Mitteleuropa in deutschen Privathaushalten, jedoch nur ein Bruchteil in legalen Arbeitsverhältnissen. Ein Großteil der Migrant*innen hat daher keinen Anspruch auf rechtliche Absicherung wie Sozialversicherungsansprüche, Arbeitszeitregelungen, Tarifbindungen oder Kündigungsschutz (Engert 2013: 25). Besonders deutlich wird das Missverhältnis durch eine repräsentative Erhebung des „Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung“, in der ca. 4 Millionen Haushalte angaben, eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, wovon jedoch nur ca. 40.000 Personen sozialversicherungspflichtig angemeldet waren (Neuhaus et al. 2009: 36).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Fragilität des Pflegesystems durch die Covid-19-Pandemie und definiert das Ziel der Arbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse von Migrant*innen in der 24h-Betreuung zu untersuchen.

2 Begriffsdefinition: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Care-Arbeit als Sorgearbeit sowie die Phänomene der transnationalen Migration und Transmigration erläutert.

3 Transnationale Care-Arbeit im privaten Sektor: Dieses Kapitel behandelt die spezifische Situation der Live-in-Betreuung und analysiert die Auswirkungen der Pandemie auf die Beschäftigungsverhältnisse.

4 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Notwendigkeit politischer Reformen, um eine menschenwürdige Arbeitssituation für transnationale Pflegekräfte zu schaffen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die extremen Belastungen der Betreuer*innen durch Pandemie-Maßnahmen zusammen und unterstreicht die Dringlichkeit, transnationale Pflegekräfte in den Mittelpunkt des Handlungsbedarfs zu stellen.

Schlüsselwörter

24h-Betreuung, Prekäre Arbeitsverhältnisse, Care-Arbeit, Transnationale Migration, Covid-19, Migrant*innen, Pflegehaushalte, Vermittlungsagenturen, Sozialversicherung, Live-in, Arbeitsrecht, Sorgearbeit, Pflegesystem, Pandemie-Auswirkungen, Arbeitsbelastung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von transnationalen Migrant*innen, die in deutschen Privathaushalten in der sogenannten 24h-Betreuung arbeiten, und deren prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die arbeitsrechtliche Einordnung der Live-in-Betreuung, die Rolle von Vermittlungsagenturen und die Verschärfung der Arbeitssituation durch die Covid-19-Pandemie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, einen Einblick in die Arbeitsbedingungen von Live-in-Betreuer*innen zu geben und den notwendigen politischen Handlungsbedarf zur Verbesserung ihrer Lage aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zu Care-Migration und der Situation während der Pandemie.

Welche inhaltlichen Aspekte behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert Begriffe der Care-Arbeit, erläutert verschiedene Beschäftigungsmodelle wie das Entsendemodell und untersucht detailliert die Auswirkungen von Grenzschließungen und Kontaktverboten auf die Pflegekräfte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie 24h-Betreuung, Prekarität, transnationale Arbeitsmigration und die Auswirkungen des Pflegenotstands charakterisiert.

Wie wirkt sich das "Entsendemodell" konkret auf die Pflegekraft aus?

Im Entsendemodell ist die Pflegekraft im Herkunftsland sozialversicherungspflichtig angestellt, wodurch ihr im Zielland oft der rechtliche Schutz nach hiesigen Standards, wie etwa Arbeitszeitbegrenzungen, fehlt.

Inwiefern hat die Pandemie das Phänomen des "Prisoners of love dilemma" beeinflusst?

Die Pandemie intensivierte die moralische Verpflichtung der Betreuer*innen gegenüber den Pflegebedürftigen so stark, dass die Angst vor einer Infektion oder die Notwendigkeit von Quarantäne die Frauen oft in einer ausweglosen, prekären Lage festhielt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Untersuchung prekärer Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in Deutschland. Einfluss der Covid-19 Pandemie
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Sozialwissenschaften)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
12
Katalognummer
V1385613
ISBN (PDF)
9783346943026
ISBN (Buch)
9783346943033
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine untersuchung arbeitsverhältnisse migrant deutschland einfluss covid-19 pandemie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Eine Untersuchung prekärer Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in Deutschland. Einfluss der Covid-19 Pandemie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1385613
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Leseprobe aus  12  Seiten
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