Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Voltaire - Begründer des französischen Newtonianismus und die Initiierung eines mechanistischen Weltbildes

Title: Voltaire - Begründer des französischen Newtonianismus und die Initiierung eines mechanistischen Weltbildes

Seminar Paper , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Heiko Schmolke (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Vieles was unser tägliches Leben bestimmt wird durch Wissenschaft begründet. Die Anwendungsmöglichkeiten von Technologie, bemerkenswerte Entdeckungen und bisweilen Lebensinhalt definieren sich durch Wissenschaft. Viele Menschen verwenden wissenschaftliche Begriffe, Definitionen und Erkenntnisse zusammen mit dem Geltungsanspruch der Vernunft, um Interessen durchzusetzen oder den (ihrer Ansicht nach) fundamentalen Bedeutungsgehalt ihres Standpunktes zu artikulieren. Die zu differenzierende Bedeutung und die Interpretationsschwierigkeiten wissenschaftlicher Erkenntnis werden nicht wahrgenommen und sind aus dem Bewusstsein vieler Menschen völlig verschwunden. Richard P. Feynman äußerte sich während eines Vortrages 1963 an der Universität Washington dazu anhand eines aus dem alltäglichen Leben aufgegriffenen Beispieles: „[…] Nicht jeder, der Zeitung liest braucht jeden einzelnen Artikel zu verstehen, der abgedruckt ist. Manche Leute interessieren sich nicht für Wissenschaft. Andere schon. Zumindest könnten sie auf diese Weise herausfinden, was das alles bedeutete, anstatt darüber aufgeklärt zu werden, man habe ein atomares Teilchen verwendet, das aus einer Maschine abgefeuert worden sei, die sieben Tonnen wiege. Ich kann diese Artikel in der Zeitung einfach nicht lesen. Ich weiß nicht, was das bedeuten soll, was da drinsteht. Nur weil sie sieben Tonnen wiegt, ist mir noch lange nicht klar, um was für eine Art Maschine es sich handelt. Man kennt mittlerweile zweiundsechzig Teilchenarten, und ich würde ganz gerne wissen, von welchen er spricht.“ Die Schwierigkeit liegt nicht darin möglichst alle Details eines Sachverhaltes darzulegen, sondern Zusammenhänge zu erklären, die einem das Verstehen ermöglichen. Sonst begreift man die Natur nur noch über physikalische Definitionen.
Die großen Entdecker und Forscher der Menschheit haben oft ihr ganzes Leben gebraucht um ein Naturgesetz zu formulieren. Ihre damalige Gedankenwelt bleibt einem heute oft verborgen und man reduziert das Lebenswerk großer Entdecker nur noch auf eine Formel. Doch so besteht die Natur nicht aus dieser Formel, sondern versucht die Natur zu beschreiben. Die physikalische Theorie ist eben nicht von Natur aus gegeben, sondern vom Menschen formuliert. Wie konnte es soweit kommen, dass man Physik und Natur nur noch als mathematisches Konstrukt identifiziert? Wie entwickelte sich die mechanistische Interpretation der Newtonschen Mechanik?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG UND ZENTRALE FRAGESTELLUNG

2 AKTUELLE PROBLEMATIK DER WISSENSCHAFT

2.1 Wissenschaft und Wahrheit

2.2 Fehlbarkeit der Vernunft

3 VOLTAIRE ALS INITIATOR DES MECHANISTISCHEN VERSTÄNDNISSES DER KLASSISCHEN MECHANIK

3.1 Die Mechanisierung der Mechanik

3.2 Voltaires Interpretation der Mechanik

4 ELEMENTE DER PHILOSOPHIE NEWTONS

5 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, wie Voltaire durch die Popularisierung der Newtonschen Physik in Frankreich maßgeblich zur Etablierung eines mechanistischen Weltbildes beitrug, und analysiert dabei die philosophischen Konsequenzen seiner Interpretation der klassischen Mechanik im Kontext der Aufklärung.

  • Die Problematik von Wissenschaft, Wahrheit und der Fehlbarkeit der Vernunft.
  • Voltaires Rolle als Vermittler des Newtonianismus in Frankreich.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Mechanisierung.
  • Vergleich der erkenntnistheoretischen Ansätze von Voltaire und Newton.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Mechanisierung der Mechanik

Der Begriff der Mechanisierung versucht eine Problematik zu beschreiben, die mit der Geschichte der klassischen Physik eng verbunden ist. Bevor der Mensch angefangen hat die Natur wissenschaftlich und mit physikalischen Prinzipien zu verstehen, glaubte er an Götter, geistige oder spirituelle Kräfte bzw. Ursachen, vergleichbar eines Mystizismus. Damit gelang es ihm Phänomene zu begreifen und zu verstehen, ganz im Sinne von „vor sich hin stellen“. Sozusagen eine urzeitliche Methode der Analyse. Der fundamentale Glaube, ob nun an diese oder andere Erklärungen, ist bis in unsere heutige Zeit erhalten geblieben. Die „letzte Begründung“ wird auch heute noch umfangreich ausgestattet mit einem Anspruch auf allumfassender Geltung. Gleiches gilt für den Ausschließlichkeitsanspruch der Vernunft. Daraus kann sich der Trugschluss etablieren, „[…] dass die ganze Natur und die Gesellschaft rational, d.h. durch die Vernunft mittels Kenntnis unausweichlicher Gesetze erfasst werden können.“ Für die Physik ergibt sich somit eine wissenschaftstheoretische Methodologie, mit der die Natur quantitativ und kausal mit Bezug auf strikte Gesetze erklärt wird. Immaterielles, wie der menschliche Geist oder irgendwelche „innewohnenden Prinzipien“, die noch nicht physikalisch definiert sind, werden abgelehnt, auch der menschliche Wille. Ein mechanistisches Weltbild lässt sich so begründen. Die Art und Weise, in welcher dann Physik praktiziert wird, haben einige Menschen eindrucksvoll im Kindes- oder Jugendalter im Physikunterricht erfahren können: Mechanik wird überhaupt nicht als Theorie vermittelt und dadurch erkannt. Selbst die Natur einer Theorie wird nicht gelehrt. So kommt es, dass man nicht darüber nachdenkt wie die Mechanik zu ihren Aussagen gelangt, und somit auch nicht, welcher Art diese sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG UND ZENTRALE FRAGESTELLUNG: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert der Wissenschaft in der modernen Gesellschaft und leitet die Forschungsfrage nach der Entwicklung des mechanistischen Weltbildes bei Voltaire her.

2 AKTUELLE PROBLEMATIK DER WISSENSCHAFT: Dieses Kapitel diskutiert philosophische Herausforderungen hinsichtlich des Wahrheitsanspruchs und der Fehlbarkeit der menschlichen Vernunft.

3 VOLTAIRE ALS INITIATOR DES MECHANISTISCHEN VERSTÄNDNISSES DER KLASSISCHEN MECHANIK: Hier wird Voltaires Beitrag zur Popularisierung der Newtonschen Physik analysiert und die kritische Entwicklung der Mechanisierung sowie Voltaires spezifische Interpretation der Mechanik dargelegt.

4 ELEMENTE DER PHILOSOPHIE NEWTONS: Dieses Kapitel vergleicht Newtons methodischen Ansatz mit Voltaires Interpretationen und arbeitet die Unterschiede im Verständnis von Physik, Mathematik und Freiheit heraus.

5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über das Erbe des französischen Newtonianismus und die anhaltende Bedeutung philosophischer Fragen bei der Deutung physikalischer Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Voltaire, Newtonianismus, Mechanik, mechanistisches Weltbild, Aufklärung, Wissenschaftstheorie, Vernunft, Isaac Newton, Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, physikalische Gesetze, Philosophie, Metaphysik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle von Voltaire bei der Verbreitung der Newtonschen Physik in Frankreich und die daraus resultierende Etablierung eines mechanistischen Weltbildes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Geschichte des Newtonianismus, die Philosophie der Aufklärung, die Grundlagen der klassischen Mechanik und die philosophische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Methoden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie Voltaire durch seine Schriften das mechanistische Verständnis der Newtonschen Mechanik beeinflusste und welche erkenntnistheoretischen Konsequenzen dies hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse philosophischer und wissenschaftshistorischer Quellen, insbesondere das Werk von Wahsner und v. Borzeskowski.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Problematik von Vernunft und Wahrheit, Voltaires Interpretation der Mechanik im Vergleich zu Newtons ursprünglichem Ansatz sowie die metaphysischen Dimensionen der Naturwissenschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Newtonianismus, Mechanizismus, Voltaire, Aufklärung, Wissenschaftstheorie und Naturphilosophie beschreiben.

Wie unterscheidet sich die mechanistische Sichtweise Voltaires von der Isaac Newtons?

Während Newton Physik als mathematisches Modell zur Beschreibung von Wechselwirkungen sah, neigte Voltaire dazu, mechanische Formeln zu verabsolutieren und sie als universelle Erklärungsprinzipien für das gesamte Weltbild einzusetzen.

Warum spielt der Begriff des „Freien Willens“ eine Rolle in dieser Untersuchung?

Der Vergleich der unterschiedlichen Auffassungen von Voltaire und Newton zur menschlichen Freiheit dient als Indikator für ihre jeweils unterschiedliche Auslegung naturwissenschaftlicher Gesetze und den Ausschließlichkeitsanspruch der Vernunft.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Voltaire - Begründer des französischen Newtonianismus und die Initiierung eines mechanistischen Weltbildes
College
Technical University of Berlin  (Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte)
Course
Lektüre von zentralen Texten der Wissenschaftsgeschichte des 17. und 18. Jh.
Grade
1,7
Author
Heiko Schmolke (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V138584
ISBN (eBook)
9783640474554
ISBN (Book)
9783640474646
Language
German
Tags
Voltaire Wissenschaft Mechanizismus Newton Mechanik Vernunft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Schmolke (Author), 2009, Voltaire - Begründer des französischen Newtonianismus und die Initiierung eines mechanistischen Weltbildes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138584
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint