Vor der Zeit des Nationalsozialismus war die Frauenbewegung sehr aktiv, sie kämpfte gegen die Benachteiligung der Frauen in sämtlichen Bereichen. Der wohl größte Erfolg war die Erhaltung des passiven und aktiven Wahlrechtes im Jahre 1919. In der Weimarer Republik wurden die Frauen ernster genommen als je zuvor. Doch wie schaffte man es die Frauenbewegung innerhalb kürzester Zeit zu zerschlagen? Wie ist es zu erklären, dass die Frauen auf viele Rechte verzichteten, für die sie zuvor hart gekämpft hatten? Weshalb nahm die Mehrheit die aus der heutigen Sicht antiquierte Frauenrolle ein?
„ Sie haben keine Sehnsucht nach dem Büro und dem Parlament. Ein trautes Heim, ein lieber Mann und eine Schar glücklicher Kinder steht ihrem Herzen näher.“
Das Hausfrauendasein wurde den Frauen durch geschickte Propaganda so schmackhaft gemacht wie es nur ging. In ihrer Verantwortung lag der biologische und der geistige Bestand des Volkes, da sie Zugang zu der Jugend und damit zu der Zukunft des deutschen Volkes hatte. Durch die Frauen konnten viele wichtige Lebensbereiche indirekt beeinflusst werden. In der folgenden Arbeit wird hinterfragt, wie es dazu kommen konnte, dass die Frauen ihre zuvor erkämpften Freiheiten aufgaben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Frauen
2.1 Hitler und die (deutschen) Frauen
3. Gertrud Scholtz-Klink – Die NS-Musterfrau
4. Schlussteil
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und den Status der Frau im Nationalsozialismus anhand der Biografie der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink, um die Mechanismen der ideologischen Unterordnung und die aktive Mitwirkung von Frauen am NS-Regime zu analysieren.
- Die gesellschaftliche und politische Diskriminierung der Frau im NS-Staat
- Die Rolle der Propaganda bei der Idealisierung des Mutterbildes
- Die Biografie und politische Karriere von Gertrud Scholtz-Klink als NS-Musterfrau
- Das Spannungsfeld zwischen häuslicher Pflicht und totalitärer Kriegsmobilisierung
Auszug aus dem Buch
3. Gertrud Scholtz-Klink – Die „NS-Musterfrau“
Gertrud Emma Treusch wurde am 9. Februar 1902 als Tochter eines Vermessungsbeamten im badischen Adelsheim geboren. Sie ging zunächst auf das Gymnasium in Baden, doch während des 1. Weltkrieges verließ sie dieses, um sich der Arbeit für den Krieg zu widmen. Sie wollte ihr Land unterstützen indem sie im Bahnhofsdienst tätig war, zudem half sie in Haushalten von Offiziersfamilien.
Mit 19 Jahren heiratete sie den Lehrer Friedrich Klink, der den politischen Prämissen der NSDAP nahe stand. Er war es auch, der seine Frau zur Sozialarbeit für die Partei motivierte. Sie arbeitete in SA-Küchen, passte auf die Kinder berufstätiger Parteigenossinnen auf und half in Nähstuben. Doch es blieb nicht lange bei diesen Hilfsdiensten. „Hitler vermittelte ihr dermaßen „Selbstvertrauen, Glauben an eine Zukunft und den Mut zu diesem Glauben“, dass sie am 1.März 1930 gemeinsam mit ihrem Mann der NSDAP beitrat.“ Durch ihr Engagement, vor allem im Anwerben von weiblichen Mitgliedern, fiel sie schnell positiv auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Rückschritt der Frauenrechte im Vergleich zur Weimarer Republik und wirft die Frage auf, warum die Frauenbewegung im Nationalsozialismus zerschlagen werden konnte.
2. Die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Frauen: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Abwertung der Frau in Politik und Beruf zugunsten einer auf das Mutterdasein und den Haushalt reduzierten Rolle sowie die gezielte propagandistische Überhöhung dieser Konzepte.
2.1 Hitler und die (deutschen) Frauen: Hier wird das ambivalente Verhältnis der NSDAP zu weiblichen Wählerstimmen beleuchtet und dargelegt, wie Hitler durch eine gezielte Inszenierung als Junggeselle die Unterstützung von Frauen gewann.
3. Gertrud Scholtz-Klink – Die „NS-Musterfrau“: Dieser Abschnitt beschreibt den Aufstieg von Gertrud Scholtz-Klink zur Reichsfrauenführerin und analysiert, wie sie durch totale Unterordnung und ideologische Anpassung zur zentralen Figur des NS-Frauenbildes wurde.
4. Schlussteil: Das Fazit fasst die Biografie von Scholtz-Klink als Paradebeispiel für die Eingliederung und Akzeptanz des Regimes zusammen und betont ihre fehlende Reue nach dem Krieg.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Frauenbild, Gertrud Scholtz-Klink, NS-Frauenschaft, Propaganda, Reichsfrauenführerin, Frauenbewegung, Ideologie, Mutterkreuz, Erwerbstätigkeit, Volksgemeinschaft, Antisemitismus, NS-Wohlfahrt, Emanzipation, Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Situation der Frau im Nationalsozialismus und illustriert die ideologische Unterwerfung am Beispiel der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Frauenpolitik der NSDAP, der Einschränkung weiblicher Rechte in Bildung und Wirtschaft sowie der Rolle der NS-Frauenorganisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu verstehen, wie und warum Frauen aktiv an der Etablierung des NS-Regimes mitwirkten und warum eine etablierte Frauenbewegung ihre Rechte so schnell abgeben konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer biographischen Analyse und der Auswertung historischer Quellen sowie zeitgenössischer Literatur über die Rolle der Frau im Dritten Reich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der NS-Ideologie gegenüber Frauen, die gezielte Ausgrenzung aus dem Berufsleben und die detaillierte Lebensgeschichte von Gertrud Scholtz-Klink.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, NS-Frauenideal, Reichsfrauenführerin, Ideologie, Unterordnung und Frauenemanzipation.
Warum wird Gertrud Scholtz-Klink als NS-Musterfrau bezeichnet?
Sie verkörperte durch ihre Rolle als Hausfrau, Mutter vieler Kinder und ihre absolute politische Unterordnung unter die NSDAP exakt das Ideal, das das NS-Regime von deutschen Frauen forderte.
Wie positionierte sich Scholtz-Klink nach dem Zusammenbruch des Regimes?
Sie zeigte auch nach 1945 keinerlei Einsicht oder Reue, verteidigte den Nationalsozialismus bis in ihr hohes Alter und blieb eine überzeugte Anhängerin der NS-Ideologie.
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- Mareike Speck (Author), 2003, Frauen im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13864