Gegenstand dieser Hausarbeit ist es, prekäre Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in der 24h-Betreuung zu beleuchten. Dabei sollen insbesondere die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie im Fokus stehen. Ziel ist es dabei einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse von Live-In-Betreuer*innen zu gewähren und den notwendigen Handlungsbedarf seitens unserer Politik aufzuzeigen.
Zunächst werden in Kapitel 2 die Begrifflichkeiten der Care-Arbeit sowie der transnationalen Migration im Care-Sektor erläutert. Anschließend wird in Kapitel 3, dem Hauptteil dieser Hausarbeit, auf die prekären Arbeitsverhältnisse in der 24h-Betreuung eingegangen. Hier werden besonders die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Live-In-Betreuer:innen hervorgehoben. In Kapitel 4 wird sich anschließend mit etwaigen Handlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt und diese anhand weiterer Beispiele diskutiert, bevor ein abschließendes Fazit gezogen wird.
Wenn die Covid-19 Pandemie eins verdeutlicht hat, dann die Fragilität unseres kollabierenden Gesundheits- und Pflegesystems. Vor allem die unterfinanzierte Care-Infrastruktur, sowie der Mangel an Personal in Kranken- und Pflegehäusern gewinnen im gesellschaftlichen Diskurs seit dem Ausbruch der Pandemie stetig an Aufmerksamkeit. Zurecht, denn die Pandemie offenbart, dass nicht nur das Gesundheitssystem wesentlich von migrantischen Care- Arbeiter:innen abhängig ist, sondern auch, dass die Bedeutsamkeit von transnationaler Care-Arbeit erst dann ins gesellschaftliche Bewusstsein gelangt, wenn diese nicht mehr selbstverständlich geleistet wird.
Am sichtbarsten wurde die Abhängigkeit von transnationalen Care-Arbeiter:innen jedoch in der Betreuung von pflegebedürftigen Personen in Privathaushalten, auch unter dem Begriff der "24h-Betreuung" bekannt. Die sogenannten Live-In-Betreuer:innen - meist handelt es sich um Frauen - leben gemeinsam mit der zu betreuenden Person in einem Haushalt und unterwerfen sich einer permanenten Abrufbereitschaft. Vermittelt werden diese Care-Arrangements durch profitorientierte und transnational agierende Vermittlungs- und Verleih-Agenturen. Die prekären Arbeitsverhältnisse, welche im Rahmen sog. Live-Ins bereits vor der Pandemie allgegenwärtig waren, wurden nun durch Grenzschließungen und Kontaktverbote verschärft.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsdefinition
- Definition von Care-Arbeit
- Transnationale Migration im Care-Sektor
- Transnationale Care-Arbeit im privaten Sektor
- Die 24h-Betreuung und ihre prekären Arbeitsverhältnisse
- Ausnahmezustand oder Normalität - COVID-19
- Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit den prekären Arbeitsverhältnissen von transnationalen Migrant*innen in der 24h-Betreuung, insbesondere unter den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie. Ziel ist es, einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse von Live-In-Betreuer*innen zu gewähren und den notwendigen Handlungsbedarf seitens der Politik aufzuzeigen.
- Definition und Abgrenzung von Care-Arbeit
- Analyse der transnationalen Migration im Care-Sektor
- Beurteilung der prekären Arbeitsverhältnisse in der 24h-Betreuung
- Erläuterung der Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Live-In-Betreuer*innen
- Identifizierung und Diskussion von Handlungsmöglichkeiten und Handlungsbedarfs
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas der transnationalen Care-Arbeit in der 24h-Betreuung vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie heraus. Der Fokus liegt auf den prekären Arbeitsverhältnissen von Live-In-Betreuer*innen.
- Begriffsdefinition: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Care-Arbeit und beleuchtet die verschiedenen Dimensionen, insbesondere die Unterscheidung zwischen reproduktiver und produktiver Care-Arbeit. Weiterhin wird der Begriff der transnationalen Migration im Care-Sektor erläutert, wobei die Besonderheit der Transmigration als spezielle Form der Wanderung im Fokus steht.
- Transnationale Care-Arbeit im privaten Sektor: Dieses Kapitel befasst sich mit der transnationalen Care-Arbeit im privaten Sektor, insbesondere mit der 24h-Betreuung (Live-In-Care). Die prekären Arbeitsverhältnisse von Live-In-Betreuer*innen werden beleuchtet, wobei auch die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf diese Arbeitsverhältnisse im Vordergrund stehen.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit behandelt die Themen Care-Arbeit, transnationale Migration, 24h-Betreuung, Live-In-Care, prekäre Arbeitsverhältnisse, Covid-19 Pandemie, Handlungsbedarf, Politik, Soziales, Gender, Migration, Arbeitsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter 24h-Betreuung (Live-In-Care)?
Betreuungskräfte, meist aus Osteuropa, leben im Haushalt der pflegebedürftigen Person und leisten Unterstützung bei der Pflege und im Alltag.
Wie hat die Covid-19 Pandemie die Situation der Betreuungskräfte verändert?
Grenzschließungen und Kontaktverbote verschärften die Arbeitsbelastung und Isolation der meist weiblichen Migrantinnen in den Privathaushalten.
Warum gelten diese Arbeitsverhältnisse als prekär?
Oft fehlen klare Arbeitszeitregelungen, es herrscht permanente Abrufbereitschaft und die rechtliche Absicherung durch Vermittlungsagenturen ist häufig unzureichend.
Was ist transnationale Care-Migration?
Es beschreibt das Phänomen, dass Pflegearbeit zunehmend durch Arbeitsmigranten geleistet wird, die zwischen ihrem Heimatland und dem Arbeitsland pendeln.
Welcher politische Handlungsbedarf besteht im Pflegesektor?
Es bedarf besserer Arbeitsgesetze, fairer Bezahlung und einer stabilen Infrastruktur, um die Abhängigkeit von prekärer migrantischer Arbeit zu verringern.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2022, Eine Untersuchung prekärer Arbeitsverhältnisse von transnationalen Migrant:innen in Deutschland. Einfluss der Covid-19 Pandemie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1385613