Von Marshall zu Porter: Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Konzept der Industriellen Distrikte nach Alfred Marshall
2.1 Historische Voraussetzungen
2.2 Lokalisierungsgründe
2.3 Funktionsmechanismen
2.4 Einfluss des Transportsektors

3 Das Diamanten-Modell der nationalen Wettbewerbsfähigkeit nach Michael E. Porter
3.1 Faktorbedingungen
3.2 Nachfragebedingungen
3.3 Verwandte und unterstützende Branchen
3.4 Unternehmensstrategie und –struktur, Inlandswettbewerb
3.5 Die Rolle von Staat und Zufall
3.6 Der Zusammenhang zwischen dem Diamanten-Modell und Clustern

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ursprünge der Clustertheorie

Abb. 2: The Marshallian Industrial District

Abb. 3: Determinanten des Diamanten-Modells I

Abb. 4: Determinanten des Diamanten-Modells II

1 Einleitung

„Deutschland ist im Cluster-Fieber.“ Dies schreiben Kiese/Schätzl im Vorwort zu ihrem Sammelband über Cluster und Regionalentwicklung (2008, S. XIII).

Diese Aussage scheint angesichts des Spitzencluster-Wettbewerbs der Bundesregierung und zahlreichen regionalpolitischen Clusterprogrammen sehr zutreffend zu sein. Aber nicht nur Deutschland hat dieses Fieber erfasst, auch weltweit sind Cluster ein „Modebegriff“ und seit den 1990er Jahren eines der zentralen Themenbereiche der volkswirtschaftlichen und regionalwissenschaftlichen Debatte (Kiese/Schätzl 2008, S. 1; Schamp 2000, S. 29; Sternberg et al. 2004, S. 159).

Doch welche Theorien stehen eigentlich hinter dem Begriff „Cluster“? Wie haben sie sich im Zeitablauf verändert? Und was versteht man heute unter einem Cluster?

Diese Fragen versucht der Autor in der vorliegenden Seminararbeit im Rahmen einer „Zeitreise“ zu beantworten. Dabei soll im speziellen auf die Werke Alfred Marshalls zu den industriellen Distrikten (Marshall 1890, Marshall 1920) und Michael E. Porters Buch über „The Competitive Advantage of Nations“ (Porter 1990) eingegangen werden, da diese Arbeiten jeweils einen wichtigen und zentralen Beitrag zur Clustertheorie leisten (siehe Abbildung 1). Eine Einführung in die Clustertheorie scheint notwendig, gehen doch die Vorstellungen, was unter einem Cluster zu verstehen ist, aktuell weit auseinander (Kiese/Schätzl 2008, S. 10). Martin/Sunley (2003) sprechen in diesem Zusammenhang sogar von einem „chaotic concept“ und schreiben: „Clusters, it seems, have become a world-wide fad, a sort of academic und policy fashion item.“ (Martin/Sunley 2003, S. 6)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ursprünge der Clustertheorie (Schuler 2008, S. 23)

2 Das Konzept der Industriellen Distrikte nach Alfred Marshall

Zunächst soll der Fokus auf die Anfänge der Clustertheorie gelegt werden, und damit auf das Konzept der Industriedistrikte (engl. „industrial districts“) nach dem britischen Ökonom Alfred Marshall (Schuler 2008, S. 22), der heutzutage als einer der „forerunners of modern economics“ (Becattini 2003, S. 13) gilt.

Dieser schrieb schon 1890 in seinem Hauptwerk „Principles of Economics“ und später 1920 in „Industry and Trade“ (Marshall 1890, 1920) vom Industriedistrikt als „einem räumlich konzentrierten Ensemble von vielen, eher kleinen und untereinander verbundenen Unternehmen“ (Schamp 2000, S. 72; siehe auch Abbildung 2). Scheuplein verwendet in seinem Kapitel über Marshall´s Industriedistrikte (2006, S. 148 ff.) auch immer wieder das Synonym des Clusters: „Als Begriff für die Clusterung von Branchen hat Marshall in den ´Principles´ die Formel von der ´localized industry´ gewählt.“ (Scheuplein 2006, S. 156) Dies zeigt, dass die Ursprünge des Cluster-Konzeptes bei Marshall zu finden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: The Marshallian Industrial District (in Anlehnung an Markusen 1996, S. 297)

Im 20. Jahrhundert gab es dann zunächst eine Tendenz zur Auflösung dieser regionalen Produktionszusammenhänge, wie sie von Marshall beobachtet wurden. Erst in der Diskussion um die Industriedistrikte des Dritten Italiens oder später um die innovativen Milieus in den 1970er und 1980er Jahren wurden Marshalls Ideen wieder aufgegriffen (Bathelt/Glückler 2003, S. 182 ff.; Kiese/Schätzl 2008, S. 9 f.; Raffaelli 2003, S. 127).

Im Folgenden wird nun genauer auf das Book IV aus „Principles of Economics“ eingegangen, in denen Marshall im Kapitel „The Concentration of Specialized Industries in Particular Localities“ (Marshall 1890, S. 328 ff.) das Phänomen der räumlichen Branchenkonzentration beim verarbeitenden Gewerbe (sekundärer Sektor) genauer beschreibt. Dieses unterteilt er noch einmal in vier Paragraphen: Die historischen Voraussetzungen der industriellen Distrikte, die Gründe für deren Entstehung, die Funktionsmechanismen sowie die Interaktion mit dem Transportsektor.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Von Marshall zu Porter: Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Wirtschaftswissenschaften - Geowissenschaften)
Veranstaltung
Seminar im Fach Wirtschaftsgeographie
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V138637
ISBN (eBook)
9783640478842
ISBN (Buch)
9783640478569
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftsgeographie, BWL, Seminararbeit, Marshall, Porter, Cluster, Regionale Wettbewerbsfähigkeit, Diamant, Clustertheorie
Arbeit zitieren
Philipp Wachenfeld (Autor), 2009, Von Marshall zu Porter: Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138637

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